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Dickmaulrüssler: Symptome erkennen, vorbeugen & bekämpfen

Der Dickmaulrüssler befällt besonders gerne Rhododendren und Hortensien. Wir zeigen, wie man den Schädling mit natürlichen Mitteln wie Nützlingen bekämpft.

Der gefräßige Dickmaulrüssler und seine Larven machen sich über viele unserer Pflanzen im Garten her und können diese sogar zum Absterben bringen. Wie Sie das verhindern können und was man gegen diese Rüsselkäfer unternehmen kann, zeigen wir Ihnen hier.

Dickmaulrüssler

Der Dickmaulrüssler (Otiorhynchus), der zur Ordnung der Käfer (Coleoptera) und der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae) gehört, ist ein gefräßiger Schädling, der sich über viele Zierpflanzen und Gehölze hermacht. Der Name dieses Käfers stammt von seinem charakteristischen dicken Rüssel.

Dickmaulrüssler: Entwicklung der Larven

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei der Gattung der Dickmaulrüssler um einen Käfer und allein in Mitteleuropa findet man mehr als 170 Otiorhynchus-Arten. Von der Gattung sind etwa 10 bis 15 Käferarten für unsere Kulturpflanzen schädlich. Erkennbar ist der flugunfähige Dickmaulrüssler an seiner Länge von zehn bis zwölf Millimetern, seiner länglich-ovalen Form und seiner dunkelgrauen bis schwarzen Farbe. Da die Tiere sich bei Tag gerne verstecken, ist eine Identifizierung in der Regel erst in den Abendstunden möglich. Bei den Larven des Dickmaulrüsslers sind keine besonderen charakteristischen Merkmale vorhanden, weswegen ihre Bestimmung selbst für Käferexperten schwierig ist. Ihre Eier legen die kleinen Tierchen meistens um den Sommermonat Juli ab. Einen Monat später (also im August) schlüpfen die Larven dann und starten direkt damit, den Wurzelbereich zu schädigen.

Dichmaulrüsslerlarve auf Erde
Die Larven des Dickmaulrüsslers sind hell gefärbt und haben keine Beine [Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Symptome und Schadbild bei einem Dickmaulrüsslerbefall

Das Schadbild eines Dickmaulrüsslers ist nicht immer leicht zu identifizieren. Erschwerend kommt hinzu, dass der Käfer nacht- beziehungsweise dämmerungsaktiv ist und viele unterschiedliche Pflanzen befallen kann. Zu den bevorzugten Pflanzen zählen beispielsweise Rhododendren (Rhododendron), Hortensien (Hydrangea), Geranien (Pelargonium), Eiben (Taxus) und Ahorn (Acer). Hat der Dickmaulrüssler zugeschlagen, dann sind typische Fraßbuchten in den Blättern zu sehen, insbesondere in Bodennähe. In der Regel frisst sich der Käfer von den Blatträndern weiter ins Innere des Blattes vor. Der oft viel größere Schaden verbirgt sich aber meist unter der Erde und wird durch die Larven verursacht. Zuerst verspeisen die jungen Larven die Wurzelhaare, später können sogar holzige Teile der Wurzeln befallen werden. Bei Alpenveilchen (Cyclamen) kann selbst die komplette Knolle ausgehöhlt werden, was schließlich zum Absterben der Pflanze führt. Zeitlich ist mit einem Befall durch den Käfer ab Ende Mai zu rechnen.

Dickmaulrüsslern vorbeugen

Verbreitet wird der Dickmaulrüssler vor allem durch seine Eier und Larven, die gerade in der Erde von erworbenen Kulturpflanzen vorkommen können. Natürlich kann man die Erde nicht komplett nach dem Schädling absuchen, weil man dabei auch den Wurzelballen zerstören würde. Ein Einschleppen des Dickmaulrüsslers in den eigenen Garten ist also kaum zu verhindern. Haben Sie bereits ungebetene Dickmaulrüssler in Ihren Containerpflanzen oder im Garten, dann ist eine starke Ausbreitung unwahrscheinlich. Wegen der Flugunfähigkeit legen die Käfer keine großen Strecken zurück. Oft hält sich der Schaden an den Pflanzen auch in Grenzen und eine Bekämpfung ist gar nicht notwendig. Wenn die befallene Pflanze allerdings einen allgemein schlechten Eindruck macht und zum Beispiel zu schlappen beginnt, dann sollten Sie über eine Pflanzenschutzmaßnahme nachdenken.

