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Blattläuse: Aussehen, Herkunft & Co. im Steckbrief

Woher kommen Blattläuse? Wie sehen Blattläuse aus und wie erkenne ich einen Befall? In unserem Steckbrief erfahren Sie alles über die verschiedenen Blattlaus-Arten.

Pflanze mit Blattlausbefall
Blattläuse sind einer der häufigsten Schädlinge in Hausgärten [Foto: Garmasheva Natalia/ Shutterstock.com]

Meist spricht man von „der Blattlaus“, dabei sind uns ungefähr 3000 Arten bekannt von denen allein 850 Arten in Mitteleuropa vorkommen. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihrer Färbung, sondern bevorzugen auch unterschiedliche Wirtspflanzen. Daher kann so ziemlich jede Pflanze von Blattläusen befallen werden. Alles Wissenswerte um die wohl bekanntesten Pflanzenschädlinge finden Sie hier.

Steckbrief zur Blattlaus

Blattläuse gehören zusammen mit Blattflöhen (Psylloidea), Schildläusen (Coccoidea) und den Mottenschildläusen (Aleyrodoidea), besser bekannt als Weiße Fliege, zu den Pflanzenläusen (Sternorrhyncha).
Die kleinen Insekten werden nur wenige Millimeter groß und zeigen sich je nach Art in unterschiedlicher Färbung. Meist sind Blattläuse grün, schwarz oder rötlich gefärbt. Die Läuse sind meist ungeflügelt, allerdings kommen zu Verbreitungszwecken auch geflügelte Individuen vor.

Blattläuse (Aphidoidea) ernähren sich ausschließlich von Pflanzensaft und können keine Tiere oder Menschen befallen. Um an den Pflanzensaft zu gelangen, besitzen die Blattläuse einen Stechrüssel. Die meisten der pflanzensaugenden Läuse sind sogenannte Phloemsauger. Bei dem Phloem handelt es sich um ein Leitgewebe bei Pflanzen, in dem der besonders zuckerhaltige Saft transportiert wird. Weil die Blattläuse aber auch noch andere Nährstoffe wie Eiweiß brauchen, müssen Sie extrem viel des Pflanzensafts aufnehmen, da in diesem kaum Proteine vorhanden sind. Der größte Anteil des Zuckers wird daher wieder als Honigtau ausgeschieden. Am Honigtau erfreuen sich neben Ameisen und Pilzen auch Imker – so entsteht der bekannte Waldhonig.

Blattläuse scheiden Honigtau auf einer Pflanze aus
Bienen sammeln den süßen Honigtau an Bäumen, woraus dann Waldhonig gewonnen wird [Foto: Protasov AN/ Shutterstock.com]

Neben der Nahrungsaufnahme ist auch die Lebensweise der Blattläuse sehr interessant. Viele Blattlausarten wechseln zwischen einem Winter- und Sommerwirt. Der Winterwirt dient oft nur als Schutz für die nächste Generation an Blattläusen. Meistens überstehen nur die Eier der Blattläuse den Winter. Bleiben die Temperaturen über die kalte Jahreszeit aber mild, können auch ausgewachsene Blattläuse überleben. Nach so einen milden Winter kann es bereits im zeitigen Frühjahr zu wahren Blattlausplagen an Bohnen, Erbsen und anderen krautigen Pflanzen kommen. Die Blattläuse machen sich dann im Frühjahr auf die Suche nach ihrem Sommerwirt. Damit größere Strecken zurückgelegt werden können, besitzen viele Blattlausarten zu diesem Zeitpunkt noch Flügel.

Ist ein Wirt gefunden, ändert sich oft auch die Lebensweise. Es kommt zu einem Generationswechsel und es werden flügellose Weibchen gebildet, die zur Jungfernzeugung fähig sind. Diese Art der Fortpflanzung ermöglicht eine sehr schnelle Vermehrung. Dies ist meistens auch der Zeitpunkt, zu dem Blattläuse für den Hobbygärtner zum Problem werden. Durch die hohe Nachkommenschaft können die Blattläuse Pflanzen stark schwächen und schädigen. Ist die Nahrungsquelle erschöpft, werden wieder geflügelte Weibchen gebildet, welche erneut Pflanzen befallen. Im Herbst legen die Weibchen befruchtete Eier, die den Winter überdauern und aus denen im nächsten Frühjahr eine neue Generation Blattläuse schlüpft.

