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Litschibaum: Herkunft, Anpflanzen & Pflege

Die exotisch aussehenden Litschifrüchte werden in Supermärkten und Feinkostläden angeboten. Wer sie allerdings auch im eigenen Garten anbauen möchte, nimmt eine Herausforderung für seinen grünen Daumen an. Wie der Anbau und die Pflege gelingen können, erfahren Sie hier.

Fruchtfleisch der Litschi unter der roten Schale
Unter der roten Schale befindet sich das weiße, süße Fruchtfleisch der Litschi [Foto: Thanphitcha Thana/ Shutterstock.com]

Litschis aus dem eigenen Garten? Warum eigentlich nicht! Der Litschibaum lässt sich im Gewächshaus oder hellen Wintergarten kultivieren und bildet im Sommer seine süßen Früchte aus. Die sind nicht nur lecker, sondern auch reich an Vitamin C.

Litschibaum: Herkunft, Blüte und Eigenschaften

Der Litschibaum (Litchi chinensis) stammt aus der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) und ist die einzige Art der Pflanzengattung Litchi. Ursprünglich stammt das Gewächs aus den Flussgebieten und Tropen Südchinas und Nordvietnams, wo es seit mehr als 1000 Jahren kultiviert wird. Heute werden Litschis auch in Südostasien, Afrika, Israel, Australien und den südlichen USA angebaut. Als Baum erreicht er an seinem Naturstandort eine Höhe von 10 bis 15 Metern. Im Frühling bildet der Litschibaum kleine, unscheinbare gelblich-grüne Blüten aus. Diese bilden eine endständige, hängende Rispe aus, die etwa 30 Zentimeter lang wird. An einem Blütenstand bilden sich zwischen 2 und 20 Früchten, die nach etwa 60 bis 80 Tagen reif sind. Dann umgibt die etwa drei Zentimeter dicke Frucht eine rote Schale, die aus vielen kleinen fünfeckigen Teilen besteht. Die Schale der Frucht lässt sich leicht entfernen, darunter befindet sich ein weißes, gallertartiges Fruchtfleisch. Dieses ist süß und reich an Vitamin C und Kalium. Im Fruchtfleisch eingebettet liegt ein rötlich brauner Kern. Um Litschifrüchte in Deutschland ernten zu können, muss der Baum ganzjährig in einem klimatisierten Gewächshaus stehen. Dort ist es wichtig, ihn frei in den Boden einzupflanzen, eine Fruchtbildung im Kübel ist nicht möglich. Die Litschis werden auch als Chinesische Haselnuss oder Liebesfrucht bezeichnet. Seine grünen Blätter behält der Litschibaum übrigens auch im Winter, denn er ist ein immergrünes Gewächs.

reife Litschfrüchte auf einem Baum
In Rispen hängen die Litschifrüchte vom Baum herab [Foto: Pierre-Yves Babelon/ Shutterstock.com]

Litschibaum anpflanzen

Wer sein Gewächshaus oder den Wintergarten mit einem Litschibaum schmücken möchte, der kann einen bereits vorgezogenen Baum kaufen oder aus einem Litschikern einen Lischibaum ziehen.

In unseren Breitengraden lässt sich der Litschibaum nur in Form von Kübelpflanzen oder in einem beheizten Gewächshaus kultivieren. Da er eine hohe Luftfeuchtigkeit und warme Temperaturen benötigt, ist außerdem ein Gewächshaus oder Wintergarten erforderlich. Der Litschibaum sollte in ein grobkörniges Substrat eingepflanzt werden – geeignet ist ein humusreiches, sandiges bis lehmiges Substrat, das mit Blähton oder Lavagranulat vermischt wird. Die Humuserde speichert Wasser und Nährstoffe, der Blähton oder das Lavagranulat sorgt für ein lockeres und luftiges Bodenmilieu, das zudem gut wasserdurchlässig ist. Der pH-Wert des Substrats sollte zwischen 5,5 und 6,5 liegen. Unsere Plantura Bio-Universalerde ist ein gutes Beispiel für eine solche Erde. Sie bietet die geeigneten physikalischen Eigenschaften und ist zudem als torffreie Variante sehr umweltschonend. Mit Blähton oder Lavagranulat gemischt eignet sie sich bestens für die Kultivierung eines Litschibaums.
Im Sommer kann der Litschibaum auch an einen windgeschützten, sonnigen und warmen Platz im Freien gestellt werden.

Tipp: Nicht nur Litschis können aus den Samen gekaufter Früchte gezogen werden. In unserem Buch „Regrow your Veggies“ zeigen wir Ihnen, wie Sie unter anderem auch Avocado- oder Mangokerne einpflanzen können.

