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Maulbeere: Pflanzen, Schneiden & Pflegen des Maulbeerbaums

Der exotische Maulbeerbaum fühlt sich immer öfter auch in unseren Gärten heimisch. Erfahren Sie hier alles zur Pflanzung, Pflege und Ernte der Maulbeere.

Maulbeerbaum-Früchte
Maulbeeren können auch in unseren Breiten kultiviert werden [Foto: Sup U/ Shutterstock.com]

Der Maulbeerbaum ist bislang ein noch selten gesichteter Geselle in unseren Gärten. Dabei bildet der fruchtbare Kleinbaum massenhaft süße Früchte und ist auch optisch ein Hingucker. Wir stellen die Maulbeere im Portrait vor und geben Tipps zum Anbau und zur Verwendung.

Maulbeerbaum: Herkunft und Eigenschaften

Die Gattung der Maulbeeren (Morus) besteht aus vielen verschiedenen Arten, die vorwiegend in Ostasien und Persien zuhause sind. Sie gehören, genau wie die Feige (Ficus carica) und der Jackfruchtbaum (Artocarpus heterophyllus), zur Familie der Maulbeergewächse (Moraceae). Bereits seit über 4000 Jahren werden Maulbeerbäume in China angebaut. Auch im Neuen Testament wird der fruchtbare Obstbaum erwähnt. Der Weiße Maulbeerbaum (Morus alba) wurde um 550 nach Christus ins Mittelmeergebiet gebracht und dort kultiviert. Um 1700 gelangte die Weiße Maulbeere auch nach Mitteleuropa. Dort wurde aber nicht etwa wegen ihrer süßen Früchte, sondern als Futter für die Seidenraupe (Bombyx mori) und somit für die Seidenproduktion gepflanzt. Besonders in Norddeutschland findet man daher ältere Maulbeerbäume auch in der Landschaft. Neben Morus alba gibt es zahlreiche weitere Maulbeerarten und -sorten, die wir Ihnen in unserem Sortenartikel separat vorstellen möchten.

Maulbeerbäume wachsen als mittelgroße Bäume auf eine Höhe von etwa 8 bis 10 Meter, im Ausnahmefall bis auf 15 Meter heran. Im Alter besitzt die rundliche, sparrig verzweigte Baumkrone 4 bis 6 Meter Breite. Die Bäume können aber auch mehrstämmig oder strauchförmig wachsen. Dabei besitzen Maulbeeren, mit Ausnahme der Zwergmaulbeeren, einen starken Wuchs und legen bis zu 70 Zentimeter jährlich zu. Typisch für die gesamte Familie der Maulbeergewächse ist der bei Verletzungen austretende weißliche Milchsaft, der Hautreizungen verursachen kann. Die wechselständigen, breit eiförmigen Blätter der Maulbeere sind groß, meist gelappt oder auch ungeteilt und bis zu 20 Zentimeter lang. Zur Blütezeit des Maulbeerbaums im Mai erscheinen die hellgrünen, eher unscheinbaren hängenden Blütenkätzchen. Diese sind kälteempfindlich und daher spätfrostgefährdet. Bereits ab Ende Juni bis August reifen die bis zu 10 Zentimeter langen Früchte heran und fallen zuhauf von den Bäumen ab. Es handelt sich hierbei um Scheinbeeren, eigentlich Sammelnussfrüchte, die teils auch samenlos sind. Manche Früchte der Maulbeere ähneln Brombeeren, da sie bei Reife eine tiefviolette Färbung annehmen. Es gibt jedoch auch rote, rosafarbene und cremeweiße Maulbeerfrüchte. Sie alle schmecken äußerst süß und je nach Art auch angenehm würzig und säuerlich.

Blüten der Maulbeere
Ab Mai zeigen sich die unscheinbaren, kälteempfindlichen Blüten der Maulbeere [Foto: YuRi Photolife/ Shutterstock.com]

Tipp: Die Blüten der Maulbeerbäume sind meist zweigeschlechtlich und selbstbefruchtend. Es existieren jedoch auch nur rein männliche oder rein weibliche Pflanzen, die für die Fruchtbildung zusammengepflanzt werden müssen. Eingeschlechtliche männliche Pflanzen werden auch als „Fruchtloser Maulbeerbaum“ oder „Maulbeerbaum ohne Früchte“ angeboten.

