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Japanische Weinbeere: Pflanzen, Pflege & Ernte

Die Japanische Weinbeere ist eng mit Himbeeren und Brombeeren verwandt. Wir stellen die asiatische Kostbarkeit vor und geben Tipps zu Anbau, Pflege und Verwendung.

Japanische Weinbeere
Die Japanische Weinbeere stammt aus Ostasien und ist eng mit Himbeere und Brombeere verwandt [Foto: Carmen Rieb/ Shutterstock.com]

Die exotische Japanische Weinbeere lässt sich trotz ihrer fernöstlichen Herkunft auch bei uns kultivieren und trägt wohlschmeckende Früchte. In diesem Artikel erfahren Sie alles zu Sortenwahl, Anbau, Pflege und Erntezeit der Japanischen Weinbeere.

Japanische Weinbeere: Herkunft und Eigenschaften

Die Japanische Weinbeere (Rubus phoenicolasius) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und zur Gattung Rubus. Der Artname phoenicolasius setzt sich aus den Teilen phoenix (= purpurrot, fuchsrot) und lasios (= dicht behaart, zottig) zusammen und spielt auf die Behaarung der Triebe an. Die Japanische Weinbeere ist nah mit Brombeere (Rubus fruticosus) und Himbeere (Rubus idaeus) verwandt. Manche Quellen benennen die Japanische Weinbeere als Hybride zwischen Brombeere und Himbeere, vergleichbar mit Loganbeere oder Taybeere. Diese Kreuzung soll allerdings natürlich, also ohne menschlichen Eingriff, erfolgt sein. Wie der Name schon vermuten lässt, kommt die Japanische Weinbeere in Japan vor, ist aber auch in Korea und China heimisch. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wird sie von Menschen genutzt und seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch hierzulande kultiviert. Die Japanische Weinbeere wird auch als Weinbrombeere, Japanische Himbeere oder Rotborstige Himbeere bezeichnet.

Sie wächst als wuchernder 2-3 Meter hoher und ebenso breiter, aufrechter und sommergrüner Strauch mit überhängenden oder niederliegenden Seitentrieben. An den rotbraunen Ruten befinden sich nur wenige, dünne Stacheln. Stattdessen sind die Triebe dicht und borstig mit roten Drüsenhaaren besetzt, was der Pflanze ein exotisches, aber auch äußerst elegantes Aussehen verleiht. Die dunkelgrünen, drei- bis fünfzähligen Blätter werden etwa 10 Zentimeter lang und sind unterseitig weiß beflockt. Die Japanische Weinbeere bildet, ähnlich wie ihre Verwandten, Wurzelausläufer und kann sich so gut ausbreiten. Alte Pflanzen können einen Platz von 16-20 m² einnehmen. Die zartrosa Blüten der Japanischen Weinbeere stehen in kleinen Trauben. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Juli. Auch die Blütenknospen sind, genau wie die Triebe, rot gefärbt und klebrig-borstig behaart. Die zunächst apricot-farbenen, halbkugeligen Sammelsteinfrüchte reifen von Juli bis August, verfärben sich dann tief weinrot und fühlen sich leicht klebrig an.

Japanische Weinbeere mit Rankhilfe
Die Japanische Weinbeere lässt sich gut mit einer Rankhilfe in die Höhe ziehen [Foto: M. Volk/ Shutterstock.com]

Japanische Weinbeere pflanzen

Für den heimischen Anbau gibt es keine Unterteilung der Japanischen Weinbeere in Sorten, sie wurde bislang als selten zu findende Exotenbeere wohl nicht züchterisch bearbeitet. Manchmal wird sie als Hybridbeere oder unter Brombeer-Sorten angeboten, streng genommen bildet die Japanische Weinbeere jedoch eine eigene Art. Japanische Weinbeeren sind in Bezug auf ihren Standort nicht wählerisch, solange dieser etwas geschützt und warm liegt. Ähnlich wie Brombeeren wachsen sie auf jeglichen Bodenarten, solange sich keine Staunässe bildet. Der ideale Standort für Japanische Weinbeeren ist sonnig bis halbschattig auf gut Feuchtigkeit speichernden, mäßig nährstoffreichen Böden von kalkhaltigem bis neutralem pH-Wert. Entweder lässt man die wüchsigen Sträucher wild wuchern oder man leitet die Japanische Weinbeere an Rankhilfen oder Spalieren entlang von Mauern und Zäunen. Man kann sie auch als fruchttragende Hecke wachsen lassen.