Angefressenes Blatt mit Dickmaulrüssler
Dickmaulrüssler fressen Buchten in die Blätter [Foto: Jiri Prochazka/ Shutterstock.com]

Dickmaulrüssler bekämpfen

Sollten sich die Dickmaulrüssler in Ihrem Garten breitgemacht haben, gibt es mehrere Varianten, wie Sie diese bekämpfen können. Entweder Sie setzen auf eine chemische Bekämpfung oder Sie bekämpfen die Dickmaulrüssler mit einer biologischen Methode.

Dickmaulrüssler chemisch bekämpfen

Die Käfer des Dickmaulrüsslers sind durch ihren schützenden Panzer schwer mit Spritzmitteln in den Griff zu bekommen. Sind nur einzelne Containerpflanzen befallen, dann können die Käfer abends auch einfach abgesammelt werden.

Zurzeit finden sich jedoch einige Präparate am Markt, die gegen den Dickmaulrüssler eingesetzt werden können. Dazu gehören verschiedene Nematoden, Pilze und auch chemische Mittel.

Ein Mittel enthält den bodenbürtigen Pilz Metarhizium anisopliae var. anisopliae und kann gegen den Dickmaulrüssler verwendet werden. Sobald der Dickmaulrüssler mit dem Pilz in Berührung kommt, keimen die Sporen aus und der Pilz überwächst den Käfer. Er dringt mit seinen Pilzhyphen in den Körper des Dickmaulrüsslers ein und vollzieht seine Entwicklung im Inneren des Käfers. Nach ein paar Tagen sterben die infizierten Käfer ab.

Dickmaulrüssler sitzt auf Blume nah
Dickmaulrüssler werden bis zu 12 Millimeter lang [Foto: yod67/ Shutterstock.com]

Außerdem können Sie Insektizide mit dem Wirkstoff Acetamiprid verwenden. Insektizide mit diesem Wirkstoff sind meistens unter dem Handelsnamen „Careo“ erhältlich und können nicht nur gegen die Dickmaulrüssler verwendet werden, sondern diese Präparate zeigen auch Wirkung gegen Weiße Fliegen (Aleyrodoidea), Trauermücken (Sciaridae) und viele weitere Insekten. Diese Mittel werden vom Gemüsebau bis hin zum Obstbau verwendet und können uns effektiv im Kampf gegen den Dickmaulrüssler helfen. Pro Kultur darf man Acetamiprid nur zweimal einsetzen und es müssen zwischen den Gießanwendungen mindestens 60 Tage liegen. Seien Sie jedoch immer vorsichtig beim Einsatz von chemischen Insektiziden und beachten Sie stets deren Anwendungshinweise. Atmen Sie diese Stoffe nicht ein und vermeiden Sie direkten Hautkontakt, da es zu Reizungen kommen kann.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

Dickmaulrüssler biologisch und mit Hausmitteln bekämpfen

Sie können Dickmaulrüsslern auch mit biologischen Mitteln an den Kragen gehen. Dafür eignen sich spezielle Jauchen, Brühen und Tees sehr gut. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl von Pflanzenstärkungsmitteln, die auch wirkungsvoll gegen Dickmaulrüssler sind.

Rainfarntee gegen Dickmaulrüssler

Für den Raunfarntee benötigen Sie ungefähr zwei Hände voll blühender Rainfarnpflanzen (Tanacetum vulgare) oder 30 Gramm getrocknetes Rainfarnkraut, das Sie mit einem Liter kochendem Wasser aufbrühen. Lassen Sie den Rainfarntee einfach abkühlen und verwenden Sie den Tee unverdünnt gegen die Käfer des Dickmaulrüsslers. Besprühen Sie die Pflanzen mit dem Rainfarntee im Mai und Juni mehrmals, um die Käfer von ihrem Reifungsfraß abzuhalten.

Wermutjauche gegen Dickmaulrüssler

Um eine Wermutjauche herzustellen, brauchen Sie 300 Gramm frisches oder 30 Gramm getrocknetes Wermutkraut (Artemisia absinthium), welches Sie in zehn Litern Wasser gären lassen. Die Wermutjauche muss dann bis zu zwei Wochen gären, bis sie fertig ist. Wenn die Wermutjauche nicht mehr schäumt, ist dies ein Zeichen dafür, dass sie fertig vergoren ist. Sie können die Jauche unverdünnt einsetzen, um die Dickmaulrüssler von Ihren Beeten fernzuhalten. Die Wermutjauche schreckt zum einen die Käfer des Dickmaulrüsslers ab und zum anderen auch die Larven, die sich im Boden befinden.

