Apfelbaum pflanzen: Anleitung in 10 Schritten

Beim Apfelbaumpflanzen kann vieles schief gehen und über Leben und Tod entscheiden. Plantura zeigt, worauf beim Pflanzen eines Apfelbaumes zu achten ist.

Apfelbaum voll mit Äpfeln auf Feld

Beim Apfelbaum pflanzen kann viel schiefgehen [Foto: Alexander Mazurkevich/ Shutterstock.com]

Soll ein Apfelbaum (Malus domestica) Ihren Garten sein neues Zuhause nennen, so will die Pflanzung des Baumes gut geplant sein. Der Standort und der zur Verfügung stehende Freiraum sind entscheidend: Ist genügend Platz für einen Hochstamm vorhanden oder möchten Sie den Apfelbaum als Weggefährten auf dem Balkon wissen? In letzterem Fall ist ein Apfelbaum in Säulenform das Mittel zum Zweck. Doch auch nachdem der Apfelbaum seinen neuen Platz bezogen hat, kann noch einiges schief gehen. Wir geben einen Überblick, damit die Pflanzung Ihres Apfelbaumes mit Sicherheit gelingt.

Apfelbaum pflanzen: Apfelbäume aus dem Topf oder als Ballenware?

Man unterscheidet bei Apfelbäumen zwischen Apfelbäumen aus dem Topf, der sogenannten Containerware, und der Ballenware. Die Ballenware wird mit einem Erdballen ausgestochen und genauso wieder eingepflanzt. Dies funktioniert jedoch nur zur laubfreien Zeit ohne Risiko, sodass Ballenwahre nur im Herbst und zeitigen Frühjahr zu haben ist. Containerware hingegen ist ganzjährig verfügbar und kann dementsprechend auch das ganze Jahr über gepflanzt werden. Allerdings hat dieser Komfort auch seinen Preis: Containerpflanzen sind meist deutlich teurer als vergleichbare Ballenware.

Apfelbaum pflanzen: Wann ist Pflanzzeit?

Während Containerware ganzjährig den Weg in die Erde finden darf, kann man Apfelbäume als Ballenware an frostfreien Tagen nur von Oktober bis April pflanzen. Die ideale Pflanzzeit ist aber im Herbst. Durch die meist feuchtere Witterung im Vergleich zum Frühjahr können Sie sich viel Gießen sparen. Bis zum Frühjahr wurzeln die Bäume an und haben im ersten Jahr schon mehr Zuwachs. Wird der Baum erst im Frühjahr gepflanzt, muss vergleichsweise verstärkt darauf Acht gegeben werden, dass der Baum bis zum Anwachsen stets ausreichend mit Wasser versorgt ist. Das kann einige Gießkannen und Laufmeter mehr bedeuten, als es bei einer Herbstpflanzung der Fall wäre.

Apfelbäume vor dem Einpflanzen

Apfelbäume werden meistens im Frühling veredelt; der ideale Pflanzzeitpunkt ist Herbst. [Foto: Anna Shkolnaya/ Shutterstock.com]

Apfelbaum pflanzen: Das Vorgehen in 10 Schritten

Das richtige Vorgehen beim Pflanzen des Apfelbaumes kann entscheidend für ein erfolgreiches Anwachsen sein. Gehen Sie bim Pflanzen – unabhängig ob Container- oder Ballenware – wie folgt vor:

1. Apfelbaum vor dem Pflanzen wässern
Versorgen Sie den Apfelbaum vor dem Pflanzen gut mit Wasser. Falls es die Ballengröße zulässt, stellen Sie den Baum für einige Stunden in einen wassergefüllten Bottich. Haben Sie kein ausreichend großes Gefäß zur Hand, können Sie den Ballen auch einfach mit Wasser aus der Gießkanne befeuchten und gut durchnässen.

Apfelbaum bewässern mit Gießkann im Garten

Der Apfelbaum muss vor dem Einpflanzen gewässert werden [Foto: Osetrik/ Shutterstock.com]

2. Bei Frühjahrpflanzung Pflanzschnitt durchführen
Solange der Baum noch nicht im Pflanzloch gelandet ist, fällt es leichter, den Baum zu schneiden. Das kann gegebenenfalls zumindest bei Pflanzungen im Frühjahr erforderlich sein. Wie Sie den sogenannten Pflanzschnitt beim Apfelbaum durchführen, erfahren Sie hier im Detail.

