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Dörrobstmotte: Die Lebensmittelmotte erfolgreich bekämpfen & erkennen

Man findet sie oft in Müsli und Studentenfutter – wir zeigen Ihnen, wie man die Dörrobstmotte erfolgreich bekämpfen und ihr vorbeugen kann.

Dörrobstmotte
Die Dörrobstmotte ist ein Vorratsschädling [Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Dieser Vorratsschädling ist weit verbreitet und vielen von uns ist die Dörrobstmotte bereits begegnet. Gerade in der Küche findet man immer wieder Spuren dieses Schädlings in den Vorräten, weshalb man bei der Lagerung von Lebensmitteln stets vorsichtig sein sollte.

Dörrobstmotte

Die Dörrobstmotte (Plodia interpunctella) ist auch bekannt als Hausmotte oder Vorratsmotte und gehört unter den Schmetterlingen zu den Zünslern (Pyralidae). Ursprünglich stammt die Dörrobstmotte wahrscheinlich aus dem Nahen Osten oder dem Mittelmeerraum. Sie wurde schon im 19. Jahrhundert durch den Handel nach Europa eingeschleppt und macht sich seitdem in Haushalten und in der Lebensmittelindustrie breit.

Dörrobstmotte: Steckbrief

Die erwachsene Dörrobstmotte hat eine Flügelspannweite von 13 bis 20 Millimetern und ihr Körper ist 4 bis 10 Millimeter groß. Die Flügel der Dörrobstmotten sind am Grund hellgrau bis gelbgrau gefärbt, der übrige, hintere Teil der Flügel ist von dunklerer kupferroter Farbe.

Dörrobstmotte
Die Flügelspannweite kann bis zu 20 mm betragen [Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Erwachsene Dörrobstmotten nehmen während ihres zweiwöchigen Lebens keine Nahrung mehr auf. Die Weibchen legen in dieser Zeit bis zu 300 Eier, die ungefähr einen Durchmesser von 0,5 Millimeter aufweisen. Aus diesen schlüpfen nach drei bis vier Tagen Raupen aus, die sehr unterschiedlich gefärbt sein können. Diese Larven häuten sich bis zu fünfmal und erreichen zum Ende ihrer Entwicklung eine Länge von bis zu 17 Millimetern.

Die Larven verstecken sich gerne in Gespinsten und verpuppen sich dann nach einiger Zeit außerhalb ihres Nahrungsvorrates. Während ihrer Entwicklung fressen die Raupen, bilden Gespinste und verschmutzen dabei die Nahrungsmittel, in denen sie sich entwickeln. Gerne werden Lebensmittel wie Nüsse, Getreide, Nudeln, Tee, Dörrobst, Hülsenfrüchte und vieles mehr von den Dörrobstmotten befallen. Durch ihr weites Nahrungsspektrum besiedeln sie viele von unseren Vorräten und sind durch ihre hohe Kältetoleranz und aufgrund ihrer Robustheit ein ernst zu nehmender Vorratsschädling.

Die Entwicklung der Dörrobstmotten dauert bei einer Temperatur von 30 °C ungefähr einen Monat. Wenn die Temperatur auf 20 °C sinkt, benötigt die gesamte Entwicklung der Dörrobstmotten schon über 70 Tage. In Mitteleuropa schaffen es die kleinen Schädlinge, zwei Generationen pro Jahr auszubilden. In wärmeren Regionen können sich sogar mehr entwickeln.

Dörrobstmotten erkennen

Da die Larven der Dörrobstmotten Gespinste erzeugen, sind feste Gespinstklumpen und silbrig glänzende Gespinste ein wichtiges Erkennungsmerkmal eines Dörrobstmottenbefalls. Wenn ein Lebensmittel stark befallen wird, ist das ganze Produkt mit Gespinsten der Larven durchzogen, verklumpt und durch den Kot der Larven verunreinigt.

Gespinste
Befallene Lebensmittel sind oft von Gespinsten durchzogen [Foto: Marco Uliana/ Shutterstock.com]

Die Larven der Dörrobstmotten haben eine weißliche Farbe und können eine rötliche und grünliche Tönung aufweisen. Der Kopf der Larven ist zudem braun und der gesamte Körper glänzt fettig.

Dörrobstmotten vorbeugen

Der Befall mit Dörrobstmotten erfolgt meistens durch ein bereits befallenes und beschädigtes Lebensmittel in Ihrem Haushalt, jedoch ist es in seltenen Fällen auch möglich, dass die Dörrobstmotten zufliegen. Überprüfen Sie daher beim Lebensmittelkauf schon die Verpackungen auf kleine Löcher und Beschädigungen, egal ob die Verpackung aus Papier oder Plastik besteht.

Zu Hause sollten Sie auf saubere Vorratsräume achten und Ihre Schränke und Regale immer wieder auf einen Befall mit Dörrobstmotten überprüfen. Um Ihre Lebensmittel zu Hause sicher zu lagern, empfiehlt es sich, Vorratsbehälter aus Keramik oder Glas zu verwenden, die einen Schraubverschluss haben. Auf diese Weise verhindern Sie das Eindringen von Dörrobstmotten in Ihre Lebensmittel.

Vorratsbehälter aus Glas
Vorratsbehälter aus Glas schützen Lebensmittel vor einem Befall [Foto: BriMor/ Shutterstock.com]

Halten Sie sich bei der Lagerung an den altbewährten Hinweis und lagern Sie Ihre Lebensmittel immer kühl, denn Dörrobstmotten mögen Kälte nicht besonders gerne.