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Litschis vermehren

Litschikern einpflanzen

Litschikerne müssen nicht als Abfallprodukt im Kompost enden, denn sie eignen sich bestens zur Anzucht eines Litschibaums. Einen guten Keimerfolg besitzen Kerne voll ausgereifter Litschifrüchte. Bei ihnen muss zunächst vorsichtig das Fruchtfleisch entfernt werden, anschließend wird der saubere Kern gebeizt. Dafür wird er für 20 Minuten in ein Wasserbad bei 50 °C gegeben. Nach Auslösen des Kerns ist dieser etwa vier bis fünf Tage keimfähig, weshalb er innerhalb kürzester Zeit eingepflanzt werden sollte. Anschließend kann man ihn in Anzuchterde einpflanzen. Geeignet ist eine Anzuchterde, die nicht so stark gedüngt ist wie normale Blumenerde. Dadurch findet ein verstärktes Wurzelwachstum der Jungpflanzen statt, was für einen starken Baum sorgt. Geeignet ist beispielsweise unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde, die gleichzeitig als torffreie Variante die Umwelt schützt.

Litschisamen einpflanzen
Litschis können aus Samen gezogen werden [Foto: Angurt/ Shutterstock.com]

Der Kern wird horizontal zwei bis drei Zentimeter unter die Anzuchterde gelegt, anschließend wird das Substrat angedrückt. Damit der Kern keimen kann, benötigt er Temperaturen von 25 °C. Ein warmer, halbschattiger Ort ist zur Keimung vorteilhaft. Etwa zwei Wochen später erscheinen die ersten Keime. Nach Ausbildung der ersten vier Blätter können die Sämlinge in größere Gefäße umgetopft werden. Entfernen Sie den Kern beim Umtopfen nicht, denn er versorgt den kleinen Trieb mit Nährstoffen.

Tipp: Um die Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Anzuchttopf zu erhöhen, kann eine Folie über den Topf gespannt werden. Das wirkt wie ein Mini-Gewächshaus. Vergessen Sie aber nicht, dieses ab und an zu lüften – andernfalls werden Schimmelpilze stark gefördert.

Setzling eines Litschibaums
Der kleine Litschi-Baum ist ein Exot und wird erst in vielen Jahren blühen [Foto: tovmatros1986/ Shutterstock.com]

Stecklinge schneiden

Der Litschibaum kann mithilfe von Stecklingen vermehrt werden. Dafür wird von einer Mutterpflanze ein junger Trieb mit einem scharfen Messer abgeschnitten. Dabei ist darauf zu achten, dass sich an der oberen und unteren Seite des Triebes jeweils eine Knospe befindet. Anschließend wird der Trieb entblättert, es sollten lediglich zwei Blätter an der Oberseite des Triebes verbleiben. Diese beiden Blätter werden dann zur Hälfte abgeschnitten. Damit der Steckling Wurzeln bilden kann, wird er in ein Wasserglas gestellt. Sind die Wurzeln groß genug, kann der Steckling eingepflanzt werden.

Abmoosen

Auch mit Abmoosen lässt sich der Litschibaum vermehren. Dafür wird einem jungen Trieb Ende April ein etwa zehn Zentimeter langer Rindenstreifen entfernt. Über diesen Rindenstreifen wird anschließend eine Tüte mit gewässertem Torfmoos gezogen und mit Klebeband fixiert. Nach sechs bis acht Wochen bilden sich aus dem Rindenstreifen neue Wurzeln, die sich im Moos ausbreiten. Dann kann der Zweig von der Mutterpflanze entfernt und eingepflanzt werden.

Zweig eines Litschibaums
Beim Abmoosen wird feuchtes Substrat an einem entrindeten Trieb fixiert [Foto: khak/ Shutterstock.com]

Die wichtigsten Pflegemaßnahmen

Um ein gutes Pflanzenwachstum sicherzustellen, benötigen Lischibäume einige Pflegemaßnahmen. Alles Wichtige dazu erfahren Sie im Folgenden.

