Ameisen im Haus und Garten natürlich mit Hausmitteln bekämpfen

Ameisenplage in Küche, Haus, Garten oder Balkon? Wir zeigen Ihnen, wie sie die Ameisen richtig bekämpfen und ob Hausmittel wie Backpulver helfen.

Ameisen vor Ameisennest im Garten

Niemand hat gern ein großes Ameisennest im Garten [Foto: Ingrid TaylarCC BY 2.0]

Unter der Klasse der Insekten nimmt die Ameise (Formicidae) wohl eine ganz besondere Rolle ein. Die Fähigkeit zur Arbeitsteilung und das Leben in einem gut organisierten Staat, macht die Ameise zu einem mehr als interessanten Tier. Leider führt die Lebensweise der Gliederfüßer auch zu Problemen in Haus und Garten. Während die Probleme im Garten oft vernachlässigbar sind, können einige Ameisenarten erheblichen Schaden an Bauwerken anrichten. Meistens beschränken sich die Schäden im Garten auf unschöne Löcher im Zierrasen. Ein anderes Problem ist, dass viele Ameisenarten sich von dem Honigtau pflanzensaugender Insekten ernähren. Damit die zuckerhaltige Nahrungsquelle gesichert bleibt, verteidigen die Ameisen honigtauproduzierende Insekten wie Blattläuse und Schildläuse. Unter ungünstigen Bedingungen führt das zu großen Blattlausvölkern, welche erheblichen Schaden an den befallenen Pflanzen anrichten können. Im Haus oder an der Fassade können wie bereits schon angedeutet viel gravierendere Probleme auftreten, auch wenn diese deutlich seltener vorkommen. Ameisenarten wie die Rossameise oder die glänzendschwarze Holzameise können Holz oder Dämmmaterial befallen. Dabei dient der Baustoff nicht als Nahrung, sondern ausschließlich als Nistplatz. Meistens nisten sich Ameisen aber nur dauerhaft ein, wenn das Bauwerk durch bereits vorliegende Schäden geschwächt ist. Zum Beispiel wird besonders gerne Holz befallen, welches bereits durch Pilze angegriffen wurde. Ein Indiz für ein Ameisennest sind unter anderem feine Holzschnitzel, die sich unter dem Bauwerk immer wieder ansammeln. In der Regel werden Ameisen aber nur als ungebetene Besucher in den eigenen vier Wänden wahrgenommen. Sie gelangen durch kleinste Schlitze in Gebäude und begeben sich dort auf Nahrungssuche. Werden die Arbeitertiere fündig, legen sie eine Duftspur, um weiteren Artgenossen den Weg zur Nahrungsquelle zu zeigen. Hier sollten Sie handeln!

Ameisen im Haus Küche bekämpfen

Gegen eine Ameisenplage im Haus sollte schnell gehandelt werden! [Foto: Ross CatrowCC BY-SA 2.0]

Ameisen können auch sehr nützlich sein!

Ameisen sind unglaublich vielfältige Tiere. Weltweit gibt es mehrere tausend Arten, wobei davon nur ungefähr 100 in Deutschland vorkommen. Die Vielfalt der Sechsfüßler wird besonders an den unterschiedlichen Ernährungsstrategien ersichtlich. Von Insekten und anderen Ameisenarten bis zu Honigtau und Pflanzensamen, als Nahrungsquelle kann so ziemlich alles dienen. Einige Arten sind sogar in der Lage, Pilze im eigenen Bau zu züchten und sich ausschließlich von diesen zu ernähren. Die Lebensweise von Ameisenarten kann sich oft stark unterscheiden und ist immer noch Gegenstand der Wissenschaft. Allerdings haben alle Ameisenarten gemein, dass es unterschiedliche Tiere mit unterschiedlichen Aufgaben gibt. Jeder Ameisenstaat verfügt mindestens über Arbeiter, zeitweise geflügelte Weibchen und Männchen und natürlich über eine Königin, welche für den Nachwuchs verantwortlich ist. Ameisen sind übrigens sehr nützliche Tiere. Sie verbreiten Pflanzensamen, fördern den Abbau von abgestorbenen Pflanzenmaterial und regulieren andere Insektenbestände durch ihr räuberisches Verhalten. Wegen dem Schwinden von natürlichen Rückzugsgebieten stehen bereits heute viele Ameisenarten auf der roten Liste und sind somit bedroht. Aus diesem Grund sollte ein Ameisenstaat nur bekämpft werden, wenn es wirklich nötig ist.

