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Bucheckern: Experten-Wissen zur Frucht der Buche

Im Herbst liegen Bucheckern zu Tausenden am Fuße der Buchen. Botanisch handelt es sich dabei um Nüsse – so können sie auch für den Menschen gesund sein.

Bucheckern geöffnet Herbst Waldboden

Im Herbst liegen Bucheckern zu Tausenden am Fuße der Buchen [Foto: Robsonphoto/ Shutterstock.com]

Bei den meisten Menschen ist sie bereits in Vergessenheit geraten, viele kennen sie nur noch aus Erzählungen – die Bucheckern. Bei den kleinen Nüssen aus dem Wald handelt es sich um die Früchte der Rotbuche (Fagus sylvatica), welche in Deutschland heimisch ist. Im Herbst liegen sie massenweise am Waldboden und warten nur darauf, abgesammelt zu werden. Aber kann man Bucheneckern wirklich essen? Diese Frage klären wir im Folgenden und stellen alles Wichtige rund um die Waldfrucht vor.

Bucheckern: Eigenschaften und Inhaltsstoffe

Bedeckte die Rotbuche in früheren Zeiten noch ganze Landstriche, ist die Fläche heutzutage stark verkleinert. Das typische mitteleuropäische Gewächs ist jedoch mit 15 % Anteil in den Wäldern noch immer der häufigste Baum hierzulande und die Menge an Bucheckern ist dementsprechend groß. Die etwa 1,5 cm großen Früchte fallen in der Regel im September von den Bäumen, jedoch ist die Menge von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Besonders nach heißen Sommern produzieren Rotbuchen verstärkt die kleinen, braunen Nüsschen.

Bucheckern zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an Öl aus, weshalb sie auch nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Verwendung als Nahrungsmittel fanden. Neben dem Fettgehalt von knapp 40% enthalten die Nüsse viele Mineralstoffe wie Eisen und Zink.

Sind Bucheckern giftig?

In Bezug zu Bucheckern ist häufig zu lesen, dass die Früchte giftig seien. Tatsächlich enthalten Bucheckern mehrere Giftstoffe, darunter das sogenannte Fagin (Trimethylamin), welches nach der Buche (Fagus) benannt ist. Des Weiteren enthalten die rohen Früchte Oxalsäure, die ebenso wie das Fagin zu Magenbeschwerden und Vergiftungserscheinungen führen kann. Dies kann insbesondere durch den Verzehr größerer Mengen der ungegarten Bucheckern passieren. Es ist daher wichtig, die Nüsschen immer vor dem Verzehr zu erhitzen.

Kann man Bucheckern essen?

Trotz der Giftigkeit von Bucheckern wurde diese in früheren Zeiten nicht umsonst gegessen. Werden die eckigen Nüsse der Buche ordentlich gegart, können sie bedenkenlos verzehrt werden und eignen sich zum Verfeinern von allerlei Speisen.

Bucheckern Nüsse Samen Holzlöffel

Werden die eckigen Nüsse der Buche ordentlich gegart, können sie bedenkenlos verzehrt werden [Foto: Fablok/ Shutterstock.com]

Bucheckern kaufen: Eine teure Delikatesse

Wer die kantigen Nüsse nicht selbst sammeln will oder wenn gerade nicht die passende Saison ist, kann Bucheckern auch beispielsweise im Internet kaufen. In der Regel muss der Käufer allerdings tief in die Tasche greifen, da Bucheckern nicht gerade günstig sind. Da Rotbuchen nicht speziell für das Sammeln der braunen Früchte angebaut werden, ist es daher nicht verwunderlich, dass die Preise derart hoch liegen.

Bucheckern vor dem Essen rösten

Die wohl beste Methode zum Garen der energiehaltigen Bucheckern ist das Rösten in einer Pfanne ohne Öl. Zum einen werden die Giftstoffe Oxalsäure und Fagin durch das Erhitzen abgebaut, zum anderen kann sich das nussige Aroma durch den Röstvorgang am besten entfalten. Am besten, Sie probieren es einfach mal selbst aus.

Leo

Ich bin Student der Geographie und außerdem Hobbybotaniker. Deshalb stecke ich viel Zeit in meinen eigenen Nutzgarten, in dem ich mit viel Erfolg verschiedene Gemüsesorten anbaue. Dabei ist mir ein nachhaltiger und ökologischer Anbau im Einklang mit dem Naturschutz sehr wichtig.
Lieblingsobst: Feigen
Lieblingsgemüse: Aubergine und verschiedene Kohlsorten

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