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Frostspanner: Alles zum Erkennen, Vorbeugen & Bekämpfen

Was Sie vorbeugend tun können, um den Frostspanner von Bäumen fernzuhalten, und wie Sie ihn bei einem Befall erkennen und bekämpfen, erfahren Sie.

Frostspanner-Raupe Ast Dornen
Der kleine Frostspanner macht sich gern über verschiedene Laubbaumarten her [Foto: Ox Karol/ Shutterstock.com]

Der Frostspanner (Operophtera brumata) ist polyphag, das heißt er macht sich gerne über allerlei verschiedene Gehölze her. Laubbäume, Obstbäume, Beerensträucher und Rosen stehen genauso auf seinem Speiseplan wie viele Ziersträucher. Glücklicherweise lassen sich die nimmersatten Raupen gut erkennen und auch die Bekämpfung ist relativ leicht – wenn man weiß, wie es geht.

Frostspanner

Der kleine Frostspanner (Operophtera brumata) ist ein weltweit verbreiteter Schmetterling, der an Laubgehölzen großen Schaden anrichten kann. Die adulten Falter schlüpfen – vermutlich je nach Bodentemperatur – zwischen Mitte Oktober und Anfang November. Die flugunfähigen Weibchen erklimmen den Stamm des Wirtsbaumes und werden auf dem Weg in die Krone von den beflügelten Männchen begattet. Die Eiablage erfolgt bevorzugt in direkter Nähe zu Knospen und etwa beim Eintreten der ersten Nachtfröste. Ein Weibchen kann dabei bis zu 300 Eier legen. Ist der Winter vorüber, schlüpfen aus den Eiern die Spanner-Raupen, genau zu dem Zeitpunkt, wenn auch die jungen Knospen aufbrechen, bis Anfang Mai. Im Laufe ihres Raupen-Lebens verspeisen die Spanner Knospen, Blätter, Blüten und sogar junge Früchte. Haben sie sich ausreichend weit entwickelt, lassen sich die Raupen an einem Raupenseidenfaden zu Boden und verpuppen sich im Erdreich – um dann im Oktober als adulte Frostspanner zu schlüpfen und die nächste Generation zu zeugen.

Spanner-Raupe in Fortbewegung auf Baumrinde
Bei der Fortbewegung bilden Spanner-Raupen einen typischen „Buckel“ [Foto: Sebastian_Photography/ Shutterstock.com]

Damit Ihre Pflanzen nicht den gefräßigen Spanner-Raupen zum Opfer fallen, finden Sie im Anschluss alles Wichtige zum Erkennen, Vorbeugen und Bekämpfen des Frostspanners.

Hinweis zum Großen Frostspanner: Der Große Frostspanner (Erannis defoliaria) tritt im Hausgarten weit seltener auf. Seine Biologie ähnelt der des kleinen Frostspanners, obwohl es sich nicht um dieselbe Gattung handelt. Die Bekämpfungsmaßnahmen sind ebenfalls dieselben wie für den Kleinen Frostspanner.

Frostspanner erkennen

Wer die Knospen seiner Gehölze kontrolliert, kann im Herbst bereits die etwa einen halben Millimeter großen, roten Eier des Frostspanners finden. Die daraus schlüpfenden Raupen sind anfangs nur rund einen Millimeter lang und dunkelgrau. Im Laufe ihrer Entwicklung werden sie zweieinhalb Zentimeter groß und färben sich hellgrün. Die spezielle Art der Fortbewegung der Raupen ist leicht zu erkennen: Weil Spanner-Raupen nur ein einziges Paar der hinteren Bauchbeine besitzen, machen sie bei jedem Schritt einen sehr hohen „Buckel“. Um ungestört fressen zu können, spinnen sich die Raupen gern zwischen den Blättern der Wirtspflanze ein, woher auch ihr deutscher Name rührt. Bei sehr starkem Befall kann es sogar zur Skelettierung der Blätter kommen, sodass nur noch die Blattgerippe übrig bleiben. In der Regel sieht der Schaden allerdings schlimmer aus, als er tatsächlich ist. Sehr gern frisst die Frostspanner-Raupe die jungen Früchte von Süßkirschen halbseitig an – auch „Löffelfraß“ genannt. Die Raupen sind zwischen April und Juni zu finden. Die fertigen Falter zeigen einen deutlichen Sexualdimorphismus – Männchen und Weibchen unterscheiden sich also stark voneinander. Während die Männchen grau-gelb bis beige-braun gefärbt sind und braun-gelbe, gefranste Flügel von maximal zweieinhalb Zentimeter Breite besitzen, sind die Weibchen bräunlich-grau und besitzen nur verkümmerte Stummelflügel in derselben Farbe. Beide haben kurze, behaarte Fühler und einen nutzlosen Saugrüssel – die Falter nehmen nämlich keine Nahrung zu sich und sterben nach wenigen Tagen.

