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Melonen pflanzen: Zuckermelonen, Honigmelonen und Co. selber anbauen

Melonen sind wärmeliebend. Doch mit etwas Pflege können geeignete Sorten auch hierzulande wachsen und gedeihen. Wir haben Experten-Tipps für Sie parat.

Reifende Melone Wassermelone im Garten

Mit etwas Pflege können geeignete Sorten auch hierzulande angebaut werden [Foto: Michele Dorsey WalfredCC BY 2.0]

Melonen (Citrullus lanatus und Cucumis melo) gelten als süße Erfrischung in heißen Sommern und sind in Deutschland sehr beliebt. Doch obwohl der Großteil aus wärmeren Ländern importiert wird, ist der Melonenanbau auch in unseren Breiten möglich. Es gibt eine große Vielzahl an Sorten und Variationen, die Sie problemlos in Ihrem eigenen Garten kultivieren können. Wir zeigen, wie Sie am besten von der Aufzucht bis zur Ernte verfahren.

Melonen pflanzen: Standort, Zeitpunkt und Vorgehen

Grundsätzlich ist zu beachten, dass der Erfolg im Melonenanbau stark von der Auswahl des richtigen Standorts abhängig ist. Der Zeitpunkt des Einpflanzens ins Freiland spielt ebenso eine wichtige Rolle, da Melonenpflanzen sehr kälteempfindlich sind.

Der perfekte Standort für Melonen

In Deutschland gelingt der Melonenanbau im Freiland nur, wenn für ausreichend Wärme gesorgt ist. In rauen Gegenden lohnt sich daher der Anbau im Gewächshaus, im Weinbauklima sollte das Auspflanzen ins Beet dagegen kein Problem darstellen. Achten Sie beim Auspflanzen ins Freiland auf einen sonnigen, warmen und windgeschützten Ort. Auch der Boden sollte sich schnell erwärmen können – eine lockere Bodenstruktur ist in jedem Fall vorteilhaft. Da Melonen im Garten als Starkzehrer gelten, sollte die Erde zusätzlich sehr humos und nährstoffreich sein. Wir empfehlen, vor dem Auspflanzen reichlich Kompost ins Beet einzuarbeiten.

Der richtige Zeitpunkt zum Melonenpflanzen

Alle Melonensorten (egal, ob Wasser- oder Zuckermelonen) werden aufgrund ihrer Kälteempfindlichkeit erst ab Ende Mai bis Juni ausgepflanzt. Falls Sie Melonen im Gewächshaus ziehen, können Sie schon ab April auspflanzen, da die Pflanzen es dort kontinuierlich warm haben. Sie sollten beim Anbau im Gewächshaus beachten, dass Melonenpflanzen in kriechender Form durchaus viel Platz einnehmen können. Die Anbringung von Rankhilfen lohnt sich daher sehr, damit die Pflanzen nach oben wachsen können.

Vorgehen beim Melonenpflanzen

Achten Sie auch beim Auspflanzen ins Freiland auf ausreichenden Raum pro Pflanze. Wenn Sie die Pflanzen zu dicht ins Beet setzen, steigt das Risiko für Pilzerkrankungen und die Melonen haben nicht genug Platz zum Wachsen. Kalkulieren Sie daher mindestens einen Quadratmeter pro Pflanze ein.

Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen zum Standort, Zeitpunkt und Vorgehen beim Melonenanbau zusammengefasst:

  • Warmer, sonniger und windgeschützter Standort
  • Lockerer und humoser Boden
  • In rauen Gegenden am besten im Gewächshaus
  • Auspflanzen ins Freiland ab Ende Mai, ins Gewächshaus ab April
  • Mindestens 1 m2 Platz pro Pflanze

Melonen anbauen: Selber aussäen oder Pflanzen kaufen?

Viele Hobbygärtner greifen beim Melonenanbauen am liebsten auf vorgezogene Jungpflanzen zurück, doch auch die Aussaat im eigenen Haus ist leicht umzusetzen. Wir stellen beide Varianten und ihre Vor- und Nachteile vor.

Melonen selber aussäen

Alle Melonensorten werden zum Aussäen ab Ende März bis April im Haus vorgezogen. Setzen Sie dazu jeweils einen Samen pro Anzuchttopf 1 bis 2 cm tief. Bei einer Temperatur von mindestens 18°C keimen die Samen nach 5 bis 10 Tagen auf der Fensterbank. Optimalerweise liegt die Temperatur bei 22 bis 25°C. Sobald die Sämlinge einige Zentimeter groß sind und Laubblätter ausbilden, werden sie in größere Gefäße pikiert und ab Ende Mai schließlich ausgepflanzt.

