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Feuerwanzen: Gefährlich & giftig?

Feuerwanzen treten oft in großen Scharen im Garten auf. Doch sind die Wanzen giftig und muss man sie bekämpfen? Wir haben hilfreiche Tipps für Sie parat.

Die Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus) ist eine einheimische Wanzenart, deren Name von ihrem leuchtend roten Schild herrührt. Im Frühjahr, wenn die Sonne wieder länger scheint, kommen die Feuerwanzen in großer Zahl aus ihren Bodenhöhlen (meist unter Laub oder Rindenstücken), um auf aufgewärmten Plätzen, wie Steinen oder Baumstämmen, aus der Winterruhe zu erwachen.

Feuerwanzen: Schädlich, gefährlich oder giftig?

Feuerwanzen haben kaum natürlichen Feinde. Bei Vögeln stehen sie ganz unten auf der Speisekarte, da sie wohl einen sehr bitteren Geschmack haben und auch durch ihre Warnfarbe signalisieren, dass sie in Ruhe gelassen werden wollen.

Die Tiere sind nicht giftig und versprühen auch keine ätzende Flüssigkeit. Wenn man sie allerdings berührt, dann können sie bei Gefahr ein übelriechendes Sekret abgeben.

Ihre Nahrung nehmen sie in flüssiger Form durch einen Stechrüssel auf. Für die Nahrungsaufnahme bohrt ihr Rüssel ein Loch in die Schale von heruntergefallenen Samen oder Früchten, hinterlässt ein zersetzendes Sekret und saugt dann den entstandenen nährstoffhaltigen Saft ein.

Feuerwanzen bevorzugen Linden (Tilia) und Malvengewächse (Malvaceae), hier besonders gern Stockrosen (Alcea rosea) und den Strauch-Eibisch (Hibiscus syriacus). Aber auch tote Insekten werden vereinzelt als Nahrungsquelle genutzt.

Allgemein gelten Feuerwanzen nicht als Gefahr für die Gesundheit der Pflanzen. Bei besonders hohem Aufkommen des feuerroten Lästlings, kann es jedoch dazu kommen, dass vermehrt Fraßschäden an den Knospen Ihrer geliebten Rosengewächse auftreten. Das bleibt meist – Gott sei Dank – aber die Ausnahme.

Feuerwanze auf Rose

Die ungiftige Feuerwanze sorgt für Fraßschäden an den Knospen von Rosengewächse [Foto: angel217/ Shutterstock.com]

Feuerwanzen im Garten: Bekämpfen oder nicht?

Normalerweise muss man Feuerwanzen (Pyrrhocoris apterus) nicht bekämpfen. Sie können den Menschen nicht stechen und auch sonst geht keine Gefahr von ihnen aus. Nur wenn man sie berührt und reizt, sondern sie das übelriechende Sekret ab.

Verirren sich einzelne Feuerwanzen ins Haus, dann ist es ein Leichtes, sie mit einem Stück Papier und einem umgestülpten Glas einzufangen und wieder hinauszutragen.

Oft treten sie allerdings in großen Scharen auf, was auf Dauer ziemlich lästig werden kann (man bezeichnet sie daher auch gelegentlich als „Lästlinge“). Wenn sie sich zum Beispiel an sonnigen Tagen an Hauswänden oder auf Terrassen versammeln oder ganze Sträucher im Garten belagern, dann möchte man vielleicht doch gern ab und an eine solche „Versammlung“ auflösen.

Feuerwanzen bekämpfen

Feuerwanzen können auf natürliche Weise ohne Chemie bekämpft werden [Foto: Real Moment/ Shutterstock.com]

Der Einsatz von chemischen Mitteln oder auch von natürlichen Kontaktinsektiziden, ist trotzdem nicht zu empfehlen. Wenn man versucht, Feuerwanzen mit Hilfe von Chemie loszuwerden, dann gefährdet man auch andere Nützlinge.

Ein natürliches, aber effektives Mittel zur Bekämpfung von Feuerwanzen ist ein Gemisch aus einem halben Liter Wasser und ein bis zwei Esslöffeln Spülmittel. Beides wird in eine Sprühflasche gegeben. Die Nester beziehungsweise Ansammlungen werden damit besprüht, sodass die Tiere binnen kurzer Zeit verenden. Aber selbst dieses „Hausmittel“ muss vorsichtig und gezielt eingesetzt werden.

Feuerwanzen vertreiben

Wenn Sie die Tierchen verschonen wollen, sie aber trotzdem gern aus Ihrem Garten komplimentieren möchten, dann helfen wohl nur Besen und Kehrblech und ein weit vom Garten entfernter Ort.

Befinden sich allerdings Malvengewächse (Malvaceae), und Lindenbäume (Tilia) in Ihrem Garten, werden Sie ziemlich sicher bald wieder Besuch von Feuerwanzen bekommen.

Unser Tipp: Nehmen Sie es gelassen und tolerieren Sie die roten Schildträger einfach.

Feuerwanzen: Steckbrief eines wichtigen Insekts

Die Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus) ist eine einheimische Wanzenart. Sie ist fast überall in Europa und auch in weiten Teilen Asiens mit über 300 Arten verbreitet.

Im Volksmund wird sie auch als Schuster- oder Feuerkäfer bezeichnet, obwohl sie eigentlich kein Käfer ist. Ihre markante Färbung bestehend aus einem leuchtend roten Schild mit schwarzem Muster und einem schwarzen Kopf hat ihr wohl auch ihren Namen verliehen.

Ihr Körper erreicht eine Länge von bis zu 12 Millimetern. Feuerwanzen ernähren sich von Samen (vorzugsweise Samen der Linde (Tilia)). Ihr Mundwerkzeug ist ein Stechrüssel mit dem sie in die Samen stechen, ein zersetzendes Sekret hinein abgeben und dann den Saft aussaugen. Auch andere tote Insekten stehen auf ihrem Speiseplan.

Die Feuerwanzen überwintern geschützt am Boden unter Steinen, Rinden oder Laub. An warmen und sonnigen Frühlingstagen ab Mitte März kommen sie aus ihrem Winterquartier und finden sich in großen Gruppen zusammen. In der Regel findet die Paarung im April und Mai statt. Die Kopulation kann mehrere Stunden bis Tage dauern. Ein Feuerwanzenweibchen paart sich mit mehreren Männchen. Die Männchen sind bestrebt die Kopulationsdauer so lange wie möglich auszudehnen, damit kein Konkurrent sich danach mit dem gleichen Weibchen paaren kann. Deshalb kann man auch oft beobachten, wie zwei Feuerwanzen scheinbar endlos lang aneinanderhängen.

Kurz nach der Paarung legen die Weibchen zwischen 60 und 80 Eier unter Steinen oder Laub ab. Die geschlüpften Larven häuten sich fünfmal, bis sie ausgewachsen sind. Pro Jahr wird nur eine neue Generation ausgebildet, deren durchschnittliche Lebensdauer 14 Monate beträgt. Fallen in sehr kalten Wintern die Temperaturen auf -15°C oder gar darunter, überleben viele Tiere nicht.

Lukas

Ich studiere mit voller Überzeugung Agrarwissenschaften – für mich eine naheliegende Wahl, da ich auf dem landwirtschaftlichen Betrieb meiner Eltern groß geworden bin und früh gelernt habe, fürsorglich mit Pflanzen und Tieren umzugehen.
Lieblingsobst: Weintrauben, Mango und Bananen
Lieblingsgemüse: Rosenkohl, Spinat und Kartoffeln

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