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Sanddorn im Garten: Alles zum Pflanzen, Schneiden & die besten Arten

Wie und wo kann man Sanddornpflanzen im Garten anbauen? Was muss man beim Schneiden von Sanddorn beachten? Wir geben Tipps zur Pflege und verraten, wie man die Frucht als Sanddornsaft, -öl und -likör verwenden kann.

Sanddorn mit Beeren
Der Sanddorn wird im Garten immer beliebter [Foto: Tatyana Mi/ Shutterstock.com]

Sanddorn (Hippophae rhamnoides) im eigenen Garten? Vor einigen Jahren galt die Pflanze noch als echter Exot, mittlerweile sind die orange-leuchtenden Sträucher jedoch regelrecht zum Trend bei Hobbygärtnern geworden. Zurecht – denn Sanddorn ist nicht nur ein echter Hingucker in jedem Garten, seine gesunden Früchte sind auch ein echtes Superfood und können vielfältig verwendet werden. Wie Sie langjährig hohe Erträge erzielen, welche Pflegemaßnahmen notwendig sind und wofür die Früchte des Sanddorns verwendet werden können, verraten wir Ihnen hier.

Sanddorn: Herkunft und Eigenschaften

Ursprünglich stammt der Sanddorn vor allem aus Nepal. Von hier aus verbreitete er sich über den gesamten Kaukasus bis nach China, Kanada und Skandinavien. Während der ersten Eiszeit kam die Pflanze aus Zentralasien auch nach Mitteleuropa, sodass sie heute auch in Deutschland als heimisch gilt. Der Sanddorn gilt heute als wichtigster Vertreter der Ölbaumgewächse (Elaeagnaceae).

Übrigens: Sein lateinischer Name lässt sich übersetzen mit „glänzendes Pferd“ – denn tatsächlich galt der Sanddorn über Jahrhunderte vorwiegend als Heilpflanze für Tiere und kam insbesondere bei der Fellpflege von Pferden zum Einsatz.

Vor dem Hintergrund der vielfältigen Verwendung von Sanddorn als Nahrungsmittel wurde er in Deutschland allerdings erst seit Ende der 1960er-Jahre in der DDR kultiviert und gezielt großflächig angebaut. Heute ist China internationaler Vorreiter im Sanddorn-Anbau, während Frankreich in Europa die Spitzenposition übernommen hat. Besonders in den französischen Alpen ist eine Konfrontation mit der außergewöhnlichen Pflanze keine Seltenheit, nicht zuletzt, da sie dort über die regionale Weiterverarbeitung ihren Weg in sämtliche Läden für französische Spezialitäten findet. Neben den leuchtenden orangeroten und oval geformten Früchten, welche zahlreich die Zweige der bis zu sechs Meter hohen Sträucher zieren, erkennt man den Sanddorn auch an seinen schmalen, graugrünen und weiß-silbrig behaarten Blättern, die wechselständig angeordnet sind. Relativ unscheinbar hingegen sind die kleinen grün-braunen Blüten, die im Frühjahr zwischen März und Mai an den Trieben aus dem Vorjahr aufblühen. Der Sanddorn ist außerdem zweihäusig, das heißt an einer Pflanze sitzen entweder nur männliche oder weibliche Blüten. Aus diesem Grund können die weiblichen Pflanzen nur Früchte tragen, wenn sie zuvor von einem männlichen Partner in unmittelbarer Nähe bestäubt wurden.

Ernte der Sanddorn-Früchte
Sanddorn wurde in der DDR großflächig angebaut [Foto: Mantikorra/ Shutterstock.com]

Die besten Sanddornarten und -sorten

Neben dem wilden Sanddorn gibt es mittlerweile auch eine Auswahl an Zuchtformen, die besonders für den Anbau im Garten geeignet sind. Im Gartenhandel werden dabei häufig männliche und weibliche Zuchtformen unterschieden, wobei nur die weiblichen später auch die markanten orange-roten Früchte ausbilden. Hier finden Sie eine Übersicht über die besten Sanddornsorten für den Anbau im Garten.

