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Lulo: Anbau, Pflege & Ernte der Naranjilla

Die Lulo stammt ursprünglich aus Südamerika. Wie Sie die Quitotomate selbst anbauen können, und wie die Früchte schmecken, erfahren Sie im Folgenden.

Lulo-Frucht
Die Lulo oder Naranjilla bildet aromatische Beerenfrüchte aus [Foto: Alexander Ruiz Acevedo/ Shutterstock.com]

Die Lulo ist besonders in Südamerika beliebt und wird dort zu zahlreichen Speisen und Getränken verarbeitet. Wir stellen das auch als Quitotomate bekannte Gewächs im Steckbrief vor und geben Tipps zum Anbau im Garten und auf dem Balkon.

Lulo: Frucht, Eigenschaften und Herkunft

Die Lulo (Solanum quitoense) wird oft auch als Naranjilla oder Quitotomate bezeichnet. Das ausdauernde, ein bis drei Meter hohe Gewächs gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und ist daher eng mit Tomate (Solanum lycopersicum) und Aubergine (Solanum melongena) verwandt. Ebenso wie ihre Verwandten stammt die Lulo aus den Anden und wird von der dortigen Bevölkerung in über 1000 Metern Höhe häufig angebaut.

Die reich verzweigte Lulo-Pflanze bildet breit gezähnte, sehr große, flaumig behaarte Blätter mit tiefvioletten Blattadern und einzelnen Stacheln aus. In der Jungpflanzenphase erinnern die Pflanzen im Aussehen stark an Auberginen. Die Stiele sind ebenso dicht behaart, teils auch bestachelt. Bei frühzeitiger Voranzucht beginnt die Blütezeit der Naranjilla ab dem fünften Monat nach der Aussaat. In Mitteleuropa blüht sie etwa zwischen Mitte Juli und Anfang August. Die weiß bis violett gefärbten Blüten sitzen in Trauben an kurzen Blütenstielen in den Blattachseln. Die flaumig behaarte, runde Lulo-Frucht reift nach der Bestäubung auf eine Größe von etwa 4 – 6 cm heran und verfärbt sich zur Erntezeit ab September orangegelb. Die Haut der Beerenfrüchte ist zäh und bis zu 4 mm dick, weshalb sie nicht mitgegessen wird. Im Inneren der Naranjilla-Frucht befindet sich gelb-grünes, saftiges Fruchtfleisch. Die Samen der Lulo können entnommen, gesäubert, getrocknet und anschließend für kommende Gartenjahre kühl, dunkel und trocken aufbewahrt werden. Die Pflanzen selbst können über fünf Jahre hinweg Früchte bilden, weshalb sich das Überwintern der Quitotomate besonders lohnt.

Naranjilla
Die Blütenknospen sitzen in den Blattachseln der flaumig behaarten Pflanzen

Lulo-Frucht anbauen: Standort und Vorgehen

Naranjilla-Pflanzen werden bereits früh im Jahr aus Samen kultiviert. Die Anzucht der Lulo erfolgt zwischen Ende Januar und Anfang März auf einer hellen, warmen Fensterbank. Das Saatgut sollte vergleichbar wie Tomatensamen nur spärlich mit Erde bedeckt werden. Eine nährstoffarme Anzuchterde, wie unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde, fördert die Wurzelbildung und bietet gleichzeitig eine lockere, durchlässige Struktur, welche Staunässe vorbeugt. Junge Lulo-Pflanzen werden nach Ausbildung des ersten echten Laubblatts pikiert und einzeln in nährstoffreiche Pflanzerde umgesetzt. Die Auspflanzung erfolgt ab Mitte Mai nach den Eisheiligen. Lulos gedeihen im Beet – aber auch ein mindestens zehn Liter fassendes Pflanzgefäß bietet sich an, vor allem wenn die mehrjährige Pflanze überwintert werden soll.

