skip to Main Content

Monilia (Spitzendürre): erkennen, vorbeugen und bekämpfen

Hier erfahren Sie alles zur Monilia: Wie Sie das Schadbild erkennen, den Pilz vorbeugen und es bekämpfen. Infos zu Hausmittel und Spritzmittel.

Monilia Fruchtfäule Spitzendürre an Nektarine

Das typische Schadbild der Monilia Fruchtfäule [Foto: Forest an Kim StarrCC BY 2.0]

So erkennen Sie einen Befall mit Monilia / Spitzendürre

Monilia ist ein sehr unliebsamer Besucher im Obstgarten. Der Krankheitserreger kann nicht nur großen Schaden anrichten, sondern auch eine Vielzahl von Obstgehölzen befallen. Dazu gehören unter anderem die Sauerkirsche, Süßkirsche, Quitte, Pflaume, Apfel, Aprikose, Birne und der Pfirsich. Vor allem die Sauerkirschensorte Schattenmorelle gilt als extrem anfällig für den Schaderreger, wohingegen die Krankheit seltener an Apfel- und Birnenbäumen auftritt. Die gefürchtete Spitzendürre, die durch Monilia-Erreger ausgelöst wird, kann bereits kurz nach der Blüte auftauchen. Zuerst welken Blüten und Blätter an den Zweigspitzen, fallen allerdings nicht zu Boden und bleiben vertrocknet an den Zweigen hängen. Nach kurzer Zeit vertrocknen auch die Triebspitzen der befallenen Zweige und sterben ab. Manchmal sind auch gelblich-graue Sporenlager vom Monilia-Pilz zu erkennen. Bei einem schweren Befall über mehrere Jahre hinweg, kann die ganze Baumkrone verkahlen. Der gleiche Erreger ist übrigens auch für die Monilia-Fruchtfäule verantwortlich. Die Früchte können aber nur befallen werden, wenn die Fruchtschale schon vorher beschädigt wurde – so zum Beispiel durch die Fraßtätigkeit eines Apfelwicklers. Anfangs haben die Früchte nur eine kleine braune Stelle an der beschädigten Fruchtschale, aber bereits nach kürzester Zeit verfaulen die Früchte komplett. Dabei können Fruchtmumien entstehen, die in dem Obstbaum hängen bleiben oder die verdorbenen Früchte fallen auf den Boden.

Der Monilia-Schadpilz

Genau genommen ist für die Spitzendürre nicht nur ein Pilz verantwortlich. Der unliebsame Pilz kann entweder Monilia fructigena, Monilia laxa oder bei Quitten Monillia Inhartiana sein. Für den Hobbygärtner spielt es aber keine Rolle, welcher Pilzvertreter es denn nun wirklich ist. Damit die Spitzendürre ausbrechen kann, muss Monilia den betroffenen Obstbaum über die geöffneten Blüten infizieren. Gerade bei kühler und nasser Witterung in der Blütezeit werden verstärkt Obstgehölze durch den schädlichen Pilz infiziert. Von der Blüte aus wächst Monilia dann in die Zweigspitzen. Dort wird die Wasserversorgung für die Triebspitzen unterbrochen und es entstehen die charakteristischen ausgedorrten Spitzen. Bei der Verbreitung der Pilzsporen helfen Insekten, Wind und auch Regen fleißig mit. Genau die Pilzsporen, die die Spitzendürre ausgelöst haben, sind auch in der Lage, die Monilia-Fruchtfäule auszulösen. Dafür reichen selbst winzigste mechanische Beschädigungen in der Fruchtschale und die Sporen von Monilia können schnell in den Apfel oder die Kirsche hineinwachsen.

