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Feuerkäfer: Giftig & gefährlich?

Aufgrund ihrer leuchtend roten Farbe machen sie einen gefährlichen Eindruck. Doch sind Feuerkäfer wirklich gefährlich oder giftig & müssen bekämpft werden?

Warnfarben wie Rot oder Gelb spielen in der Tierwelt eine wichtige Rolle. Viele giftige Tiere, wie Wespen oder bunte Pfeilgiftfrösche, signalisieren mit ihren Farben deutlich: Ich bin giftig und gefährlich, also lass mich in Ruhe! Fressfeinde machen deswegen oft einen großen Bogen um Tiere mit knalligen Farben. Auf der anderen Seite gibt es auch Tierarten, welche das Aussehen von gefährlichen Tieren übernommen haben und selbst völlig harmlos sind. Wie verhält es sich nun mit der Familie der roten Feuerkäfer? Wenn Rot eine Warnfarbe ist, ist der Feuerkäfer dann auch gefährlich?

Feuerkäfer: Ein kurzer Steckbrief

Die Familie der Feuerkäfer umfasst weltweit ungefähr 140 Arten. Bei uns in Deutschland kommen davon aber nur drei Arten vor. Der wichtigste und häufigste Vertreter ist dabei der Scharlachrote Feuerkäfer (Pyrochroa coccinea). Der flache und langgestreckte Körper kann bis zu zwei cm lang werden. Fast der ganze Oberkörper fällt durch seine kräftige scharlachrote Färbung sofort ins Auge, nur der Kopf bildet eine Ausnahme und ist komplett schwarz. Besonders häufig sind die Feuerkäfer in Wäldern und an Waldrändern auf Blüten oder Totholz anzutreffen. Das liegt einmal an ihren Essgewohnheiten, denn für die erwachsenen Käfer dient süßer Pflanzensaft oder auch Honigtau von Blattläusen als Nahrung.

Der Feuerkäfer besitzt einen flachen und langgestreckten Körper [Foto: Markus Hagenbucher/ Shutterstock.com]

In der Nähe von Totholz werden die Feuerkäfer oft gefunden, da sich dort unter der Rinde ihre Larven verstecken. Die Larven muten plattgedrückt an, es handelt sich dabei aber um ihre normale Körperform. Als Nahrung für die Käferlarven dienen Pilze und andere Insekten wie die Borkenkäferlarve. Nach einer Entwicklungszeit von zwei bis drei Jahren verpuppen sich die Larven unter der Baumrinde zu einem erwachsenen Feuerkäfer. Die beiden anderen Feuerkäferarten kommen in Deutschland in der Regel nicht so häufig vor. Über sie Bescheid zu wissen, kann jedoch definitiv nicht schaden.  Wir haben wir die wichtigsten Infos für Sie zusammengeschrieben:

  • Rotköpfiger Feuerkäfer (Pyrochroa serraticornis): Dieser Feuerkäfer ist äußerlich fast identisch mit dem Scharlachroten Feuerkäfer. Er ist mit seinen 10 – 14 mm allerdings etwas kleiner als sein großer Bruder. Das bessere Unterscheidungsmerkmal ist aber der Kopf. Wie der Name des Rotköpfigen Feuerkäfers verrät, hat er im Gegensatz zu dem Scharlachroten Feuerkäfer einen roten Kopf.
  • Orangefarbener Feuerkäfer (Schizotus pectinicornis): Aufgrund ihrer geringen Größe von 8 – 9 mm werden die Käfer manchmal auch als Kleine Feuerkäfer bezeichnet. Insgesamt ist der Orangefarbene Feuerkäfer durch seine geringe Größe und dem hellorangen Oberkörper deutlich von den anderen beiden Feuerkäferarten zu unterscheiden.

Feuerkäfer: Gefährlich und giftig?

Alle drei Feuerkäferarten sind völlig harmlos und nicht gefährlich. Selbst wenn sie wollten, wären die Feuerkäfer mit ihren Mundwerkzeugen gar nicht in der Lage, die menschliche Haut zu verletzen. Auch von einer giftigen Wirkung auf den Menschen ist nichts bekannt. Wie in der Einleitung bereits erwähnt wurde, muss nicht jedes Tier mit einer Warnfarbe gleichzeitig auch gefährlich sein. Neben den erwachsenen Käfern sind  die Larven ebenfalls ungefährlich. Nur Artgenossen müssen sich in Acht nehmen, da die Larven teilweise zu Kannibalismus neigen.

Feuerkäfer: Bekämpfung erforderlich?

Eine Bekämpfung macht nur Sinn, wenn durch den Feuerkäfer eine konkrete Schädigung, zum Beispiel an Nutzpflanzen, ausgeht. Betrachtet man die Lebensweise des Feuerkäfers, wird schnell klar, dass die erwachsenen Käfer keine Schäden hervorrufen können. Denn der Scharlachrote Feuerkäfer und die anderen beiden Arten nehmen nur Honigtau und andere Pflanzensäfte als Nahrung zu sich. Um an den Pflanzensaft zu gelangen, werden die Pflanzen nicht geschädigt, weshalb es keinen Grund für eine Bekämpfung gibt.

Die goldgelben Larven des Feuerkäfers müssen nicht bekämpft werden [Foto: Henrik Larsson /Shutterstock.com]

Und wie sieht es nun mit den Larven aus? Die Larven des Feuerkäfers fressen nicht das Holz, in dem sie leben. Sie ernähren sich ausschließlich von den darin lebenden Insektenlarven und Pilzen. Da auf ihrem Speiseplan manchmal auch holzzerstörende Larven wie die Borkenkäferlarve stehen, könnte man die Larven sogar als Nützlinge bezeichnen. Eine Bekämpfung des Feuerkäfers ist also insgesamt nicht zu empfehlen, da sowohl Larve als auch  Käfer völlig harmlos für Ihre Pflanzen und Sie selbst sind.

Feuerkäfer mit schwarzen Punkten: Verwechslungsgefahr mit der Feuerwanze

Leider kommt es häufig vor, dass der Feuerkäfer mit der viel häufiger auftretenden Feuerwanze verwechselt wird. Dabei ist die Unterscheidung der beiden Insekten kinderleicht. Die 6,5 bis 12 mm großen Feuerwanzen haben im Gegensatz zu den Feuerkäfern einen ovalen Körperumriss und sind nicht flugfähig. Außerdem treten die Feuerwanzen meist in Scharen auf und sind richtige Pflanzenfresser. Sie saugen besonders gerne an den abgefallenen Samen von Lindenbäumen und Malvengewächsen wie Hibiskus. Im Prinzip reicht für die Unterscheidung aber ein kurzer Blick auf den Oberkörper. Sobald markante, schwarz-rote Zeichnungen zu sehen sind, muss es sich um die Feuerwanze handeln, denn bei den Feuerkäfern kommen keine Muster vor.

Feuerwanze auf einer Rosenknospe

Sobald markante, schwarz-rote Zeichnungen zu sehen sind, handelt es sich um die Feuerwanze [Foto: angel217/ Shutterstock.com]

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