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Pfirsichsorten: Die 20 beliebtesten weiß- & gelbfleischigen Sorten

Kaum ein anderes Obst repräsentiert den Sommer mehr als der süße Pfirsich. Wir stellen Ihnen die 20 beliebtesten weißen und gelben Pfirsichsorten vor.

Reife Pfirsiche in einem Korb
Die saftigen, süßen Früchte lassen sich auch bei uns kultivieren und sind eine herrliche Erfrischung für Zwischendurch [Foto: Africa Studio/ Shutterstock.com]

An einem heißen, staubigen Sommertag ist der Biss in einen herrlich saftigen Pfirsich wunderbar erfrischend. Umso enttäuschender ist es allerdings, wenn das Aroma des gerade frisch im Supermarkt erworbenen Pfirsichs nicht gerade intensiv ausfällt – um nicht gar zu sagen fad. Die beste Möglichkeit, solch eine Enttäuschung zu verhindern, ist sicherlich ein eigener Pfirsichbaum (Prunus persica) direkt vor der Haustür. Doch welche Pfirsichsorte ist die beste?

Die besten Pfirsichbäume für Ihren Garten

Eine riesige Vielfalt an Sorten stiftet einiges an Verwirrung. Die große Anzahl an verfügbaren Sorten stellt jedoch sicher, dass es für jeden Geschmack und jeden Garten auch den passenden Pfirsich gibt. Das Wirrwarr lässt sich glücklicherweise sogar ein wenig ordnen, denn es gibt ein paar Merkmale, nach denen sich die Sorten einteilen lassen. So kann beispielsweise der Zeitpunkt der Reife herangezogen werden. Frühe Sorten beginnen bereits im Juli mit der Reife, während späte Sorten bis in den September hinein noch Früchte tragen. Dabei gilt: Spätreifende Sorten sind generell aromatischer als frühreifende und ihr Fruchtfleisch lässt sich leichter vom Stein lösen.

Im Allgemeinen sind Pfirsiche nicht die frosttolerantesten aller Bäume, weshalb ebenfalls die Einteilung nach Frosthärte möglich ist.

Und auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber der Kräuselkrankheit (Taphrina deformans), einer häufigen Erkrankung von Pfirsichbäumen, kann als Einteilungsmerkmal dienen.

Pfirsichbaum mit Kräuselkrankheit
Pfirsichbäume sind anfällig für die Kräuselkrankheit [Foto: Sergey Kamshylin/ Shutterstock.com]

Häufigstes Kriterium zur Einteilung der Sorten ist jedoch die Farbe des Fruchtfleisches.

Häufige Einteilungskriterien sind also:

  • Zeitpunkt der Reife
  • Frosthärte
  • Widerstandsfähigkeit gegen Kräuselkrankheit
  • Farbe des Fruchtfleisches

Ab und an wird in Sortenbeschreibungen explizit erwähnt, dass die Sorte selbstbefruchtend ist. Davon brauchen Sie sich aber nicht verwirren zu lassen, denn in der Regel sind alle Pfirsichsorten mit wenigen Ausnahmen selbstbefruchtend.

Weißfleischige Pfirsichsorten

Weißfleischige Pfirsichsorten werden vor allem für den frischen Verzehr angebaut, da sie sich durch ihr weicheres Fruchtfleisch schlechter zum Einmachen eignen. Sie bieten ein breites Geschmacksspektrum und stehen im Ruf, verhältnismäßig wenig anfällig gegenüber der Kräuselkrankheit zu sein.

Weißfleischige Pfirsiche in einer Schüssel
Weißfleischige Pfirsichsorten gelten als weniger anfällig gegenüber der Kräuselkrankheit [Foto: Liv friis-larsen/ Shutterstock.com]
  • ‘Benedictine’: Süß sauer und angenehm aromatisch sind die Früchte dieser Sorte. Sie reifen Ende August in großer Zahl, denn ‘Benedictine’ bringt einen sehr hohen Ertrag. Außerdem ist die Sorte robust, beispielsweise eben gegen die gefürchtete Kräuselkrankheit.
  • ‘Franziskus’: Anfang August reifen die schmackhaften Früchte der Sorte ‘Franziskus’. Diese Sorte ist sehr robust und zudem tolerant gegen die Kräuselkrankheit.
  • ‘Helene’: Ab Mitte Juli sind die leicht säuerlichen Früchte dieser Sorte erntereif. Das Gewächs ist widerstandsfähig und seine Blüten zeichnen sich durch ihre gute Frostresistenz aus.
  • ‘Priscilla’: Äußerst robust ist die Sorte ‘Priscilla’. Der Reife im Sommer geht eine überbordende Blüte im Frühjahr voraus. Das Fruchtfleisch ist wunderbar süß und würzig.
  • ‘Wunder von Perm’: Diese altbewährte Sorte brachten Auswanderer einst aus dem Ural nach Deutschland. Charakteristisch ist dementsprechend ihre gute Frosttoleranz. Auch gegenüber diversen Krankheiten zeigt der Pfirsich sich von seiner robusten Seite. Die süßen Früchte reifen zwischen Ende August und Mitte September.
  • ‘Amsden’: Altbewährte robuste Sorte; frühblühend und benannt nach seinem amerikanischen Entdecker
  • ‘Revita’: Neuzüchtung mit besonderer Widerstandskraft gegen die Kräuselkrankheit und andere Pathogene; ausgeprägte Frosttoleranz

