Erdbeeren pflanzen: Erdbeeren aus dem eigenen Garten

Die süßen Erdbeeren schmecken aus dem eigenen Garten einfach am besten. Wir zeigen, wie Sie Erdbeeren selbst anbauen können.

Erdbeeren pflanzen im Beet mit Hand

Erdbeeren sind pflegeleicht und lassen sich leicht im Beet oder Kübel anpflanzen [Foto: iStock.com/Shinyfamily]

Erdbeeren im eigenen Garten oder auf dem Balkon anzubauen, ist eigentlich nicht schwer. Mit der richtigen Erde am passenden Standort, gut gepflegt, gedüngt und bewässert steht der leckeren Ernte zwischen Juni und August nichts mehr im Weg.

Erdbeeren pflanzen: Im Beet oder im Topf?

Erdbeeren im Beet einpflanzen

Entscheidend für eine erfolgreiche Erdbeerenernte ist der Standort. Das Rhizom der Erdbeerpflanzen ist frostempfindlich, deshalb eignen sich windexponierte Gärten und Kältestaulagen nicht für den Erdbeeranbau. Auch sehr geschützte Lagen, die zu vorzeitigem Austrieb führen und die Pflanze dann ungeschützt Spätfrösten aussetzen, sind nicht ideal. Erdbeeren mögen gut strukturierten, gut durchlüfteten, humosen Boden mit leicht saurem pH-Wert. Sonnige Plätze sind optimal, allerdings sollte bei voller Sonnenaussetzung auch das Gießen nicht vergessen werden. Bodenverdichtungen und Staunässe können den Anbauerfolg mindern, denn die Gefahr von Wurzelfäulen steigt.  Wer Probleme mit Staunässe befürchtet oder sehr lehmigen Boden hat, der sollte den Anbau auf Dämmen erwägen. Wo die Bodenbedingungen absolut nicht den Kriterien entsprechen, sollten Erdbeeren besser in Töpfe oder Kästen gepflanzt werden, welche an einen sonnigen und windgeschützten Platz gerückt werden können.

Erdbeeren sollten nicht in Beete gepflanzt werden, in denen im Jahr zuvor Gurken, Tomaten, Kartoffeln, Sellerie, Kohlgewächse oder Leguminosen (Bohnen, Erbsen) standen. Denn all diese Gewächse können von der Verticillium-Welke befallen werden und bieten daher unbewusst potenzielle Krankheitsgefahren für die Erdbeeren. Auch Beete, in denen in den letzten drei Jahren Erdbeeren gewachsen sind, sollten vorerst eine dreijährige Anbaupause erhalten. Eine Gründüngung (z.B. Gerste, Hafer, Buchweizen, Phazelie), die den Boden unkrautarm zurücklässt, ist die beste Vorkultur für ein neues Erdbeerbeet.

Was ist bei der Standortwahl zu beachten?

  • Erdbeeren mögen es sonnig und windgeschützt und verabscheuen Frost
  • gut durchlüfteter, humoser Boden, leicht sauer
  • bei lehmigem Boden oder Staunässegefahr: Dammkultur, höhere Beete (z.B. 40cm Höhe) erwägen oder Sorten auswählen, die mit diesen Bedingungen besser zurechtkommen

Erdbeeren im Topf und auf dem Balkon pflanzen

Töpfe oder Kästen eignen sich ideal für Balkonbesitzer und kleine Gärten und haben den Vorteil, dass sie mobil sind. Das hat vor allem für die Überwinterung Vorteile. Erdbeeren sind relativ anspruchslos und können daher auch leicht in Töpfen oder Blumenkästen gepflanzt werden. Bei Trockenheit stehen den Wurzeln in einem Topf allerdings weniger Möglichkeiten der Wasserversorgung zur Verfügung. Bei Topfkulturen muss daher immer mehr auf Bewässerung geachtet werden als im Beet. Pflanzgefäße mit Erdbeerpflanzen sollten an einem sonnigen und windgeschützten Platz stehen. Vor allem Balkonbesitzer mit beschränktem Platz, aber Möglichkeiten und Wunsch, vertikal zu begrünen, sollten sich über sogenannte Hänge- und Klettererdbeeren Gedanken machen.

