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Lupinen: Die Eiweißbombe im eigenen Garten pflanzen

Lupinen haben eine einzigartig schöne Blüte. Ihre Samen sind zudem eine eiweißreiche Fleischersatz-Alternative zum Soja, die im eigenen Garten wachsen kann.

Lupine Blüte blau Garten

Lupinen haben eine wunderschöne Blüte und ihre Samen eine echte Eiweißbombe [Foto: schubbel/ Shutterstock.com]

Lupinen (Lupinus) sind die wohl farbenfrohesten Vertreter der Hülsenfrüchte (Fabaceae) und gehören in jeden Bauerngarten. Sie bestechen mit ihren großen Blütenständen, die im Staudenbeet eine ideale Hintergrundbepflanzung darstellen. Nach der Blüte kommen die anderen Vorteile der Gewächse zum Vorschein. Die Samen haben einen hohen Proteingehalt und bieten eine regionale Alternative zu Soja. Außerdem können Sie mit der Pflanzung von Lupinen jedes Beet verbessern, denn die Pflanzen lockern Böden auf und binden Luftstickstoff. Im Gegenzug wollen Lupinen nur ein wenig Sonne, denn ansonsten sind sie äußerst genügsam gegenüber Standort und Pflege.

Lupinen: Eigenschaften und Herkunft

Die meist krautigen, mehrjährigen Pflanzen von 0,3 bis 1,5 Metern Größe haben ihren Ursprung in Nordamerika. Nach Europa kam die inzwischen hier wild wachsende Pflanze Anfang des 19. Jahrhunderts. In Mitteleuropa trifft man am häufigsten die Vielblättrige Lupine (Lupinus polyphyllus) an. Andere wichtige Anbauarten sind die Gelbe Lupine (Lupinus luteus), die Weiße Lupine (Lupinus albus) und die Schmalblättrige Lupine (Lupinus angustifolius), die wie die Vielblättrige Lupine blau und als Zuchtform auch rot blüht. Lupinen gehören zu den reichsten pflanzlichen Eiweißquellen. Schon Hildegard von Bingen setzte sie in Zubereitungen zur Heilung allerlei Krankheiten ein. So schreibt man der Lupine krebshemmende, antioxidative und antimikrobielle Wirkungen zu. Außerdem eignet sie sich bei Diäten bezüglich Eiweißmangelkrankheiten, Diabetes, Rheuma, Haut- und Magenkrankheiten.

Lupinen: Giftige von ungiftigen Lupinen unterscheiden

Insbesondere bei Garten- und Wildlupinen enthalten die Samen einen giftigen Bitterstoff. Das enthaltene Lupinin und Spartein kann bei Verzehr zu Atemlähmung und dadurch sogar zum Tod führen. Es gibt allerding seit den 1930ern bestimmte Zuchtformen, die den Bitterstoff nicht oder nur noch in sehr geringen Mengen enthalten und somit ungiftig sind. Durch die Abwesenheit der Bitterstoffe erhielten sie den Namen Süßlupinen. Nur für Allergiker mit einer Überempfindlichkeit gegen Hülsenfrüchte können die Lupinen noch zum Problem werden. Das Stichwort lautet hier: Erdnuss-Allergie. Mehr zum Thema gibt es hier.

Wilde Lupine blaue Blüte

Insbesondere bei Garten- und Wildlupinen enthalten die Samen einen giftigen Bitterstoff [Foto: alybaba/ Shutterstock.com]

Lupinen als wertvolles Nahrungsmittel

Bevor wir die Samen der Lupinen in unseren Ernährungsplan Einzug halten lassen können, müssen diese verarbeitet werden. Frühere Sorten mussten 14 Tage in Salzwasser eingelegt werden, die Süßlupinensamen werden nur noch 1 bis 2 Tage eingelegt. So werden die letzten Bitterstoffe entfernt. Solche eingelegten Samen sind im Mittelmeerraum ein beliebter Bier-Snack in Gaststätten. Doch man kann die Samen auch auf vielfältige Weise weiterverarbeiten. So erhält man interessante Alternativen für Laktose-Intolerante, Veganer und Low-Carb-Anhänger.