Maulbeere pflanzen: Standort, Zeitpunkt und Vorgehen

Maulbeeren sind wärmeliebende Pflanzen, die einen sonnigen und geschützten Standort bevorzugen. Sie sind anpassungsfähig und gedeihen optimal auf leichteren, nährstoffreichen und kalkhaltigen Böden mit tendenziell hohem pH-Wert. Da Maulbeerbäume Trockenheit gut vertragen, wachsen sie auch noch auf ärmeren Sandböden. Maulbeeren in Einzelstellung benötigen einen großzügigen Platz im Garten, können aber auch als hohe Hecke enger zusammengepflanzt werden. Der Pflanzabstand beträgt bei einzelstehenden Bäumen 3 bis 4 Meter in alle Richtungen, bei Hecken etwa 1 bis 1,5 Meter. Die ideale Pflanzzeit für Maulbeerbäume liegt im zeitigen Frühjahr ab Mitte März. So sind die jungen Pflanzen keinem bedrohlichen Winterfrost ausgesetzt und können den Sommer über gut anwachsen.

Gehen Sie bei der Pflanzung von Maulbeeren im Garten wie folgt vor:

  • Boden tiefgründig lockern, bei schweren Böden Sand und bei Bedarf Kalk einarbeiten.
  • Tiefes Pflanzloch ausheben, mindestens 1,5-mal so groß wie der Wurzelballen.
  • Maulbeerbaum hineinsetzen, mit Erde auffüllen und leicht verdichten.
  • Einzelstehende Maulbeeren mit zwei Pflöcken und Kokosstrick gegen die und mit der Windrichtung anbinden.
  • Gießrand bilden und den ersten Sommer über regelmäßig gut wässern.

Möchte man den Maulbeerbaum im Kübel halten, sollte man auf niedrig bleibende Zwergmaulbeeren zurückgreifen. Der Topf sollte zu Beginn mindestens 20 Liter Volumen fassen und mit einem guten Wasserablauf und einer Drainageschicht ausgestattet sein. Wir empfehlen für die Maulbeere eine nährstoffreiche, lockere Pflanzerde wie unsere Plantura Bio-Universalerde. Der hohe Kompostgehalt speichert anstelle von klimaschädlich abgebautem Torf zuverlässig Feuchtigkeit und gibt sie bei Bedarf an die Pflanzenwurzel ab.

Maulbeere-Baum
Maulbeerbäume in Einzelstellung können zu stattlichen Bäumen heranwachsen [Foto: Roman Kutsekon/ Shutterstock.com]

Pflege des Maulbeerbaums: Schneiden, düngen und Co.

Maulbeeren, besonders die Schwarze Maulbeere (Morus nigra), sind gut schnittverträglich und können somit als Hecke oder auch als Formgehölz gezogen und gut kleingehalten werden. Bei einem starken Schneiden von Maulbeeren sollte man jedoch bedenken, dass die Pflanze im nächsten Jahr deutlich weniger Früchte bilden wird. Maulbeer-Hecken wachsen so buschig und bilden viele Blätter, dafür allerdings weniger Früchte.

Maulbeeren sind im Allgemeinen pflegeleichte Obstgehölze und vertragen auch längere Trockenperioden gut. Voraussetzung hierfür ist natürlich ein gutes Wurzelsystem. Aus diesem Grund sollte in den ersten Monaten nach der Pflanzung oder bei der Topfkultur besonders im Sommer regelmäßig gewässert werden. Ist der Maulbeerbaum gut angewachsen, muss kaum mehr gegossen werden. Eine Düngung ist besonders bei stark fruchtenden Bäumen und in der Topfkultur mit begrenztem Nährstoffangebot wichtig. Maulbeeren besitzen einen mittleren Nährstoffbedarf und sollten erstmalig zu Beginn der Wachstumsperiode im April mit einem Langzeitdünger, wie unserem Plantura Bio-Universaldünger, versorgt werden. Das Granulat wird rund um die Pflanze oberflächlich eingearbeitet und die Nährstoffe langsam durch die Bodenorganismen freigesetzt. Im Juni erfolgt eine Nachdüngung, welche die Maulbeere den Rest des Jahres mit essenziellen Nährstoffen – wie Stickstoff, Phosphor und Kalium – versorgt.

Plantura Bio-Universaldünger
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Häufige Schädlinge am Maulbeerbaum

Allgemein sind Maulbeeren robuste Pflanzen, die nur selten von Krankheiten befallen werden.

Gelegentlich kann der Maulbeerkrebs (Gibberella baccata) Äste abschnüren und zum Absterben bringen.
Schwarze, rechteckige Flecken auf den Blättern bilden sich durch einen Befall mit dem Bakterium Pseudomonas mori. Die Blätter des Maulbeerbaums dienen den Raupen des Seidenspinners als Nahrung, die gefräßigen Produzenten der Seide sind bei uns jedoch nicht heimisch. Aber auch unsere ansässigen Raupen und Schnecken lieben den Geschmack frischer Maulbeer-Blätter.
Junge Pflanzen sollten in den ersten zwei bis drei Jahren mit Leimringen und Schneckenschutz vor Kahlfraß geschützt werden.

