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Quitten ernten: Vorgehen, Erntezeit & Lagerung

Quitten sind recht lange haltbar, wenn man weiß, wie man sie richtig lagert. Wir zeigen, wann und wie man die Früchte richtig erntet und stellen verschiedene Möglichkeiten der Lagerung und Konservierung vor.

Quitten werden vom Baum geerntet
Quitten werden mit der bloßen Hand direkt vom Baum abgedreht [Foto: beton studio/ Shutterstock.com]

Wenn die goldgelben Früchte die Äste beschweren und das Jahr vorangeschritten ist, dann kommt langsam, aber sicher die Zeit der Quittenernte. Alles zum richtigen Vorgehen und was es zu beachten gibt, erfahren Sie hier.

Quitten ernten

Bis zu 50 Kilogramm Ernte bringt ein durchschnittlicher Quittenbaum im Jahr. Das ist eine reiche Ernte, auch wenn die ersten Früchte sich wohl erst nach 4-8 Jahren blicken lassen. Aber wenn der Baum einmal alt genug ist, so gibt es kein Halten mehr. Umso wichtiger, dass Sie sich mit der richtigen Ernte und Lagerung einmal ausführlicher auseinander setzen.

Der perfekte Erntezeitpunkt bei Quitten

Der perfekte Zeitpunkt für die Ernte von Quitten ist recht variabel. Je nach Sorte liegt er irgendwo zwischen September und November. Doch der optimale Erntezeitpunkt hängt nicht nur von der Sorte ab, sondern auch von Ihrem Vorhaben mit der Quitte. Möchten Sie diese direkt verarbeiten, so sollten Sie die Quitten am besten reif ernten, denn dann sind sie am aromatischsten. Sie erkennen reife Quitten an der gleichmäßig goldgelben Schale und dem intensiven würzigen Duft, der von den Früchten ausgeht. Zudem sind die Quitten dann leicht vom Baum abdrehbar. Sind Sie sich dennoch nicht ganz sicher, ob die Quitten schon reif sind, so können Sie eine Frucht öffnen und die Farbe der Kerne überprüfen. Wenn diese braun gefärbt sind, so sind die Früchte reif. Ernten Sie die Früchte jedoch rechtzeitig, bevor sich braune Flecken auf den Früchten zeigen oder die ersten längeren Fröste auftreten.

Quitten auf einem Tisch
Der optimale Erntezeitpunkt richtet sich danach, was Sie mit den Früchten vorhaben [Foto: D.Semra/ Shutterstock.com]

Sollen die Quitten nach der Ernte noch gelagert werden, so dürfen sie nicht erst im reifen Zustand geerntet werden. Der optimale Erntezustand ist dann erreicht, wenn die Farbe der Quitten vom Grünen ins Gelbe umschlägt. Dann beginnen die Früchte ihren Flaum zu verlieren. Zu diesem Zeitpunkt geerntete Quitten sind an einem kühlen Ort zwei bis drei Monate lagerfähig. Früher sollten die Früchte jedoch nicht geerntet werden, da sonst das Aroma zu stark leidet.

Erntezeitpunkt von Quitten für die direkte Verarbeitung:

  • Goldgelbe Schale
  • Würziger Duft
  • Früchte leicht vom Baum abdrehbar
  • Kerne braun gefärbt

Erntezeitpunkt von Quitten für die Lagerung:

  • Farbumschlag grün zu gelb
  • Quitten beginnen, Flaum zu verlieren

Wie erntet man Quitten richtig?

Egal ob Sie die Quitten beim Farbumschlag von Grün zu Goldgelb, oder erst in vollreifem Zustand ernten, die Ernte von Quitten ist denkbar einfach. Drehen Sie die Früchte einfach vom Ast ab. So brechen sie genau an der vom Baum geplanten Sollbruchstelle. Achten Sie bei der Ernte darauf, dass keine Druckstellen entstehen. Diese können beim späteren Einlagern zu faulen beginnen. Nach der Ernte reifen die beim Farbumschlag geernteten Quitten nach.

Quitten lagern und haltbar machen

Noch nicht vollständig ausgereifte Quitten lassen sich hervorragend auch über längere Zeiträume hinweg lagern. Zwei bis drei Monate sind dabei durchaus normal. Einige Quittensorten eignen sich dabei besser für die Lagerung als andere. Während die ‘Fränkische Hausquitte’ durchaus auch einige Monate im Lager bleiben kann, sollte die ‘Portugiesische Birnenquitte’ zügig verarbeitet werden. Das Lager sollte stets kühl sein. Eine Temperatur zwischen 0 und 2° C ist dafür optimal, Hauptsache ist jedoch, dass das Lager frostfrei ist. Meist sind alte Keller bestens zur Lagerung geeignet. Auch im Kühlschrank können Quitten zeitweilig gelagert werden, doch nehmen sie dort allzu viel Platz weg. Bei langer Lagerung kommt es vor, dass das Fruchtfleisch der Quitten innen braun wird. Das muss nicht heißen, dass die Frucht schlecht geworden ist. Ein Zeichen, dass nun die Zeit zur Verarbeitung gekommen ist, ist es aber allemal.