  • Lupinenmehl
    Lupinen werden größtenteils zu proteinhaltigem Mehl verarbeitet. Der Proteingehalt kann bei bis zu 40 % liegen. Das ist in etwa viermal mehr als bei Vollkornweizenmehl. Die hohe Wasserbindung macht das Mehl für Veganer besonders interessant, da beim Backen keine Eier verwendet werden müssen. Der hohe Gehalt an Antioxidantien macht das Gebäck obendrauf noch länger haltbar. Allerdings hat das Mehl immer noch einen sehr starken Eigengeschmack, weshalb es empfohlen wird den Gehalt beim Backen bei ungefähr 15 – 25 % zu halten. Ansonsten erhält man eine gelbliche Farbe und einen nussigen Geschmack.
  • Lupinenkaffee
    Hier geht es einzig um einen Ersatz für den wunderbaren Geschmack von Kaffee, denn der Lupinenkaffee enthält kein Koffein. Somit bleibt die anregende Wirkung aus. Dafür punktet der Geschmack mit einem leichten Hauch von Herbstlaub und Mandel. Für die Herstellung werden die Samen getrocknet und anschließend geröstet. Die so veredelten Lupinensamen haben ein sehr kräftiges, harmonisches Aroma, da sie bei niedrigen Temperaturen geröstet werden und so kaum Bitterstoffe enthalten. Die Bohnen werden wie normale Kaffeebohnen gemahlen und zubereitet.
  • Lupinenjoghurt
    Eine cremige Alternative für Veganer bietet der Lupinenjoghurt. Dieser wird aus Lupinenmilch gewonnen und ist inzwischen in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen von Natur über Himbeere bis Stracciatella erhältlich. Die Konsistenz ist etwas dickflüssiger als normaler Joghurt.
Lupinen gesalzen in Glas

Aus Lupinen lassen sich leckere Gerichte zaubern [Foto: Natalia Mylova/ Shutterstock.com]

Eine große Auswahl an weiteren Lupinenprodukten und eine einfache Anleitung für einen leckeren Brotausstrich finden Sie hier.

Lupinen als Gründüngung im Gemüsegarten

Eine Bepflanzung mit Lupinen eignet sich großartig, um abgeerntete oder neuangelegte Gemüsebeete aufzubereiten. Denn Lupinen sind sehr winterhart und können auch noch nach der Abernte des Gemüses ausgesät werden. Außerdem sind sie ein sehr guter Stickstoffdünger. Sie reichern den Boden mit bis zu 100 kg Stickstoff pro Hektar an. Diese Unmengen an Stickstoff werden durch eine Symbiose zwischen den Lupinenwurzeln und Knöllchenbakterien (Rhizobien) fixiert. Zusätzlich durchdringen die Wurzeln auch verdichteten Boden. Dieser wird so aufgelockert und für Folgekulturen besser durchlässig. Besonders tiefwurzelnde Sorten wie die Gelbe Lupine (L. luteus), die Schmalblättrige Lupine (Lupinus angustifolius) oder die Weiße Lupine (L. albus) sind dafür gut geeignet. Nach dem Winter werden die einjährigen Pflanzen abgemäht und der Schnitt als Mulchschicht liegen gelassen. Ist die Schicht angetrocknet, wird sie in den Boden eingearbeitet. So gelangt der Stickstoff in den Boden und es entsteht nährstoffreicher Humus. Nach vier Wochen können die ersten neuen Pflanzen gepflanzt werden.

Lupinen im Garten

Lupinen eignen sich nicht nur als Gemüse-, Futter- und Wildpflanze. Mit ihren bis zu 50 cm hohen Blütenständen in Weiß, Gelb, Blau-Violett, Rosa, Orange oder Mehrfarbig haben sie auch als Zierpflanze in unseren Gärten Einzug gehalten. Meist werden im Handel Varianten der Vielblättrigen Lupine (Lupinus polyphyllus) – auch Staudenlupine genannt – angeboten.

Hinweis: Westcountry-Lupinen überzeugen mit besonders intensiven Blütenfarben.

Lupinen pflanzen: Geeigneter Standort  

Besonders was den Boden angeht, muss bei der Standortwahl nicht viel beachtet werden. Die Wurzeln der Lupine sind stark und durch ihre gute Stickstofffixierung wachsen Lupinen auch gut auf sehr sandigen und mageren Böden. Bei den proteinreichen Gewächsen gilt:

  • Standort: Offen, sonnig und windgeschützt
  • Boden: Mäßig nährstoffreich, durchlässig und kalkarm

Lupinen akzeptieren auch schattigere Plätzchen. Allerdings leiden die Blüte und die Standfestigkeit der Pflanzen darunter. Bei zu kalkhaltigem Boden (basischer Boden-pH) werden die Blätter gelb. Staunässe wird ebenfalls nicht vertragen.

