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Feigenbaum: Experten-Tipps für den mediterranen Baum

Feigenbäume erinnern an mediterrane Landschaften, doch auch in Deutschland nimmt die Zahl dieser wärmeliebenden Gewächse stetig zu. Wir begleiten Sie vom Kauf, übers Pflanzen und Pflegen bis zum Vermehren und Ernten Ihres Feigenbaumes.

Feigenbaum im Garten
Mit der richtigen Pflege sorgen Sie für eine ertragreiche Ernte [Foto: Cogi66/ Shutterstock.com]

Feigenbäume (Ficus carica) lassen uns an eine frische Mittelmeerbrise unter der heißen mediterranen Sonne denken. Doch die biblischen Bäume wachsen schon seit langem auch in deutschen Weinbauregionen. Denn mit einigen Hinweisen und ein wenig Geschick lassen sich Feigen auch hierzulande anbauen und erfolgreich überwintern. Hier erfahren Sie, was Sie beim Pflanzen eines Feigenbaumes in unseren Breiten beachten sollten.

Feigenbaum: Herkunft und Eigenschaften

Die Echte Feige (Ficus carica) gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt und stammt vermutlich aus Südwestasien, von wo aus sie sich über weite Teile der Welt bis in den gesamten Mittelmeerraum verbreitet hat. Schon in der Bibel spielt die Feige eine wichtige Rolle, als Adam und Eva im Paradies ihre Nacktheit mit einem Feigenblatt verdecken wollen.

Echte Feigen sind eine Art der Feigengewächse (Ficus), zu denen auch die beliebte Zierpflanze Ficus benjamini gehört. Feigengewächse wiederum gehören zur Familie der Maulbeergewächse (Moracea) und sind somit auch mit den Maulbeerbäumen (Morus) verwandt.

Feigenbäume sind wärmeliebende Gewächse, die in warmen und trockenen Sommern reichlich süße Früchte tragen. Kühle Sommer und kalte Winter setzen der kälteempfindlichen Pflanzen allerdings zu. Doch das ist noch kein Grund zur Sorge, denn die Überwinterung von Feigenbäumen gestaltet sich recht unkompliziert. Generell sind Feigenbäume außerdem recht pflegeleicht und selten Opfer von Krankheiten und Schädlingen.

Feigenbäume am Meer in der Sonne
Bei Wanderungen am Mittelmeer sind Feigenbäume oftmals ständige Begleiter [Foto: Andrew Balcombe/ Shutterstock.com]

Winterharte Feigenbaum-Sorten

Durch eine lange Zucht haben sich mit der Zeit auch einige winterharte Sorten der Echten Feige herausgebildet. Diese können mit dem richtigen Schutz auch den deutschen Winter überleben. Besonders frosttolerant ist die ˈBornholmfeigeˈ, die von der gleichnamigen dänischen Ostseeinsel stammt. Auch die Sorte ˈBrown Turkeyˈ ist nicht so leicht kleinzukriegen. Erfahren Sie hier mehr über verschiedene Feigenbaum-Sorten und deren Winterhärte.

Feigenbaum kaufen: Darauf sollte man achten

Beim Kauf ist mitunter die Auswahl des richtigen Feigenbaumes entscheidend, damit die Pflanze den nächsten Winter im Freien überlebt. Auch hat die Auswahl einen Einfluss darauf, wie viele Früchte letztendlich am Baum wachsen. Züchtungen für Gebiete nördlich der Alpen sind in der Regel selbstbestäubend und benötigen daher keine Insekten zur Fruchtbildung. Beim Kauf sollte zudem berücksichtigt werden, dass sich nicht alle Feigensorten für die Haltung im Kübel eignen. Lassen Sie sich deswegen vor dem Kauf gut beraten.

Mehr Informationen zum Kauf eines Feigenbaumes haben wir hier für Sie zusammengetragen.

Feigenbaum pflanzen

Auch in Deutschland ist der Anbau der frostempfindlichen Pflanze möglich. Ob nun im Freiland oder im Kübel, wir haben das Wichtigste gesammelt, was es beim Pflanzen zu beachten gilt.

Feigenbaumblätter und Feigen am Ast
Feigenbäume sind robust und lassen sich sowohl im Kübel als auch im eigenen Garten halten [Foto: Magdalena Kowalik/ Shutterstock.com]

Feigenbaum pflanzen: Ansprüche und Standort

Besonders gut wachsen Feigen in milden Regionen wie zum Beispiel Weinbaugebieten, wo die Temperaturen im Winter vergleichsweise hoch bleiben. Doch keine Sorge: Auch wenn Sie in einer eher rauen Gegend wie beispielsweise Norddeutschland leben, ist der Anbau möglich. Viele der Feigenbäume im Handel sind Züchtungen, die zumindest kurzzeitig höhere Minustemperaturen tolerieren. Entscheidend ist hier, einen geeigneten Standort im Garten zu finden. Suchen Sie daher einen geschützten und sonnigen Platz für die Feige aus – zum Beispiel die Südseite des Hauses oder eine sonnenexponierte Mauer. Glücklicherweise stellen Feigen keine besonders hohen Ansprüche an den Boden, idealerweise liegen ein leicht saurer pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 und ein sandiger Lehm vor.