Tipp: Ob Pflanzen stark unter Blattläusen leiden oder nicht hängt auch mit der Düngung zusammen. Eine stickstoffreiche, mineralische Düngung führt leichter zu anfälligen Pflanzen mit weichem Gewebe, die es Blattläusen leicht machen. Die organische und kaliumlastigere Düngung, etwa mit einem unserer Plantura Bio-Dünger, sorgt für einen ausgewogenen Wuchs mit kräftigen Zellwänden, der den Stechborsten der Pflanzenläuse mehr Widerstand entgegenbringt.

Woher kommen Blattläuse?

Blattläuse sind aber nicht nur lästige Schädlinge, sondern werden auch gerne unbewusst als Bernsteinanhänger getragen. Die im Bernstein eingeschlossenen Tiere zeigen, dass es die Schädlinge schon seit über 200 Millionen Jahren gibt. Blattläuse sind weltweit verbreitet und haben sich an unterschiedlichste Bedingungen angepasst. Im Mittelalter glaubte man, dass ein Blattlausbefall durch einen besonderen Regen, den “Neffenregen”, verursacht wird. Heute weiß man, dass es geflügelte Individuen gibt, die schnell von Pflanze zu Pflanze fliegen können. Doch von wo aus kommen die Blattläuse in unseren Garten? Da Blattläuse im Herbst ihre Eier, je nach Art, auf ganz bestimmten Winterwirten ablegen, starten die daraus geschlüpften Tiere im Frühjahr ihre Suche nach einem Sommerwirt. Die schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae) überwintert beispielsweise gern auf Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) oder dem Gewöhnlichen Schneeball (Viburnum opulus), wohingegen die grüne Pfirsischblattlaus (Mycus persicae) auf Schlehen (Prunus spinosa) oder Pfirsichbäumen (Prunus persica) überwintert. Aus diesem Grund kann es helfen, solche Winterwirte nicht im eigenen Garten anzupflanzen.

Blattläuse auf Pflanzenstengel
An Winterwirten sind im Frühjahr die ersten Blattläuse zu finden [Foto: corlaffra/ Shutterstock.com]

Blattlaus-Arten

Unter den hunderten von verschiedenen Blattlausarten gibt es ein paar Arten, die in unseren heimischen Gärten besonders häufig anzutreffen sind.

Erbsenblattlaus (Acyrthosiphon pisum)

Bei der Erbsenblattlaus handelt es sich um eine mit zwei bis vier Millimeter Länge recht große Blattlausart, die wie der Name schon sagt besonders gerne Hülsenfrüchte wie Erbsen befällt. Sie bildet meistens nur kleine Kolonien und befällt bevorzugt junge Triebspitzen und Blüten sowie Hülsen von Erbsen und anderen Schmetterlingsblütlern (Fabaceae). Häufig verkümmern die befallenen Triebe und Hülsenfrüchte, enthalten weniger Samen und der Ertrag kann deutlich sinken. Diese Art zeigt keinen Wirtswechsel und legt im Herbst ihre Eier zum Überwintern an winterharte Schmetterlingsblütler.

Übrigens ist die Forschung sehr interessiert an diesem Pflanzenschädling. Die Läuse treten in verschiedenen Farbausprägungen, wie gelb, grün und rot auf, haben aber das gleiche Erbgut. Wie diese unterschiedlichen Färbungen zustande kommen ist eine aktuelle Fragestellung in der Wissenschaft.

Grüne Erbsenblattläuse an einer Pflanze
Die Erbsenblattlaus ist vor allem an Hülsenfrüchten zu finden [Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae)

Hier handelt es sich, mit maximal zwei Millimeter Größe, um einen kleineren Vertreter der Blattläuse. Die flugunfähigen Läuse sind grün gefärbt, während die flugfähige Generation schwarzbraun bis schwarz ist. Überwintert wird, wie der Name verrät, auf einem Pfirsichbaum oder auf Schlehen. Zu den Sommerwirten gehört auch die Kartoffel und andere krautige Pflanzen. Der Befall durch die Grüne Pfirsichblattlaus wird vor allem durch eingerollte und vergilbte Blätter sichtbar. Die Läuse übertragen beim Saugen an verschiedenen Pflanzen Viren, die Ihre Pflanzen schädigen können, auch wenn die Blattläuse wieder verschwunden sind.

Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae)

Bei dieser Blattlausart handelt es sich um mattschwarze, teilweise auch dunkelgrüne circa zwei Millimeter große Läuse. Sie überwintern ausschließlich auf dem Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) oder dem Gewöhnlichen Schneeball (Viburnum opulus). Von dort befallen sie ab dem Frühling krautige Pflanzen wie die Ackerbohne, Kartoffeln und auch Rüben. Auch hier rollen sich die Blätter bei einem Befall häufig ein und Viren werden übertragen. Die Kolonien können sehr groß werden und daher befallene Pflanzen stark schädigen.

Pflanze mit einem Befall der Schwarzen Bohnenlaus
Die Schwarze Bohnenlaus ist eine der häufigsten Blattlausarten [Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Blattläuse erkennen

Ein Befall von ein paar Blattläusen fällt meisten gar nicht auf, da sie sich unter den Blättern recht gut verstecken. Erst wenn es zur Massenvermehrung kommt, sind unzählige der kleinen Plagegeister zu sehen. Sie befinden sich dann teilweise auch auf den Blättern und besonders gerne an den frisch gebildeten Blütenknospen und Triebspitzen. Die meist zwei bis drei Millimeter kleinen Pflanzensauger können bei einem starken Befall zu deformierten und eingerollten Blättern führen. Durch ihre Saugaktivität entziehen sie lokal der Pflanze viel Wasser und Triebspitzen hängen nach unten. Wenn Blattläuse den zuckerhaltigen Pflanzensaft aufsaugen, scheiden sie immer einen großen Teil des Zuckers in Form von Honigtau wieder aus. Dieser lockt vermehrt Ameisen an, welche ein Indiz auf einen Blattlausbefall sein können. Fällt der Honigtau auf weiter unten liegende Blätter, bildet sich dort eine klebrige Schicht, die ebenfalls typisch für Blattläuse ist.

Schadbild von Blattläusen

Durch die Saugaktivität und somit den Entzug von Zucker, Proteinen und Mineralstoffen, sowie den Blattlausspeichel werden befallene Pflanzen geschwächt und Früchte oder Blätter deformiert. Dadurch können Ertrag und Qualität, zum Beispiel bei Tomaten, Paprika, Salat und Gurken, reduziert werden. Ein weiterer Schaden kann an den Pflanzen durch die Infektion mit Viren entstehen, die durch die Blattläuse übertragen werden. Saugt eine Blattlaus an einer mit Viren infizierten Pflanze, dann nimmt auch die Blattlaus das Virus auf. Wechselt die Laus nun die Wirtspflanze und beginnt an der neuen Pflanze zu saugen, kann der Virus übertragen werden. Dies kann bereits bei einem Befall durch wenige Tiere passieren. Häufige Symptome von Pflanzenviren sind gelbgrüne, mosaikartige Blattverfärbungen. Aber keine Sorge: Für uns Menschen sind Pflanzenviren nicht gefährlich.

Eingerollte Blätter durch Blattlausbefall
Deformierte Blätter sind ein häufiges Schaubild von einem Blattlausbefall [Foto: Mircea Rosca/ Shutterstock.com]

Auf dem ausgeschiedenen Honigtau können sich auf den Blättern Schwärze- und Rußtaupilze bilden. Dadurch bekommt die Pflanze weniger Licht und wird zusätzlich geschwächt. Erntegut, welches mit diesen Pilzen bewachsen ist, sollte nicht mehr verzehrt werden.

Wie sieht das Schadbild von Blattläusen aus?

  • deformierte Blätter oder Früchte
  • eventuelle Übertragung pflanzenpathogener Viren und daher resultierende Blattverfärbungen
  • Schwärzepilze auf Honigtauschicht auf Blättern

Bei diesen Schadbildern empfehlen wir Ihnen, möglichst zeitnah biologische Maßnahmen zu ergreifen, um die Blattläuse zu bekämpfen. Biologische Pflanzenschutzmittel auf Basis von Neemöl sind eine natürliche und sehr effektive Möglichkeit Blattläuse los zu werden. Unser Plantura Bio-Schädlingsfrei Neem basiert auf diesem wertvollen Öl. Das pflanzliche Mittel sorgt für einen schnellen Stopp der Saugaktivität der Läuse und kann sowohl im Freiland als auch in der Wohnung unkompliziert angewendet werden. Beachten Sie vor der Anwendung unbedingt die Hinweise auf dem beiliegenden Beipackzettel.

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Besonders häufig sind im Frühsommer Blattläuse an Rosen zu finden. Hier können sie die Blütenknospen so stark schädigen, dass die Blütenpracht in Gefahr ist. Wir zeigen Ihnen, wie sie Blattläuse an Rosen natürlich bekämpfen können.

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