Weibliche Sanddornsorten

Im Garten am verbreitetsten sind weibliche Sanddornpflanzen, da sie als einzige die orangen Früchte ausbilden, die von August bis Ende September geerntet werden können. Von März bis April zeigen die weiblichen Sanddornpflanzen außerdem unscheinbare grünlich-braune Blüten. Zu den beliebtesten fruchtenden Sanddornsorten im Garten zählen: 

‘Askola’:

  • Stark wüchsige Sorte, die ohne Schnitt Wuchshöhen von bis zu 5 m erreicht
  • Gute Regeneration nach Rückschnitt, aber windbruchgefährdet
  • Sehr dichter Fruchtansatz mit tieforangen, süß-säuerlichen Früchten
  • Mäßige Bedornung

‘Frugana’: 

  • Starker, in die Höhe gerichteter Wuchs bis zu 4 m Höhe
  • Starke Regeneration nach Rückschnitt, aber windbruchgefährdet
  • Frühe Sorte mit Fruchtreife ab Anfang August
  • Viele glänzend orange Früchte; Saft mild im Geschmack
  • Geringe Verzweigung und Bedornung

‘Hergo’: 

  • Mittlerer, aufrechter und gut verzweigter Wuchs; bei starkem Behang leicht überhängend
  • Sehr gute Regeneration nach Rückschnitt; besonders witterungsfest
  • Besonders ertragreich; hellorange, farbinstabile Früchte
  • Schnelle Ernte notwendig, da Früchte ansonsten ranzig werden

‘Leikora’: 

  • Starker, kompakter und breit aufrechter Wuchs
  • Gute Regeneration nach Rückschnitt
  • Späte Sorte mit Fruchtreife von Anfang September bis Ende Oktober
  • Dunkelorange, tröpfchenförmige Früchte
  • Besonders langsamer Vitamin C-Abbau nach Ernte 
Reife Sanddornbeeren
Von Sanddorn existieren diverse weibliche Sorten [Foto: ALEXANDER V EVSTAFYEV/ Shutterstock.com]

Männliche Sanddornsorten

Wenn Sie Sanddorn nicht nur aus ästhetischen Gründen pflanzen, sondern auch in den Genuss der Früchte kommen wollen, ist es unabdingbar, auch einen männlichen Sanddorn in Ihrem Garten anzusiedeln. Nur so können die weiblichen Sanddornpflanzen bestäubt werden und ihre Früchte entwickeln. Im Gartenhandel wird die männliche Zuchtform des Sanddorns meistens unter dem Namen ‘Pollmix’ vermarktet. Hierbei handelt es sich um andere Sorten, die auf eine starke Pollenproduktion hin gezüchtet wurden. Sie werden je nach Blütezeitpunkt unterschieden:

‘Pollmix’

  • Männliche Sanddorn-Zuchtform, bildet daher keine Früchte
  • Braun-orange Blüten
  • Wertvoller Pollenspender
  • Sehr winterhart
  • Insgesamt vier verschiedene Typen, die sich anhand ihres Blütebeginns unterscheiden
    • ‘Pollmix 1’: Frühe Blüte, beinahe dornenlos
    • ‘Pollmix 2’: Mittelfrühe Blüte, stark bedornt
    • ‘Pollmix 3’: Mittelfrühe bis späte Blüte, schwach bedornt
    • ‘Pollmix 4’: Mittelfrühe Blüte, wenig bedornt
Ast des Sanddorn mit Blüten
Der Sanddorn ‘Pollmix’ hat braun-orange Blüten [Foto: Streltsova Maria/ Shutterstock.com]

Sanddornbaum im Garten anbauen

Sanddorn wird immer beliebter. Kein Wunder, dass sich mehr und mehr Gärtner einen eigenen Sanddornstrauch wünschen. Glücklicherweise ist der Anbau von Sanddorn im Garten relativ unkompliziert, wenn man weiß, worauf man achten muss.

