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Echter & Falscher Mehltau: erkennen, vorbeugen und bekämpfen

Mehltau beseitigen: Wie Sie den ungiftigen Pilz erkennen, ihm vorbeugen und ihn bekämpfen. Infos zu Hausmittel (Backpulver, Milch) und Spritzmittel.

Echter Mehltau auf Gurke im Gemüsebeet

Diese Gurke wurde leider vom Echten Mehltau erwischt [Foto: Scot NelsonCC BY 2.0]

Der Mehltaupilz ist eine der häufigsten Erkrankungen im Gartenbau. Auch im eigenen Garten kann dieser Fiesling großen Schaden anrichten. Dabei ist Mehltau nicht gleich Mehltau. Hier erfahren Sie, wo die Unterschiede zwischen Echten und Falschen Mehltau liegen und wie Sie die Krankheiten vorbeugen und bekämpfen können.

Symptome: So erkennen sie Mehltau an Rosen, Wein und anderen Pflanzen

Bereits ab Frühling können die ersten Symptome, sowohl vom Falschen als auch von Echten Mehltau, auftreten. Der Echte Mehltau bildet auf den Blättern der Wirtspflanze einen mehligen Belag. In der Regel tritt der Belag auf der Blattoberseite auf, genauso kann aber auch die Blattunterseite befallen werden. Neben den Blättern können auch Früchte, Triebe und Blüten dieselben Symptome aufweisen. Leider kann fast jede Nutzpflanze durch einen Echten Mehltaupilz krank werden, besonders gravierend ist der Befall bei Weinreben und Gurkenkulturen und auch der Kirschlorbeer kann betroffen sein.

Im Gegensatz zum Echten Mehltaupilz sind die Symptome bei dem Falschen Mehltau vielseitiger. Meistens bilden sich am Anfang des Befalls ölartige Flecken auf der Blattoberseite. Anschließend wächst ein Pilzrasen auf der Blattunterseite. Und genau hier lassen sich die beiden Pilze gut unterscheiden: Denn beim Falschen Mehltau kommt der Pilzrasen ausschließlich auf der Blattunterseite vor. Es können jedoch auch Blütenstände befallen werden, was sich beispielsweise bei Weinreben durch ein gelbliches und verkümmertes Erscheinungsbild zeigt. Wie beim Echten Mehltau gibt es auch beim Falschen Mehltau eine Vielzahl von Erregern, die leider viele unserer geliebten Nutzpflanzen befallen.

Falscher Mehltau auf Basilikum

Beim Falschen Mehltau kommt der Pilzrasen ausschließlich auf der Blattunterseite vor [Foto: Scot NelsonCC BY 2.0]

Mehltau: sind befallene Früchte giftig oder noch essbar?

Der Echte Mehltau (Erysiphaceae) gehört zu den Schlauchpilzen und umfasst eine Vielzahl von Arten. Dabei ist jede Art spezifisch und kann nur eine Art von Wirtspflanzen befallen. Das bedeutet: Der Echte Mehltau, der eine Tomate befällt, ist also nicht in der Lage, eine Gurke oder andere Pflanzenarten zu infizieren. Gleiches gilt übrigens auch in fast allen Fällen für den Falschen Mehltau (Peronosporaceae), der eigentlich gar kein richtiger Pilz ist. Er gehört zu den Scheinpilzen und ist eigentlich viel näher mit Braun- und Kieselalgen verwandt.

Während der Echte Mehltau auch bei trockener Witterung wachsen kann, braucht der falsche Mehltau eine hohe Luftfeuchtigkeit und nasse Blätter, um sich auszubreiten. Übrigens gilt für beide Pilzkrankheiten: Befallene Blätter und Früchte sind wegen der Mehltaupilze nicht wirklich giftig. Der Verzehr empfiehlt sich trotzdem nicht, da die Pilze teilweise starke Allergien auslösen können.