Wermuttee in Tasse
Wermutjauche schreckt die Larven und die Käfer des Dickmaulrüsslers ab [Foto: Auhustsinovich/ Shutterstock.com]

Knoblauch gegen Dickmaulrüssler

Knoblauch (Allium sativum) hat auf den Dickmaulrüssler eine abschreckende Wirkung und kann ganz einfach verwendet werden. Hacken Sie dazu einfach eine Knoblauchzehe in kleine Stücke und mischen Sie diese in die Erde ein. Diese Methode wiederholen Sie einmal im Monat und sollten damit den Dickmaulrüssler abhalten können.

Dickmaulrüssler mit Nematoden bekämpfen

Effektiv lassen sich ebenfalls die Larven der Dickmaulrüssler bekämpfen. Dafür ist nicht mal eine Chemiekeule notwendig. Eigentlich sollte der Hobbygärtner froh sein, wenn in seinem Garten keine Nematoden ihr Unwesen treiben. Es gibt allerdings auch räuberische Nematoden, die entomopathogen genannt werden und die keine Pflanzen befallen, sondern Larven. Diese hochspezialisierten Nützlinge können in der Erde ausgebracht werden und bekämpfen die Larve effektiv. Die wichtigsten Regeln dabei sind, dass die Nematoden einen durchgehend feuchten Boden benötigen sowie eine Temperatur von mindestens 12 °C.

Zurzeit sind unterschiedliche Arten von Nematoden erhältlich, die gegen Dickmaulrüssler eingesetzt werden können. Dazu gehören Heterorhabditis bacteriophora, Heterorhabditis megidis und Steinernema carpocapsae. Man löst die Nematoden in Wasser und gießt die betroffenen Flächen mit der Nematodenlösung. Die Nematoden werden dann die Larven im Boden befallen und abtöten. Hier erfahren Sie noch mehr zu Nematoden und dazu, wie man sie richtig einsetzt.

Dickmaulrüssler-Falle

Wie schon zu Beginn erwähnt, sind die Dickmaulrüssler nachtaktive Käfer, die tagsüber gute Verstecke brauchen. Dieses Verhalten können wir ausnutzen und den erwachsenen Käfern eine Falle stellen. Dazu nehmen Sie einfach einen Blumentopf und füllen ihn zum Beispiel mit Holzwolle an. Dann stellen Sie diesen Blumentopf mit der Öffnung nach unten auf die Erde, am besten in der Nähe der stark befallenen Pflanzen. Versuchen Sie, den Topf etwas schräg aufzustellen, damit die Käfer auch ungehindert hineinklettern können, um sich am Tag dort zu verstecken. Kontrollieren Sie die Töpfe regelmäßig und entfernen Sie die gefangenen Käfer. Eine einfache Methode dafür ist das Übergießen mit kochendem Wasser – und dann ab damit in die Toilette.

Sollten Sie gerade keinen Blumentopf übrig haben, können Sie auch Holzstücke verwenden, die Sie im Garten auslegen. Die Dickmaulrüssler werden sich auch unter den Holzstücken verstecken, wo Sie sie dann absammeln können. Besonders gut eignen sich hierfür Holzstücke, die einige Rillen aufweisen, da sich die Käfer darin gut verstecken können.

Umgestülpte Tontöpfe in gefrorenen Beet
Ein umgedrehter Tontopf kann als Käferfalle genutzt werden [Foto: Nik Cain/ Shutterstock.com]

Es gibt zudem noch eine Kombination aus einer Falle und Nematoden, nämlich Nematop Käfer-Stopp. Dabei befinden sich die Nematoden Steinernema carpocapsae auf einem Brett, welches man im Garten auf den Boden legt. Dieses Brett ist also eine Infektionsstation. Wenn sich die Dickmaulrüssler tagsüber unter dieser verstecken, dringen die Nematoden schon nach wenigen Minuten in den Käfer ein. Die Dickmaulrüssler sterben nach spätestens einer Woche ab – die Nematoden in der Infektionsstation sind dabei bis zu sechs Wochen aktiv.

Zusammenfassung Dickmaulrüssler bekämpfen:

  • Die chemische Bekämpfung lohnt sich nur bei einem starken Befall
  • Verschiedene Pflanzenjauchen wie Rainfarntee und Wermutjauche sowie Knoblauch können gegen den Dickmaulrüssler eingesetzt werden und stärken dabei zusätzlich die Pflanze
  • Eine besonders effektive Methode zur Bekämpfung der Larven stellen Nematoden, also hochspezialisierte Nützlinge, dar
  • Erwachsene Käfer können Sie mit Fallen erfolgreich einfangen und anschließend entfernen

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