Gelbfleischige Pfirsichsorten

Manche behaupten, die gelbfleischigen Pfirsiche seien die besten, da sie im Regelfall süßer und fester als Ihre weißfleischigen Kollegen sind. Somit besonders gut zum Einmachen und Weiterverarbeiten geeignet sind. Wer weiß, vielleicht mag da tatsächlich was dran sein, doch leider sind die Sorten mit gelbem Fruchtfleisch auch stärker anfällig für die lästige Kräuselkrankheit. Sind Sie absoluter Fan gelbfleischiger Sorten, sollte das jedoch kein Hindernis sein, denn auch hier gibt es einige robustere Vertreter.

Gelbfleischige Pfirsiche
Das Auge isst mit – kein Wunder also, dass gelbfleischige Sorten so beliebt sind [Foto: Valentyn Volkov/ Shutterstock.com]
  • ‘Dixired’: Die intensiv rot gefärbten Früchte der alten Sorte ‘Dixired’ reifen bereits früh im Jahr in der Zeit zwischen Mitte Juli und Mitte August. Diese Sorte stammt aus den USA und ist weniger anfällig gegenüber der Kräuselkrankheit.
  • ‘Proskauer Pfirsich’: In raueren Regionen ist der Anbau des ‘Proskauer Pfirsichs’ empfehlenswert. Diese Pfirsichsorte produziert intensiv aromatische Früchte, die bis Anfang September reifen. Gegenüber Frost und Kräuselkrankheit zeigt sie sich widerstandsfähig.
  • ‘Redhaven’: Der schöne aufrechte Pfirsichbaum trägt äußerst saftige süße Früchte mit einer zart säuerlichen Note. Die Früchte reifen weder früh noch spät, sondern Mitte August. Der Ertrag fällt dabei sehr hoch aus – dafür ist diese Sorte leider recht anfällig für die Kräuselkrankheit.
  • ‘Fairhaven’: Die Früchte des großwüchsigen ‘Fairhaven’ reifen erst Mitte bis Ende August und sind daher angenehm aromatisch und süß und dabei auch noch äußerst saftig.
  • ‘Spring Lady Merspri’: Diese noch recht junge Pfirsichsorte trägt große und geschmackvolle Früchte. Diese reifen bereits im Juli. Wie bei anderen frühreifen Pfirsichsorten auch lässt sich daher der Kern nicht so leicht vom Fleisch lösen, doch dafür sind die Blüten äußerst frostresistent.
  • ‘Symphonie’: Ende August reifen die Früchte dieser widerstandsfähigen Sorte.
  • ‘Avalon Pride’: Früh tragende Sorte mit Resistenz gegenüber der Kräuselkrankheit
  • ‘Starcrest’: Stark wachsende, besonders früh tragende Sorte

Weinbergpfirsich-Sorten

Weinbergpfirsiche, umgangssprachlich auch Blutpfirsiche genannt, gehören zu den älteren Vertretern der Pfirsichsorten. Wie ihr Name verrät, wurden sie früher gerne in Weinbergen an freie Stellen gesetzt. Lange wurden sie dann vergessen und vernachlässigt, doch durch einige Initiativen werden Weinbergpfirsiche auch heutzutage – beispielsweise an der Mosel – wieder gepflanzt. Die Reifezeit fällt in etwa in die Zeit der Weinlese, also zwischen Ende August und Anfang September. Es gibt verschiedene Unterarten des Weinbergpfirsichs, die sich in der Farbe des Fruchtfleisches und der Schale (jeweils von Dunkelrot bis Weiß) unterscheiden, sich aber ansonsten in allen anderen Eigenschaften gleichen.

Die Pfirsiche sind häufig weniger süß, jedoch kräftig aromatisch und hervorragend für die Verarbeitung in der Küche geeignet, beispielsweise als Pfirsichmarmelade oder Pfirsichlikör. Durch ihre recht starke Behaarung sind sie zudem gut vor frechen Wespen geschützt, die sonst gern ein Stück vom süßen Pfirsich abnagen würden. Auch die Kräuselkrankheit macht den Weinbergpfirsichen weniger zu schaffen als so manch anderen Pfirsichsorten. Zudem sind Weinbergpfirsiche samenecht, können also über Samen direkt vermehrt werden.