Mehltau vorbeugen

Obwohl der Echte und der Falsche Mehltau bei unterschiedlichen Witterungsverhältnissen wachsen, gibt es einige Gemeinsamkeiten in Bezug auf die Vorbeugung. Zum einen sollte der Pflanzenbestand nicht zu dicht gepflanzt werden, damit die Blätter schnell abtrocknen können. Der echte Mehltau braucht zwar keine nassen Blätter, um die Pflanze zu befallen, aber eine Taubildung kann hier den Krankheitsausbruch begünstigen. Ein weiterer Einflussfaktor ist das Sonnenlicht. Es stärkt einerseits die Vitalität der Pflanze und wirkt gleichzeitig wuchshemmend auf den Mehltau. Ein sonniger Standort ist also immer zu bevorzugen. Zu berücksichtigen sind dabei aber natürlich immer die Lichtansprüche Ihrer Pflanzen.

Schachtelhalmbrühe tee im Glas mit Zweigen

Schachtelhalmbrühe kann auf natürliche Weise gegen Mehltau helfen [Foto: Madeleine Steinbach/ Shutterstock.com]

Besonders engagierte Hobbygärtner können auch regelmäßig mit einer Ackerschachtelhalmbrühe vorbeugend gefährdete Pflanzen spritzen. Dieses Hausmittel stärkt die Zellwände der Pflanzen, allerdings nur bei regelmäßiger Anwendung.

Damit der Echte Mehltau erst gar nicht ausbricht, ist eine ausgeglichene Düngung sehr wichtig. Zugluft und Taubildung sollten gerade bei Gewächshauskulturen möglichst verhindert werden. Bei einigen Pflanzen, wie bei den Rosensorten Apfelblüte, Heidetraum und Wildrosen gibt es Resistenzen gegen den Krankheitserreger. Auch bei Weinreben gibt es Unterschiede. Europäische Weinreben sind generell sehr anfällig gegenüber Echten Mehltau, während viele amerikanische Wildarten Resistenzen aufweisen.

Mehltau chemisch bekämpfen? Es geht auch biologisch mit Milch & Backpulver

Ist ein Befall durch Falschen oder Echten Mehltau identifiziert, sollte schnell gehandelt werden. Gerade der Falsche Mehltau kann auf den befallenen Blättern viele neue Sporen bilden, welche weitere Pflanzenteile infizieren. Glücklicherweise sind beide Krankheiten auch nach dem Ausbruch mit biologischen Mitteln behandelbar. Wir können Ihnen zwei Präparate der Firma Neudorff empfehlen. Sowohl Atempo Kupfer-Pilzfrei und Fungisan Rosen- und Gemüse Pilzfrei helfen bei einem Befall durch Mehltau und können auch bei anderen Pilzerkrankungen eingesetzt werden.

Folgende Produkte haben sich in unserem Garten bewährt:

An einer Behandlung mit Milch scheiden sich die Geister. Einige Hobbygärtner schwören auf eine Spritzbehandlung mit Milch (1 Teil Milch: 9 Teile Wasser), andere Gärtner konnten damit leider keine Erfolge verbuchen. Auf jeden Fall schadet die Prozedur ihren Pflanzen nicht und deswegen kann ein Versuch zu mindestens nicht schaden. Ein Hausmittel das bei richtiger Anwendung aber garantiert wirkt ist Backpulver. Genauer gesagt ist es der Bestandteil Kaliumhydrogencarbonat (Synonym: Kaliumbicarbonat). Setzten Sie dafür eine Spritzbrühe aus einem Teil Backpulver an und fügen Sie 99 Teile Wasser hinzu (entspricht 1 % Backpulver im Wasser). Damit werden dann die betroffenen Pflanzenpartien gut eingesprüht. Eventuell werden bessere Ergebnisse mit reinem Kaliumhydrogencarbonat erzielt, da in Backpulver oft noch einige andere Stoffe enthalten sind. Kaliumhydrogencarbonat ist übrigens ein völlig harmloser Stoff.

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