3. Pflanzloch ausheben
Die Tiefe des Loches für den Apfelbaum sollte ungefähr 20 cm mehr betragen als die Höhe des Ballens. Heben Sie das Loch außerdem in doppelter Breite des Ballens aus.

4. Pfähle setzen
In der Regel ist es bei jeder Pflanzung zu empfehlen, den Baum mit einem oder mehreren Pfählen zusätzliche Stabilität zu verschaffen und somit zu einem langfristigen geraden Wuchs zu verhelfen. 60 bis 70 cm sollten die Pfähle in den Boden getrieben werden – sofern es die Bodenbeschaffenheiten zulassen – und oberhalb der Erde bis auf Höhe der Krone reichen.

5. Pflanzloch vorbereiten
Lockern Sie den Grund des Pflanzlochs auf. Damit erleichtern Sie es den sich entwickelnden Wurzeln in den Boden einzudringen und den Baum mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen. Eine Schicht Kompost auf dem Grund des Pflanzloches wird ebenfalls positive Auswirkungen auf das Wachstum des frisch gepflanzten Apfelbaumes haben.

ausgegrabenes Erdloch für Apfelbaum

Vor dem Pflanzen wird ein großes Pflanzloch ausgehoben und mit etwas Komposterde aufgefüllt [Foto: pryzmat/ Shutterstock.com]

6. Apfelbaum pflanzen
Das A und O bei diesem Schritt: Krone nach oben, Wurzel nach unten. Spaß bei Seite – richten Sie den Apfelbaum so aus, dass der Stamm möglichst gerade steht. Die Veredlungsstelle sollte sich mindestens 10 cm oberhalb der Erdoberfläche befinden, um die Infektion der Veredlungsstelle zu erschweren. Außerdem ist darauf zu achten, dass der Baum nicht zu hoch sitzt und so mit der Zeit das Wurzelwerk frei gespült wird. Ballenware wird in der Regel mit einem Ballentuch, welches mit Draht befestigt ist, geliefert. Beides sollte keinesfalls entfernt werden, um die Stabilität des Ballens nicht zu mindern. Draht und Ballentuch werden im Erdreich rückstandslos verrotten

7. Pflanzloch befüllen
Verwenden Sie hierfür einfach den Aushub des Pflanzloches wieder. Die Menge an Aushub wird in jedem Fall ausreichend sein. Wollen Sie Ihrem neuen Schützling etwas Gutes tun, können Sie den Erdaushub mit etwas Kompost vermengen.

8. Baum anbinden
Binden sie den Baum an den gesetzten Stützpfählen fest. Am besten eignet sich hierfür aufgrund der Dehnbarkeit ein Kokosseil. Anschauliche Videos im Internet beschreiben sehr gut und kleinschrittig verschiedene Techniken, die zum Anbinden eines Baumes geeignet sind.

9. Gießrand anlegen und Erde andrücken
Nach dem Pflanzen können Sie die Erde andrücken – jedoch nicht zu fest. Mit der Zeit wird sich die Erde sowieso durch Regen und Gießwasser setzen. Wichtiger ist es, einen Gießrand anzulegen. Überschüssiger Aushub wird in ausreichendem Abstand vom Baum kreisrund angehäuft und mit Schaufel oder Schuhsohle befestigt.

10. Angießen

Mädchen gießt frisch eingepflanzten Baum

Der frisch gepflanzte Baum muss angegossen werden [Foto: Inc/ Shutterstock.com]

Selbst wenn Sie im regenreichen Herbst pflanzen, ist ein Angießen des frisch gepflanzten Apfelbaumes erforderlich. Der aufgelockerte Boden setzt sich erst dann richtig und so wird sichergestellt, dass die sich entwickelnden Wurzeln das Wasser im Boden erreichen können.

Apfelbaum pflanzen: Die Pflege nach dem Pflanzen

Damit der Apfelbaum gut anwachsen kann, muss er auch noch lange nach dem Pflanzen gewässert werden. Selbst im auf die Pflanzung folgenden Jahr sollte der Griff zur Gießkanne noch regelmäßig getätigt werden, um ein sicheres Anwachsen und zukünftige Ernteerfolge zu sichern. Außerdem kann es sinnvoll sein, den Apfelbaum ab und an mit Nährstoffen zu verwöhnen – alles zur Düngung Ihres Apfelbaumes erfahren Sie hier. Ebenso sichern regelmäßige Schnittmaßnahmen einen gesunden, wohlentwickelten und ertragreichen Apfelbaum, weshalb Sie hier unbedingt mehr über das Schneiden von Apfelbäumen erfahren sollten.

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David

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.
Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

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