Sowohl zum Klettern als auch zum Hängen sind alle Erdbeersorten geeignet, die kräftig Ausläufer produzieren. Will man eine Klettererdbeere haben, werden die Ranken an einem Gerüst nach oben gezogen. Macht man das nicht, hat man automatisch Hängeerdbeeren, da die Ausläufer von der Mutterpflanze herabhängen. Bei diesen Sorten, die viele Ausläufer bilden, darf man allerdings nicht vergessen, dass dafür auch viel Energie benötigt wird. Der Ertrag wird dementsprechend etwas geringer ausfallen. Ampelerdbeeren sind eine weitere Möglichkeit, auf Balkonen Erdbeeren zu ernten oder dekorativ (Hängeerdbeeren) zu wirken. Erdbeeren im Topf oder Balkon sollten in humosen, gut durchlässigem Substrat wachsen. Wenn Sie fertiges Substrat kaufen, achten sie auf das für Erdbeeren optimale Nährstoffverhältnis. Stickstoff (N), Phosphor (P2O5) und Kalium sollten ungefähr in folgendem Verhältnis vorliegen: 1 : 1,6 : 1,5.

Erdbeeren pflanzen: Pflanzzeit und Vorgehen

Die optimale Pflanzzeit ist Ende Juli bis Mitte August. Dann haben die Pflanzen genug Zeit, um Wurzeln zu bilden und im September Blütenknospen für die erste Ernte im nächsten Jahr anzulegen. Aber auch bis in den September und im Frühjahr können Erdbeeren gepflanzt werden, sie werden dann allerdings im ersten Standjahr noch keine Früchte tragen. Sogenannte Frigopflanzen (in A+ Qualität) können zwischen Anfang April und Ende Juni gepflanzt werden. Sie sind etwas teurer, tragen dafür aber schon ungefähr 8 Wochen nach dem Pflanzen reife Früchte. Das ist deshalb möglich, weil die Ausläufer, die zu Frigopflanzen wurden, viel später als normalerweise abgetrennt wurden und bereits als Ausläufer Blüten gebildet haben. Damit die Erdbeerpflanzen genügend Energie zum Anwachsen haben, sollte entweder vor der Pflanzung etwas Kompost oder Hornspäne in den Boden eingearbeitet oder bei der Pflanzung ins Pflanzloch gegeben werden.

Für den Anbau im Hausgarten haben sich Drei-Reihen-Beete mit jeweils 40-45 cm Abstand zwischen den Reihen bewährt. Jeweils nach drei Reihen sollte ein Pflege- und Ernteweg mit einer Breite von 60 cm angelegt werden. In der Reihe sollte zwischen den Pflanzen ungefähr 25-30 cm Abstand (bei Monatserdbeeren 15 cm) gelassen werden. Weil der Übergang zwischen Wurzeln und Spross minimal ist, muss beim Einpflanzen sehr auf die richtige Pflanztiefe geachtet werden.  Bei zu tief sitzenden Pflanzen können die Herzblätter (die kleinen Vegetationsspitzen in der Mitte der Pflanze) oder die Wurzeln leicht faulen. Bei zu hoch sitzenden Pflanzen können die Wurzeln und die Herzblätter leicht austrocknen. Direkt nach dem Pflanzen sollten die Erdbeeren ordentlich gegossen werden. Vor allem bei hochsommerlichen Temperaturen sollte auch zwei, drei Wochen nach dem Pflanzen immer für ausreichende Wasserversorgung gesorgt werden (einmal am Tag gießen).

Wann und wie werden Erdbeeren gepflanzt?

  • bestenfalls zwischen Ende Juli und Mitte August, dann ist schon im darauffolgenden Jahr eine Ernte zu erwarten
  • Frigopflanzen (Ernte nach 8 Wochen) können von Anfang April bis Ende Juni gepflanzt werden
  • Beim Einpflanzen auf richtige Pflanztiefe achten

Erdbeeren düngen und gießen

Der Nährstoffbedarf von Erdbeeren ist nicht sehr hoch und Gartenböden sind normalerweise reichlich mit Nährstoffen versorgt. Trotzdem kann man seine Pflänzchen ein wenig fördern. Bei der Pflanzung sollte den Erdbeeren ein wenig Kompost beigegeben werden – das hilft beim Anwachsen. Ebenso geeignet sind Hornspäne für eine lang anhaltende Stickstoffversorgung. Nach jeder Ernte empfiehlt sich eine Düngung mit Kompost (ca. 3-5 l/ m2) oder kompostiertem Mist. Noch im Herbst bilden die Pflanzen die Blüten für das nächste Jahr und brauchen dafür Energie. Im anschließenden Frühjahr gibt’s dann wieder ein wenig Kompost (3-5l/m2) oder Hornmehl (15 g /m2). So wird fortgefahren bis zu dem Herbst, in dem die Pflanzen zum letzten Mal beerntet werden (i.d.R. nach 3 Erntejahren).