Gewisse ätherische Öle haben auf Dörrobstmotten eine abschreckende Wirkung und man kann Duftlämpchen mit ätherischen Ölen aufstellen, um die Schädlinge abzuwehren. Eine solche abwehrende Wirkung zeigen ätherische Öle wie Pfefferminze, Lavendel, Anis, Geranie, Zitrone, Zeder, Orange oder Eukalyptus. Diese verbreiten zudem noch einen angenehmen Duft in Ihren Lagerräumen.

Zusammenfassung Dörrobstmotten vorbeugen:

  • Lebensmittelverpackungen schon beim Kauf auf Löcher und Beschädigungen überprüfen
  • Sauberkeit in Vorratsräumen
  • Vorratsbehälter mit Schraubverschluss aus Glas oder Keramik verwenden
  • Kühle Lagerung
  • Ätherische Öle verwenden
Ätherische Öle
Einige ätherische Öle wirken abschreckend auf Dörrobstmotten [Foto: ORLIO/ Shutterstock.com]

Dörrobstmotten bekämpfen

Wenn sich die Dörrobstmotte in Ihrer Küche oder in Ihren Vorratsräumen breitgemacht hat, dann sollten Sie der Motte so schnell wie möglich den Kampf ansagen.

Sollten Sie stark befallene Lebensmittel in Ihrer Küche finden, geben Sie diese sofort in einen Müllbeutel, verschließen diesen fest und entsorgen ihn auf der Stelle. Danach sollten Sie Ihre eingelagerten Lebensmittel alle auf einen Befall überprüfen und Ihre Vorratsräume gründlich reinigen. Reinigen Sie am besten mit einem Staubsauger alle Ritzen und Ecken gründlich und putzen Sie alle Flächen noch einmal gewissenhaft. Wenn Sie sich bei einigen Lebensmitteln nicht sicher sind, ob sie befallen sind, können Sie diese für zwei bis drei Tage einfrieren oder im Backofen auf 60 bis 70 °C erhitzen.

Dörrobstmotten chemisch bekämpfen

Im Moment befinden sich keine Insektizide auf dem Markt, mit denen sich die Dörrobstmotte bekämpfen lässt. Die Bekämpfung kann allerdings über biologische Methoden mit Nützlingen erfolgen, denn der Einsatz dieser zeigt großen Erfolg und man bekämpft die Schädlinge auf eine natürliche Art und Weise.

Dörrobstmotten biologisch und mit Hausmitteln bekämpfen

Zur Bekämpfung der Dörrobstmotten werden oftmals Pheromonfallen eingesetzt. Diese Fallen sind mit Pheromonen bestückt, welche die Motten anziehen und mit Hilfe von Klebefallen fangen. Wenn die Fallen mit Sexualpheromonen bestückt sind, werden die männlichen Dörrobstmotten angezogen, die dann an der Klebefolie hängen bleiben. Somit kann keine neue Generation mehr produziert werden.

Pheromonfalle
Pheromonfallen eignen sich zur Befallsüberwachung und zur Bekämpfung [Foto: andras_csontos/ Shutterstock.com]

Auch mit Hilfe von Nützlingen können Dörrobstmotten erfolgreich bekämpft werden. Dafür eignen sich besonders gut Schlupfwespen. Schlupfwespen haben lange Legestachel, mit denen sie ihre Eier in die Eier der Dörrobstmotte ablegen und diese damit parasitieren. Die Larve der Schlupfwespe ernährt sich dann nach dem Schlupf vom Ei der Dörrobstmotte und entwickelt sich zu einer erwachsenen Schlupfwespe. Damit beginnt der Zyklus der Parasitierung wieder von Neuem.

Als Schlupfwespen, die man zur Bekämpfung der Dörrobstmotte in Lageräumen einsetzen kann, werden zum Beispiel die Brackwespe (Habrobracon hebetor) oder die Erzwespe (Trichogramma evanescens) verwendet. Diese Nützlinge werden auch gegen andere Motten eingesetzt, wie etwa die Mehlmotte (Ephestia kuehniella) oder die Speichermotte (Ephestia elutella).

Schlupfwespe am Baum
Schlupfwespen parasitieren die Eier der Dörrobstmotten [Foto: Aynia Brennan/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung Dörrobstmotte bekämpfen:

  • Entfernen Sie befallene Lebensmittel schnellstmöglich, überprüfen Sie Ihre gesamten Vorräte auf einen Befall und reinigen Sie Ihre Vorratsräume gründlich
  • Die chemische Bekämpfung der Dörrobstmotte mit einem Insektizid ist nicht möglich
  • Pheromonfallen ziehen die männlichen Dörrobstmotten an, welche anschließend an den Fallen kleben bleiben
  • Für eine erfolgreiche Bekämpfung von Dörrobstmotten lohnt sich der Nützlingseinsatz von Erzwespe oder Brackwespe

Weitere Informationen zur Bekämpfung von Motten mithilfe von Schlupfwespen finden Sie in unserem Spezial-Artikel.

Kathi

Ich studiere Phytomedizin in Wien und bin auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen. Die Vielfalt der Natur begleitet mich also schon mein ganzes Leben: angefangen im großen Gemüsegarten bis hin zu unseren Weideflächen. Besonders haben es mir Themen rund um den Pflanzenschutz angetan.
Lieblingsobst: Erdbeere
Lieblingsgemüse: Tomate

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