Sanddorn im Garten pflanzen

Der beste Zeitpunkt, um Sanddorn im Garten zu pflanzen, ist zwischen Oktober und November oder Ende Februar. Sanddorn bevorzugt luftige, sandige Böden, die ein leicht saures bis basisches Milieu aufweisen und nicht zu nährstoffreich sind. Schweren Böden sollte mindestens ein Drittel Sand untergemischt werden. Je leichter der Boden wird, umso weniger ist hier vonnöten. Ist der Boden dagegen sandig, kann das Untermischen von Pflanzerde höhere Erträge begünstigen. Hierzu wird am besten eine Komposterde verwendet, die viel Phosphor, aber nicht allzu viel Stickstoff einbringt. Bestens geeignet wäre demnach unsere Plantura Bio Blumenerde, deren natürliche Phosophor-Freisetzung gutes Wurzelwachstum fördert und die Blüten- und Fruchtbildung unterstützt. Sehr sandige Böden werden am besten im Verhältnis 1:1 mit einer solchen passenden Blumenerde gemischt. Der Sanddorn braucht außerdem sehr viel Licht. Darum ist ein sehr sonniger Standort ohne Beschattung durch andere Bäume perfekt geeignet.

Sanddorn ist für sein breites, sparriges Wachstum bekannt. Idealerweise sollte er deshalb so gepflanzt werden, dass er mindestens drei Meter Platz zu beiden Seiten hat, um sich auszudehnen. Zusätzlich sollten Gärtner, die von einem Sanddorn träumen, wissen, dass die Pflanze Ausläufer bildet und sich so flächig im Garten ausbreiten kann. Um die Verbreitung etwas im Zaum zu halten, können die Verwendung einer Wurzelsperre sowie das regelmäßige Entfernen von Ablegern sinnvolle Maßnahmen sein. 

Tipp: Wie bereits erwähnt ist der Sanddorn zweihäusig, weshalb Sie weibliche Sorten immer zusammen mit einer männlichen Sorte pflanzen sollten. Eine männliche Pflanze kann in der Regel mindestens vier bis fünf weibliche Pflanzen bestäuben – je nach Sorte auch mehr. Optimalerweise sollte die männliche Pflanze dazu in Windrichtung zu den anderen weiblichen Sanddornpflanzen ausgerichtet sein. Alternativ gibt es Sanddorn mittlerweile auch als Selbstbefruchter, wie die Sorte ‘Friesdorfer Orange’, jedoch fallen die Erträge dabei meist niedriger aus.

Ast mit reifen Sanddornbeeren
Da Sanddorn sehr breit und sparrig wächst, braucht er genügend Platz im Garten [Foto: artjazz/ Shutterstock.com]

Sanddorn im Kübel pflanzen

Sanddorn kann zudem einige Jahre im Kübel überleben, braucht jedoch auch hier genügend Platz. Der Kübel für den Sanddorn sollte im Durchmesser mindestens 60 Zentimeter weit sein. Idealerweise sollten Sanddornpflanzen im Kübel regelmäßig in größere Behältnisse umgetopft werden. Empfehlenswert ist dabei außerdem die Verwendung einer Zitruspflanzenerde, die mit etwa einem Drittel Sand und ungebrochenem Blähton gemischt wird. Dem Sanddorn im Kübel muss bei der Pflege besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden: Da das Topfvolumen und damit auch die Kapazität an Nährstoffen begrenzt ist, empfiehlt es sich, den Sanddorn hin und wieder mit etwas Dünger wie dem flüssigen Plantura Bio-Zitrus- und Mediterrandünger zu versorgen. Außerdem lohnt es, den Sanddorn im Topf regelmäßig alle paar Jahre umzutopfen und ihm dann neue Erde sowie einen festen organischen Blumendünger mit hohem Phosphor-Anteil zu gönnen. Allgemein gedeiht die Pflanze im Boden aber besser und unkomplizierter.

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Sanddorn pflegen

In der Regel gilt Sanddorn im Garten als äußerst robust und pflegeleicht. Damit die Pflanze prächtig gedeiht, sollte man ihr jedoch ab und an etwas Aufmerksamkeit schenken und ein bisschen Pflege zukommen lassen.

