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Physalis anbauen: Experten-Tipps zu Standort, Aussaat & Co.

Die gesunde Physalis kann auch bei uns kultiviert werden. Alles was Sie zum Anbau von Physalis im eigenen Garten wissen sollten, erfahren Sie hier.

Eine Physalis

Die Kapstachelbeere trägt in ihren Blütenblättern leckere Beeren, die sie so beliebt machen [Foto: SURAKIT SAWANGCHIT/ Shutterstock.com]

Die Physalis (Physalis peruviana) oder auch Kapstachelbeere wird hierzulande immer beliebter, was nicht nur an ihrem schönen Äußeren liegt, sondern auch an dem großartigen Geschmack der Früchte und den leichten Voraussetzungen zum erfolgreichen Anbau. Wie dieser richtig gemacht wird und auf welche Dinge Sie dabei besonders achten sollten, zeigen wir Ihnen hier.

Physalis anbauen

Die Physalis ähnelt nicht nur äußerlich ihrer Verwandten der Tomate (Solanum lycopersicum), bei der es sich ebenfalls um ein Nachtschattengewächs (Solanaceae) handelt, sondern auch in Bezug auf Standort, Anspruch und Pflanzung. Die Physalis ist an die meisten Bodentypen anpassbar und wächst fast überall. Damit Ihre Pflanze jedoch viele Früchte hervorbringt, sollte diese am besten in Böden mit geringer Fruchtbarkeit gepflanzt werden. In einem Boden mit überhöhtem Nährstoffanteil neigt sie nämlich dazu, ihre Energie in das Wachstum zu stecken und nicht in die Früchte. Die besten Ergebnisse lassen sich in Kies- oder sandigen Böden erzielen. Kapstachelbeeren gedeihen besonders gut in der Sonne, auf Feldern, Gräben oder unter anderen Kulturen. Wenn Sie in einer kälteren Region leben, muss die Kapstachelbeere vor Frost geschützt werden. Dabei reicht es völlig aus, sie neben einem Gebäude oder einer Mauer zu pflanzen. Mit ein wenig Glück und der folgenden Anleitung, werden Sie mehrjährig Freude an Ihrer Kapstachelbeere haben.

Physalis im Beet

Die Physalis fühlt sich in einem sandigen Boden sehr wohl [Foto: Volodymyr Nikitenko/ Shutterstock.com]

Physalis anbauen: Der richtige Standort

Die Physalis bevorzugt es, im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen, direkt in der prallen Sonne zu stehen. Nur so kann sie ein optimales Wachstum erreichen und ein gleichmäßiges Reifen wird gewährleistet. Der Boden sollte eher feucht sein, das heißt einen moderaten bis hohen Wassergehalt aufweisen, damit die Pflanze nicht austrocknen kann. Wasserstress würde sich nur negativ auf Wachstum, Reife und Geschmack der Früchte auswirken. Eine gute Durchlüftung im Pflanzenbestand sollte ebenso gefördert werden, damit keine Staunässe im Blattwerk entstehen kann. Auch die Pflanzdichte sollte nicht zu eng gewählt werden, um Schädlingsbefall und Krankheiten entgegen zu wirken.

Wann Physalis anbauen?

Die Pflanzzeit hängt in erster Linie von der Art der Pflanzung ab. Im Falle der Physalis haben wir folgende drei Möglichkeiten: Entweder Sie säen Samen der Pflanze ab Februar in Anzuchtkästen, verwenden Stecklinge aus dem Vorjahr, welche Sie Mitte Mai auspflanzen oder aber Sie besorgen sich fertige Topfpflanzen aus der Gärtnerei Ihres Vertrauens. Da die Physalis den hiesigen Frost mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht überleben wird – dies betrifft leider auch die frostresistenten Sorten – sollten Sie darauf achten, die Pflanze erst auszupflanzen, wenn der letzte Frost passé ist. Dies ist meistens nach den Eisheiligen (Mitte Mai) der Fall.

Physalis Setzlinge

Bevor sie ins Beet kommen, müssen die Physalis-Setzlinge vorgezogen werden [Foto: Iva Vagnerova/ Shutterstock.com]

Physalis im Topf oder Beet anbauen?

Ob der Anbau im Topf oder Beet erfolgt, hängt in erster Linie davon ab, ob Sie die Pflanze ein- oder mehrjährig nutzen wollen. Für einjährige Kulturen ist es einfacher, die Pflanzen in einem Beet anzubauen und das ganze Jahr an diesem Standort zu lassen. Nach der Ernte bietet es sich dann an, Stecklinge von den besten Pflanzen zu schneiden, um im nächsten Jahr die erfolgreiche Kultur weiterzuführen. Sollten Sie vorhaben, Ihre Pflanzen zu überwintern, lohnt es sich, diese gleich in Töpfe zu setzen, um das Ein- und Ausgraben zu vermeiden. Hierbei ist es wichtig, zu einem Topf zu greifen, der nicht ganz geschlossen ist, um ein Abrinnen des überschüssigen Wassers zu ermöglichen. Die Größe des Topfes sollte so gewählt werden, dass er mindestens einen Durchmesser von 30 Zentimetern und eine Tiefe von 50 Zentimetern hat, um der Pflanze genügend Platz zu bieten. Achten Sie beim Substrat darauf, dass dieses gut durchlässig ist. Fehlt es an einer ausreichenden Durchlüftung des Substrates, mischen Sie einfach etwas Sand oder Kies unter, bis dieses locker genug ist. Nährstoffgehalt und pH-Wert einer handelsüblichen Blumenerde sind für die Physalis genau richtig.

Physalis in einem Topf

Auch in einem Topf kann die Physalis angebaut werden [Foto: Petra Schueller/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung: Physalis im Topf oder Beet anbauen?

