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Apfelbaum-Krankheiten: Häufige & gefährliche Krankheiten

Auch der geliebte Apfelbaum bleibt nicht davon verschont und kann von Krankheiten heimgesucht werden. So können Sie wichtige Apfelbaum-Krankheiten erkennen.

Kranker Apfelbaum
Es gibt eine Vielzahl verschiedener Apfelbaum-Krankheiten [Foto: Bojan Zivkovic/ Shutterstock.com]

Wohl jede Pflanze kann von gefürchteten und lebensbedrohlichen Krankheiten heimgesucht werden. So bleibt auch der geliebte Apfelbaum (Malus domestica) im eigenen Garten nicht verschont. Unter Umständen und bei frühzeitigem Erkennen kann einem Befall durch gekonnte Pflegemaßnahmen aber vorgebeugt oder eine bestehende Erkrankung eingedämmt werden. Wir zeigen, wie Sie einem Befall entgegenwirken, wichtige Schädlinge und Krankheiten rechtzeitig erkennen und was Sie bei Bedarf unternehmen können.

Apfelbaum-Krankheiten: Faktoren für erhöhte Anfälligkeit 

An sich sind Apfelbäume zwar pflegeleicht, doch auch auf sie haben es einige Schaderreger und Krankheiten abgesehen. Viele Faktoren, die die Anfälligkeit der Bäume bestimmen, sind aber beeinflussbar und sollen hier kurz vorgestellt werden. Wenn Sie diese Tipps beachten, können Sie einem übermäßigen Befall meist schon vorbeugen.

Diese Faktoren beeinflussen, wie gesund Ihr Apfelbaum ist:

  • Sortenwahl: Die Sorte sollte an den gewählten Standort angepasst sein. Nicht jede Apfelsorte wird an jedem Standort gut wachsen. Zudem gibt es bestimmte Sorten, die schon von vornherein besser gegen einige Apfelbaum-Krankheiten gefeit sind. Ebenso existieren aber auch besonders anfällige Sorten, die selbst am besten Standort noch ständig krank werden.
  • Standort: Die allermeisten Sorten vertragen keine luftfeuchten, staunassen und kalten Standorte. An diesen Orten sollte besonders auf die Wahl einer angepassten, robusten Sorte geachtet werden. Ein sonniger, eher geschützter Ort mit nährstoffreichem, durchlässigem Gartenboden und ausreichender Wasserverfügbarkeit sagt hingegen den meisten Apfelsorten zu.
  • Düngung: Wird ein Apfelbaum falsch gedüngt, kann das die Anfälligkeit erhöhen. Dazu zählen zum Beispiel induzierter Nährstoffmangel durch Ionen-Konkurrenz, instabilere Zellwände und eine hohe Kronendichte, in der ein feuchtwarmes Klima herrscht. Das sind optimale Lebensbedingungen für viele Schaderreger und Pilzsporen. Wie Sie Ihren Apfelbaum richtig düngen, erklären wir Ihnen in einem gesonderten Artikel.
  • Schnitt: Apfelbäume sollten einmal im Jahr geschnitten werden. Geschieht dies nicht, führt das neben verminderter Fruchtqualität auch zu einer erhöhten Kronendichte. Hier fühlen sich, wie schon beschrieben, viele Erreger wohl und Pilzsporen, Eier und Larven überleben länger. Auch wie man einen Apfelbaum richtig schneidet, haben wir in einem gesonderten Artikel genauer erklärt.
  • Werkzeug: Ein großes Problem, das oft unterschätzt wird, ist infiziertes Werkzeug. Wenn Sie beispielsweise Ihre Bäume schneiden, transportieren Sie mit Astschere und Säge Krankheitserreger von einem Baum zum nächsten und unterstützen so ungewollt die Verbreitung von Krankheiten.
  • Infektionsquellen in der Nähe: Sind zum Beispiel die Bäume im Nachbargarten befallen, ist der Weg zu Ihren Bäumen nicht mehr weit. Auch das ist ein häufiger Grund für den Ausbruch von Krankheiten, den Sie jedoch leider nicht so gut beeinflussen können.
Apfelbaum wird geschnitten
Das Werkzeug sollte steril sein, um keine Krankheiten zu übertragen [Foto: agrofruti/ Shutterstock.com]