Tipp: Da Quitten einen sehr starken Duft verströmen, ist es sinnvoll, Quitten allein zu lagern. Sonst besteht die Gefahr, dass sich das Aroma der Quitten auf andere in der Nähe liegende Früchte niederschlägt.

Kann man Quitten einfrieren?

Bleibt in der Erntesaison nicht genug Zeit, um all die Quitten zu verarbeiten, so können Quitten auch eingefroren werden. Dazu sollten Sie die Quitten zunächst schälen und entkernen. Quittenkerne enthalten wie viele andere Kerne auch geringe Anteile an für uns giftiger Blausäure. Aus diesem Grund sollten sie auf den Verzehr der Kerne besser verzichten. Nach dem Entkernen können Sie die Quitten in beliebig große Stücke schneiden. Um das Aroma zu erhalten, sollten Sie die Quittenstücke nun blanchieren, also kurz in heißes Wasser schmeißen. Die Schale, die dabei entsteht, können Sie trocknen und als Tee verwenden.

Getrocknete Quitten in einem Korb
Getrocknete Quitten eignen sich gut als Teezusatz [Foto: PosiNote/ Shutterstock.com]

Kann man Quitten trocknen oder dörren?

Gedörrte Quitten sind besonders schmackhaft und ein gesunder Snack für zwischendurch. Säubern Sie zunächst die Quitten und achten Sie darauf, dass jeglicher Überrest des weichen Flaumes entfernt wird. Schneiden Sie nun die Quitte in Spalten und entfernen Sie die Kerne. Die optimale Dicke der Spalten beträgt etwa 8 Millimeter. Tunken Sie nun alle Schnitze in Zitronenwasser. Dann geht es ans Dörren. Der schnellste Weg ist das Dörren im Backofen. Etwa 8-10 Stunden bei 60° C brauchen die Quittenspalten, um die gewünschte weiche und ledrige Konsistenz zu bekommen. Vergessen Sie jedoch nicht, ab und an die Feuchtigkeit aus dem Backofen zu lassen.

Tipp: Energiesparender können Sie vorgehen, wenn Sie einen Kachelofen oder ähnliches haben, auf dem Sie die Quittenspalten auslegen können. Alternativ können Sie die Stücke auch auffädeln und über der Heizung aufhängen.

Quitten in der Küche verwenden

Zwar sind Quitten in der heutigen Zeit etwas in Vergessenheit geraten, doch es haben sich unzählige Rezepte erhalten, die sich inzwischen neuer Beliebtheit erfreuen. Der Klassiker ist dabei wohl das heiß begehrte Quittengelee. Dieses ist deutlich feiner als Marmelade und wird aus dem Saft der Quitte hergestellt. Da Quitten reich an dem Geliermittel Pektin sind, benötigen Sie für Quittengelee weit weniger Gelierzucker als für Gelees und Marmelade aus anderen Früchten. Der Saft der Quitte ist im Übrigen eine weitere Spezialität. Das würzige Aroma ist ein Geschmackserlebnis der besonderen Art und kann auch Apfel- oder Birnensäfte verfeinern. Doch die Verwendungsmöglichkeiten von Quitten gehen weit über das Wohlbekannte hinaus. So gibt es nicht nur Quittenschnaps und Quittenlikör, sondern auch leckere Rezepte für Quittenkompott, Quittenmus oder Quittenkuchen. Einige servieren gebackene Quitten auch als Beilage zu Fleisch oder machen die Früchte mit Weißwein ein. Ihrer Kreativität sind also keine Grenzen gesetzt.

Quittenbrot in Scheiben
Wohlbekannt ist auch das süße Quittenbrot. Zur Herstellung dieser Delikatesse wird Quittenmarmelade eingekocht und in ausgestrichenem Zustand getrocknet [Foto: hlphoto/ Shutterstock.com]

Vor der Verarbeitung sollten Sie jedoch den bitteren Flaum rund um die Quitte beseitigen. Verwenden Sie dazu ein grobes Geschirrtuch oder eine Messingbürste und entfernen Sie jeden kleinsten Rest, da der Flaum Bitterstoffe enthält. Auch Kerne sollten aufgrund der enthaltenen Blausäure entfernt werden. Diese schmeckt nicht nur bitter, sondern ist für und Menschen in höheren Dosen auch giftig. Eingekochte Speisen wie etwa Kompott, Quittenbrot oder Quittengelee sind bis zu ein Jahr haltbar, wenn Sie beim Abfüllen oder Zubereiten auf ausreichend Hygiene achten. Eingefroren werden müssen diese Produkte deshalb nicht.

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