Weinbergpfirsich-Bäume am Wegesrand
Auch an der Mosel werden wieder Pfirsiche in den Weinbergen gepflanzt [Foto: IndustryAndTravel/ Shutterstock.com]
  • ‘Poysdorfer Weinbergpfirsich’: Das süße Wildpfirsicharoma ist typisch für den ‘Poysdorfer Weinbergpfirsich’. Auffällig ist seine spärliche Behaarung im Vergleich zu anderen Weinbergpfirsichen. Die historische Sorte stammt aus dem österreichischen Ort Poysdorf nahe der tschechischen Grenze und zeichnet sich durch ihren hohen Ertrag und die späte Ernte zwischen Ende August bis Mitte September aus. Pluspunkte sind auch die Frostresistenz und die Robustheit gegenüber der Kräuselkrankheit.
  • ‘Roter Weinbergpfirsich’: Der ‘Rote Weinbergpfirsich’ wird schon seit Jahrhunderten in den Weinbaugebieten an der Mosel angebaut. Der stark behaarte Pfirsich reift erst im September und hat ein tiefrotes Fruchtfleisch. Sein Geschmack ist herbsüß und dabei wunderbar aromatisch. Wer das Süße bevorzugt, sollte allerdings die Schale entfernen, bevor er den Pfirsich genießt.
  • ‘Winzertraum’: Wie für Weinbergpfirsiche typisch gehört diese Sorte zu den althergebrachten Züchtungen. Ganz und gar untypisch ist hingegen, dass die Frucht völlig unbehaart ist.

Zwergpfirsich-Sorten

Wenn es an Platz mangelt, dann ist ein Zwergpfirsich die richtige Wahl. Die kleinen Bäumchen lassen sich sogar im Kübel auf der Terrasse halten und sind besonders zur Blüte im Frühjahr äußerst dekorativ. Da Pfirsiche im Allgemeinen jedoch mit Frost und Kälte Probleme haben, sollten Sie den Kübel im Winter gut isolieren, beispielsweise mit Noppenfolie. Das verhindert ein Durchfrieren des Wurzelballens. Natürlich gibt es auch unter den Zwergpfirsichen die verschiedensten Sorten:

  • ‘Crimson Bonfire’: Wie für einen Zwergpfirsich typisch ist der Wuchs von ‘Crimson Bonfire’ langsam. Auch beim Fruchten ist die Sorte eher ein Spätzünder und so reifen die leckeren Pfirsiche erst Mitte September. Eine besondere Zierde sind die roten Blätter, mit denen sich ‘Crimson Bonfire’ schmückt.
  • ‘Bonanza’: Die wunderbar roten Früchte dieser Sorte reifen zwischen August und September. Der Baum erreicht eine Höhe von maximal 120 Zentimetern.
  • ‘Diamond’: Schon im Juli trägt dieser Zwergpfirsich seine großen weißfleischigen Früchte.

Platt-/Tellerpfirsich-Sorten

Plattpfirsiche sind nicht nur eine Sorte, sondern sogar eine Varietät unter den Pfirsichen mit dem wissenschaftlichen Namen Prunus persica var. platycarpa. Sie entstand vor mehr als 2000 Jahren in China, wo sie seither geliebt und geschätzt wird. Auch in die europäischen Supermärkte haben die großen flachen Früchte mittlerweile Einzug gehalten. Doch hier entsteht nicht selten Verwirrung, denn oftmals werden die scheibenförmigen Früchte als Weinbergpfirsiche oder Wildpfirsiche gehandelt. Diese Bezeichnung ist aber schlichtweg falsch, denn Plattpfirsiche sind weder wilder als andere Pfirsichsorten noch haben sie irgendetwas mit dem kleinen runden Weinbergpfirsich zu tun.

Plattpfirsiche
Plattpfirsiche lassen sich durch ihre abgeflachte Form eindeutig von anderen Pfirsichsorten unterscheiden [Foto: ju_see/ Shutterstock.com]

Plattpfirsiche, auch Tellerpfirsiche genannt, sind leicht zu erkennen an der flachen Form der Früchte. Das weiße oder gelbliche Fruchtfleisch ist ungeheuer aromatisch. Der hohe Zuckeranteil tut sein Übriges. In der Mitte findet sich ein im Verhältnis zu anderen Pfirsichen kleiner Stein, der sich gut vom Fruchtfleisch lösen lässt. Leider sind die Bäume recht anfällig gegenüber der Kräuselkrankheit.

  • ‘UFO3’ und ‘UFO4’: Die Vertreter der ‘UFO’-Reihe tragen schon Anfang Juli ihre großen rosa Früchte. Das Fruchtfleisch ist weiß und schmeckt äußerst süß. Früchte dieser Sorten sind häufig im Supermarkt zu finden.
  • ‘Jalousie’: ‘Jalousie’ trägt im Gegensatz zu den ‘UFO’-Pfirsichen gelbfleischige Früchte mit kräftig gelbroter Schale. Die Früchte sind groß und schmecken intensiv würzig.
  • ‘Saturn’: Ebenfalls gelbes Fruchtfleisch haben die herrlich süß-saftigen Früchte von ‘Saturn’. Diese Sorte ist zudem sehr gut kältetolerant.

Falls Sie noch mehr über Pfirsiche wissen wollen, haben wir für Sie alle Informationen zum Thema Pfirsichbaum in einem Spezial-Artikel zusammengefasst.

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