Monilia Fruchtfäule Spitzendürre an Nektarine

Kleinste Schäden in der Schale reichen aus, damit sich die Fruchfäule ausbreiten kann [Foto: Forest an Kim StarrCC BY 2.0]

Monilia vorbeugen

Die beste vorbeugende Maßnahme gegen Monilia ist trockene und warme Witterung während der Blütezeit von Aprikose, Kirsche und den anderen Obstsorten. Dann bleibt ein Moniliabefall meist aus oder fällt nur sehr gering aus. Es ist außerdem immer sinnvoll, die Baumkronen von Obstgehölzen so zu gestalten, dass zwischen den Ästen viel Luft zirkulieren kann. Das beugt generell Infektionen durch Pilzerreger vor. Ist Ihr Gehölz schon befallen, dann sollten in jedem Fall alle vertrockneten Spitzen vom Baum entfernt werden. Es reicht dabei nicht nur, die vertrockneten Spitzen abzuschneiden. Der Pilz ist oft schon viel weiter in das Holz vorgedrungen und deswegen sollte 20 cm tief in das gesunde Holz geschnitten werden. Alle anfallenden Abfälle dürfen nicht unter dem Baum liegen gelassen werden. Die Schnittreste gehören, am besten gut zerkleinert, auf den Kompost. Dort werden die Pilzsporen der Monilia nach einiger Zeit unschädlich gemacht. Bei den Schnittarbeiten sollten auch gleich die Fruchtmumien in den Baumkronen entfernt werden. Von dort aus kann sich der Pilz sonst immer wieder ausbreiten. Falls Sie häufiger Probleme mit Monilia haben, lohnt sich eventuell die Anschaffung resistenter Sorten. So lässt sich die anfällige Schattenmorelle zum Beispiel gegen die resistentere Sorte Morellenfeuer oder Gerema austauschen. Auch bei den anderen Obstsorten gibt es meistens resistente Sorten. Informieren Sie sich dafür am besten direkt bei Ihrem Fachhändler vor Ort.

Monilia bekämpfen

Die Spitzendürre kann nur bekämpft werden, wenn Monilia noch nicht über die Blüten in die Zweigspitze eingedrungen ist. Eine Spritzung bei bereits auftretenden dürren Spitzen ist wirkungslos. Aus diesem Grund muss die Behandlung während der Blütezeit erfolgen. Kündigt sich also feuchtes und kühles Wetter an, wird ein Befall besonders wahrscheinlich. Möchten Sie ihre Obstbäume dann effektiv schützen, hilft leider nur Chemie. Bevor diese allerdings eingesetzt wird, sollten alle vorbeugenden Maßnahmen ausgeschöpft werden. Ist aber keine Besserung in Sicht, kann die Blüte mit Duaxo Universal Pilzfrei von Compo 2 bis 3 mal gespritzt werden. Die erste Spritzung erfolgt, wenn die ersten Blüten sich öffnen und die zweite in der vollen Blüte. Die dritte Spritzung ist nicht immer erforderlich und sollte wenn zum Ende der Blüte hindurchgeführt werden. Wer partout auf chemische Mittel verzichten möchte, kann auf das pflanzenstärkende und biologische Mittel Neudo-Vital Obst-Pilzschutz von Neudorff zurückgreifen. Das Präparat wirkt nicht direkt gegen den Moniliaerreger, allerdings stärkt es die allgemeinen Abwehrkräfte der Obstgehölze. Gegen die durch Monilia ausgelöste Fruchtfäule wird in der Regel nicht gespritzt. Das liegt einmal an einer beschränkten Auswahl an Spritzmitteln und wer möchte schon seine Früchte direkt vor der Ernte spritzen. Eine Bekämpfung ist hier für den Hobbygärtner einfach nicht sinnvoll.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

Dominic

Ich studiere Gartenbauwissenschaften und gehöre natürlich den passionierten Hobbygärtnern an. Meine ersten Wassermelonen habe ich bereits im Alter von 7 Jahren geerntet. Momentan finde ich Themen in Bezug auf die Interaktion von Pflanzen mit anderen Lebewesen und der Umwelt besonders interessant.
Mein Lieblingsobst: Ganz klar Avocados
Mein Lieblingsgemüse: Eigentlich alles, außer Rosenkohl

Back To Top