Seidenraupen auf Maulbeere-Blättern
Für Seidenraupen, aber auch viele heimische Raupen ist das Laub des Maulbeerbaums wichtige Nahrungsquelle [Foto: HUANG SHENGYUN/ Shutterstock.com]

Ist der Maulbeerbaum winterhart?

Maulbeeren sind in jungen Jahren außerhalb von Weinbaugebieten etwas frost- und kälteempfindlich. Besonders die wärmebedürftige Schwarze Maulbeere sollte jedes Jahr einen guten Winterschutz erhalten oder als junge Topfpflanze in einem Winterquartier kühl, hell und frostfrei überwintert werden. Ältere Maulbeerbäume sind meist völlig winterhart bis -15 °C. Frieren bei extrem niedrigen Temperaturen junge Äste ab, gleicht das starke Wachstum der Maulbeere den Verlust rasch wieder aus.

Maulbeerbaum vermehren

Maulbeeren können aus Samen gezogen oder sortenecht über Stecklinge vermehrt werden.

Die Aussaat von Maulbeersamen erfolgt im Frühjahr auf einer warmen Fensterbank. Mischen Sie hierfür eine nährstoffarme Anzuchterde zu einem Viertel mit Sand und befüllen Sie ein geeignetes Aussaatgefäß. Maulbeeren sind Dunkelkeimer, die Samen sollten mit etwa 2 cm Erde bedeckt und bei etwa 20 °C gut feucht gehalten werden. Nach zwei bis vier Wochen zeigen sich die ersten Keimlinge. Sind die jungen Maulbeeren gewachsen und das erste echte Laubblattpaar zeigt sich, sollten die Pflänzchen in nährstoffreicheres Substrat umziehen. Auspflanzen sollte man die selbstgezogenen, kälteempfindlichen Maulbeerbäume erst im nächsten Jahr. Den Winter verbringen die Jungpflanzen im Haus auf einer hellen Fensterbank.

Stecklinge oder Steckhölzer schneidet man im Sommer mit einem scharfen Messer von den jungen, noch grünen Trieben des Maulbeerbaums. Diese sollten für eine erfolgreiche Vermehrung 10 bis 20 cm lang sein. Zunächst werden alle Blätter bis auf das oberste Blattpaar entfernt. Maulbeer-Stecklinge können in einem Wasserglas bewurzelt oder in nährstoffarmes, zur Hälfte mit Sand verbessertes Substrat gesteckt werden. Die Stecklinge sollten hell und bei 15 bis 20 °C aufgestellt und über die nächsten Wochen gut feucht gehalten werden. Beginnen die Stecklinge damit, frische Blätter zu bilden, können Sie sie in Töpfchen mit Pflanzerde umgesetzen.

Vermehrung der Maulbeere
Maulbeeren lassen sich über Stecklinge und Steckholz leicht und sortenecht vermehren [Foto: skipper_sr/ Shutterstock.com]

Maulbeeren ernten und verwenden

Maulbeerbäume liefern essbare Früchte und werden bereits seit Hunderten von Jahren in den warmen Gebieten des Mittelmeerraums und Asiens kultiviert. Die Erntezeit der Maulbeeren beginnt Ende Juni und dauert bis Ende August an, da die länglichen Sammelfrüchte nacheinander reifen. Kurz vor Erntebeginn der ersten Maulbeeren sollten Sie ein feinmaschiges Netz unter die Bäume spannen, da vollreife Früchte einfach vom Baum abfallen. Sie sind dann nur kurze Zeit haltbar und sollten rasch verwertet oder frisch vernascht werden. Die enthaltenen Samen können übrigens bedenkenlos mitgegessen werden. Die weißen Maulbeeren schmecken einseitig süß und eher fade, der Geschmack dunkler Maulbeeren ist meist deutlich aromatischer, süß-säuerlich, saftig und brombeerartig. Haltbar machen lassen sich die exotischen Früchte in Form von Maulbeer-Sirup, Marmelade, Maulbeersaft oder Fruchtwein. Schonend getrocknete Maulbeeren lassen sich über Monate hinweg aufbewahren. Die gesunden Maulbeeren enthalten neben Fruchtzucker auch antioxidative Farbstoffe, Provitamin A, Vitamin C sowie zahlreiche Mineralstoffe.

Maulbeer-Saft
Maulbeeren sind gesund und lassen sich vielfältig verwerten [Foto: Rimma Bondarenko/ Shutterstock.com]

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