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Cranberry pflanzen: Alles von der Pflanzung bis zur Ernte

Cranberrys liegen nicht nur wegen ihrer gesunden Früchte im Trend. Sie sind auch als Bodendecker ein Hingucker. Wir zeigen, wie man sie am besten pflanzt.

Cranberry Zweig nah sonne

Cranberrys liegen im Trend und das zurecht [Foto: Ruslan Kudrin/ Shutterstock.com]

Während sie in den USA und Kanada schon länger kommerziell angebaut wird, hat die Cranberry (Vaccinium macrocarpon) in Europa erst vor Kurzem größere Bekanntheit erlangt. Kein Wunder – schließlich ist sie geschmacklich der heimischen Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) sehr ähnlich. Auch die Anbaubedingungen ähneln sich, schließlich gehört die Cranberry zur gleichen Pflanzengattung wie die Kultur-Heidelbeere (Vaccinium corymbosum) und die Preiselbeere. Wir verraten Ihnen, wie Sie die im Wald herrschenden Bedingungen auch in ihrem Garten nachahmen und selbst Cranberrys pflanzen können.

Cranberrys: Herkunft und Beschreibung

Die aus dem Nordosten Nordamerikas stammenden Cranberrys verdanken ihren Namen der an einen Kranich (engl. crane) erinnernden Blütenform. Cranberrys bilden Ranken und werden nur etwa 25 cm hoch. Aus diesem Grund werden sie gerne als Bodendecker verwendet. Als solcher machen sie mit ihren schönen Blüten und den roten, sehr gesunden Beeren viel her. Cranberrys bilden flach unter der Erde ein dichtes Wurzelwerk. Die Blätter der Cranberry-Pflanze sind immergrün, fühlen sich etwas ledrig und wachsig an und bilden sich nur alle paar Jahre neu. Im Herbst entwickeln sich an den Seitentrieben Blatt- und Blütenknospen für das nächste Jahr.

Cranberry blüte rosa

Die Blüte der Cranberry erinnert an einen Kranich [Foto: Maslov Dmitry/ Shutterstock.com]

Cranberrysorten: Eine Übersicht

Im Gartenfachhandel und in Online-Baumschulen stehen Ihnen zahlreiche Cranberrysorten zur Auswahl. Wir haben mit folgenden drei Sorten gute Erfahrungen gemacht und empfehlen diese daher gerne weiter:

Early Black‘: Frühreifende Sorte mit dunkelroten bis leicht schwärzlichen Beeren; sehr aromatische, mittelgroße Früchte; sehr frosthart

Stevens‘: Rasch wachsende und sehr reich tragende Sorte; empfehlenswert für trockenere Böden und raueres Klima

Bergman‘: Ertragreiche Sorte mit mittelgroßen, dunkelroten Früchten; wächst flach und bildet viel Laub – daher als Bodendecker optimal

Cranberrys pflanzen: Standortbedingungen

Wie ihre Zugehörigkeit zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) es schon vermuten lässt, haben Cranberrys eine Standortvorliebe für natürliche Heidelandschaften. Sand- und Moorböden gehören zu den ursprünglichen Habitaten der Cranberrys, wobei sie Staunässe oder Trockenheit über längere Zeiträume nicht verträgt.

Cranberry als Bodendecker pflanze

Cranberrys sind an sauren Waldboden angepasst. Diesen müssen wir in unserem Garten nachstellen [Foto: Sergei Drozd/ Shuttersock.com]

Cranberrys mögen sonnige bis leicht schattige Standorte mit einem Boden-pH-Wert von 5. Einen derart niedrigen pH-Wert weisen normalerweise nur Waldböden auf. Aber es gibt einige Tricks, mit denen Sie den Gartenboden etwas versauern können, mit denen Sie also den pH-Wert von normalerweise 6 bis 7 auf 5 senken. Bei sehr kalkreichem Boden mit einem pH-Wert von 8 oder höher wirken diese Tricks allerdings nicht langfristig. Der Boden gleicht die Versauerung nach einiger Zeit wieder aus und ist unter diesen Bedingungen dann nicht mehr für Cranberrys geeignet. Bei Gartenböden mit einem pH-Wert von 7,5 oder höher ist es deshalb eventuell zielführender, Cranberrys in Pflanztröge oder -töpfe mit saurer Rhododendron-Erde zu pflanzen.

Wie finden Sie den pH-Wert Ihres Bodens heraus?

  • Im Gartenfachhandel können Sie sogenannte pH-Meter inklusive einer bestimmten Substanz erwerben. Diese Substanz wird mit ein wenig Boden gemischt und führt zu einer chemischen Reaktion. Anhand einer Farbtafel können Sie dann den pH-Wert des getesteten Bodens ablesen.
  • In Apotheken können Sie alternativ kleine Mengen zehnprozentiger Salzsäure erwerben. Wird diese mit einer Pipette auf ein Stück Boden getröpfelt, kommt es ebenfalls zu einer chemischen Reaktion. Je höher der Kalkgehalt des Bodens, also auch der pH-Wert, ist, desto stärker sprudelt es. Bilden sich viele Sprudelblasen, ist der Boden nicht für Cranberrys geeignet. Bilden sich gar keine, ist er hingegen sehr gut geeignet. Leichtes Aufschäumen verrät, dass das Pflanzen von Cranberrys mit entsprechender Bodenvorbereitung möglich ist.

