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Erdfloh: vorbeugen und bekämpfen

Hier erfahren Sie, wie Sie das Schadbild des Erdflohs erkennen, ihm vorbeugen und warum er mit natürlichen Mitteln oder Insektiziden kaum zu bekämpfen ist.

Der Erdfloh gilt als besonders unerwünschter Schädling

Der Erdfloh zeichnet sich vor allem durch seine kräftigen Hinterbeine aus.[Foto: Udo SchmidtCC BY-SA 2.0]

Der Erdfloh (Psylliodes) gilt als unerwünschter Schädling im den Hausgärten. Plantura zeigt Ihnen die wichtigsten Symptome und stellt vorbeugende Maßnahmen vor.

Symptome des Erdflohs

Da hat die Gartensaison gerade erst richtig begonnen, die ersten warmen Frühlingstage lassen die Gemüter aufleben und schon muss man an seinen Kohlpflanzen den ersten Fraßschaden feststellen. Da die befallenen Pflanzen oft noch sehr klein sind, muss man schon etwas genauer hinschauen. Wenn Sie dann viele kleine siebartige Löcher in ihren Kohlblättern vorfinden, ist ein Befall mit Erdflöhen schon fast sicher. Neben der ganzen Palette an Kohlgewächsen, wie zum Beispiel Chinakohl, Weißkohl und Rosenkohl, können auch Rucola, Radieschen und Salatrauke durch den kleinen Übeltäter erkranken. Die Symptome können über die ganze Gartensaison auftreten, besonders stark werden die Blätter aber in trockenen und warmen Witterungsperioden betroffen sein. Durch die vielen kleinen Löcher im Blattwerk werden die Pflanzen geschwächt und wachsen viel langsamer im Vergleich zu einer gesunden und vitalen Pflanze.

Symptome des Erdflohs

Angefressene, löchrige Blätter sind ein erstes Zeichen für den Befall von Erdflöhen. [Foto: Lesley L.CC BY-SA 2.0]

Erreger 

Der Erdfloh ist eigentlich gar kein Floh, sondern ein Blattkäfer. Die verwirrende Bezeichnung rührt wahrscheinlich daher, dass der Käfer extrem kräftige Hinterbeine besitzt. Mit diesen kann der Blattkäfer, wie ein Floh, sehr weit springen. Weitere Erkennungsmerkmale sind die schwarze Färbung mit kaum sichtbaren gelben Streifen und einer Größe von ca. 3 mm. Die Larven des Erdflohs leben in der Erde und ernähren sich teilweise von keimenden Samen und den Wurzeln. In den allermeisten Fällen sind die Larven aber nicht problematisch. Besonders bei warmer und trockener Witterung entwickelt sich der Käfer besonders gut. Bei solchen Witterungsverhältnissen sollten die Kohlpflanzen in kurzen Zeitabständen auf einen Befall überprüft werden

Vorbeugende Maßnahmen

Damit eine Schädigung Ihrer Kulturpflanzen durch den unliebsamen Erdfloh erst gar nicht auftritt, stehen eine Reihe von vorbeugenden Maßnahmen zur Verfügung. Der Einsatz eines engmaschigen Gemüseschutznetzes schützt Ihre wertvollen Gemüsepflanzen effektiv vor den kleinen Käfern. Dafür muss das Netz aber so am Boden befestigt werden, dass keine Lücken auftreten.

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War das Beet bereits befallen, ist die Maßnahme leider wirkungslos, da die Käfer dann direkt aus der Erde kommen. Zudem sollten Sie regelmäßig Unkräuter auf und in der Nähe von Kohlpflanzenbeeten entfernen. Denn auch Unkräuter wie der Hederich, das Hirtentäschel und das Ackerhellerkraut bieten den Plagegeistern eine zusätzliche Nahrungsquelle und ziehen diese deswegen an. Manche Gärtner schwören auch auf ein regelmäßiges Gießen bei trockenen Perioden, weil sich die Käferlarven nur in trockener Erde besonders wohlfühlen. Damit Ihre Pflanzen nicht unter Trockenstress leiden, sollten Sie dies aber sowieso machen. Hier noch ein Tipp der Plantura-Redaktion: Wenn die Möglichkeit besteht, Pflanzen wie Weißkohl und Rosenkohl auf dem Balkon oder der Fensterbank vorzuziehen, dann sollten Sie das unbedingt tun. Die Erdflöhe haben es nämlich besonders auf kleine Pflanzen abgesehen und befallen größere Blätter weiter über der Erde kaum noch. Setzen Sie also besser Kohljungpflanzen in das Bett, dann bleibt den Käfern weniger Zeit ihre Pflanzen zu zerfressen.

Bekämpfung des Erdflohs

Eine effektive und wirksame Bekämpfung der Erdflöhe ist zurzeit leider nicht möglich. Nicht umsonst gehört der Rapserdfloh zu den gefürchtetsten Schädlingen im Rapsanbau. Das Problem ist einmal der starke Panzer des Erdflohkäfers, der viele Pflanzenschutzmittel effektiv abhält. Das andere Problem stellen die Larven in der Erde dar. Oft haben Pflanzenschutzmittel im Boden extrem starke Nebenwirkungen auf das Bodenleben und sind deswegen verboten. Ein interessanter Ansatz könnte allerdings Neemschrot sein. Hier sollten Sie eigene Erfahrungen sammeln und wir würden uns natürlich freuen, wenn Sie Ihre Erfahrungsberichte dazu mit uns teilen. Wenn Sie allerdings alle vorbeugenden Maßnahmen beherzigen, sollte ein problematischer Befall mit dem Erdfloh sehr unwahrscheinlich sein.

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