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Loganbeere: Herkunft, Pflanzung & Pflege der exotischen Kreuzung

Die Loganbeere (engl. „Loganberry“) ist eine eher unbekannte Kreuzung zweier heimischer Arten. Hier erfahren Sie alles zum Pflanzen und Pflegen dieser Exotin.

viele reife Loganbeeren an einem Strauch

In Deutschland ist die Loganbeere eher unbekannt [Foto: patjo/ Shutterstock.com]

Die Loganbeere (Rubus × loganobaccus) ist ein zufällig entstandener Arthybrid (also eine Kreuzung zweier Arten) aus Himbeere (Rubus idaeus) und Brombeere (Rubus sectio Rubus), welche hierzulande eher unbekannt ist, sich in den USA jedoch großer Beliebtheit erfreut. Hier erfahren Sie alles Wichtige über die Geschichte der Loganbeere, das Pflanzen und Vermehren und natürlich auch über die richtige Pflege.

Loganbeere: Herkunft und Geschichte

Die Loganbeere entstand eher zufällig im 19. Jahrhundert im Garten des kalifornischen Richters und Gärtners James Harvey Logan, als dieser versuchte, eine neue Brombeerenart zu züchten. Er beachtete dabei allerdings nicht die direkt nebenan gepflanzte Himbeere, welche sich zufällig mit der Brombeere (Rubus sectio Rubus) kreuzte. Logan erkannte beim Auspflanzen, dass es sich um einen Arthybriden handeln musste, da die neue Beere sowohl Eigenschafften der Brombeere als auch der Himbeere aufwies. Wuchs und Fruchtgröße ähnelten der Brombeere, doch waren Farbe und Aussehen der Frucht ganz nach der Himbeere geraten. So war die Loganbeere geboren. Anfangs war diese noch recht unbekannt, doch bald wurde sie sowohl in der kommerziellen Produktion als auch bei Hobbygärtnern immer beliebter. Denn sie ist nicht nur vitaminreich und wohlschmeckend, sondern auch robuster und widerstandsfähiger als herkömmliche Himbeer- und Brombeersorten.

Loganbeere: Eigenschaften & ähnliche Arten

Nachfolgend haben wir eine kleine Übersicht zu den Eigenschaften der Loganbeere sowie zu ähnlichen Arten zusammengetragen.

Loganbeere (Rubus × loganobaccus): Loganbeeren sind einerseits robust gegenüber Frost und Trockenheit sowie krankheitsresistent, andererseits aber stachelig und äußerst wuchsstark, was die Ernte deutlich erschweren kann. Vom geschmacklichen Profil ergibt sich eine Kombination aus Himbeere und Brombeere, welche angenehm mild und wohlschmeckend ausfällt.

Taybeeren hängen an einem grünen Strauch

Auch die Taybeere ist ein Hybrid aus Brombeere und Himbeere [Foto: ludovikus/ Shutterstock.com]

Taybeere (Rubus fruticosus x Rubus idaeus): Die Taybeere, auch ein Hybrid aus Brombeere und Himbeere, stammt aus Schottland und stellt kaum Ansprüche an den Boden, ist aber anfällig für Staunässe. Die Beeren sind länglich, dunkelrot und haben einen süßsäuerlichen Geschmack, der am ehesten an eine Himbeere erinnert. Weitere Informationen zur Taybeere gibt es in diesem Spezialartikel.

Youngbeere (Rubus caesius ‚Youngberry‘): Die Youngbeere ist ebenfalls ein Hybrid aus Brombeere und Himbeere und somit ein naher Verwandter der Loganbeere. Die Beeren sind saftig, fleischig und sehr süß, haben aber den Nachteil, dass sie nur drei bis vier Tage gelagert werden können.

Loganbeere kaufen

Loganbeeren und ihre verwandten Arten können Sie überall im Internet finden, aber durch den deutlichen Gewinn an Popularität höchstwahrscheinlich auch beim Gärtner beziehungsweise der Baumschule Ihres Vertrauens. Beim Kauf sollten Sie beachten, dass das Pflanzgut aus einer Region mit ähnlichem oder gleichem Klima stammt, wodurch eine gute Anpassungsfähigkeit an Ihren Garten gewährleistet ist. Wichtig ist auch, dass Sie – wenn möglich – gesundes Pflanzgut, welches auf Bakterien und Viren getestet wurde, bekommen. Achten Sie bei den Beeren am Topfrand auf die neuen, noch weißen Wurzeln. Sind diese sichtbar, bringt die Pflanze die besten Voraussetzungen mit, schnell anzuwachsen.

Loganbeere pflanzen

Die Loganbeere ähnelt nicht nur äußerlich ihren beiden Verwandten, Himbeere und Brombeere, sondern auch in Bezug auf Standort, Anspruch und Pflanzung. Eine detaillierte Anleitung zur Pflanzung der Loganbeere erhalten Sie nachfolgend natürlich trotzdem.