Zusammenfassung Standortwahl beim Feigenbaum-Pflanzen:

  • Geschützte und sonnige Lage (Südseite)
  • Neutraler bis leicht saurer Boden (pH-Wert von 6,0 – 7,0)
  • Ideale Bodentextur: Sandiger Lehm
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Feigenbaum im Garten pflanzen

Als idealer Zeitpunkt bietet sich für das Pflanzen eines Feigenbaumes draußen das Frühjahr an, da der mediterrane Baum auf diese Weise den gesamten Sommer über Zeit hat, um sich an den neuen Standort zu gewöhnen. Zum Pflanzen der Feige sollten Sie zunächst ein größeres Pflanzloch ausheben. Achten Sie darauf, dass der Boden nicht zu verdichtet ist, und lockern Sie ihn bei Bedarf auf. Anschließend kann der Baum ins Pflanzloch gesetzt werden, welches mit Erde aufgefüllt wird.

Eine genauere Anleitung zum Pflanzen von Feigenbäumen im Garten finden Sie in diesem Artikel.

Feigenbaum im Topf pflanzen

Beim Pflanzen der Feige in einen Kübel gilt es, einige Dinge zu beachten. Da Feigen Staunässe nicht gut vertragen, sollte der gewählte Topf unbedingt ein Abflussloch haben. Grundsätzlich sollte auch das Substrat nicht zu dicht sein. In der Regel können Sie für diesen Zweck normale Blumenerde, beispielsweise unsere torffreie Plantura Bio-Blumenerde, verwenden. Sie versorgt Ihre Feige optimal mit Nährstoffen und ist gleichzeitig unbedenklich für Tiere und Menschen.

Mehr Informationen zum Pflanzen und Pflegen des Feigenbaumes im Topf haben wir hier für Sie vorbereitet.

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Feigenbaum vermehren

Häufig als Ableger des Feigenbaumes bezeichnet, handelt es sich eigentlich um sogenannte Stecklinge, mit denen man die Pflanze vermehrt. Stecklinge sind abgeschnittene Zweige, die mit der richtigen Technik wieder Wurzeln bilden. Schneiden Sie zu diesem Zweck im Frühling mehrere Zweige mit einigen Blättern von circa 15 Zentimetern Länge von der Feige ab. Stellen Sie die Zweige anschließend in Wasser oder direkt in Anzuchterde. Bei erfolgreicher Bewurzelung können Sie nach wenigen Wochen die Jungpflanze umtopfen. Da nicht jeder Steckling Wurzeln ausbildet und es immer auch zum Verfaulen der Zweige kommen kann, lohnt sich das Ansetzen mehrerer Stecklinge.

Feigenbaumsteckling im Topf
Durch Stecklinge lassen sich Feigenbäume leicht vermehren [Foto: 1981 Rustic Studio kan/ Shutterstock.com]

Eine genaue Anleitung zum Vermehren von Feigenbäumen finden Sie in unserem Spezialartikel.

Feigenbaum pflegen

Feigenbäume haben es hierzulande aufgrund der kalten Winter normalerweise nicht so leicht wie im Mittelmeerraum. Doch mit ein paar Tipps und Tricks zur richtigen Pflege wächst die Feige auch in Ihrem Garten zu einem kräftigen und gesunden Baum heran.

Feigenbaum gießen

Obwohl die Sommer im Herkunftsgebiet der Feige durchaus sehr trocken sein können, freut sich das wärmeliebende Gewächs besonders während der Fruchtbildung über regelmäßige Wassergaben. Aufgrund des geringen Bodenvolumens gilt dies insbesondere für die Pflege von Feigen im Kübel. Das durchlässige Substrat sorgt für einen schnelleren Wasserverlust als im Freiland, weshalb Sie die Feige immer gießen sollten, sobald der Boden oben abgetrocknet ist. Halten Sie daher die Erde feucht, verhindern Sie jedoch unbedingt Staunässe. Sowohl zu viel als auch zu wenig Wasser führen beim Feigenbaum nämlich zu Blattabwurf. Nur über den Winter benötigen Feigenbäume so gut wie kein Wasser und sollten nur gegossen werden, wenn das Substrat fast trocken ist. Gießen Sie aber wenig, da aufgrund der fehlenden Blätter im Winter kein Wasser verdunsten kann.