  • Damit Ihre Pflanze die meisten Früchte hervorbringt, sollte diese am besten in Böden mit geringer Fruchtbarkeit gepflanzt werden
  • Die besten Ergebnisse bekommen Sie in sandigen Böden oder Kiesböden
  • Wählen Sie die für Ihre Verhältnisse am besten geeignete Anbauform

Physalis aussäen oder pflanzen?

Die Frage ob ausgesät oder gepflanzt werden soll, ist in erster Linie eine Kostenfrage, da Samen deutlich günstiger ausfallen als junge Pflanzen. Sollten Sie jedoch beabsichtigen, nur eine beziehungsweise eine Hand voll Pflanzen auszusetzen, sollten Sie besser zu Jungpflanzen greifen, da Ihnen so Zeit und Arbeit erspart bleiben. Wenn Sie mehrere Pflanzen setzen wollen. ist die Anzucht von Samen durchaus die kostengünstigere Option, die bei richtigem Vorgehen zu sehr guten Ergebnissen führen kann.

Physalis aussäen

Die Samen können entweder bei der Gärtnerei oder im Internet gekauft werden, es ist aber auch möglich, diese selbst zu gewinnen, indem man sie aus dem Fruchtfleisch entfernt. Diese sollten jedoch sehr gut getrocknet und beispielsweise auf ein Butterpapier oder eine Küchenrolle verteilt und in die Sonne gelegt werden. Die Samen können dann bis Januar, wenn sie wieder gebraucht werden, in einer Dose überwintern. Achten Sie darauf, dass sie nicht zu viel Feuchtigkeit abkriegen, da sie sonst leicht schimmeln könnten.

Im Januar können Sie dann mit dem Anzüchten der Samen beginnen. Hierfür kaufen Sie entweder fertige Anzuchtgefäße und Erde, oder Sie mischen sich selbst ein geeignetes Substrat an. Zur Anzucht benötigen Sie ein möglichst nährstoffarmes Substrat, welches eine gute Ausbildung der Wurzeln ermöglicht. Verwenden Sie dazu einfach Gartenerde, welche Sie im Verhältnis 1:1 mit Sand mischen.  Wenn Sie eigene Anzuchterde anmischen, sollten Sie diese in einem offenen Gefäß im Backofen oder in der Mikrowelle auf 100 °C erhitzen, um diese zu sterilisieren.

Samen werden ausgesät

In geeigneter Anzuchterde kann man die Samen der Physalis ab Januar aussäen [Foto: schankz/ Shutterstock.com]

Füllen Sie nun die Anzuchttöpfchen oder den Topf mit dem Substrat, streuen Sie die Samen gleichmäßig und nicht zu dicht darauf und drücken Sie dieses gleichmäßig an. Bewässern Sie die Töpfe nun gleichmäßig und achten Sie darauf, dass die Samen nicht weggewaschen werden. Am besten eignet sich hierfür eine kleine Sprühflasche.

Nun stellen Sie die vorbereitete Anzuchtschalen an einen warmen, hellen Platz – vorzugsweise in ein kleines Anzuchtgewächshaus. Das schützt die empfindlichen keimenden Samen vor Austrocknung.  Die Anzuchtschalen sollten allerdings nur so lange im Anzuchtgewächshaus gelassen werden, bis die ersten Keimlinge entstehen. Holen Sie die Keimlinge möglichst bald aus dem Anzuchthaus, um Pilzkrankheiten zu vermeiden. Falls der Ort, an dem Sie die Anzuchtgefäße platziert haben, zu dunkel ist, können Sie sich mit einem Pflanzlicht behelfen. Sobald die Wetterverhältnisse draußen es zulassen, das heißt sobald die Temperaturen über 10 °C steigen, können die Pflanzen vereinzelt und tagsüber ins Freie gestellt werden.

Physalis pflanzen

Suchen Sie einen sonnigen, geschützten Standort aus – am besten nahe einer Mauer, welche die Wärme speichern und über Nacht an die Pflanze abgeben kann. Graben Sie ein Loch, welches auf jeder Seite circa fünf bis zehn Zentimeter größer als der Topf ist. Lockern Sie die Erde auf und mischen Sie diese bei Bedarf mit Kies oder Sand, um die Nährstoffbilanz zu senken und eine gute Durchlüftung des Bodens zu gewährleisten (sandige Böden sollten nicht mehr mit Kies gemischt werden). Setzen Sie die Physalis ein und füllen Sie den Rest mit der durchmischten Erde auf. Nun drücken Sie das frische Erdreich locker an und gießen die Sträucher ordentlich. Halten Sie beim Pflanzen einen Abstand von circa einem halben Meter zwischen den einzelnen Sträuchern ein, um eine gute Durchlüftung zu schaffen. Falls Sie die Pflanze in einem Topf pflanzen wollen, sollten Sie die Erde ebenfalls mit Sand oder Kies mischen. Auch für Physalis im Topf bietet sich ein sonniger und geschützter Standort nahe einer Mauer an.

Ein Pflanzloch wird ausgehoben

Vor dem Einpflanzen muss ein Pflanzloch für den Wurzelballen der Physalis ausgehoben werden [Foto: Poprotskiy Alexey/ Shutterstock.com]

Vorgehen beim Pflanzen von Physalis:

  1. Loch ausheben
  2. Erde durchmischen und auflockern
  3. Physalis einsetzen
  4. Mit durchmischter Erde auffüllen
  5. Gründlich und gleichmäßig andrücken
  6. Ausgiebig angießen

Mehr Informationen zum Pflegen der Physalis erhalten Sie hier in unserem Spezial-Artikel.

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