Vier Loganbeeren hängen an einem Strauch

Die Loganbeere hat ähnliche Ansprüche wie die Himbeere [Foto: patjo/ Shutterstock.com]

Loganbeere: Standort und Ansprüche

Die Loganbeere stellt recht wenige Ansprüche an den jeweiligen Standort. Wichtig ist hier nur zu beachten, dass die Pflanze nicht in der prallen Sonne steht. Sie bevorzugt eher sonnige bis halbschattige Standorte. Steht die Pflanze gänzlich im Schatten, ist zwar mit Ertragseinbußen zu rechnen, der Pflanze selbst schadet dies allerdings nicht. Der Boden sollte trocken bis frisch sein. Eine gute Durchlüftung und ein hoher Humusgehalt sind hier wichtig, um einen maximalen Ertrag und ein gesundes Pflanzenwachstum zu gewährleisten.

Loganbeere pflanzen: Zeitpunkt und Vorgehen

Loganbeeren lassen sich theoretisch das ganze Jahr über pflanzen, solange die Temperaturen nicht unter dem Gefrierpunkt liegen. Die beste Jahreszeit für die Bepflanzung ist allerdings der Herbst, da sich die Wurzeln über die Wintermonate gut aufbauen können.

Doch nun zur Praxis: Suchen Sie einen sonnigen bis halbschattigen Standort aus und graben Sie ein Loch, welches auf jeder Seite circa 5 bis 10 cm größer als ihr Topf ist. Lockern Sie die Erde auf und mischen diese mit Kompost. Um die Nährstoffkonzentration zu erhöhen, eignet sich zum Beispiel unser Plantura Bio-Universaldünger auf Grund seiner Langzeitwirkung besonders gut.

Dünger wird in Händen gehalten

Unser Plantura Bio-Universaldünger eignet sich gut, um die Nährstoffkonzentration zu erhöhen

Sollten Sie über schwere lehmige oder tonhaltige Erde verfügen, ist es ratsam, diese noch zusätzlich mit etwas Sand oder Kies aufzulockern. Setzen Sie den Beerenstrauch ein und füllen Sie den Rest mit der durchmischten Erde auf. Nun drücken Sie das frische Erdreich locker an und gießen Sie die Sträucher ordentlich ein. Halten Sie beim Pflanzen zudem einen Abstand von circa zwei Metern zwischen den einzelnen Sträuchern ein, da diese extrem wüchsig sind.

Zusammenfassung: Loganbeere pflanzen

  • Loch ausheben
  • Erde durchmischen, auflockern und anreichern
  • Beerenstrauch einsetzen
  • Mit durchmischter Erde auffüllen
  • Gründlich angießen

Tipp: Für Beerensträucher aller Art eignet sich eine Mauer beziehungsweise ein Drahtrahmen (Spalier) als Gerüst am besten, da es wichtig ist, die Ranken einmal im Jahr einzubinden. Aber dazu erfahren Sie weiter unten im Artikel gleich mehr.

Loganbeere vermehren

Die einfachste Art der Vermehrung der Loganbeere ist das Ziehen von Absenkern. Suchen Sie sich dafür im Frühjahr oder Spätherbst die Triebspitze einer lang gewachsenen Ranke aus, biegen Sie diese vorsichtig bis zum Boden und vergraben einen Teil der Ranke im Boden. Doch Achtung: Die Triebspitze muss dabei noch aus dem Boden ragen. Bis zum Herbst oder über die Winterzeit wird der Absenker nun anwurzeln und er lässt sich ganz einfach von der Mutterpflanze abtrennen. Dieser kann nun an einer beliebigen Stelle neu ausgepflanzt werden.

Loganbeere pflegen

Die Pflege der Loganbeere ist auf Grund ihrer Rossnatur und Krankheitsresistenz relativ einfach und beansprucht wenig Zeit. Im Folgenden erfahren Sie nun mehr dazu, wie Sie Ihre Beeren bei Laune halten können.

Loganbeere gießen

Die Loganbeere ist äußerst robust und muss nur in Ausnahmefällen und an sehr trockenen Standorten bewässert werden. Zu viel Wasser, vor allem bei schweren Böden wie Lehm oder Ton, könnte Staunässe erzeugen, was zum Absterben der Wurzeln führen kann.

Loganbeere Pflanze

Loganbeeren kommen auch ohne regelmäßiges Gießen gut aus [Foto: Lilly Trott/ Shutterstock.com]

Loganbeere düngen

Die Düngung der Loganbeere erfolgt am besten im Herbst nach der Ernte und im Frühjahr vor dem Austrieb. Hier eignet sich am besten Rindenmulch in Kombination mit unserem Plantura Bio-Universaldünger, welcher den entscheidenden Vorteil hat, eine Langzeitwirkung zu gewährleisten, und die Pflanze so optimal mit Nährstoffen versorgen kann.

