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Holunder-Ernte: So erntet und verwendet man Holunderblüten & -beeren

Wann ist Holunder reif? Wie geht man bei der Ernte von Holunderblüten und -beeren vor? Was kann man neben Holundersaft noch aus Holunder machen? Wir geben Tipps zum Ernten, Haltbarmachen und Verwenden.

Reife Holunderbeeren
Der Holunderstrauch liefert mit seinen Blüten und Beeren gleich zwei Produkte, die auf verschiedene Weise genutzt werden können [Foto: Simon Groewe/ Shutterstock.com]

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) kann vielseitig verwendet werden. Das wohl bekannteste Produkt aus Holunder ist der Holunderblütensirup. Vielleicht kennen Sie ihn als Zutat für den erfrischenden Sommercocktail „Hugo“. Die Besonderheit des Holunderstrauches ist, dass man sowohl die Blüten als auch die Früchte ernten und verarbeiten kann. Wie das geht, erfahren Sie in diesem Artikel. Weitere Informationen rund um den Holunderstrauch – vom Pflanzen über die Pflege und Vermehrung bis hin zu verschiedenen Holunderarten und -sorten – finden Sie in unserem Artikel über Holunder.

Wann ist Holunder reif?

Nicht nur die reifen Früchte des Holunders können geerntet und verarbeitet werden, auch die Blüten des Holunderstrauches lassen sich auf verschiedene Weise verwenden. Dabei muss man jedoch beachten, dass es ohne Blüten keine Früchte gibt. Wenn Sie sowohl Holunderblüten im Frühsommer als auch Holunderbeeren im Spätsommer ernten möchten, dürfen Sie die Blüten des Holunderstrauches nur zum Teil ernten, da sich andernfalls keine Früchte bilden können.

Erntezeit der Holunderblüten

Die Holunderblüten erblühen von Ende Mai bis Juni und sollten möglichst frisch, also kurz nach dem Öffnen der Einzelblüten, geerntet werden.

Erntezeit der Holunderbeeren

Die Holunderbeeren reifen zwischen Ende September und Oktober. Ernten Sie die Früchte erst, wenn möglichst alle Beeren reif sind. Unreife Beeren sollten aufgrund ihrer Giftigkeit nicht verzehrt werden. Generell müssen auch reife Holunderbeeren vor dem Verzehr erhitzt und abgekocht werden, damit die giftigen Inhaltsstoffe ihre Wirkung verlieren.

Tipp: Der Holunderstrauch ist wegen seiner Früchte ein sehr vogelfreundliches Gehölz. Lassen Sie daher am besten immer ein paar Holunderbeeren für Ihre zwitschernden Gartenbewohner übrig.

Holunder ernten: So geht man vor

Wenn Sie Holunder ernten möchten, benötigen Sie eine Schere oder ein Messer und einen Korb oder ein anderes Behältnis für die Blüten beziehungsweise die Früchte. Wenn Sie die Holunderbeeren ernten, empfiehlt es sich, möglichst dunkle und ältere Kleidung tragen, da der Saft der Holunderbeeren sehr farbintensiv ist und Holunderflecken nur schwer herauswaschbar sind.

Holunderblüten ernten

Schneiden Sie die Blütenrispen an einem sonnigen Vormittag, wenn der Tau auf den frisch geöffneten Einzelblüten abgetrocknet ist, und legen Sie sie locker in einen Korb. Verarbeiten Sie die geernteten Holunderblüten möglichst schnell, da sie sonst verwelken.

Ernte von Holunderblüten
Ein sonniger Vormittag ist der optimale Zeitpunkt für die Ernte der Holunderblüten [Foto: Piotr Wytrazek/ Shutterstock.com]

Holunderbeeren ernten

Warten Sie mit der Holunderernte so lange, bis möglichst alle Beeren dunkelviolett bis schwarz sind. Im Falle von Rotem Holunder (Sambucus racemosa) ist der Reifezeitpunkt erreicht, wenn die Beeren rot sind. Schneiden Sie die Rispen ab und legen Sie sie behutsam in einen Behälter, damit die saftigen Beeren nicht platzen.

Inhaltsstoffe von Holunder: Kann man Holunderbeeren und -blüten essen?

Holunder hat viele gesunde Inhaltsstoffe. Im Mittelalter war er eine bedeutende Heilpflanze und auch heute sind heißer Holundersaft und Tee aus Holunderblüten gängige Hausmittel bei einer Erkältung.

Holunderblüten enthalten ätherische Öle, Gerb- und Schleimstoffe, Flavonoide, Kalium und schweißtreibende Glykoside. Holunderbeeren sind wahre Vitaminbomben und enthalten neben den Vitaminen C und B2 ebenfalls ätherische Öle und Flavonoide sowie Anthocyane, Mineralstoffe und Folsäure.

Blätter des Holunderstrauchs
Bei der Ernte ist Vorsicht geboten – Blätter, Rinde und Samen enthalten giftige Blausäureglykoside [Foto: VasekM/ Shutterstock.com]

Insbesondere die Blätter, die Rinde und die Samen enthalten jedoch auch giftige Blausäureglykoside. Deshalb dürfen die Holunderbeeren nur abgekocht gegessen werden. Die Samen des Roten Holunders haben höhere Gehalte an giftigen Substanzen und verlieren diese nicht vollständig beim Kochen. Um die Holunderbeeren trotzdem essen zu können, sollten Sie die Kerne mit einem Sieb entfernen.