Durch folgende einfache Maßnahmen können Sie Ihren Apfelbaum vor erhöhter Krankheitsanfälligkeit schützen:

  • Auswahl resistenter Sorten.
  • Sorte passend zum Standort wählen.
  • Richtige Düngung des Apfelbaums.
  • Krone regelmäßig schneiden und auslichten.
  • Steriles Werkzeug nutzen.
  • Infomieren Sie sich über Apfelbaum-Krankheiten in Ihrer Nachbarschaft und wählen Sie dann Sorten, die für diese nicht anfällig sind.
Apfelbaum mit Apfelmehltau
Apfelmehltau kann durch eine gute Durchlüftung vermieden werden [Foto: agrofruti/ Shutterstock.com]

Apfelbaum-Krankheiten: Die häufigsten Insektenschädlinge

Viele Insekten, wie beispielsweise Bienen, die den Apfelbaum bestäuben, oder auch Marienkäfer, die gerne Blattläuse fressen, helfen dem Apfelbaum. Es gibt aber neben den Blattläusen noch weitere Insekten, die dem Baum schaden können.

Apfel-Gespinstmotte

Die Apfel-Gespinstmotte (Yponomeuta malinellus) ist ein kleiner weißer Schmetterling mit schwarzen Flecken. Unangenehm für den Apfelbaum werden jedoch nicht die fliegenden Motten, sondern die Raupen, die im Frühjahr schlüpfen. Man erkennt einen Befall an den weißen Gespinsten im Apfelbaum, in denen die Raupen sich an den Blättern gütlich tun, sodass sie ganze Bäume kahlfressen können. Zwingend erforderlich ist eine Bekämpfung der Apfel-Gespinstmotte nicht, da Apfelbäume einen Befall meistens überleben. Selbst ein kahlgefressener Baum wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nochmals im gleichen Jahr austreiben – wenngleich keine Früchte mehr zur Erntezeit zu erwarten sind. Trotzdem kann man einiges gegen sie tun, was genauer in unserem Artikel über Apfelgespinstmotten beschrieben wird.

Apfel mit weißen Gespinsten
Im Frühling kann man den Befall durch weiße Gespinste erkennen [Foto: guentermanaus/ Shutterstock.com]

Was tun gegen die Apfel-Gespinstmotte?

  • Gespinste vom Baum entfernen.
  • Biologische Bekämpfung: Erz- und Schlupfwespen sind natürliche Feinde von Apfelgespinstmotten. Die kleinen Nützlinge können im Handel erworben und gezielt verwendet werden.
  • Chemische Bekämpfung: Eine solche ist im Fachhandel erhältlich; unbedingt über Anwendung informieren.
  • Vorbeugung: Weibliche Apfel-Gespinstmotten können nicht fliegen, ein Leimring hält sie davon ab, den Stamm hochzukriechen.

Apfelwickler

Beim Apfelwickler (Cydia pomonella) handelt es sich um braun-graue Falter, deren Raupen nur zwei Millimeter lang und weiß oder gelblich mit dunklem Kopf sind. Der Befall ist an den winzigen Bohrlöchern in Äpfeln und den typischen Fraßgängen der Larven zum Kerngehäuse zu erkennen. Befallene Äpfel sind nicht mehr lagerfähig und fallen häufig frühzeitig ab. Aber man ist nicht machtlos gegen den Apfelwickler. Zum Beispiel sind Nematoden der Art Steinernema feltiae natürliche Feinde von Apfelwicklern und parasitieren deren Larven.

Was können Sie gegen den Apfelwickler tun?

