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Mangold: Seine kuriosen Namen und Anbau im Garten

Mangold ist gesund und lecker. Man kann Mangold im eigenen Garten problemlos aussäen, pflanzen und anbauen. Wir zeigen Tipps & Tricks für eine gute Ernte.

Farbenpracht Mangold Zierde Garten

Farbenpracht: farbige Mangoldpflanzen sind eine wahre Zierde für den eigenen Garten. [Foto: David FisherCC BY 2.0]

Auch wenn man beim Mangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris) es nicht sofort am Erscheinungsbild erahnen mag: Mangold ist eine Kulturform der Rübe. Hobbygärtner mit großem Latinum mögen dies bereits am botanischen Namen erkannt haben. Aber nicht nur Hobbygärtner kommen beim Mangold ins Grübeln. Auch Botaniker waren sich in der Vergangenheit nicht immer einig, was zu vielen meist kuriosen Alternativnamen für Mangold geführt hat. Im Englischen kann man von Mangold oder Swiss Chard sprechen, wobei letzterer Begriff sich vom Lateinischen „carduus“ ableiten lässt. Dies bedeutet distelartig. Mit Disteln hat der Mangold jedoch so gar nichts am Hut. Auch weitere Bezeichnungen wie „perpetual spinach“ oder „römischer Kohl“ ergeben nur wenig Sinn. Auch seinen negativ konnotierten Namen „Spargel des armen Mannes“ hat der Mangold bereits längst abgelegt. Als Blatt- und Stielgemüse wird Mangold traditionell in der mediterranen Küche verwendet.

Mangold: Große Artenvielfalt

Mangold kann in die Cicla- und die Flavescens-Gruppe unterschieden werden:

Cicla-Gruppe, Schnitt- oder Blattmangold: Die Sorten dieser Gruppe treiben nach der Ernte erneut aus. Nach dem Winter ist es auch der Blattmangold, der als eines der ersten Gemüse wieder austreibt und somit im neuen Jahr bereits früh für eine willkommene Abwechslung auf dem Teller sorgt. Die Cicla-Gruppe eignet sich auch bestens zur Kultur auf dem Balkon.

Flavescens-Gruppe, Stielmangold: Die Pflanzen dieser Gruppe sind wüchsiger und bilden längere, dickere Stiele aus. Zudem sind die Blätter mit Blattadern stark gerippt.

Mangold-Sorten

Die Vielfalt wird nicht nur durch die oben beschriebenen zwei Mangold-Gruppen erkenntlich, sondern auch durch das breite Farbspektrum, das die verschiedenen Mangoldsorten annehmen können. Dieses reicht von blass-, hell-, dunkelgrün, über gelb und orange bis hin zu roten und purpurnen Farbtönen. Die Blattoberfläche kann glatt oder uneben, gewellt sein.

Beliebte Mangoldsorten sind: Charlie, Bright Yellow, Feurio, Fordhook Giant, Genfer Krautstiel, Lucullus, Rhubarb Chard, Walliser und White Silver. Rainbow Chard und Bright Lights sind beides keine Sorten, sondern eine Mischung verschiedenfarbiger Sorten in einer Samentüte. Bright Lights wurde in Neuseeland gezüchtet und als verschiedenfarbiger Blattmangold vertrieben. Die Sortenmischung ist in Deutschland meistens nicht winterhart.

Mangold: Anbau

Mangold wird meistens als Saatgut bezogen und kann als Stielmangold ab Anfang April und als Blattmangold ab Anfang Mai auf der Fensterbank vorgezogen werden. Die Aussaattiefe beträgt zirka 2 cm. Die Pflanze ist zweijährig. Jedoch sind nicht alle Mangoldsorten in unseren Breiten ausreichend winterhart. Die Blüte erfolgt im zweiten Jahr.

Swiss Chard ist bezüglich seines Standorts recht anspruchslos. Er bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Im Optimalfall ist die Erde nährstoffreich und feuchtigkeitsspeichernd. Allerdings wächst die Pflanze in beinahe jedem Gartenboden der mit etwas Kompost und Mist aufgebessert wurde. Der Pflanzabstand ist stark abhängig von der jeweiligen Gruppe und Sorte und sollte zwischen 15 und 45 cm betragen.

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie hier: Mangold anbauen: Aussaat, Pflege und Erntezeit.

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Mangold: Ernte

Je nach Sorte und geplanter Verwendung kann die Ernte 60 bis 100 Tage nach Aussaat erfolgen. Mangoldstiele und -Blätter eignen sich nicht für eine längere Lagerung, weshalb auch stets nur so viel abgeerntet werden sollte, wie unmittelbar verbraucht werden kann. Man erntet von außen nach innen. Das Innere bleibt immer stehen, damit die Pflanze sich regenerieren kann. Kurz blanchiert kann das Blattgemüse jedoch gut eingefroren werden.

Mangold: Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche

Entgegen anderen Rübenarten werden bei Mangold lediglich die Blätter und Blattstiele verzehrt. Das Wurzelwerk ist sehr zuckerhaltig jedoch nicht essbar. Vor Einführung der Zuckerrübe wurde Zucker teilweise durch Auskochen der Mangoldwurzeln gewonnen.

Mangoldgemüse enthält viele Vitamine (A, E, K) sowie Eisen, Magnesium und Kalium. Ähnlich zu Rhabarber enthält Mangold ebenfalls viel Oxalsäure. Menschen mit einer Nierenerkrankung sollten hierauf achten.

Junge Blätter der Blattmangold-Gruppe können zu Salat verarbeitet werden. Bei Stielmangold werden Blattwerk und Stiele meistens gesondert zubereitet. Die Blätter kann man in der Küche ähnlich wie Spinat verwenden. Die Stiele würfelt man, blanchiert sie und brät sie anschließend an. Bittere Mangoldsorten werden blanchiert und/oder gebraten. Denn durch die Wärmeeinwirkung verschwindet der bittere Geschmack. Generell sind Sorten mit rotem Stiel etwas kräftiger im Geschmack.

Hervorragender Geschmack und dekorativer Zierwert

Mittlerweile werden einige Mangoldsorten auch als Zierpflanze in einheimischen Beeten gehalten. Die leuchtend gelb-, orange- oder rotgefärbten Stiele sind eine wahre Augenweide. Als Zierde wird der Mangold häufig zweijährig gezogen. Probieren Sie es doch einfach kommende Gartensaison aus!

Mangold Blumentopf dekorativ Anbau Terrasse Balkon

Mangold ist nicht nur lecker, sondern auch extrem dekorativ. [Foto: ruby fennCC BY-SA 2.0]

Simon

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Neben Kräutern- und Naschobst auf einem Balkon baue ich in meiner kleinen Parzelle am Ortsrand Gemüse an. Ich genieße die Zeit draußen in meinem Gemüsegarten, in dem ich ausschließlich biologische Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetze. Neben meiner Liebe zur Natur schreibe ich leidenschaftlich gerne und beschäftige mich auch mit Grundlagen der Psychologie und Ethik.

Lieblingsobst: Holunder und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzkohl, Artischocken und Spargel.

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