Sanddorn gießen und düngen

Sanddorn im Garten ist überaus trockenheitsresistent, weshalb Gießkanne und Gartenschlauch getrost beiseitegelegt werden können – einzige Ausnahme: Sanddorn im Kübel muss unter Umständen, beispielsweise in sehr heißen Sommern, zusätzlich gegossen werden, da ihm weniger Substrat zu Verfügung steht und die Erde im Topf schneller austrocknet. Staunässe sollte dagegen vermieden werden, da der Sanddorn empfindlich darauf reagiert. Ähnlich anspruchslos wie beim Gießen ist die Pflanze, wenn es um die Nährstoffversorgung geht, denn der Sanddorn düngt sich weitgehend selbst. Seinen Stickstoffbedarf deckt er durch die Symbiose mit Knöllchenbakterien im Wurzelraum. Lediglich in den ersten Jahren funktioniert dieser Vorgang noch nicht reibungslos, weshalb eine Düngung empfehlenswert ist. Hierzu ist die Verwendung einer guten Pflanzerde ausreichend, oder Sie verwenden einen organischen Langzeitdünger wie unseren Plantura Bio-Blumendünger oder eine kleine Menge Kompost.
Sanddorn im Kübel sollte dagegen etwas häufiger gedüngt werden, da er ein begrenzteres Bodenvolumen mit Nährstoffen zur Verfügung stehen hat. Wenn Sie den organischen Dünger nicht gut in die Oberfläche einarbeiten können, dann weichen Sie ihn einfach für ein paar Stunden in Wasser ein, rühren Sie um und gießen Sie den Dünger anschließend in den Topf. Abschließend sollte das Ganze mit einer dünnen Schicht Rindenmulch abgedeckt werden.

Äste des Sanddorn
Sanddorn ist sehr pflegeleicht [Foto: Eugene PLISHKIN/ Shutterstock.com]

Sanddorn schneiden

Um jedes Jahr ertragreich ernten zu können, ist ein regelmäßiger Schnitt von Sanddorn im Garten unerlässlich. Bei einer Ernte samt den Trieben ist ein zusätzlicher Schnitt natürlich hinfällig. Neu gewachsene Triebe sollten generell nicht gekürzt werden, denn die Triebe aus dem Vorjahr tragen immer die Früchte. 

Werden die Früchte nicht mitsamt den Trieben abgeerntet, sollte ab dem zweiten Jahr im Spätwinter alle zwei Jahre ein Schnitt erfolgen. Dabei werden die abgeernteten Triebe bis auf kurze Ansätze zurückgeschnitten. Bei besonders stark wüchsigen Sorten kann der Sanddorn zusätzlich etwas ausgelichtet werden. Männliche Sorten können Sie sogar drei bis vier Jahre wachsen lassen, ohne sie zu schneiden. Auch danach sollte nur maximal die Hälfte der Triebe geschnitten werden, damit in der nächsten Saison ausreichend Pollen für die Befruchtung der weiblichen Sorten zur Verfügung stehen. Ganzjährig können zudem zu dicht wachsende Sträucher ausgelichtet sowie tote Zweige entfernt werden. So wird sichergestellt, dass auch das Innerste der Sträucher stets ausreichend mit Licht versorgt wird. Wie auch während der Ernte sollten Sie sich beim Schnitt durch das Tragen von Handschuhen vor Verletzungen schützen. 

Tipp: Wenn Sie zwei oder mehr weibliche Pflanzen haben, schneiden Sie diese jedes Jahr im Wechsel – so können Sie Ihren Ertrag maximieren!

geschnittene Sanddorn-Äste
Sanddorn muss regelmäßig beschnitten werden [Foto: giedre vaitekune/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung – So schneidet man Sanddorn:

  • Handschuhe tragen
  • Im Spätwinter schneiden, bevor die Blütezeit beginnt
  • Weibliche Sorten alle 2 Jahre, männliche Sorten alle 3 – 4 Jahre schneiden
  • Alte Triebe bis auf die Ansätze zurückschneiden, junge Triebe werden nicht beschnitten
  • Bei männlichen Pflanzen zurückhaltend schneiden, auch altes Holz stehen lassen
  • Je nach Bedarf ganzjährig auslichten

Sanddorn überwintern

Sanddorn ist für sämtliche klimatische Bedingungen gerüstet und in der Regel bis – 43 °C winterhart. Jungpflanzen sollten ihren ersten Winter jedoch noch im Gewächshaus verbringen, bevor Sie nach draußen gepflanzt werden.