Der ideale Standort für die Naranjilla liegt warm, geschützt und hell, bestenfalls halbschattig. Direkte Sonne sollte gemieden werden. Lulos bevorzugen nährstoffreiche, eher feuchte Böden, die selten bis nie austrocknen. Ideal für das Wachstum sind Temperaturen um die 18 – 20 °C. Je Lulo-Pflanze sollten Sie aufgrund der ausladenden Blätter etwa einen Quadratmeter Platz einberechnen. Für die Pflanzung im Topf, aber auch zur Aufbesserung karger Gartenböden empfehlen wir die Verwendung einer nährstoffreichen Pflanzerde in Bio-Qualität, wie unserer Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde. Heben Sie ein ausreichend großes Pflanzloch aus und setzen Sie die Jungpflanzen hinein, nicht tiefer als sie zuvor im Topf saßen. Füllen Sie nun mit Substrat auf, drücken Sie rundherum leicht an und wässern Sie die Lulo anschließend kräftig.

Lulo-Pflanze
Lulos wachsen zu ausladenden Pflanzen heran und sollten daher ein ausreichend großes Pflanzgefäß erhalten

Pflege der Lulo

Lulos sind im Allgemeinen pflegeleicht, denn sie müssen weder geschnitten noch ausgegeizt werden, anders als viele Tomaten. Die Pflanzen benötigen jedoch immer ausreichend Feuchtigkeit und müssen daher bewässert werden. Der Düngebedarf der Lulo lässt sich mit demjenigen von Tomaten vergleichen. Eine Düngung ist etwa ab Mitte Juni sinnvoll, wenn die Naranjilla beginnt, die ersten Blütenknospen auszubilden und die Nährstoffe aus der Pflanzerde weitestgehend aufgebraucht sind. Ein organischer Flüssigdünger, wie unser Plantura Bio-Tomaten- & Gemüsedünger, lässt sich einfach über das Gießwasser ausbringen. Die Düngung erfolgt regelmäßig, etwa einmal wöchentlich, in einer Dosierung von 15 – 25 ml je 5 l Wasser.

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Ist Solanum quitoense winterhart? Die Naranjilla ist nicht winterhart, sie gedeiht nur bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt. Da es sich jedoch um eine mehrjährige Pflanze handelt, lohnt sich das Überwintern. Lulos sollten ab Temperaturen unter 5 °C in ein helles, beheizbares Winterquartier übergesiedelt werden. Bei ausreichendem Lichtangebot und nicht zu warmen Temperaturen um die 15 – 18 °C kann die Lulo auch im Haus oder in der Wohnung überwintert werden. Das Gießen erfolgt im Winter äußerst sparsam und nur bei Bedarf, um Pflanzenkrankheiten wie Grauschimmel (Botrytis cinerea) im Winterquartier zu vermeiden. Eine Düngung ist bis zum Frühjahr des nächsten Jahres nicht notwendig.

Ernte, Verwendung und Geschmack der Lulo

Für den Frischverzehr und die Verarbeitung werden die Beeren möglichst vollreif geerntet. Die Frucht der Lulo färbt sich bei Reife deutlich orangegelb und der Fruchtstiel erscheint trocken und braun. In Mitteleuropa reifen die ersten Naranjillas ab September nacheinander ab. Sind die Früchte bei der Einwinterung ab Ende Oktober noch nicht vollreif, können sie dennoch geerntet werden und im Haus bei kühlen Temperaturen über 10 °C nachreifen. Kühl gelagert sind reife Beeren etwa einen Monat haltbar.

Frucht der Lulo
Verfärben sich die Früchte der Lulo orangegelb, sind sie erntereif [Foto: Luis Echeverri Urrea/ Shutterstock.com]

Der Geschmack der Lulo lässt sich als fruchtig und säuerlich beschreiben. Die Früchte enthalten größere Mengen an Vitamin A und C. Das aromatisch-saure Fleisch der Lulos wird bevorzugt mit etwas Zucker bestreut und anschließend aus der dicken Fruchthaut herausgelöffelt. In Südamerika werden die Früchte besonders gern zu Eiscreme oder zu dem beliebten Erfrischungsgetränk Lulada verarbeitet. Hierbei wird nur der Flaum von den Beeren abgerieben und sie werden anschließend im Ganzen mit Wasser, Zucker und Eis püriert. Neben Süßspeisen wie Gebäck oder gebackenen Früchten lassen sich außerdem Lulo-Saft, Marmeladen, Sirup und Fruchtwein herstellen zur Verlängerung der Haltbarkeit.

Eine Verwandte der Lulo ist die Birnenmelone oder auch Pepino (Solanum muricatum). Wir stellen den Exoten vor und geben Tipps zum Anbau im eigenen Garten.

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