Feigen am Ast mit Wasser und Tropfen
Feigenbäume brauchen ausreichend Wasser für einen guten Ertrag [Foto: kobkik/ Shutterstock.com]

Feigenbaum düngen

Um zu verhindern, dass Feigen im Spätsommer verfrüht ihre Früchte abwerfen, lohnt sich ein gelegentliches Düngen von Feigenbäumen zwischen April und September. Es ist zu beachten, dass Feigen grundsätzlich nicht stark gedüngt werden müssen. Seien Sie bei einer Düngung daher vorsichtig und geben Sie lieber weniger als zu viel, um eine Überversorgung zu vermeiden. Neben Dünger mit einem hohen Kaliumanteil hat sich das Einarbeiten von Kompost oder Zitrusdünger bewährt. Wir empfehlen, auf biologische Dünger zurückzugreifen, um die Belastung des Bodens durch Nährstoffe so gering wie möglich zu halten. Solch ein Bio-Dünger ist auch unser Plantura Bio-Universaldünger. Dieser versorgt Ihren Feigenbaum mit allen wichtigen Nährstoffen und ist zudem schonend zur Umwelt.

Alles Wichtige zum Düngen von Feigenbäumen können Sie hier nachlesen.

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Feigenbaum schneiden

Feigenbäume gehören nicht zu den Gehölzen, die zwangsläufig geschnitten werden müssen. In einigen Fällen kann das Schneiden von Feigen jedoch sinnvoll sein:

  • Wenn die Baumkrone so dicht wächst, dass andere Pflanzen kein Licht mehr bekommen
  • Bei innerer Verkahlung des Feigenbaumes
  • Bei Frostschäden nach dem Winter
  • Wenn einzelne Äste sich gegenseitig behindern

Hinweis: Feigen werden in der Regel nur im zeitigen Frühjahr geschnitten, damit der Baum genug Zeit zur Erholung vor dem Winter hat.

Weiterführende Informationen zum Schneiden von Feigenbäumen finden Sie hier.

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Feigenbaum überwintern

Eine besondere Herausforderung beim Anbau von Feigen in Deutschland ist das sachgemäße Überwintern der Pflanze. Obwohl die hierzulande gezüchteten Arten winterhart sind, können längere Kälteperioden zu ernsthaften Schäden führen. Bei der Haltung im Kübel sollten Sie Ihren Baum stets in einen frostfreien Raum wie den Wintergarten oder die Garage bringen. Das optimale Winterquartier für die Pflanze ist kühl und zumindest etwas beleuchtet. Da dies bei Feigenbäumen im Freiland natürlich nicht möglich ist, bedarf es für die Überwinterung anderer Mittel. Nach dem Laubfall im Herbst eignet sich eine dickere Mulchschicht aus Laub und Stroh für die Isolierung des Bodens. Auch die Pflanze sollte im Winter geschützt werden, indem sie mit Reisig, Stroh und Vlies eingepackt wird. Bei der Auswahl einer geeigneten Sorte und einem warmen Winterschutz können Sie sich im folgenden Jahr wieder über Ihren neu austreibenden Feigenbaum freuen.

Feigen am Baum mit Schnee und Eis
Auch winterharte Feigenarten brauchen einen guten Frostschutz [Foto: Marie-Pierre Samel/ Shutterstock.com]

Hier erfahren Sie alles zum erfolgreichen Überwintern von Feigenbäumen.

Feigen ernten und lagern

Die Früchte der Feigenbäume reifen nicht alle gleichzeitig. Das macht es umso wichtiger, reife Feigen zu erkennen. Die ersten Feigen sind meist schon im Frühjahr zu sehen, zu diesem Zeitpunkt sind sie allerdings noch hart und grün. Erst nach erfolgter Befruchtung beginnen sie zu wachsen und ihre Farbe verändert sich. Je nach Sorte verfärben sich die Früchte violett bis kräftig grüngelb.

Reife Feigen aufgeschnitten
Gute Pflege belohnt der Feigenbaum gern mit seinen süßen Früchten [Foto: Nitr/ Shutterstock.com]

Reif sind Feigen, sobald sie weich werden und ihre Schale mit einer weißlichen, wachsigen Schicht überzogen ist. Ein weiteres Indiz ist der leicht abknickende Fruchtstiel, so dass die Feige leicht geerntet werden kann. Nach der Ernte können Sie die Feige sofort genießen. Wollen Sie die süße Frucht noch etwas aufheben, sollten Sie sie kurz vor der Reife ernten, da Feigen nachreifen und sonst schnell überreif werden. In diesem Fall müssen Sie beim Ernten sehr vorsichtig sein, um Druckstellen zu vermeiden. Doch auch bei kühler Lagerung sind Feigen nicht allzu lang haltbar und sollten recht bald genossen werden. Besonders gut passen die süßen Früchte zu Käse oder in frischen Salat. Aber auch in Scheiben geschnitten direkt auf ein Brot mit frischem Quark ist der Genuss perfekt. Haltbar machen können Sie die reifen Feigen am besten durch Trocknung im Backofen. Alternativ lässt sich aus Feigen auch eine wunderbare Marmelade kochen.

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