Sanddorn im Winter
Sanddorn ist überaus winterfest [Foto: Kotelnikova Anna/ Shutterstock.com]

Sanddorn vermehren

Sanddorn zu vermehren ist ein Kinderspiel – tatsächlich bereitet es meist eher Probleme, die Vermehrung von Sanddorn im Garten einzugrenzen. Durch seine Ausläufer verbreitet er sich von allein sehr schnell und bildet dichte Hecken, wenn Sie keine Gegenmaßnahmen ergreifen. 
Sollten Sie jedoch gezielt Nachwuchs heranziehen wollen, gibt es dafür verschiedene Möglichkeiten. Die einfachste Möglichkeit besteht darin, die Ausläufer zu nutzen. Diese kann man entweder einfach an ihrem Standort weiterwachsen lassen, falls dieser mit der gewünschten Stelle übereinstimmt. Möchte man die Pflanzen allerdings lieber an einem anderen Teil des Gartens ansiedeln, kann man die eingewurzelten Ableger zusammen mit einem möglichst langen Wurzelstück abstechen und an der gewünschten Stelle im Garten neu einpflanzen. 

Eine weitere Methode zur Vermehrung von Sanddorn sind Absenker. Als Absenker kommt ein Trieb in Frage, der in Bodennähe und am äußeren Rand des Sanddorns wächst. Nun wird eine schmale Furche gegraben, in welche der ausgewählte Trieb gelegt und mit Erde bedeckt wird. Nur die Triebspitze sollte am Ende noch aus der Erde hinausschauen. Bei Trieben, die unter Spannung stehen, kann es zusätzlich hilfreich sein, das Ganze von oben mit Steinen zu beschweren – der Trieb sollte jedoch auf keinen Fall abbrechen. Im abgesenkten Teilstück bilden sich nach und nach Wurzeln, sodass eine eigenständige Pflanze entsteht. Diese kann – wie beim Ausläufer – entweder an ihrem Standort verbleiben oder im nachfolgenden Jahr abgestochen und an ihrem neuen Bestimmungsort eingepflanzt werden. 

Für das Anziehen neuer Pflanzen kann man beim Sanddorn auch Steckhölzer benutzen. Dafür werden im Winter etwa 15 bis 20 Zentimeter lange Mittelstücke aus den Trieben des Sanddorns geschnitten. Am besten eignen sich hierzu starke Triebe aus dem letzten Jahr. Das Steckholz sollte dabei mindestens zwei Sprossknoten (Nodien) lang sein. Nun wird es in einen Topf mit lockerer, nährstoffarmer Anzuchterde gesteckt, sodass nur noch das obere Drittel herausschaut. Unsere Plantura Bio-Kräuter-& Aussaaterde können Sie sehr gut hierzu verwenden. Um die Luftdurchlässigkeit zu erhöhen und den Bewurzelungserfolg zu steigern, empfiehlt sich das Untermischen von 30 % Sand in die Anzuchterde. In der nächsten Zeit sollte das Steckholz an einem kühlen (aber frostfreien), schattigen und windgeschützten Ort stehen. Dabei darf der Topf nie vollständig austrocknen, Staunässe sollte aber vermieden werden. Nachdem das Steckholz mit dem Austreiben beginnt, muss man noch etwa drei Wochen warten, bevor man den Sanddorn an eine geeignete Stelle in seinem Garten pflanzen kann.

Tipp: Die Vermehrung durch Steckholz gilt als anspruchsvoller als die durch Ausläufer oder Absenker. Da meist nicht aus allen Steckhölzern tatsächlich Pflanzen heranwachsen, empfiehlt es sich, gleich mehrere Steckhölzer zu nutzen, wenn man eine Pflanze heranziehen will.

Zusammenfassung – so vermehren Sie Sanddorn aus Steckhölzern

  1. Steckhölzer (15 – 20 cm lange Mittelteile eines Triebes mit mindestens zwei Blattknoten) im Winter abschneiden
  2. Steckhölzer in einen Topf mit Blumenerde einpflanzen, sodass nur noch ein Drittel herausschaut
  3. An einem windstillen, kühlen und schattigen Platz aufstellen.
  4. Feucht halten, aber Staunässe vermeiden.
  5. Etwa drei Wochen nach Austreiben des Steckholzes im Garten auspflanzen
Sanddorn-Strauch mit Früchten
Sanddorn ist dornig, jedoch nicht giftig [Foto: Surkova.photo/ Shutterstock.com]

Ist Sanddorn giftig?