  • Befallene Äpfel so früh wie möglich entfernen.
  • Pheromonfallen können zur Überwachung des Falterflugs und damit zur Bestimmung des optimalen Bekämpfungszeitpunkts verwendet werden. Viele Bekämpfungsmittel wirken nur auf junge Larven, welche ungefähr 7 – 15 Tage nach der Paarung schlüpfen.
  • Vorbeugung: Obstbaumstämme bereits im Winter und Frühling auf verpuppte Apfelwickler-Larven untersuchen und gegebenenfalls Larven aufsammeln.
  • Bekämpfung mit Nematoden: Nematoden, zum Beispiel unsere Plantura SF-Nematoden gegen Trauermücken, Apfelwickler & Ameisen, parasitieren die Larven und verhindern so die Vermehrung der Apfelwickler. Mit Nematoden entscheiden Sie sich für eine einfache sowie für Mensch und Umwelt unschädliche Art der Bekämpfung. Der beste Anwendungszeitraum ist von September bis März, wenn die meisten Larven in der Rinde am Stamm überwintern.
Plantura SF-Nematoden
Plantura SF-Nematoden
Nematoden der Art Steinernema feltiae
zur biologischen und wirksamen Bekämpfung von Trauermücken, Apfelwicklern & Ameisen

  • Spritzen der Bäume mit Granuloseviren. Da diese nur auf gerade geschlüpfte Larven wirken, sollte die erste Spritzung 10 – 14 Tage nach dem ersten Falterflug erfolgen und dann mindestens dreimal im Abstand von 6 bis 8 Tagen wiederholt werden.

Der Apfelwickler ist einer der häufigsten Schädlinge an Apfelbäumen. Deshalb gehen wir in unserem Artikel „Apfelwickler bekämpfen“ genauer auf das Aufstellen von Fallen und die Anwendung von Spritzmitteln ein.

Apfelwickler sitzt auf Apfelbaumblatt
Der Apfelwickler ist auch als Obstmade bekannt [Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Blattläuse

Blattlaus ist nicht gleich Blattlaus. Beim Apfelbaum verursacht wahrscheinlich die mehlige Apfelblattlaus (Dysaphis plantaginea) den größten Schaden, aber auch die Apfelgraslaus (Rhapolosiphum insertum) oder verschiedene Apfelfaltenläuse (Dysaphis spp.) haben es auf Apfelbäume abgesehen. Einen Befall mit Blattläusen erkennt man natürlich an den kleinen Tierchen selbst, an Kräuselungen sowie Fehlbildungen der Blätter und am sogenannten Honigtau, der zuckerhaltigen Ausscheidung der Tiere, manchmal zusammen mit schwarzen Rußtaupilzen, die sich auf dem klebrigen Honigtau ansiedeln. Aufgrund der empfindlicheren Zellwände sind Blattläuse vornehmlich an jüngeren Trieben anzutreffen. Eine zu stickstoffreiche Düngung, die zu verstärktem Austrieb von Trieben mit schwammigem Gewebe führt, zieht deshalb ein höheres Risiko des Blattlausbefalls nach sich. Doch Sie müssen nicht, sobald Sie die erste Blattlaus gesichtet haben, Maßnahmen ergreifen. Einen leichten Befall vertragen Apfelbäume in der Regel und meistens stellt sich von allein ein natürliches Gleichgewicht zwischen Nützlingen wie dem Marienkäfer und der Blattlauspopulation ein. Allerdings sind Blattläuse auch Krankheitsüberträger.

Was hilft gegen Blattläuse am Apfelbaum?

  • Nützlinge fördern: Natürliche Feinde sind beispielsweise Marienkäfer oder Ohrenkneifer.
  • Auf Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel im Haus- und Kleingarten nach Möglichkeit verzichten.
  • Vorbeugung: Befallene Zweige im Rahmen des Sommerschnitts entfernen; Mischkulturen anlegen.

Tipp: Platzieren Sie umgedrehte Tontöpfe mit Holzwolle im Apfelbaum − so werden Ohrenkneifer angelockt. Auch Neem-Präparate sind gegen Blattläuse wirksam. Das Mittel darf bei Apfelbäumen allerdings nur von Personen mit Sachkundenachweis, wie ausgebildeten Gärtnern, angewendet werden.

Apfelbaum wird mit Neem-Präparat besprüht
Neem-Präparate dürfen von ausgebildeten Gärtnern auch am Apfel angewendet werden [Foto: Syndy1/ Shutterstock.com]

Apfelbaum-Krankheiten: Die häufigsten Pilze und Bakterien

Neben den Insekten, die dem Apfelbaum zu schaffen machen können, gibt es auch einige Pilze und Bakterien, die ihm schaden. Um einer Verbreitung der Erreger vorzubeugen, ist hier besondere Vorsicht gefragt.

