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Drahtwurm: Erkennen, vorbeugen & bekämpfen

Drahtwürmer treiben ihr Unwesen im Garten, auf Feldern und sogar in Wäldern und können jedem Gärtner zum folgenschweren Verhältnis werden.

gelbe Larve des Drahtwurms in Erde

Drahtwürmer treiben häufig ihr Unwesen in unseren Gärten [Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Den Schaden des Drahtwurmes haben die meisten von uns schon gesehen und viele sind dem Drahtwurm auch schon selbst im Garten begegnet. Weder die Kartoffeln noch der Salat sind in Sicherheit vor ihm. Was es mit diesem seltsam aussehenden, harten Wurm auf sich hat, erfahren Sie hier in unserem Artikel.

Drahtwurm: Ein kurzer Steckbrief

Wenn wir über Drahtwürmer sprechen (Englisch „Wireworm“), meinen wir eigentlich die

(Elateridae). Die Familie der Saatschnellkäfer umfasst verschiedenste kleine Käfer, deren Larven große Schäden an den unterirdischen Pflanzenteilen verursachen. Die Saatschnellkäfer selbst verursachen keine Schäden, sie ernähren sich nur von Pollen und Nektar.

Die verschiedenen Arten sind schwer zu unterscheiden, häufig finden Sie aber die folgenden Arten in Ihrem Garten:

  • Saatschnellkäfer oder Feldhumusschnellkäfer (Agriotes lineatus)
  • Düsterer Humusschnellkäfer (Agriotes obscurus)
  • Salatschnellkäfer (Agriotes sputator)

Die erwachsenen Käfer sind dunkel gefärbt und haben eine Größe von 9 bis 12 mm. Sie sind länglich und ihre schlanke Körperform verjüngt sich nach hinten.

Saatschnellkäfer auf Blatt

Drahtwürmer sind die Larven des Saatschnellkäfers [Foto: Sandra Standbridge/ Shutterstock.com]

Die Drahtwürmer haben eine gelblich-orange Körperfarbe und können bis zu 2,5 cm lang werden. Sie besitzen einen harten Chitinpanzer, dem sie auch ihren Namen verdanken. Sie haben eine mehrjährige Entwicklung im Boden und ernähren sich polyphag, das bedeutet, dass sie ein weites Nahrungsspektrum haben.

Wie sich die Käfer und Larven entwickeln, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Der Drahtwurm-Lebenszyklus

Die Saatschnellkäfer legen ihre Eier im Mai oder Juni in den Boden ab. Ein Weibchen kann bis zu 200 Eier in ihrem Leben legen. Die Gelege finden sich herdweise im Boden – nicht gleichmäßig verteilt über die gesamte Fläche. Nach ungefähr 4 bis 5 Wochen schlüpfen daraus die Drahtwürmer. Diese Dauer kann durch die Witterung beeinflusst werden. Danach sind die Drahtwürmer bis zu fünf Jahre im Boden und treiben ihr Unwesen. Während dieser Zeit können sie je nach Art zwischen 9 und 15 Larvenstadien durchlaufen. Ab dem zweiten Lebensjahr verursachen die Drahtwürmer Schäden durch ihren Fraß. Dabei durchlaufen die Larven bis zu drei Anfang April bis Mitte Mai, Ende Juni bis Mitte Juli und von Mitte August bis Anfang Oktober. Bei  Mangel an passendem Futter können die Drahtwürmer bis zu einem Jahr ohne Nahrung auskommen, jedoch ziehen sie sich dann in tiefere Bodenschichten zurück. Aber auch bei Trockenheit ziehen sich die Larven oft in tiefere Gebiete zurück, da sie sehr trockenheitsempfindlich sind.

larven des Drahtwurms auf Erde

Ab dem zweiten Lebensjahr verursachen die Drahtwürmer Schäden durch ihren Fraß [Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Ein entscheidender Faktor beim Drahtwurm ist der Boden. Generell ist er lieber auf verdichteten und feuchten Böden anzutreffen, da die Weibchen solche ungestörten Flächen zur Eiablage benötigen. Dafür bieten sich besonders auch unsere Wiesen an.

Aber wie findet der Drahtwurm nun zu den Pflanzenteilen im Boden?

Der Drahtwurm orientiert sich im Boden anhand von CO2. Pflanzen und ihre Wurzeln stoßen wie der Mensch auch CO2 aus, sodass der Drahtwurm von den atmungsaktiven Wurzeln angezogen wird.