Lupine weiße Blüte Feld

Lupinen sind bei der Standortwahl eher unkompliziert [Foto: Bogdan Wankowicz/ Shutterstock.com]

Lupinen pflanzen: Richtiges Vorgehen beim Pflanzen

Am besten kommen Lupinen in kleine Gruppen gepflanzt im Beet zur Geltung. Hier bilden sie einen leuchtend bunten Hintergrund für kleinere Stauden. Beim Pflanzen wird wie folgt vorgegangen:

  • Pflanzzeit: Frühherbst oder Frühjahr
  • Pflanzabstand: Ca. 50 cm
  • Pflanzloch: Mind. so tief wie die Wurzel
  • Pflanze vorsichtig in Pflanzloch setzten
  • Mit Erde auffüllen und andrücken
  • Gut angießen
  • Die nächsten Tage gut wässern, aber Staunässe vermeiden

Werden Lupinen zu dicht gepflanzt herrscht erhöhte Mehltaugefahr. Außerdem sind Lupinen wegen ihrer tiefen Wurzeln nur sehr bedingt für die Topfkultur geeignet. Wer Lupinen trotzdem im Topf ziehen möchte, hält sich an kleinwachsende Sorten, verwendet einen sehr hohen Topf und muss die Pflanzen im Winter an einem geschützten Ort überwintern.

Lupinen selbst vermehren

Lupinen lassen sich sehr einfach durch Teilung, Aussaat oder Stecklinge vermehren.

Aussaat von Lupinensamen

An bereits bepflanzten Stellen sähen sich Lupinen ganz von alleine aus. Dabei fliegen die Samen bis zu sechs Meter weit. Die starke Selbstaussaat führt dazu, dass Lupinen einheimische Wildpflanzen, an Stellen die sie einmal besiedelt haben, schnell verdrängen können. Daher gilt die Vielblättrige Lupine (Lupinus polyphyllus) bei uns als invasive Art. Wer noch keine Lupinen im Garten hat, sät selber aus. Dabei wird direkt ins Beet ausgesät:

  • Aussaatzeit: März – Mai
  • Samen mit Sandpapier leicht anrauen und 24 Stunden in Wasser quellen lassen
  • Saattiefe: 2 – 3 Zentimeter
Lupinen Sämlinge in Erde

Beobachten Sie die kleinen Sämlinge beim Wachsen [Foto: Studio Barcelona/ Shutterstock.com]

Die Samen können auch ab Januar drinnen im Topf angezogen werden. Ab Juni siedeln die kleinen Lupinen dann ins Freie um. Mehrjährige Lupinenarten können zur Not auch bis Ende August ausgesät werden. Egal, ob direkt ins Beet oder im Topf angezogen, die erste Blüte setzt erst im Folgejahr ein.

Mehr zum Thema Lupinensamen finden Sie hier.

Lupinen durch Stecklinge vermehren

Auch die Vermehrung über Stecklinge funktioniert ohne Probleme. Die 5 bis 10 Zentimeter langen Stecklinge werden im Frühjahr geschnitten. Danach wird wie folgt vorgegangen:

  • Alle Blätter bis auf die obersten ein bis zwei entfernen
  • Anzuchttöpfe mit lockerem Substrat wie Blähton befüllen
  • Stecklinge bis zur Hälfte ins Substrat stecken
  • Standort: Warm und nicht vollsonnig
  • Substrat gleichmäßig feucht halten
  • Nach der Wurzelung (nach vier bis sechs Wochen) einzeln in Töpfe mit Erde setzen
  • Auspflanzung ins Beet nach weiteren sechs Wochen
Lupinen Steckling

Die 5 bis 10 Zentimeter langen Stecklinge werden im Frühjahr geschnitten und eingepflanzt [Foto: Ian Grainger/ Shutterstock.com]

Lupinen im Garten pflegen

Lupinen benötigen nicht viel Zuwendung, denn sie können sich ganz gut selber versorgen. Sie sollten aber etwa alle drei Jahre verjüngt werden. Dafür wird der Wurzelstock im Frühjahr ausgegraben und die Neutriebe wieder eingepflanzt.

Lupinen richtig gießen und düngen

An sich müssen Lupinen, sobald sie einmal angewachsen sind, wegen ihrer sehr tief reichenden Wurzeln nicht mehr gegossen werden. Falls nach einer langen Trockenperiode doch mal gegossen wird oder es stark geregnet hat, lohnt es sich die Erde rund um die bunten Eiweißbomben aufzulockern. So wird eine lange Blüte gefördert. Außerdem wird so eine Verdichtung des Bodens verhindert, was den staunässeempfindlichen Gewächsen sehr entgegen kommt. Auch bei der Düngung heißt es: Weniger ist mehr. Man kann die Pflanzen sehr schnell überdüngen und so das Risiko für eine Wurzelfäule und andere Krankheiten und Schädlinge erhöhen. Vor allem mit Stickstoff können sich Lupinen aufgrund der Symbiose mit Bakterien selbst versorgen. Das zusätzliche Untermischen von Steinmehl oder Algenkalk in den Boden fördert diese Symbiose noch. Wer die Stiele der zum Teil drei Meter hoch wachsenden Pflanzen stärken will, düngt mit Knochenmehl. Eine kleinere Menge Kompost von Zeit zu Zeit schadet aber auch nicht.