Erdbeeren gießen

Die Erdbeere hat hohe Ansprüche an ihre Wasserversorgung [Foto: iStock.com/Wojtek Skora]

Die Erdbeere hat hohe Ansprüche an ihre Wasserversorgung. Zur Zeit des recht frühen Austriebs kann sie meist noch von recht feuchtem Winterboden zehren. Zwischen Blüte und Reife allerdings sollte während Trockenperioden auf jeden Fall bewässert werden, ebenfalls während der Anwachsphase. Am besten sollten Sie einmal am Tag gießen: In der Früh (meistens besser gegen Schnecken) oder am Abend. Staunässe ist dabei zu vermeiden.

Wann und wie viel wird gedüngt?

  • das erste Mal sollte zur Pflanzung gedüngt werden: Kompost, Hornspäne oder kompostierten Mist in Boden einarbeiten oder ein wenig ins Pflanzloch geben
  • jeweils nach der Ernte: Kompost (ca. 3-5 l/ m2) oder kompostierten Mist
  • jeweils im Frühjahr: Kompost (3-5l/m2) oder Hornmehl (15 g /m2)

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

  • Floragard Bio-Erde Beeren Obst: Bio Spezialerde aus natürlichen Rohstoffen und ohne Torf für die Anzucht von Beeren- und Säulenobst.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden fruchtbar.
  • Cuxin organischer Spezialdünger Beeren: Ideale Nährstoffzusammensetzung mit Langzeitwirkung für Beerensträucher, Erdbeeren und Obstbäume. Die Kaliumbetonung sorgt für saftige und aromatische Beeren und Obst.

Erdbeeren vermehren oder Pflanzen kaufen?

Erdbeeren anbauen: Pflanzen kaufen

Erdbeerpflanzen sind in Baumärkten, Gartenfachgeschäften oder auch online leicht zu erwerben. Der Preis für Einzelpflanzen oder Sets von mehreren Pflanzen ist äußerst niedrig. Allerdings sollte man mit einer gewissen Vorstellung der passenden Sorte auf die Suche gehen. Es ist ratsam, sich vorher über standortangepasste und geschmacklich passende Sorten zu informieren und auch den Reifezeitpunkt nicht außer Acht lassen. Beachtet man all diese Kriterien bei der Sortenwahl, kann es durchaus eine Weile dauern, bis man die ideale Sorte für seinen Garten ausgewählt hat. Diese Zeit ist es aber normalerweise wert und man erfreut sich dann noch mehr an der eigenen Ernte.

Erdbeeren selbst vermehren: Nüsse aussäen oder Ausläufer nehmen

Erdbeeren können sehr leicht über Ausläufer selbst vermehrt werden. Diese Art der Vermehrung hat den Vorteil, dass die Ausläufer Klone der Mutterpflanzen sind, man also die identische Sorte hat, die man ursprünglich gepflanzt hat. Je nachdem, wie die Ausläufer gewonnen werden, besteht allerdings die Gefahr, dass die Ausläufer bodenbürtige Pilzkrankheiten verschleppen. Das kann aber mit der richtigen Technik vermieden werden. Wie die Ausläufervermehrung und auch die etwas aufwendigere Vermehrung über die Nüsse der Erdbeeren genau funktionieren, finden Sie hier.

Erdbeersorten: Die richtige Wahl treffen

Wer ausschließlich im Gartenhandel nach Erdbeeren sucht, dem wird eine riesige Sortenvielfalt leider eher verwehrt bleiben. Viele Sorten sind weniger bekannt, aber durchaus ihre Suche wert. Grundsätzlich sind Erdbeersorten vor allem nach Erntezeitpunkt zu unterscheiden. Die frühreifen Sorten (z.B. ‚Fraroma‘, ‚Lambada‘, ‚Haneoye‘, ‚Elvira‘) können teils schon ab Mai beerntet werden. Die spätreifen Sorten (z.B. ‚Symphony‘, ‚Mieze Schindler‘) tragen bis ungefähr Ende August Früchte.