Um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten und Anwendungsfehler auszuschließen, empfehlen wir Ihnen, beide Tests an zwei bis drei Stellen der für die Cranberrys geplanten Fläche durchzuführen.

Cranberrypflanze gefroren Winter

Cranberrys sind realtiv winterhart [Foto: Pavel Victorovich Popov/ Shutterstock.com]

Die relativ winterharten Cranberrys sind üblicherweise nicht frostgefährdet. Lediglich bei Frühfrösten im Herbst oder Spätfrösten während des Austriebs sind die Pflanzen empfindlich und freuen sich daher über einen warmen Schutz aus Vlies, Reißig oder ähnlichen Materialien.

Cranberrys pflanzen: Anleitung

Cranberrys werden im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst von September bis Mitte Oktober gepflanzt. Vor der Pflanzung steht allerdings zunächst die Bodenvorbereitung an. Der Boden der gesamten Fläche, die bepflanzt werden soll, wird etwa 15 bis 20 cm tief ausgehoben. Dieser Boden kann dann für andere Beete wie beispielsweise Hochbeete verwendet werden. Er muss aus dem Grund ersetzt werden, da er nicht sauer genug ist. Diese 15 bis 20 cm tiefe Bodenschicht wird nun mit einer Mischung aus Sand, verrottetem Rindenmulch beziehungsweise Rindenhumus, verrottetem Kompost, Nadelstreu und saurer Rhododendron-Erde aufgefüllt. Sand wird zu einem Anteil von etwa 10 Prozent beigemischt. Nun geht es ans Pflanzen. Für eine rasche Bodenbedeckung, die Unkräuter unterdrückt, hat sich ein Pflanzabstand von 20 bis 30 cm bewährt. Cranberrys bilden viele Ausläufer und verbreiten sich gut. Auch deshalb sind sie gut als Bodendecker geeignet.

Cranberry Pflanze im Topf

Wenn die Bodenbedingungen nicht passen, können die kleinen Cranberry-Pflanzen auch einfach in einen Topf gepflanzt werden [Foto: Anna Moskvina/ Shutterstock.com]

Nach dem Pflanzen sollten Sie die jungen Cranberry-Pflanzen reichlich gießen. Den Boden decken Sie anschließend mit Rindenmulch ab. Durch die Zersetzung des Rindenmulchs wird der Boden ebenfalls versauert. Allerdings sollten Sie Rindenmulch nicht zu exzessiv einsetzen, da die Bakterien, welche den Rindenmulch zersetzen, Stickstoff fixieren. Das kann bei der Cranberry im ungünstigen Fall zu einer nicht mehr optimalen Stickstoff-Versorgung führen.

Cranberrys ernten und lagern

Die Ernte der kirschroten, etwa 1 bis 2,5 cm große Beeren erstreckt sich von Anfang September bis Ende Oktober. Wenn Sie die Cranberrys nicht ernten, zieren diese die Pflanze bis in den Frühling. Doch das wäre eigentlich viel zu schade, schließlich enthalten Cranberrys relativ viel Jod und viele Vitamine. Frisch sind die Beeren, die sich gut bis zu zwei Monate im Kühlschrank lagern lassen, allerdings nicht in großen Mengen zum Verzehr geeignet. Dank ihrer natürlichen Konservierungsstoffe (beispielsweise Benzoesäure) lassen Cranberrys sich jedoch sehr gut auch ohne Zucker zu Säften, Kompott, Marmelade oder Ähnlichem verarbeiten.

Cranberrys gepflückt in Händen

Cranberrys lassen sich auch ohne Zucker gut verarbeiten [Foto: Scharfsinn/ Shutterstock.com]

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:
  • pH-Bodentestset: Bodentest-Set zur einfachen und genauen Ermittlung des Kalkbedarfs. Set reicht für 8 Anwendungen.
  • Floragard Bio Rhodohum: Bio Spezialerde ohne Torf zum Pflanzen von kalkempfindliche Moorbeetpflanzen. Die Bio-Dünger Flora-Bio-Mix und Flora-Phyto-Mix sorgen für ein gesundes Pflanzenwachstum und der niedrige pH-Wert optimiert die Nährstoffversorgung für ein gesundes Wachstum.
  • Plantura Bio Universaldünger: 100% bio-zertifiziert und tierfreie Inhaltsstoffe. Für robuste Pflanzen und schmackhaftes Obst, Gemüse & Kräuter. Begünstigt ein gesundes sowie aktives Bodenleben und ist schonend für Haus- und Gartentiere.

 

Theresa

Ich studiere Nutzpflanzenwissenschaften und habe schon immer gern gegärtnert, auch wenn mir die ersten Versuche als kleines Kind eher missglückten. Mit der Expertise aus meinem Studium gelingt mir jetzt fast alles – besonders spannend finde ich Themen wie Mischkultur, Hochbeete und Kompostierung.
Lieblingsobst: Kirschen, Zwetschgen und Birnen
Lieblingsgemüse: Brokkoli, Mangold und Erbsen

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