Die Japanische Weinbeere wird im Frühjahr nach den Eisheiligen gepflanzt, da die Jungpflanzen in den ersten Jahren noch etwas frostempfindlich sind und die noch kaum angewurzelten Pflanzen Schaden nehmen können. So kann sie bis zum ersten Winter kräftige Wurzeln bilden und sich bereits etwas etablieren. Der Boden sollte vor der Pflanzung mit organischem Material, wie reifem Kompost, angereichert und großflächig umgegraben werden. Einzelne Japanische Weinbeeren sollten im Abstand von 150 cm voneinander gesetzt werden, damit sie sich gut entwickeln können. Heben Sie bei der Pflanzung ein tiefes Loch aus und setzen Sie die Japanische Weinbeere so hinein, dass sie etwa 10 cm tiefer sitzt als zuvor. So sind die am Wurzelhals sitzenden Triebknospen von Erde bedeckt und können sich gut entwickeln.

reife Japanische Weinbeeren
Die Früchte der Japanischen Weinbeere entstehen zahlreich am vorjährigen Trieb [Foto: theapflueger/ Shutterstock.com]

Bei der Pflanzung von Weinbeeren im Topf sollte das Pflanzgefäß mindestens 10-15 Liter fassen und der Strauch jährlich in einen größeren Kübel umziehen. Für die Pflanzung im Topf empfehlen wir eine nährstoffreiche Pflanzerde, wie unsere Plantura Bio-Universalerde. Sie bietet jungen Pflanzen eine Grundversorgung mit allen essentiellen Nährstoffen und fördert durch den hohen Kompostgehalt das Wurzelwachstum und Bodenleben.

Tipp: Um eine übermäßige Ausbreitung der Japanischen Weinbeere im Garten zu verhindern, sollten Sie bei der Pflanzung eine Wurzelsperre mit etwa 40 cm Tiefe einsetzen. Die flachen Wurzeln breiten sich so nur innerhalb der Sperre mittels der Wurzelausläufer aus.

Zusammenfassung: Japanische Weinbeere pflanzen

  • Standort: Sonnig bis halbschattig
  • Boden: Feuchtigkeitsspeichernd, mäßig nährstoffreich, kalkthaltig bis neutraler pH-Wert
  • Pflanzzeit: Nach den Eisheiligen
  • Pflanzabstand: 150 cm

Die wichtigsten Pflegemaßnahmen

Die Japanische Weinbeere ist äußerst pflegeleicht, denn sobald sie sich im Garten etabliert hat, muss nur noch auf einige wenige Punkte geachtet werden. Noch junge und recht frisch gepflanzte Sträucher sollten in trockenen Sommern gewässert werden, da sonst die Fruchtbildung aussetzt und Ruten absterben können.

Im Frühjahr sollten die übers Jahr die hinweg entzogenen Nährstoffe mit reifem Kompost oder einem Langzeitdünger, wie unserem Plantura Bio-Universaldünger aufgefrischt werden. Das Düngegranulat wird hierfür rund um den Beerenstrauch herum oberflächlich eingearbeitet und zersetzt sich über Monate hinweg, was die enthaltenen Nährstoffe nur langsam und ohne Auswaschungsgefahr für die Pflanzen verfügbar macht. Eine weitere Pflegemaßnahme ist das Schneiden der Japanischen Weinbeere. Die Japanische Weinbeere trägt am vorjährigen Trieb. Abgetragene Ruten sterben nach der Ernte ab. Es werden deshalb jährlich im Herbst alte, abgeerntete und trockene Triebe bodennah entfernt.

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Ist die Japanische Weinbeere winterhart?

Als erwachsene Pflanze ist die Japanische Weinbeere völlig winterhart. Junge Pflanzen im Freien sollten in den ersten beiden Standjahren vor starken Minustemperaturen mit Reisig oder Vlies geschützt werden. Pflanzen im Topf sollten im Winter nicht ungeschützt im Freien stehen, denn hier besteht die Gefahr, dass der Wurzelballen durchfriert und der Pflanze großer Schaden zugefügt wird. Daher sollten Japanische Weinbeeren in Kübeln frostfrei bei etwa 5 °C und hell im Schuppen oder Gartenhäuschen überwintert werden.