Erdbeeren pflanzen in Erde reife und unreife erdbeeren

Erdbeeren sind durch ihren süßen, vollmundigen Geschmack allseits beliebt [Foto: iStock.com/Savushkin]

Die beliebten Sorten ‚Korona‘ und ‚Sonata‘ zählen zu den mittelfrühreifenden Sorten, die genau zur Erdbeersaison reifen. Außerdem gibt es auch zwei oder mehrmals tragende Sorten (z.B. Ostara). Die verschiedenen Sorten variieren aber nicht nur im Reifezeitpunkt, sondern auch bezüglich ihres Geschmacks, ihrer Konsistenz, ihrer Ansprüche an den Standort und an ihrer Krankheitsanfälligkeit und vieler weiterer Faktoren. Welche Sorte am besten zu Ihnen und Ihrem Garten passt, können Sie hier nachlesen.

Erdbeeren überwintern

Sowohl die Wurzeln als auch die Blüten der Erdbeerpflanzen können Frost nicht ausstehen. Die Wurzeln sind nicht sehr tief und daher nicht gut geschützt. Die Blüten sind vor allem im Frühjahr empfindlich und sollten daher unbedingt vor Spätfrösten geschützt werden. Erdbeeren im Topf oder Blumenkasten sollten den Winter an einem windgeschützten Platz verbringen. Sollten Sie einen überdachten Winter-Standort wählen, vergessen Sie nicht Ihre Pflanzen manchmal an frostfreien Tagen leicht zu gießen.

In frostgefährdeten Lagen sollten Erdbeerpflanzen im Topf genauso wie ihre Artgenossen im Beet zum Beispiel mit Reisig, Stroh oder Vlies abgedeckt werden. Stroh sollte nicht die ganzen Pflanzen bedecken, denn das birgt ein feuchtes und Pilze anlockendes Mikroklima. Deshalb legen Sie Stroh nur um die Pflanzen herum. Reisig und Vlies sind luft- und feuchtigkeitsdurchlässiger und können deshalb über die ganze Pflanze gelegt werden. Mehr zum Thema der Überwinterung von Erdbeeren finden Sie hier.

Erdbeeren ernten und lagern

Stroh für Erdbeeren: Die erfolgreiche Ernte vorbereiten

Nach der Blüte sollte der Boden zwischen den Erdbeeren nochmal aufgelockert und von Unkraut und ungewünschten Ausläufern befreit werden. Anschließend ist es an der Zeit, zwischen den Pflanzen Stroh auszubringen. Das schützt die Früchte vor Verschmutzung und Fäulnis. Die Stroheinlage verhindert außerdem weiteren Unkrautwuchs. Nach der Ernte kann das Stroh entweder leicht eingearbeitet werden und dient als organischer Dünger. Für die Zersetzung des Strohs verbrauchen Mikroorganismen allerdings Stickstoff. Deshalb darf man bei der Verwendung von Stroh nie vergessen, anschließend Stickstoff zu düngen. Verfolgen Sie die oben beschriebenen Tipps zum Düngen, werden Ihre Erdbeerpflanzen ideal versorgt sein.

Erdbeeren ernten

Je nach Sorte ist ab Ende Mai bis Ende August Zeit zum Ernten. Damit sich die Früchte besser halten, sollte in der Früh geerntet werden, wenn die Früchte noch kühl sind. Man darf jedoch nicht vergessen, dass Erdbeeren nicht nachreifen. Sie sollten deshalb erst geerntet werden, wenn sie rundum rot sind. In der Erntezeit empfiehlt es sich, 2- bis 3- mal pro Woche zu pflücken.

Erdbeeren lagern

Erdbeeren sind sehr sensible Früchte und deshalb frisch leider nicht sehr lange haltbar. Vor allem die gut schmeckenden Sorten aus dem Garten, die nicht auf Lagerfähigkeit selektiert wurden, sollten deshalb innerhalb von 2 Tagen verzehrt oder verarbeitet werden. Das Gute ist, dass es unzählige Möglichkeiten gibt, die leckeren Früchtchen zu konservieren. Manchmal werden sie dadurch sogar noch besser. Erdbeeren lassen sich in Form von Marmelade, Kompott oder in gefrorener Form als Eis, passiert oder als ganze Früchte sehr gut haltbar machen. Hier können Sie weitere hilfreiche Tipps zum Einfrieren nachlesen.

Theresa

Ich studiere Nutzpflanzenwissenschaften und habe schon immer gern gegärtnert, auch wenn mir die ersten Versuche als kleines Kind eher missglückten. Mit der Expertise aus meinem Studium gelingt mir jetzt fast alles – besonders spannend finde ich Themen wie Mischkultur, Hochbeete und Kompostierung.
Lieblingsobst: Kirschen, Zwetschgen und Birnen
Lieblingsgemüse: Brokkoli, Mangold und Erbsen

[i]
[i]
[i]
[i]