Drahtwurm erkennen: Schadbild

Ein typisches Symptom für Schädlinge im Boden ist Welke. Der Drahtwurm frisst an den Wurzeln unserer geliebten Pflanzen und dadurch können diese nicht mehr genug Wasser und Nährstoffe aufnehmen. Dadurch beginnen die Pflanzen zu welken. Wenn man sie dann ausgräbt, kann man die angefressenen Wurzeln erkennen. Die Drahtwürmer nagen die Wurzeln an oder fressen diese komplett ab. Bei Salaten finden man den Drahtwurm auch oft im Wurzelhals.

ertrocknete Kartoffelpflanzen auf Feld

Welke Pflanzen sind ein Zeichen für Drahtwurmbefall [Foto: Siegi/ Shutterstock.com]

Bei den Kartoffeln (Solanum tuberosum) findet man in den Knollen Fraßgänge ins Innere. Die Größe der Gänge ist unterschiedlich, je nach Entwicklungsstadium der Drahtwürmer. In den Gängen finden sich dann oft die braunen Exkremente der Drahtwürmer. Wenn der Befall im Frühjahr auftritt, fressen die Drahtwürmer die jungen Keime. Das schwächt die Pflanzen, sodass sie manchmal sogar komplett abfallen.

Um dem Befall auf den Grund zu gehen, können Sie einige Überwachungsmethoden anwenden: Zum einen können Sie natürlich  die Erde durchgraben und überprüfen, ob sich Drahtwürmer in Ihrem Garten befinden. Eine andere Methode zur Überwachung ist die Ködermethode. Dazu legen Sie angeschnittene Kartoffelhälften aus. Graben Sie diese circa 10 cm tief ein, markieren Sie die Stelle und überprüfen Sie eine Woche später, ob sich Drahtwürmer in Ihre Kartoffelhälften geschlichen haben.

Kartoffelhälfte aufgeschnitten auf Blättern

Angeschnittene Kartoffelhälften können als Köder dienen [Foto: rsooll/ Shutterstock.com]

Drahtwurm an Kartoffeln, Salat und Co.

Da freut man sich schon auf die Kartoffelernte und was findet man dann nach dem mühseligen Graben? Durchlöcherte und unappetitliche Kartoffelknollen. Damit Ihnen das nicht passiert, erklären wir hier kurz, was man gegen den Drahtwurm unternehmen kann.

Kann man Kartoffeln mit Drahtwurmbefall noch essen?

Wenn sich die Drahtwürmer in die Knollen der Kartoffeln gebohrt haben, verkorken anschließend diese Gänge. Außerdem befindet sich oft Kot in den Bohrgängen. Ein großes Problem ist die Gefahr von Sekundärinfektionen. Durch diese Beschädigungen können Bakterien und Pilze in die Kartoffelknollen eindringen und sie infizieren. Sollten Sie also eine durchbohrte Kartoffel haben, deren Gänge sich schwärzlich verfärbt haben (von Pilzen oder Bakterien befallen sind), ist es besser wenn Sie diese Kartoffeln nicht mehr essen.

Verrottete Kartoffel in der Hand gehalten

Durch den Fraß des Drahtwurms verfaulen die Kartoffeln im Inneren [Foto: Grandpa/ Shutterstock.com]

Drahtwurm erfolgreich bekämpfen

Die Bekämpfung der Drahtwürmer ist eine Aufgabe, die nicht von heute auf morgen erledigt ist. Im folgenden Abschnitt werden wir Ihnen mehrere Methoden aufzeigen, wie Sie mit dem lästigen Wurm umgehen können.

Drahtwurm mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen

Im Moment sind keine chemischen Pflanzenschutzmittel gegen den Drahtwurm zugelassen und daher muss man bei der Bekämpfung auf andere Methoden zurückgreifen. Es gibt Versuche mit dem Bodenpilz Metarhizium, der die Drahtwürmer befallen und abtöten soll. Aber man kann dem Drahtwurm auch mit natürlichen Maßnahmen an den Kragen gehen. Wie das geht, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Drahtwurm natürlich bekämpfen

Wie schon zuvor erwähnt, benötigen die Weibchen dichte und ungestörte Böden zur Eiablage und die Larven sind sehr trockenheitsempfindlich. Diese Eigenschaften können wir uns zu Nutze machen.

  • Boden trocken halten und Drahtwürmer stören

Bodenbearbeitung ist dabei ein wichtiger Stichpunkt. Dadurch kann man die Anzahl der Drahtwürmer im Boden reduzieren. Durch Umstechen im Frühjahr und/oder Herbst kann man die lästigen Larven der Schnellkäfer stören und den Befall etwas reduzieren. Vor allem im Frühjahr kann man dadurch die Eiablage behindern. Wer eine Bodenfräse besitzt, sollte diese unbedingt beim Kampf gegen die Drahtwürmer einsetzen. Das Auflockern ist auch eine gute Möglichkeit, Feuchtigkeit aus dem Boden zu entfernen und die Larven auszutrocknen. Deshalb übertreiben Sie es bitte auch nicht mit dem Bewässern – besonders in den fraßaktiven Phasen der Drahtwürmer.