Ameisenplage: so halten Sie die Plagegeister wirklich fern

Ameisen gehören zu unserem Ökosystem dazu. Dabei ist es egal ob in der Stadt oder auf dem Land. Irgendwo wird es immer Ameisenbauten geben und vorbeugende Maßnahmen gegen diese Nester wirken nur Zeitweise oder überhaupt nicht. Wird ein Ameisennest bekämpft, dann macht sich oft schon nach kurzer Zeit ein neues Ameisenvolk dort breit und baut einen eigenen Staat auf. Wenn Sie aber auf einige Punkte achten, dann bemerken Sie die Anwesenheit der kleinen Krabbeltiere wahrscheinlich gar nicht. Im Grunde muss nur dafür gesorgt werden, dass in ihrem Haus auf dem Balkon oder der Terrasse keinen leicht zu erreichenden Nahrungsquellen sind. Das ist nämlich der häufigste Grund für einen Ameisenbesuch. Vorbeugend sollten kleine Fugen und Spalten im Haus mit Silikon verschlossen werden. Auch Hunde- oder Katzenfutter lockt Ameisen an, Futternäpfe sollten deswegen nur bei Bedarf hingestellt werden. Luftdichtschließende Vorratsbehälter haben sich als ebenso effektiv herausgestellt wie das tägliche Entsorgen des Biomülls. Werden diese Tipps befolgt, gehören nervige Ameisen der Vergangenheit an. Moderne Baustoffe und gut imprägniertes Holz sollte in der Regel auch keine Angriffsfläche für Ameisen bieten. Und noch ein kleiner Tipp für Terrassenbesitzer: Wenn Sie Kies anstatt Sand für den Unterbau benutzen, können die Ameisen dort keine Nester anlegen.

drei Ameisen im Garten

Ameisen sind eher ungern gesehene Gäste im Garten [Foto: FractalityCC BY 2.0]

Ameisenköder & Backpulver helfen nur bedingt

Im Netz werden immer wieder Insektensprays, Fraßköder oder Backpulver als die Bekämpfungsmethoden schlechthin angepriesen. Allerdings werden durch diese Mittel oft nur die Arbeiterameisen vor Ort bekämpft. Die Ameisenpopulation an sich wird in den allermeisten Fällen nur unzureichend angegriffen. Möchte man aber zum Beispiel nur einige Ameisen im Wintergarten loswerden, dann können die Fraßköder durchaus helfen. Auch Backpulver ist sehr effektiv. Damit die Ameisen es nicht umgehen, sollte es allerdings mit Puderzucker gemischt werden. Des Weiteren soll Zimtpulver ein gutes Hausmittel sein. Ameisen markieren den Weg zu einer Nahrungsquelle mit Pheromonen. Wird der Duft der Pheromone überdeckt, hier durch Zimt, kann der Weg nicht mehr genutzt werden. Oft ist es aber viel einfacher, die Wege der Ameisen zu verfolgen. Meistens ist eine zuckerhaltige Nahrungsquelle für die ungebetenen Besucher verantwortlich. Wird die Nahrung gut verschlossen oder entfernt sind auch die Ameisen weg. In einigen selten Fällen benutzen Ameisen Fassaden oder andere Bauelemente als Nistplatz. Dann muss gehandelt werden! Da auch tragende Elemente betroffen sein können, sollten sie unbedingt einen Fachmann zu Rate ziehen. Eine Bekämpfung des gesamten Ameisenstaates ist oft nur durch einen Experten möglich, da die Königin sehr geschützt lebt. Außerdem muss geprüft werden, in wie weit die Bausubstanz unter einem Ameisenbefall gelitten hat. Hier sollten Sie nicht am falschen Ende sparen.

Folgende Produkte haben sich gegen eine kleine Ameisenplage im Gewächshaus, auf der Terrasse oder in der Küche bewährt:

Dominic

Ich studiere Gartenbauwissenschaften und gehöre natürlich den passionierten Hobbygärtnern an. Meine ersten Wassermelonen habe ich bereits im Alter von 7 Jahren geerntet. Momentan finde ich Themen in Bezug auf die Interaktion von Pflanzen mit anderen Lebewesen und der Umwelt besonders interessant.
Mein Lieblingsobst: Ganz klar Avocados
Mein Lieblingsgemüse: Eigentlich alles, außer Rosenkohl

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