Der Sanddorn mag mit seinen dornenbesetzten Ästen zwar eine abschreckende Wirkung haben, es sind jedoch weder Früchte, Blätter noch Blüten giftig. Ganz im Gegenteil: Die Beeren gelten als äußerst gesund, schmecken ungemein lecker und können ohne Bedenken in beliebigen Mengen verzehrt werden. 

Sanddorn ernten 

Die Früchte von Sanddorn sind in der Regel zwischen September und Oktober, bei einigen Sorten sogar schon im August reif. Die Erntereife lässt sich daran erkennen, dass die Früchte ihren leuchtendsten Farbton annehmen. Geerntet werden kann theoretisch bis ins Frühjahr, allerdings leidet hierunter der Geschmack und auch hungrige Tiere naschen gern an den Früchten. Wer bereits ahnt, dass die Ernte der schmackhaften Früchte durch die Dornen kein Kinderspiel wird, liegt leider goldrichtig: Um Verletzungen zu vermeiden, sollten Gärtner die Beeren deshalb nicht ohne einen Schutz durch dicke Handschuhe ernten. Viele nehmen zusätzlich auch eine Gabel oder einen Beerenkamm zur Hilfe, um damit die Beeren von den Ästen schieben. 

Je später geerntet wird, desto besser stehen jedoch die Chancen, dass die Beeren einfach von den Ästen geschüttelt und mit einem Tuch aufgefangen werden können. Wie fest die Beeren dabei an den Trieben sitzen, ist von Sorte zur Sorte unterschiedlich. Eine gängige Praxis ist es auch, ganze Äste in kleine Stücke zu zerteilen und anschließend zu schockfrosten, um die Beeren danach abschütteln zu können.

Die gesunde Sanddornfrucht in der Küche verwenden

Der süß-säuerliche Geschmack sowie ihr hoher Gehalt an Vitaminen (C, E und B12) und Betacarotin machen die Früchte des Sanddorns zu einem echten regionalen Superfood. Sie gelten als entzündungshemmend und besonders hilfreich im Kampf gegen Erkältungen sowie Fieber. Auch in der Schwangerschaft ist eine regelmäßige Einnahme von Sanddornsaft empfehlenswert, um die Vitaminversorgung sicherzustellen. 
Es ist generell zwar unbedenklich, die Früchte roh zu essen, doch richtig schmackhaft werden sie erst, wenn sie gekocht werden. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt – besonders beliebt ist Sanddorn in Form von Fruchtmus, Saft, Marmelade, Gelee, Sirup und Likör. Eine andere Möglichkeit, die Früchte haltbar zu machen, ist das Trocknen. Danach sind sie ein leckerer Zusatz im Tee oder können zu Pulver verarbeitet werden, das dann vielfältig weiterverwendet werden kann. Außerdem kann man die Früchte auch pressen und daraus wertvolles Sanddornöl gewinnen, welches jedoch eher für kosmetische Zwecke genutzt wird.

Sanddorn-Marmelade-im Glas
Marmelade aus Sanddorn ist sehr beliebt [Foto: Yala/ Shutterstock.com]

Doch nicht nur die Beeren des Sanddorns können in der Küche verwendet werden: Auch seine Blätter finden zahlreiche Anwendungen. Durch ihren hohen Gehalt an Vitamin C und Antioxidantien gelten die Blätter als richtiger Geheimtipp, wenn es um eine gesunde Ernährung geht. Besonders gerne werden die Sanddornblätter als Tee zubereitet, doch auch in Kosmetika oder bei kreislaufwirksamen oder wundheilenden Medikamenten finden die Blätter des Sanddorns Verwendung.

Blätter des Sanddorns
Die Blätter des Sanddorns können ebenfalls verwendet werden [Foto: Yuliya Khovbosha/ Shutterstock.com]

Eine weitere Frucht, die sich hervorragend für verschiedene Produkte wie Marmeladen eignet, ist die Hagebutte. Mehr darüber erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

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