Engerlinge im Rasen erfolgreich bekämpfen

Manche Engerlinge können massiven Schaden anrichten und ganze Rasenflächen vernichten. So gehen Sie effektiv gegen die Käferlarven vor.

Engerling Larve Maikäfer auf Rasen

Engerlinge fressen die Wurzel der Gräser ab, worauf diese verkümmern [Foto: Albert Yarullin/ Shutterstock.com]

Die Larven vieler Käferarten werden als Engerlinge bezeichnet. Besonders die Larven des Maikäfers (Melolontha), des Junikäfers (Amphimallon solstitiale) und des Gartenlaubkäfers (Phyllopertha horticola. Alle drei gehören zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und können am heimischen Rasen großen Schaden anrichten. Es gibt allerdings auch Nützlinge unter den Engerlingen, von denen manche sogar unter Naturschutz stehen. Wir verraten Ihnen, wie Sie die Schädlinge erkennen und wie Sie dagegen vorgehen können.

Engerlinge unterscheiden

Es ist wichtig, dass Sie die schädlichen Engerlinge zunächst richtig identifizieren. Jede Art hat markante Merkmale, die Sie mit dem nötigen Vorwissen schnell erkennen können. Wir verraten Ihnen, wie Sie die unbeliebten Gäste in Ihrem Garten richtig identifizieren und von Nützlingen unterscheiden.

Merkmale der schädlichen Engerlinge:

Maikäfer

Der Engerling des Maikäfers wird bis zu 4 cm lang. Seine erwartete Lebenszeit liegt zwischen drei und vier Jahren. Der Maikäfer-Engerling ist über den gesamten Leib hinweg relativ gleichmäßig geformt und hat eine leicht gelbliche Färbung. Je nach Entwicklungsstadium kann sich diese Farbe noch etwas verdunkeln (zum Bräunlichen hin). Der Engerling des Maikäfers zeichnet sich durch kräftige Mandibeln (Mundwerzeuge) und Beinpaare am Vorderleib aus.

Junikäfer

Die Engerlinge des Junikäfers sehen denen des Maikäfers sehr ähnlich, sind nur etwas kleiner. Von Laien sind sie meist nicht zu unterscheiden. Der sogenannte Fortbewegungstest soll aber auch dem ungeübten Auge dabei helfen, die Engerlinge der beiden Arten zu unterscheiden. Legt man die Larven mit dem Rücken auf eine glatte Oberfläche (zum Beispiel Gehwegplatte), so soll man an der Art der Bewegung erkennen können, um welche Engerlinge es sich handelt. Der Maikäfer-Engerling soll sich seitlich liegend gekrümmt winden. Die Larven des Junikäfers hingegen sollen sich strecken und dann versuchen zu krabbeln.

Gartenlaubkäfer

Die Engerlinge des Gartenlaubkäfers sind nicht so gleichmäßig geformt, wie die des Mai- und Junikäfers. Während sie am Vorderleib eher schmal ausgeprägt sind, verdickt sich der Hinterleib mit zunehmender Länge. Die Gartenlaubkäfer-Engerlinge sind hellweiß gefärbt, weisen jedoch manchmal gräuliche Schattierungen auf. Ihre Mundwerkzeuge und Beine wirken eher klein, sind dafür aber umso kräftiger. Beim „Fortbewegungstest“ fällt der Engerling des Gartenlaubkäfers durch seine raupenartigen Bewegungen auf.

Achtung: Identifizieren Sie Ihre Engerlinge unbedingt, bevor Sie Maßnahmen einleiten. Es kann sich bei den Tierchen zum Beispiel auch um die Larve des Nashornkäfers (Oryctes nasicornis) handeln. Dieser ist ein Nützling und steht unter Naturschutz.

Engerlinge im Rasen: Schadsymptome

Man erkennt, dass der eigene Rasen von Engerlingen befallen ist, wenn bei diesem großflächig das Gras abzusterben scheint. Hinweis: Das Absterben des Rasens kann natürlich auch andere Ursachen haben, weshalb Sie diese Vermutung nochmals untermauern sollten. Graben Sie einfach einen kleinen Teil der abgestorbenen Fläche um und durchsuchen den Aushub nach Larven.
Die Engerlinge bewegen sich einige Zentimeter unter der Erde und ernähren sich von rottendem aber auch frischem Pflanzenmaterial. So kann es passieren, dass bei einem zahlenmäßig starken Befall ganze Grasnarben aufgefressen werden. Zurück bleibt eine braune und vertrocknete Wiese.

Engerlinge im Rasen erfolgreich bekämpfen

Man kann dem Befall durch Engerlinge gut durch die Verwendung von Pflanzscheiben vorbeugen. Bei Pflanzscheiben handelt es sich um bodenbedeckende, meist runde Kunstoffplatten, die frei im Boden liegen. Bepflanzen Sie diese einfach mit Bodendeckern oder decken während der Flugzeit etwas darüber. Am effektivsten ist es, wenn man die natürlichen Feinde der Engerlinge auch im eigenen Garten fördert. Eine heimelige, „unaufgeräumte“ Ecke im Garten lockt Igel und Vögel an, die sich dann bereitwillig um die Engerlingplage kümmern.

Engerlinge weiße Larven auf Wiese

Begrenzen Sie die Engerlinge auf ein kleines Stück im Rasen [Foto: ingae/Shutterstock.com]

Engerlinge mit Nematoden bekämpfen

Bei akutem Befall helfen jedoch die oben genannten Methoden auch nicht wirklich weiter. Die effektivste Methode, mit denen man Engerlinge bekämpfen kann, sind Nematoden.
Bei Nematoden handelt es sich um winzige Nützlinge, die die Larven der Käfer parasitieren und dadurch abtöten. Doch Vorsicht: Die kleinen Helfer können nur effektiv bei jungen Larvenstadien eingesetzt werden. Danach geht ihr Wirkungsgrad stark zurück.

Des Weiteren muss man darauf achten, dass man die richtige Nematodenart wählt, damit überhaupt eine Nützlings-Wirt-Interaktion stattfinden kann. Als eine effektive Mischung haben sich Nematodenpopulationen aus Heterorhabditis und Steinernema erwiesen. Sie sollten zudem beachten, dass die Umweltbedingungen für den Einsatz von Nematoden optimal sind. Die Temperaturen müssen in jedem Fall über 12 °C liegen und es sollte nicht zu feucht sein.
Die mikroskopisch kleinen Fadenwürmer sind beim gut sortierten Fachhändler erhältlich und werden mit der Gießkanne über das Gießwasser ausgebracht. Im Boden vermehren sich die Nematoden, befallen die Engerlinge und töte diese dann ab.

Folgende Nützlinge helfen beim Kampf gegen schädliche Engerlinge:

Wenn Sie mehr zum Thema Nematoden zur Schädlingsbekämpfung erfahren möchte, lesen Sie hier weiter.

Lukas

Ich studiere mit voller Überzeugung Agrarwissenschaften – für mich eine naheliegende Wahl, da ich auf dem landwirtschaftlichen Betrieb meiner Eltern groß geworden bin und früh gelernt habe, fürsorglich mit Pflanzen und Tieren umzugehen.
Lieblingsobst: Weintrauben, Mango und Bananen
Lieblingsgemüse: Rosenkohl, Spinat und Kartoffeln

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