Frostspanner braun nah
Bei den Frostspannern kommen verschiedene Farbschläge vor [Foto: IanRedding/ Shutterstock.com]

Frostspanner vorbeugen

Wer schon in den vergangenen Jahren häufig Schäden durch den Frostspanner beobachten konnte, sollte sich vor allem eines fragen: Ist der Schaden relevant? Gerade für Hobbygärtner, bei denen hohe Erträge kein Muss sind, kann ein regelmäßiger, schwacher Befall oft verschmerzt werden und ist die Mühe der Bekämpfung kaum wert.

Nützlinge fördern

Gerade in naturnahen Gärten wird – unbewusst – bereits viel vorbeugender Pflanzenschutz geleistet: Die Förderung von Nützlingen und das Vermeiden insektenschädlicher Spritzmittel sorgt häufig für eine Vielzahl natürlicher Gegenspieler, die starke Ertragsausfälle verhindern. Besonders das Aufstellen von Nistkästen lohnt sich: Kohlmeisen können in der Brutzeit täglich mehrere hundert Raupen vertilgen.

Frostspanner hell auf Laub nah
Die Frostspanner-Männchen haben Flügelspannweiten von bis zu 2,5 Zentimetern [Foto: Henri Koskinen/ Shutterstock.com]

Leimringe

Ein probates Mittel zur vorbeugenden Bekämpfung des Frostspanners sind Leimringe. Sie werden spätestens Mitte Oktober am Stamm beziehungsweise den Stämmen der gefährdeten Gehölze angebracht. Auch eventuelle Stützpfähle und sehr nah stehende Nachbarbäume sollten beringt werden. Die aufwärts krabbelnden Weibchen bleiben dann am klebrigen Leim haften. Achten Sie darauf, dass der Ring eng anliegt, sodass die Raupen nicht darunter hindurch kriechen können. Nach stürmischem Wetter sollten Sie die Ringe kontrollieren: Manchmal bilden herangewehte Blätter oder Zweige „Brücken“ über die Leimringe. Im Frühjahr sollten die Ringe allerdings unbedingt entfernt werden, damit eventuelle Nützlinge nicht ebenfalls am Erklimmen des Stammes gehindert werden.

Leimring um Stamm
Leimringe sind eine effiziente, vorbeugende Maßnahme, wenn sie richtig verwendet werden [Foto: AlexBuess/ Shutterstock.com]

Frostspanner bekämpfen

Haben Ihre vorbeugenden Maßnahmen nicht ausgereicht und Sie stellen im Frühjahr einen deutlichen Befall fest, können Sie den Spanner auch direkt bekämpfen. Gut geeignet sind Präparate mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis. Sie wirken sehr spezifisch nur gegen Schmetterlingsraupen und auch nur, wenn sie durch Fraß aufgenommen werden. Die Anwendung sollte bei warmer Witterung erfolgen (mindestens 15 °C) – dann ist der Appetit der Raupen groß und sie nehmen das Mittel sicher auf. Im Optimalfall wird das Spritzmittel frühzeitig ausgebracht, sodass der Fraßschaden begrenzt wird. Ein gegen den Frostspanner amtlich zugelassenes Bt-Präparat ist beispielsweise unser Plantura Zünslerfrei XenTari®.

Tipp: Im Hausgarten kann von einem stärkeren Befall gesprochen werden, wenn 10 von 100 kontrollierten Blattbüscheln Raupen aufweisen.

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