Apfelschorf

Apfelschorf (Venturia inaequalis) erkennen Sie bei empfindlichen Sorten schon im Frühjahr. Er wird durch olivgrüne bis braune Flecken auf den Blättern sichtbar. Diese trocknen von der Mitte her ein und werden braun. Die Blätter werden wellig oder beulig, weil das kranke Blattgewebe das Wachstum einstellt. Das infizierte Laub fällt frühzeitig zu Boden. Besonders stark befallene Apfelbäume sind daher bereits im August fast kahl. Auch die Früchte weisen braune, oft eingerissene Wundstellen auf. Sie sind trotzdem genießbar, allerdings weniger gut zu lagern. Fäulnispilze können durch die rissige Schale schneller eindringen. Begünstigt wird Apfelschorf durch ein mildes und niederschlagreiches Frühjahr.

Apfelschorf an hängenden Äpfeln
Äpfel weisen braune, oft eingerissene Wundstellen auf [Foto: Vilor/ Shutterstock.com]

Wie kann man Apfelschorf bekämpfen?

  • Infizierte Blätter umgehend entfernen.
  • Spritz-Behandlung mit zugelassenem Fungizid (Beratung im Fachhandel).
  • Vorbeugung: Entfernen des Laubs im Herbst, Auslichtungsschnitte und luftiger Standort; kieselsäurehaltige Schachtelhalmbrühe als vorbeugendes Stärkungsmittel.
  • Verwendung schorfresistenter Sorten.

Echter Mehltau

Der Mehltau ist eine der bekanntesten Krankheiten bei Apfelbäumen. Der Pilz breitet sich mit hoher Geschwindigkeit aus und kann mitunter zu einem Totalausfall der Apfelernte führen. Symptome von Mehltaubefall können mehliger Belag an den Zweigen, weiße und mehlige Flecken auf den Blättern oder auch eine netzartige Berostung der Schale von Früchten sein.

Was kann man gegen Mehltau unternehmen?

  • Gezielter Schnitt, um Krone luftig zu halten.
  • Infizierte Stellen großzügig ausschneiden und befallenes Pflanzenmaterial am besten verbrennen.
  • Bei starkem Befall Anwendung zugelassener Pflanzenschutzmittel nach fachlicher Beratung.
Echter Mehltau
Mehltau kann man durch weiße und mehlige Flecken auf den Blättern erkennen [Foto: Tunatura/ Shutterstock.com]

Feuerbrand

Feuerbrand wird durch das Bakterium Erwinia amylovora hervorgerufen. Betroffen sind die Blüten und jungen Triebe, die sich dunkelbraun bis schwarz verfärben, verkrümmen und somit wie „verbrannt“ aussehen. An den betroffenen Pflanzenteilen des Apfelbaums kann klebriger Bakterienschleim auftreten. Feuerbrand ist leicht über Insekten übertragbar, kann aber auch durch den Menschen auf andere Pflanzen verschleppt werden. Da der Verlauf der Krankheit so tragisch, die Übertragung so einfach und die Ausbreitung dementsprechend rasant ist, ist der Befall mit Feuerbrand meldepflichtig. Entdecken Sie eine Pflanze, die Symptome des Feuerbrandes aufweist, zögern Sie nicht, das in Ihrer Region zuständige Pflanzenschutzamt zu informieren.

Apfelbaum mit Feuerbrand-Bakterium
Das Feuerbrand-Bakterium kann Apfelbäume binnen kurzer Zeit stark schädigen [Foto: Olya Maximenko/ Shutterstock.com]

Was kann gegen Feuerbrand unternommen werden?

  • Befallene Pflanzen sind nicht behandelbar: Absterben innerhalb von 24 h möglich
  • Befall melden: Es besteht eine Meldepflicht für diese Krankheit
  • Bäume werden gerodet, befallene Pflanzen und gerodetes Holz vollständig verbrannt
  • So können Sie sich schützen: Auswahl feuerbrandresistenter Sorten

Besonders die Wahl der Apfelsorte hat Einfluss darauf, wie anfällig ein Apfelbaum für Krankheiten ist. Die besten Apfelsorten für den Hausgarten stellen wir Ihnen in einem gesonderten Artikel vor.

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