Litschibaum bewässern

Im Frühjahr sollten Sie auf eine starke Bewässerung verzichten, denn Trockenheit fördert die Blütenbildung. Nach der Blütenbildung benötigt der Litschibaum allerdings eine starke Bewässerung, denn sonst kommt es zu einem frühzeitigen Fruchtfall. Für eine gleichmäßige Bodenfeuchte können Sie den Wurzelballen einmalig komplett mit Wasser fluten und danach etwas abtrocknen lassen. Anschließend sollte der Wurzelballen ständig feucht gehalten werden, Staunässe ist allerdings zu vermeiden. Das weiche Laub und die kleinen Fiederblätter des Litschibaums benötigen außerdem eine Luftfeuchtigkeit von über 70 %. Um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, können Sie im Sommer Schalen mit Wasser aufstellen oder die Pflanzen mit Wasser besprühen. In der Winterpause sollte das starke Wässern allerdings eingestellt werden.

Litschibaum düngen

Hier gilt: Weniger ist mehr. Komplett vernachlässigen sollten Sie die Düngung jedoch nicht. Von April bis September sollte alle 10 bis 14 Tage ein Flüssigdünger ausgebracht werden. Das unterstützt den Baum während seiner Wachstumsperiode und bei der Ausbildung der süßen Früchte. Optimal eignet sich ein organischer Dünger wie beispielsweise unser Bio-Zitrus & Mediterrandünger. Dieser enthält Eisenchelate, die einem Eisenmangel und Blattchlorosen vorbeugen.

Tipp: Halten Sie sich an die angegebenen Düngezeiten, denn der Litschibaum ist salzempfindlich. Eine Überdüngung führt zur Bodenversalzung und zu Wurzelschäden. Zu erkennen ist dies an braunen Blatträndern. Um derartige Schäden zu vermeiden, sollte nur organischer Dünger ausgebracht werden.

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Litschibaum schneiden

Ein Rückschnitt des Litschibaums ist nicht notwendig. Sollten jedoch einzelne Triebe zu lang werden, können sie im März oder April eingekürzt werden.

gesschnittene Litschibäume
An den Anbauorten werden Litschis teils radikal geschnitten und treiben wieder aus [Foto: taewafeel/ Shutterstock.com]

Litschibaum umtopfen

Alle zwei bis drei Jahre sollte der Litschibaum in einen größeren Topf umgepflanzt werden.

Tipp: Der Litschibaum wächst nur sehr langsam. Verzichten Sie darauf, den Litschibaum von Beginn an in einen großen Topf zu pflanzen – dann können Sie komfortabler umtopfen.

Ist der Litschibaum winterhart?

Litschibäume sind hierzulande nicht winterhart und müssen bei Temperaturen von 5 bis 15 °C überwintern. Damit der Baum allerdings Blüten bilden kann, muss der Litschibaum etwa zehn Tage lang Temperaturen von 0 bis 12 °C ausgesetzt werden. Anschließend kann er wieder etwas wärmer aufgestellt werden. Für die Überwinterung sollten Sie einen frostfreien, hellen Standort mit einer hohen Luftfeuchtigkeit wählen. Eine Überwinterung in hellen Wohnräumen ist ebenfalls möglich, für die Vitalität der Pflanze aber weniger förderlich.

Bienen an Litschibaumblüten
Der Litschibaum benötigt eine bestimmte Anzahl an Kältestunden, damit sich Blüten bilden können [Foto: santanu maity/ Shutterstock.com]

Litschis ernten und verwenden

Litschis reifen nach der Ernte nicht nach. Das bedeutet, dass die Ernte präzise geplant werden muss. Schwellen die Litschis an und werden die Beulen an der Schale flacher, sind die roten Früchte erntereif. Um den optimalen Zeitpunkt der Reife abzupassen, sollte regelmäßig ein Geschmackstest durchgeführt werden. Litschis reifen unterschiedlich schnell, weshalb man alle drei bis vier Tage ernten sollte. Zur Ernte werden die kompletten Rispen mit einer Baumschere entfernt, nur zum Probieren können Sie einzelne Litschis entfernen. Sind die Litschis geerntet, können sie frisch verzehrt, gelagert oder verarbeitet werden. Bei Raumtemperatur sind Litschis etwa drei bis fünf Tage lagerbar, im Kühlschrank ungefähr drei Monate.

Cocktail mit Litschi und Rosmarin
Litschis eignen sich auch zum Garnieren [Foto: New Africa/ Shutterstock.com]

Litschis können in Zucker eingelegt und konserviert oder auch gedörrt werden. Im asiatischen Raum wird das Dörrobst zu Tee serviert. Auch der frisch gepresste Saft lässt sich entweder trinken oder aber zu Likör und Wein weiterverarbeiten.

Sollten Sie auf der Suche nach heimischen Exoten sein, dann stellen wir Ihnen gerne die Loganbeere vor, die im Gegensatz zu den Südfrüchten kein Gewächshaus benötigt.

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