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Buchsbaumkrankheit: Buchsbaumpilz vorbeugen und bekämpfen

Wie Sie die Krankheit schnell erkennen und den Buchsbaumpilz behandeln können, sowie Infos zu Spritzmitteln und ob Hausmittel helfen.

Cylindrocladium buxicola am Buchsbaum

Das typische Schadbild von Cylindrocladium buxicola am Buchsbaum [Foto: Dr. Thomas Brand]

Die Buchsbaumbesitzer unter uns haben es tatsächlich seit einigen Jahren nicht einfach. Der invasive Buchsbaumzünsler zerfrisst ganze Buchsbaumbestände, wenn nicht rechtzeitig eingegriffen wird. Seit 2004 bereitet aber noch ein ganz anderer Schädling große Probleme. Das Triebsterben an der Buxus-Gattung, ausgelöst durch den schädlichen Pilz Cylindrocladium buxicola, macht im Norden Deutschlands, aber auch zunehmend im Süden große Probleme. Da der Buchsbaum auch von anderen Pilzen befallen werden kann, ist es wichtig, die Symptome genau zu erkennen.

Buchsbaumpilz erkennen

Die ersten Anzeichen einer Infektion mit C. buxicola sind Blattverfärbungen bzw. Blattwelke. Junge Blätter verfärben sich orange-braun und alte Blätter bekommen ausschließlich braune Flecken. Je nach Befallsstärke können die Blattflecken rasch wachsen und so sind schnell ganze Triebe infiziert. Die Blattflecken an sich sind aber noch kein sicheres Identifizierungsmerkmal. Erst wenn Sie auf den befallenen Trieben auch kleine schwarze Streifen erkennen, die sich von unten zu der Triebspitze hin ausbreiten, können Sie sich sicher sein, dass es sich um das Triebsterben handelt. Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es meist zu starken Blattfall, verbunden mit dem Absterben ganzer Triebe und im ungünstigsten Fall geht der ganze Buchsbaum ein.

Buchsbaumpilz: Ein Steckbrief

Der hier vorgestellte Schädling braucht keine offenen Wunden, um den Buchsbaum zu übermannen. Wenn die Blätter des Buxus mindestens über 5 Stunden nass sind, kann der Pilz in das gesunde Blattgewebe hineinwachsen und die Infektion kann nicht mehr aufgehalten werden. Findet der Pilz gute Wachstumsbedingungen vor (25 °C), dann sind eine Woche nach dem ersten Befall bereits die charakteristischen Symptome zu erkennen. Wenn die Temperaturen allerdings dauerhaft deutlich über 25 °C liegen, dann tut das dem Pilz gar nicht gut. Ein heißer Sommer kann den Befall also deutlich einschränken. Zusätzlich bildet der Pilz C. buxicola sogenannte Dauersporen aus. Diese können im Boden mindestens 4 Jahre überdauern und erneut Buchbaumgewächse infizieren. Verbreitet werden die Pilzsporen durch Wind, Wasserspritzer und natürlich über den Handel sowie infiziertes Schnittgut.

Buchsbaumpilz vorbeugen

Unbedingt sollten alle Maßnahmen zur Vorbeugung des Buchsbaumpilzes komplett ausgeschöpft werden, da sich das Triebsterben nur sehr schwer bekämpfen lässt. Als erstes sollten Sie versuchen, Ihre Buchbäume oberirdisch immer möglichst trocken zu halten. Denn wenn die Blätter schnell abtrocknen, dann hat der Pilz weniger Zeit um zu keimen und somit die Pflanze zu infizieren. Suchen Sie für Ihre Buchsbäume also einen sonnigen und luftigen Standort – dort können die Blätter schneller abtrocknen. Zusätzlich mag der Buchsbaum eine gleichmäßige Wasserversorgung. Achten Sie beim Gießen aber darauf, dass nur die Erde nass wird und nicht die Blätter.

Blattfall an einer Kleinhecke durch Clyindrocladium buxicola

Blattfall einer Buchshecke durch C. buxicola [Foto: Dr. Thomas Brand]

Auch die Sortenwahl kann helfen, das Triebsterben zu umgehen. Generell sollen wüchsige Buchsbaumsorten weniger anfällig sein, dazu zählen zum Beispiel die Sorten “Herrenhausen”, “Faulkner” und “Brno”.  Leider gibt es aber noch keine komplett resistenten Sorten. Bei bereits befallenen Buchsbäumen kann ein radikaler Rückschnitt in das gesunde Holz helfen, eine Garantie für einen Erfolg gibt es aber nicht. Wichtig ist, dass die abgeschnittenen Triebe nicht auf den Kompost gelangen. Wegen der problematischen Dauersporen gehören alle Schnittabfälle in den Restmüll. Es ist zudem anzuraten, die oberste Erdschicht unter einem kranken Buxus zu entfernen. Dort reichert sich die Erde mit herabfallenden Dauersporen an. Trotz dieser Maßnahmen ist es nicht unbedingt empfehlenswert, einen neuen Buchsbaum direkt auf die Stelle zu pflanzen, wo vorher ein infizierter Buchsbaum stand.

Buchsbaumkrankheit bekämpfen

Wie vorher angeklungen ist: Eine wirkungsvolle Bekämpfung der Buchsbaumkrankheit ist sehr schwierig. Der schädliche Pilz ist nicht mehr zu bekämpfen, sobald er in den Buchsbaum eingedrungen ist. Ein zusätzliches Problem ist die enorme Widerstandsfähigkeit des Pilzes. Bisher konnten wir keine verlässlichen Informationen finden, die bestätigen, dass Hausmittel oder biologische Spritzmittel erfolgreich gegen den Pilz wirken. Es ist also nicht möglich, C. buxicola mit natürlichen oder biologischen Präparaten zu behandeln.

Triebläsionen am Buchs durch C. buxicola

Triebläsionen am Buchs durch C. buxicola [Foto: Dr. Thomas Brand]

Selbst die Chemiekeule von Bayer & Co wirkt nur bei einer vorbeugenden Spritzung. In der Praxis würde das bedeuten, dass Sie Ihre Buchsbäume nach jedem Regen in der Gartensaison prophylaktisch mit Fungiziden einnebeln müssten. Ob das für den Hobbygärtner der richtige Weg ist, muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden. Falls Sie sich für eine vorbeugende Bekämpfung entscheiden, dann empfehlen wir Ihnen Duaxo Universal Pilz-frei und Ortiv von Compo. Die beiden Spritzmittel wurden bereits getestet und können das Triebsterben bei vorbeugender Anwendung effektiv bekämpfen. Bei bereits stark befallenen Buchsbäumen hilft oft nur das komplette Roden der kranken Pflanzen, auch wenn es keine Ersatzpflanzen mit ähnlicher Optik gibt. Bleibt zu hoffen, dass die Züchter schnell resistente Sorten entwickeln oder neue Bekämpfungsmethoden gegen den schädlichen Pilz finden.

Algenkalk gegen die Buchsbaumkrankheit

Seit einiger Zeit berichten immer mehr unserer Leser von der erfolgreichen Bekämpfung der Buchsbaumkrankheit bzw. des Pilzes durch Algenkalk. Spritzt man die Buchspflanzen zwischen Ende April und Anfang Mai mit Algenkalk, zeigt sich innerhalb von einigen Monaten eine deutliche Erholung der Pflanze. Auch gegen den Buchsbaumzünsler und dessen Eier soll die Behandlung mit Algenkalk helfen.

Ein besonderer Dank an den Photographen: Dr. Thomas Brand.

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