Gehen Sie beim Vorziehen von Melonenpflanzen wie folgt vor:

  • Aussaat von März – April in 1 – 2 cm Tiefe
  • Ideale Keimtemperatur 22 – 25°C (min. 18°C)
  • Erste Sämlinge erscheinen nach 5 – 10 Tagen
  • In größere Töpfe pikieren, sobald erste Laubblätter erscheinen

Melonenpflanzen kaufen

Wenn Sie sich ein wenig Arbeit ersparen möchten, kann sich der Kauf bereits vorgezogener Jungpflanzen durchaus lohnen. Diese können Sie von Mai bis Juni im Gartencenter kaufen und anschließend genauso ins Freiland auspflanzen. Ein Vorteil dieser Jungpflanzen ist, dass sie häufig auf Unterlagen von Kürbissen veredelt werden und damit weniger anfällig für Wurzelerkrankungen sind. Insgesamt liegen die Kosten bei vorgezogenen Pflanzen sehr viel höher im Vergleich zur eigenen Aufzucht, da eine Packung Samen nur wenige Euro kostet.

Melonen: Geeignete Arten und Sorten

Melonen weisen eine größere Variation auf, als viele denken. Trotzdem lassen sich die Pflanzen aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) grob in zwei Arten unterscheiden: Wassermelonen (Citrullus lanatus) und Zuckermelonen (Cucumis melo). Zur letzteren zählt auch die allseits beliebte Honigmelone mit ihrer gelben Schale und dem süßen Geschmack. Weitere Sorten sind die Cantaloupe-Melone mit ihrem charakteristisch orangen Fruchtfleisch und die Netzmelone mit ihrer netzartigen, rauen Schale. Wir stellen Ihnen geeignete Melonensorten nachfolgend vor.

Wassermelonensorten

Bush Sugar Baby

  • Neue Züchtung, die aus Sugar Baby hervorgegangen ist
  • Frühreif mit kleineren Früchten: 2 – 4 kg (pro Pflanze 1 – 2 Früchte)
  • Rotes Fruchtfleisch mit dunkler Schale
  • Pflanze bleibt recht kompakt (1 qm pro Pflanze)

Crimson Sweet

  • Weltweit verbreitete und beliebte Sorte
  • Ovale und hellgrüne Früchte. Hohes Fruchtgewicht: 5 – 8 kg
  • Aromatisches, hellrotes Fruchtfleisch
  • Gute Resistenz gegen Blattfäule und andere Pilzkrankheiten
  • 1,5 – 2 qm pro Pflanze

Asahi Miyako

  • Frühreife japanische Züchtung.; sehr hoher Zuckergehalt
  • Früchte mit hellgrüner-dunkelgestreifter Schale mit hellrotem Fruchtfleisch
  • 3,5 – 5 kg schwere Früchte
  • 1,5 qm pro Pflanze

Weitere Wassermelonensorten, die für den Anbau in Deutschland geeignet sind, finden Sie hier.

Zuckermelonensorten

Giallo Canaria 3

  • Gelbe kanarische Honigmelone
  • Ovale und gelbe Früchte
  • Weißes und süßes Fruchtfleisch
  • 1,5 qm pro Pflanze

Bari F1

  • Cantaloupe-Melone
  • Runde Früchte mit orangem Fruchtfleisch und graue Schale
  • Sehr aromatisch
  • 1 – 2 qm pro Pflanze

Hales Best

  • Netzmelone
  • Runde Früchte mit weiß-grauer Netzstruktur als Schale
  • Oranges bis rotes Fruchtfleisch
  • 1 – 2 qm pro Pflanze

Melonen anbauen, Pflege und entspitzen

Egal, um welche Melonenart und -sorte es sich handelt, die richtige Pflege der exotischen Pflanzen ist unabdingbar für eine reiche Ernte. Wir stellen Ihnen vor, wie Sie Melonenpflanzen richtig gießen, düngen und entspitzen.

Melonen richtig gießen

Melonen benötigen eine hohe Menge an Wasser, um optimal wachsen zu können. Lassen Sie den Boden nie komplett austrocknen. Dies gilt insbesondere, während die Blüten und Früchte ausgebildet werden. Verwenden Sie wenn möglich kein kaltes Wasser, sondern nur vorgewärmtes wie zum Beispiel aus der Regentonne. Auf zu kaltes Gießwasser reagieren Melonenpflanzen empfindlich. Achten Sie zusätzlich beim Gießen darauf, die Blätter nicht zu benetzen, da ansonsten das Risiko für Pilzerkrankungen steigt.