Holunderblüten verwenden und haltbar machen

Holunderblüten können zu verschiedenen Produkten verarbeitet werden. Hier finden Sie einige Ideen, welche Leckereien Sie aus den cremeweißen Blüten herstellen können und wie sie sich konservieren lassen.

Holunderblüten-Sirup

Mit wenigen Zutaten können Sie aus den Blüten einen leckeren Holunderblüten-Sirup kreieren. Neben den Holunderblüten benötigen Sie dafür Wasser, Zucker und Zitronen oder Orangen. Der Sirup ist bei der richtigen Lagerung geschlossen etwa ein Jahr haltbar. Sie können ihn zum Beispiel mit Prosecco, Mineralwasser und Minze als „Hugo“ genießen oder ohne Alkohol als erfrischende Holunder-Limonade.

Selbstgemachter Holundersirup
Gemischt mit Zitronensaft und Mineralwasser kann man Holunderblütensirup als erfrischende Holunder-Limonade genießen [Foto: Rostislav_Sedlacek/ Shutterstock.com]

Holunderblüten-Likör

Auch Holunderblüten-Likör lässt sich schnell zubereiten. Hierzu benötigen Sie neben Holunderblüten, Wasser, Zucker und Zitronen einen klaren Schnaps wie Wodka oder Korn.

Holunderblüten trocknen

Wenn Sie im Winter Holunderblüten-Tee trinken möchten, können Sie die Holunderblüten nach der Ernte ganz einfach trocknen. Schneiden Sie die dickeren Blütenstängel kurz vor der ersten Verzweigung ab und legen Sie die Blütendolden anschließend auf ein Kuchengitter oder einen Rost, sodass sie auch von unten belüftet sind. An einem schattigen, warmen und luftigen Ort können die Holunderblüten trocknen. Wenden Sie sie täglich. Rascheln die Blüten, wenn sie bewegt werden, ist das ein Zeichen, dass sie vollständig getrocknet sind. Nun können Sie die einzelnen Blüten von den Stielen pflücken und in einem luftdichten Behältnis, beispielsweise einem Schraubglas, an einem dunklen Ort bis zu etwa einem Jahr lang aufbewahren.

Getrocknete Holunderblüten
Wer Holunderblüten nach der Ernte trocknet, kann im folgenden Winter den Tee genießen [Foto: KatharinaRau/ Shutterstock.com]

Holunderblüten einfrieren

Wenn Sie die Holunderblüten nicht sofort nach der Ernte verarbeiten wollen, können Sie sie auch einfrieren. Tauchen Sie die geernteten Holunderblüten, nachdem Sie eventuellen Schmutz und Insekten abgeschüttelt haben, kurz in Wasser und lassen Sie sie anschließend abtropfen. Breiten Sie die Blütenrispen auf einem Backblech oder Tablett aus und stellen Sie es ein paar Stunden ins Eisfach. Danach können Sie die Einzelblüten von den Stielen ziehen und in geeigneten Gefäßen im Eisfach aufbewahren.

Holunderbeeren verwenden & haltbar machen

Wenn Sie im Frühsommer nicht alle Holunderblüten geerntet haben, können Sie im Spätsommer die Früchte des Holunderstrauches ernten. Auch die Holunderbeeren lassen sich vielseitig verwenden.

Holundersaft

Nach der Ernte können Sie die Holunderbeeren zu Saft verarbeiten. Trennen Sie die gewaschenen Beeren zunächst von den Stielen, indem Sie sie zum Beispiel mithilfe einer Gabel abzupfen. Holunderbeeren sind nur im gekochten Zustand genießbar, da das enthaltene giftige Sambunigrin durch das Erhitzen seine Wirkung verliert.

Selbstgemachtes Holunder-Gelee
Holunderbeeren lassen sich einfach zu Produkten wie Saft, Sirup oder Gelee verarbeiten [Foto: TYNZA/ Shutterstock.com]

Holunder-Sirup

Mit Wasser, Zucker und Zitronen können Sie aus dem Holundersaft, ähnlich wie aus den Holunderblüten, Holunder-Sirup herstellen.

Holunder-Likör

Mit Zucker, Vanille und Schnaps (wie Rum) können Sie die Holunderbeeren zu Holunder-Likör verarbeiten, den Sie pur oder in einem Aperitif genießen können.

Holunder-Gelee

Auch Holundergelee ist eine gute Möglichkeit, die Holunderbeeren zu verarbeiten und haltbar zu machen. Hierzu benötigen Sie Holundersaft, Zitronensaft, Gelierzucker und nach Belieben Gewürze wie Nelken oder Zimt.

Holunder einfrieren

Holunder lässt sich auch gut einfrieren. Trennen Sie die Beeren mit einer Gabel von den Stielen und frieren Sie sie anschließend ein. Alternativ kann man die Rispen auch erst einige Stunden einfrieren und dann die Beeren abzupfen. Auf diese Weise lassen sich Holundersaft-Flecken vermeiden.

Wenn Sie erfahren möchten, wie Sie den Holunderstrauch richtig schneiden, damit Sie sich Jahr für Jahr über eine reiche Ernte freuen können, empfehlen wir Ihnen unseren Spezialartikel zum Thema „Holunder schneiden“.

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