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Kirschpflaume: Alles über die „rote Mirabelle“

Die meisten kennen die Kirschpflaume nur umgangssprachlich als „rote Mirabelle“. Wir erklären, warum diese Bezeichnung eigentlich falsch ist, und zeigen, warum sich der der Anbau der leckeren Früchte im eigenen Garten trotzdem lohnt.

Kirschpflaumen hängen an Baum (sonnig)
Die roten Früchte der Kirschpflaume werden häufig mit Mirabellen verwechselt [Foto: Flower_Garden/ Shutterstock.com]

Haben Sie schon einmal voller Begeisterung in eine rote Mirabelle gebissen und dabei festgestellt, dass sie doch ganz anders schmeckt als ihr gelber Verwandter? Der Grund dafür ist einfach: Es gibt gar keine roten Mirabellen. Mirabellen sind immer gelb, höchstens mit roter Zeichnung. Bei „roten Mirabellen“ handelt es sich vielmehr um Kirschpflaumen (Prunus cerasifera).

Herkunft & Besonderheiten der Kirschpflaume

Die Kirschpflaume war bereits den Kelten bekannt. Sie ist sogar älter als die Pflaume (Prunus domestica), denn diese entstand erst aus der Kreuzung von Kirschpflaume und Schlehe (Prunus spinosa). Ursprünglich stammt das Gewächs aus Mittelasien, von wo es nach Mitteleuropa eingeführt wurde. Seitdem wird es gern als Unterlage für die Veredelung verschiedener Prunus-Arten genutzt und ist daher häufig verwildert in Gebüschen in Obstbaugegenden zu finden. Ist Ihnen Kirschpflaume kein Begriff, dann könnten Sie das Gewächs auch unter den Namen „Myrobalane“ oder „Wilde Mirabelle“ kennen.

Kirschpflaumen hängen an Baum
Die Kirschpflaum ist auch unter dem Synonym Myrobalane oder Wilde Mirabelle bekannt [Foto: Anita Ben/ Shutterstock.com]

Kirschpflaumenbäume werden nicht mehr als acht Meter groß. Statt in die Höhe wachsen sie eher in die Breite und entwickeln häufig sogar mehrstämmige Kronen. Manchmal sind die feinen Äste der Kirschpflaume mit Dornen besetzt, die sich hinter den fein gesägten, bis zu sieben Zentimeter langen Blättern verstecken.

Im Frühjahr, noch bevor dies bei Schlehe und Mirabelle (Prunus domestica subsp. syriaca) der Fall ist, erscheinen die intensiv duftenden Blüten. Sie sind weiß gefärbt, jedoch im Inneren zart rosa. Durch den frühen Blühzeitpunkt sind Kirschpflaumen wichtig für zahlreiche Insekten, die sonst noch nicht viele Nahrungsquellen zur Verfügung haben.

Was unterscheidet die Kirschpflaume von der Mirabelle?

Der Unterschied zwischen Mirabelle und Kirschpflaume ist nicht gerade einfach zu erkennen.

Zur Zeit der Blüte lassen sich Kirschpflaumen vor allem durch ihren kahlen Blütenstiel von Mirabellen unterscheiden.

Später dann, wenn die zwei bis drei Zentimeter großen Früchte erscheinen, ist die Fruchtfarbe ein wichtiger Anhaltspunkt. Während Mirabellenbäume ausschließlich gelbe Früchte tragen, können Kirschpflaumen gelb, rot oder violett gefärbt sein. Offenbar wird der Unterschied aber besonders beim Inspizieren der Frucht. Während sich das Fruchtfleisch der Mirabellen leicht vom Kern löst, ist der Kern der Kirschpflaume eher schwer zu lösen. Zudem schmecken Kirschpflaumen säuerlicher als die süßen Mirabellen.

Weiße Kirschpflaum-Blüten
Die Blüten der Kirschpflaume erscheinen noch vor den Blüten von Mirabelle und Schlehe [Foto: atiger/ Shutterstock.com]

Ist die Kirschpflaume giftig?

Kirschpflaumen sind keinesfalls giftig. Die Früchte können genauso vom Baum genossen werden wie Mirabellen oder Pflaumen. Ob der Geschmack ein Genuss wird, ist bei Kirschpflaumen allerdings immer von der Sorte abhängig. Während manche Bäume vorzügliche Früchte tragen, schmecken andere Kirschpflaumen eher fad. Es empfiehlt sich also, vor der Ernte einmal durchzukosten.

Die besten essbaren Kirschpflaumen-Sorten

Die Wilde Mirabelle ist mit einigen bemerkenswerten Sorten vertreten. Diese sind jedoch überwiegend selbstunfruchtbar und sollten daher in der Nähe anderer Sorten gepflanzt werden.