Melonen richtig düngen

Besonders wichtig für das Wachstum von Melonenpflanzen ist die ausreichende Nährstoffversorgung. Arbeiten Sie vor dem Auspflanzen der Jungpflanzen zunächst Kompost in den Boden hinein. Dieser versorgt die jungen Pflanzen schon zu Anfang und auch längerfristig mit wichtigen Nährelementen und lockert die Bodenstruktur auf. Vor allem während der Blüten- und Fruchtbildung lohnt sich der zusätzliche Einsatz eines Düngers auf organischer Basis, damit die Pflanzen genügend Kraft für die Entwicklung der großen und süßen Früchte haben.
Für eine ausreichende Stickstoffversorgung bietet sich beispielsweise der Einsatz von Brennnesselsud als Alternative zu mineralischem Stickstoffdünger an.

Wir von Plantura empfehlen folgende Produkte:
  • Floragard Aktiv-Tomaten- und Gemüseerde: Hochwertige Spezial-Erde für ein naturgesundes, sicheres Wachstum von nährstoffbedürftigem Fruchtgemüse.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden.
  • Plantura Bio-Tomatendünger: Ein hoher Kalium-Anteil sorgt für aromatisch duftende und schmackhafte Tomaten. Als organischer Dünger ist er für die langfristige Nährstoffversorgung von Tomaten und vielen anderen Gemüsearten hervorragend geeignet.

Melonen entspitzen

Eine bewährte Pflegemaßnahme zur Steigerung des Ertrags ist das sogenannte Entspitzen. Dazu wird der Haupttrieb einer Melonenpflanze nach dem fünften Blatt abgeschnitten. Dadurch bildet die Pflanze vermehrt Seitentriebe, die ebenfalls an der Spitze gekappt werden können. Mit dieser Methode regen Sie die Pflanze zu einer stärkeren Ausbildung von Früchten an. Wenn Sie ein Stück oberhalb wachsender Früchte zusätzlich die Spitze entfernen, bleibt mehr Energie für das Wachstum der Melone übrig. Achten Sie trotzdem darauf, pro Pflanze nicht mehr als fünf Melonen wachsen zu lassen, damit die vorhandenen Exemplare genügend Energie und Nährstoffe bekommen.

Melonen ernten: Zeitpunkt und richtiges Vorgehen

Sobald der Sommer sich dem Ende neigt, ist es bei Melonen Zeit für die Ernte. Je nach Melonensorte kann ab Ende August bis in den Herbst geerntet werden.  Reife Exemplare sollten Sie nun mit einem scharfen Messer am Fruchtansatz abschneiden. Ernten Sie grundsätzlich nur reife Früchte, da Melonen nur begrenzt nachreifen können. Aber woran lässt sich die optimale Reife eigentlich erkennen?

Wann ist die Melone reif?

Je nach Melonenart ist die Reife an unterschiedlichen Kriterien zu erkennen. Alle Melonensorten haben bei ihrer Reife eine kräftige Farbe und klingen beim Klopfen dumpf bis hohl. Zusätzlich zeichnen sich am Stiel beim Fruchtansatz leichte Risse ab.  Reife Zuckermelonen sind daneben noch an dem süßlichen Duft zu erkennen.

An diesen Kriterien erkennen Sie die reifen Melonen:

  • Kräftiges Grün bei Wassermelonen, intensives Gelb bei Honigmelonen
  • Dumpfer bis hohler Klang beim Klopfen
  • Leichte Risse am Fruchtansatz
  • Süßer Duft bei Zuckermelonen

Melonen richtig lagern und Haltbarkeit verlängern

Grundsätzlich gelten Melonen (egal, ob Wasser- oder Zuckermelone) nicht als besonders lange haltbar. Bei Zimmertemperatur halten sich die süßen Früchte ungeschnitten nur etwa zwei Wochen. Lagern Sie Melonen daher an einem kühlen und dunklen Ort wie dem Keller. Ist die Melone bereits angeschnitten, sollten Sie diese mit Frischhaltefolie umwickeln und in den Kühlschrank legen. Leider verliert sie dadurch auch einiges an Aroma. Das Einfrieren von Melonen dagegen ist nicht zu empfehlen, da das Fruchtfleisch nach dem Auftauen sehr matschig wird.

Leo

Ich bin Student der Geographie und außerdem Hobbybotaniker. Deshalb stecke ich viel Zeit in meinen eigenen Nutzgarten, in dem ich mit viel Erfolg verschiedene Gemüsesorten anbaue. Dabei ist mir ein nachhaltiger und ökologischer Anbau im Einklang mit dem Naturschutz sehr wichtig.
Lieblingsobst: Feigen
Lieblingsgemüse: Aubergine und verschiedene Kohlsorten

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