Garten umgraben Gabel im Beet

Häufiges Umgraben hilft, den Befall zu reduzieren [Foto: xactive/ Shutterstock.com]

Finden Sie dabei ein gesundes Maß zwischen der nötigen Wassermenge, damit Ihre Pflanzen ordentlich wachsen, und dem Pflanzenschutz.

  • Auf die Fruchtfolge achten

Auch Fruchtfolge im Garten sollte großgeschrieben werden. Das bedeutet, dass Ihre Gemüse nicht jedes Jahr am selben Fleck stehen sollen. Gewisse Pflanzen werden eher von den Drahtwürmern befallen als andere. Daher sollte man mit solchen Pflanzen abwechseln. Dazu gehören besonders Kartoffeln – da die Drahtwürmer vom ausgestoßenen CO2 der Wurzeln angezogen werden, werden gerne Pflanzen mit einem großen Wurzelsystem befallen.

  • Gesunde und starke Pflanzen aussetzen

Kulturtechnisch können wir auch Einiges tun. Keimen Sie Ihre Pflanzen vor, bevor Sie sie aussetzen. Somit haben die Pflanzen schon einen Entwicklungsvorsprung und werden schon in wärmere Erde gesetzt. Gesunde und starke Pflanzen sind ein guter Ausgangspunkt bei der Schädlingsbekämpfung. Wenn man bei der Düngung Kalkstickstoff verwendet, kann man den Befall um geschätzte 20 bis 30 % reduzieren.

Zwei Kartoffelpflanzen im Feld

Die Pflanzen sollten beim Auspflanzen stark genug sein [Foto: Diyana Dimitrova/ Shutterstock.com]

  • Früh ernten

Bei Kartoffeln ist es auch wichtig, sie so früh wie möglich zu ernten. Umso länger wir die Knollen in der Erde belassen, desto mehr Zeit haben die Drahtwürmer, sich in die Kartoffeln einzubohren. Dabei könnten auch frühreife Kartoffelsorten behilflich sein. Hier finden Sie mehr Informationen zu den besten frühreifen Kartoffelsorten.

  • Nematoden einsetzen

Der Einsatz von Nematoden kann auch bei Drahtwürmern Erfolg versprechen. Die Fadenwürmer können einfach ausgebracht werden und suchen im Boden nach ihren Wirtstieren. Wie Sie die Nematoden richtig einsetzen, erfahren Sie hier.

  • Ringelblume und Studentenblume säen

Bekämpfen kann man die Drahtwürmer auch durch besondere Pflanzen, die unseren Garten sogar zusätzlich noch aufhübschen. Ringelblumen (Calendula officinalis) und Studentenblumen (Tagetes patula) haben abschreckende Wirkung auf die Drahtwürmer. Säen Sie die wunderschönen Blumen einfach zwischen Ihrem Gemüse aus, bewundern Sie die schönen Blüten und freuen Sie sich über ihre Wirkung. Außerdem ist die Ringelblume eine beliebte Heilpflanze und sät sich von selbst aus. Im nächsten Sommer wird sie also ganz von selbst wieder in Ihrem Garten auftauchen.

Ringelblumen Pflanzen im garten

Ringelblumen haben eine abschreckende Wirkung auf Drahtwürmer [Foto: Iva Vagnerova/ shutterstock.com]

Folgende Produkte haben sich gegen den Drahtwurm im Garten bewährt:
  • Naturen Bio Schädlingsfrei Neem: Zur Bekämpfung vieler saugender und beißender Schädlinge an Gemüse & Zierpflanzen.Verwendet im ökologischen Landbau.
  • Neudorff Bestell-Set Nützlinge: Gewünschten Nützling auf Bestellschein ankreuzen, einschicken und bequem per Post erhalten.
  • Tagetes: Studentenblumen, die einen bunten Blütenteppich entwickeln und dabei auch zur Schädlingsbekämpfung beitragen.

Die besten Methoden zur Drahtwurmbekämpfung zusammengefasst:

  • Den Boden trocken und locker halten
  • Pflanzen vorziehen
  • Frühreife Sorten verwenden
  • Früh ernten
  • Mischkulturen mit Ringelblume und Studentenblume

Achtung Verwechslungsgefahr

Um die richtige Bekämpfung zu wählen, ist es wichtig, die Symptome an den Pflanzen richtig zu deuten. Bei der Kartoffel kann es schon einmal zur Verwechslung kommen. Dry Core – zu erkennen an kleinen gräulichen Punkten an der Knollenoberfläche – sieht teilweise ähnlich aus wie die Schäden des Drahtwurms, wird aber vom Pilz Rhizoctonia verursacht.

Drahtwürmer in Kartoffeln

Die Schäden des Drahtwurms sind leicht mit Dry Core zu verwechseln [Foto: Roncsakj/ Shutterstock.com]

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