  • ‘Nigra’: Die dunkle Schönheit trägt dunkelrotes Laub und rosa Blüten. Auch die süßen Früchte zeigen sich ganz in dunklem Rot und reifen im August.
  • ‘Trailblazer’/’Hollywood’: Diese Sorte ist vornehmlich für ihre großen Früchte mit bis zu fünf Zentimetern Durchmesser bekannt. Sie reifen im September und sind bordeauxrot. Auch das Laub dieser Sorte ist rötlichbraun.
  • ‘Zloty Oblok’: Die aus Polen stammende Sorte trägt saftig-süße und äußerst aromatische Früchte. Ähnlich den Mirabellen sind ihre Früchte gelb und reifen im September. Der Baum ist recht kleinwüchsig und erreicht Höhen zwischen vier und sechs Metern.
Rosa Kirschpflaumen-Blüten und rotes Laub
Einige Kirschpflaumen-Sorten tragen rotes Laub [Foto: spetenfia/ Shutterstock.com]

Kirschpflaumenbaum pflanzen: Standort und Vorgehen

Kirschpflaumen werden häufig als Veredelungsgrundlage für andere Obstbäume verwendet, da sie recht robust sind. Prinzipiell kommen so gut wie alle Böden in Frage. Der Boden sollte lediglich nicht zu sandig, aber dennoch gut durchlässig sein und einen pH-Wert zwischen sechs und acht aufweisen. Besonders wohl fühlen sich Kirschpflaumen in der Sonne oder in lichtem Schatten, wo sie sich auch von Wind nicht stören lassen. Zudem sind die Bäume sehr gut winterhart. Was das Gießen angeht, können Sie ebenfalls entspannt bleiben, denn Kirschpflaumenbäume brauchen nur unter extrem trockenen Bedingungen Wasser. Lediglich Jungpflanzen sollten Sie ab und an eine Portion Wasser gönnen, bis ihre Wurzeln sich ausreichend entfaltet haben.

Setzen Sie Ihre Kirschpflaume also an einen sonnigen Ort, entweder als Solitärbaum oder in einer Hecke. Folgende Bedingungen sind ideal, um einen Kirschpflaumenbaum zu pflanzen.

Was ist der perfekte Standort für einen Kirschpflaumenbaum?

  • Durchlässiger Boden, nicht zu sandig
  • pH-Wert zwischen 6 und 8
  • Sonne oder lichter Schatten
  • Pflanze ist wind- und winterhart
  • Als Einzel- oder Heckenpflanze pflanzen

Die richtige Düngung und Pflege

Kirschpflaumenbäume müssen nicht weiter gedüngt werden. Sie sind anspruchslos und wachsen auch verwildert ohne Pflege hervorragend. Planen Sie dennoch zu düngen, um den Fruchtertrag zu steigern, dann sollten Sie darauf achten, nicht zu viel Stickstoff zu geben. Optimal ist eine Portion Kompost im Frühjahr oder etwas Plantura Bio-Universaldünger.

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Um die Humusbildung im Boden zu fördern, empfiehlt es sich, einen Bodenaktivator wie unseren Plantura Bio-Bodenaktivator in die Erde einzuarbeiten. Dieser sorgt langfristig für ein gesundes Bodenleben und schafft die idealen Wachstumsbedingungen für Ihre Kirschpflaume.

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Möchten Sie erreichen, dass Ihr Baum nicht ganz wild drauflos wächst, ist es wichtig, ihn regelmäßig in Form zu bringen. Ein Rückschnitt kann alle zwei bis drei Jahre oder bei jungen Bäumen jährlich erfolgen. Sie können den Baum nach der Blüte schneiden, wobei der Schnitt von kranken oder abgestorbenen Ästen immer bis zurück ins gesunde Holz reichen sollte.

Kirschpflaumen ernten: Wann ist es soweit?

Kirschpflaumen reifen in der Regel früh, also etwa ab Juni, doch der Reifezeitpunkt ist je nach Sorte stark variabel. So reifen beispielsweise die Früchte der Sorte ‘Zloty Oblok’ erst im September. Der Zeitpunkt der Ernte ist erreicht, wenn die Früchte vollständig ausgefärbt sind. Dann sollten Sie unbedingt zuschlagen, denn sonst wird das Fruchtfleisch schnell mehlig.

Unreife Kirschpflaumen hängen an Baum
In der Türkei werden Kirschpflaumen teilweise noch in grünem Zustand geerntet und verzehrt. Die unreifen Früchte werden Can-Erik genannt [Foto: Maksymenko Nataliia/ Shutterstock.com]

Kirschpflaumen lagern und verwenden

Kirschpflaumen können leider nur über ein paar Tage gelagert werden. Dafür ist es ratsam, die Früchte nicht zu waschen und kühl und dunkel aufzubewahren. Bei weichen und schon fast überreifen Früchte ist es besser, sie sofort zu verzehren. Um länger etwas von den Kirschpflaumen zu haben, können Sie Kirschpflaumen auch weiterverarbeiten. Herrlich schmeckt zum Beispiel Kirschpflaumenmus oder Marmelade. Da der Kern jedoch schwer löslich ist, sollten Sie dafür zunächst die ganzen Früchte einkochen und anschließend durch ein Sieb passieren, um den Kern zu entfernen.

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