Japanische Weinbeere vermehren 

Japanische Weinbeeren lassen sich vegetativ über Wurzelausläufer oder Stecklinge, aber auch generativ über ihre Samen vermehren. Die Anzucht von Keimlingen aus den Samen der Japanischen Weinbeere ist allerdings keine leichte Aufgabe. Zunächst muss sich das Fruchtfleisch um die Samen herum durch Nässe und Kälte ablösen. Die Samen sind Kaltkeimer, benötigen also einen langfristigen Kältereiz, um überhaupt keimen zu können. Nach der 4-6 Wochen andauernden Kältebehandlung werden die Samen oberflächlich auf Anzuchtsubstrat ausgebreitet und nur leicht angedrückt. Dies ist nötig weil sie zusätzlich auch noch Lichtkeimer sind, die Helligkeit benötigen, um die Keimung auszulösen. Bei etwa 15-18 °C und hoher Luftfeuchte dauert die Keimung etwa 2-4 Wochen. Nach weiteren vier Wochen können die zarten Jungpflanzen erstmals umgesetzt werden.

Um die Japanische Weinbeere deutlich schneller und einfacher zu vermehren, bieten sich die zahlreichen Wurzelausläufer der Pflanze an. Sie können im Herbst oder Frühjahr mithilfe eines Spatens von der Mutterpflanze abgestochen, ausgegraben und an einen neuen Standort gesetzt werden. Auch geschnittene, etwa 15 cm lange Triebstecklinge bewurzeln meist schnell in feuchter Erde und bilden rasch eigenständige Pflanzen. Eine weitere Alternative sind die meist natürlich gebildeten Absenker. Hierbei entstehen an auf dem Boden aufliegenden Trieben bei Kontakt mit der Erde Wurzeln. Sind die Absenker bereits gut bewurzelt, so können Sie mithilfe einer Gartenschere die Verbindung der Rute mit der Mutterpflanze kappen, den Absenker ausgraben und umsetzen.

Japanische Weinbeeren in einer Schüssel
Die vitaminreichen Früchte der Japanischen Weinbeere reifen im Spätsommer ab Juli [Foto: Bildagentur Zoonar GmbH/ Shutterstock.com]

Japanische Weinbeeren ernten: Zeitpunkt und Vorgehen

Die tiefroten, leicht klebrigen Früchte der Japanischen Weinbeere erntet man zwischen Juli und Anfang September. Die Sammelsteinfrüchte lösen sich bei Vollreife, genau wie Himbeeren, gut und leicht vom Strunk und können abgesammelt werden.

Tipp: Maden und viele andere Schädlinge meiden übrigens die Japanische Weinbeere, sodass Sie die Früchte ganz ohne Bedenken ernten und genießen können. Es wird vermutet, dass die klebrigen Borstenhaare an Trieben und Blütenkelchen viele der typischen Himbeerschädlinge, wie den Himbeerkäfer (Byturus tomentosus), fernhalten.

Geschmack, Inhaltsstoffe und Verwendung von Japanischen Weinbeeren 

Der Geschmack der reifen Japanischen Weinbeere ist süß, aromatisch und angenehm erfrischend säuerlich und weinartig. Sie eignet sich hervorragend zum Naschen direkt vom Strauch. Die Früchte sind jedoch nicht lagerbar und müssen daher direkt nach der Ernte verarbeitet werden.

Wahre Delikatessen sind in Schokolade getauchte Weinbeeren, selbstgemachte Konfitüre oder Marmelade von Japanischen Weinbeeren, und auch Fruchtwein. Grundsätzlich sind alle Zubereitungsarten von Himbeeren oder Brombeeren, wie Saft, Chutney oder Likör, auch in Rezepte für Japanische Weinbeeren umwandelbar. Aufgrund ihrer hohen Mineralstoffgehalte ist die Japanische Weinbeere sehr gesund und punktet vor allem mit ihrem hohen Vitamin A- und C-Gehalt.

Unter den himbeerartigen Früchten findet sich auch die vielfältige Lachsbeere. Wir stellen die kaum bekannte Pflanze und ihre besten Sorten für den Anbau im eigenen Garten vor.

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