Loganbeere schneiden

Da die Loganbeere extrem wüchsig ist und die Ranken in einem Jahr auf bis zu fünf Meter Länge heranwachsen können, ist es wichtig, diese regelmäßig zu schneiden. Dünnen Sie die Ranken im Laufe der Vegetationsperiode daher etwas aus, um eine gut durchlüftete Laubwand zu erzeugen.

Schneiden Sie die circa zweijährigen Ranken beziehungsweise alle kranken und verkümmerten Ranken am besten nach der Ernte über dem Boden ab. Entsorgen Sie diese sogleich, um Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen. Wichtig ist hierbei, dass Sie das erkrankte Pflanzenmaterial nicht auf den Kompost werfen, da sich der Erreger sonst ausbreiten kann. Falls Sie den Schnitt vergessen haben sollten, ist es auch noch möglich, diesen bis Ende Februar nachzuholen. Die jungen Triebe können gleich im Anschluss an den Drahtrahmen gebunden werden. Der Drahtrahmen ermöglicht hierbei ein aufrechtes und gleichmäßiges Wachstum, was wiederum alle Arbeitsschritte erleichtert.

Loganbeere: Häufige Krankheiten und Schädlinge

Die Beerensträucher sind im Normalfall äußerst robust und gesund. Das Auftreten von Blattläusen, Brombeerrost und Gallmilben kann aber dennoch geschehen, wenn die Pflanzen geschwächt sind. Einer der Hauptfeinde von Obstkulturen ist der Graufäule-Pilz (Botrytis), welcher bei sich stauender Feuchtigkeit im Blattwerk auftritt und auf die Ranken übergreift. Sollte Ihre Pflanze befallen sein, schneiden Sie die betroffenen Ranken großzügig aus und entsorgen Sie das Totholz.

Himbeere schneiden mit roter Schere

Betroffenen Ranken sollten großzügig ausgeschnitten werden [Foto: Popovariel/ Shutterstock.com]

Ausführlichere Informationen zur Pflege und Vorbeugung von Krankheiten finden Sie hier.

Loganbeere: Inhaltsstoffe und Rezept

Die Loganbeeren sind saftig, süß und weisen einen hohen Gehalt an Vitamin C und Spurenelementen wie Kalzium und Phosphor auf. Diese Inhaltstoffe sind wichtig für die Gesundheit von Haut, Zähnen und Knochen. Zudem hemmt das Vitamin C freie Radikale, welche die Zelle schädigen können. Ebenso wie das Vitamin C wirken auch Anthocyane, die enthaltenen Pflanzenfarbstoffe, zellschützend und radikalhemmend. Diese Eigenschaften machen die Beeren zu einem beliebten „Superfood“.

Die Loganbeeren sind vielseitig einsetzbar: Sie eignen sich zum direkten Verzehr, als Kuchenbelag, verkocht zu Marmelade, eingerührt in einen Joghurt oder auch zu Eiscreme verarbeitet. Verwenden Sie die Loganbeere einfach als Ersatz für Himbeeren und Brombeeren in herkömmlichen Rezepten, um diesen eine besondere Note zu verleihen.

Hier präsentieren wir Ihnen unser Loganbeeren-Lieblingsrezept:

Mohnkuchen mit Loganbeeren-Creme

  • 120 g Butter
  • 60 g Zucker
  • 5 Eier
  • 120 g Zucker
  • 90 g geriebene Nüsse
  • 1 – 2 Päckchen Vanillezucker
  • 190 g Mohn (gerieben)
  • 2 Messerspitzen Backpulver
  • Rum

Butter, Zucker und Eidotter schaumig rühren und im Anschluss den Vanillezucker, das Backpulver, Mehl, Mohn, eine Prise Salz und Rum beimengen. Das Ganze gut verrühren. Das Eiklar zu Schnee schlagen und die Nüsse vorsichtig unterheben. Zum Schluss die beiden Massen zusammenrühren und in einer gebutterten, bemehlten Backform bei 180 °C für ca. 30 min. backen.

Mohnkuchen auf einem weißen Teller

Unser Lieblingsrezept: Mohnkuchen mit Loganbeeren-Creme [Foto: Ida Baranyai/ Shutterstock.com]

Falls Sie sich noch für weitere, besondere Beerensorten interessieren, sollten Sie unbedingt bei diesem Artikel hier vorbeischauen.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:
  • Plantura Bio Universaldünger: Bio-zertifizierter, tierfreier, organischer Langzeitdünger aus vornehmlich organischen Ausgangsstoffen. Ideal für die langfristige Nährstoffversorgung Ihrer Pflanzen. Begünstigt ein gesundes Bodenleben und ist schonend für Haus- und Gartentiere.
  • Floragard Bio-Erde Beeren Obst: Bio Spezialerde aus natürlichen Rohstoffen und ohne Torf für die Anzucht von Beeren- und Säulenobst.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden fruchtbar.
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