Lupinen Blätter Wassertropfen

Lupinen müssen nach dem Anwachsen nicht mehr gegossen werden [Foto: alybaba/ Shutterstock.com]

Lupinen richtig schneiden

Lupinen müssen nicht in Form geschnitten werden. Doch wenn die Stauden zu groß geworden sind, können die Blütenstängel einfach auf die gewünschte Höhe zurückgeschnitten werden. Wichtiger ist der Schnitt nach der Blüte. Werden die Blüten sofort nach der Blüte zurückgeschnitten, fördert dies eine Nachblüte im Sommer. Außerdem sollten verblühte Blüten entfernt werden, damit sich die Lupinen nicht unkontrolliert im Garten ausbreiten. Kranke Blätter sollten Sie ganzjährig und sofort entfernen, damit sich Krankheiten wie Mehltau nicht ausbreiten können. Ein Rückschnitt bis über den Boden im Herbst ist nicht nötig. Ganz im Gegenteil: Der obere Pflanzenteil dient als Winterschutz für die Wurzeln und als Gründünger fürs nächste Jahr.

Lupinen im Garten pflegen: Zusammenfassung

  • Alle drei Jahre verjüngen
  • Gießen: Nach dem Anwachsen nicht mehr nötig; Staunässe vermeiden
  • Düngen: Empfindlich gegenüber Überdüngung; Steinmehl oder Algenkalk fördern die Symbiose mit Knöllchenbakterien; Knochenmehl stärkt die Stängel
  • Scheiden: Nach der Blüte Blütenstände entfernen; kranke Blätter entfernen
Folgende Produkte verwenden wir zum Anbau von Lupinen:
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden fruchtbar.
  • Floragard Bio Tomaten- & Gemüseerde: Torffreie Spezialerde mit Kompost zur optimalen Nährstoffversorgung von Tomaten und Gemüse im Beet, Gewächshaus sowie Balkon und Terrasse.
  • Cuxin Bodenaktivator: Organisch-Mineralischer NP-Dünger mit Eisen vitalisiert schwere und sandige Böden.

Wie erntet man Lupinensamen?

Die erbsenähnlichen Blütenstände erscheinen von Ende Mai bis Anfang August. Aus ihnen bilden sich Schotenfrüchte in denen sich gleich mehrere der begehrten Samen befinden. Ernten Sie Samen zum Verzehr nur, wenn Sie sich bezüglich des Bitterstoffgehaltes sicher sind. Besonders bei Kreuzungen, die im eigenen Garten entstanden sind, kann es sein, dass die weggezüchteten Bitterstoffe der Süßlupinensorten in den Folgegeneration wieder durchkommen. Hier besteht ein hohes Vergiftungsrisiko. Falls Sie die Samen zur Vermehrung nutzen, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen.

Lupinen Schote reif braun

Man erkennt reife Früchte daran, dass die Schoten eingetrocknet und dunkel sind [Foto: ChWeiss/ Shutterstock.com]

Wann kann man Lupinensamen ernten?

Geerntet wird im Spätsommer, wenn die Samen voll ausgereift sind. Man erkennt reife Früchte daran, dass die Schoten eingetrocknet und dunkel sind.

Wie erntet man Lupinensamen ?

Die Samen lassen sich ganz einfach aus den ausgereiften Schoten herausdrücken. Reife Samen haben eine schöne dunkle Farbe. Die Samen werden mit Wasser gesäubert und danach getrocknet, damit sie lagerfähig werden. In einem Schraubverschlussglas an einem kühlen, dunklen Ort sind die Samen noch nach zwei bis drei Jahren keimfähig.

Virginia

Ich studiere Pflanzenbiotechnologie und sehe mich im Studium häufig mit den schwerwiegenden Folgen konfrontiert, die Unwissenheit und Fehlinformationen für die Natur haben können. Deshalb liegt es mir besonders am Herzen, Mensch und Natur wieder näher zusammenzubringen.
Lieblingsobst: Himbeeren, Erdbeeren und Ananas
Lieblingsgemüse: Zucchini, Brokkoli und Gurken

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