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Gartenlaubkäfer bekämpfen: Nematoden, Fallen & Co.

Gartenlaubkäfer können zu unerwünschten Bewohnern Ihres Gartens werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Gartenlaubkäfer richtig bestimmen und bekämpfen können.

Gartenlaubkäfer
Kommt es zu einer massenhaften Vermehrung des Gartenlaubkäfers, kann es zu Schäden kommen [Foto: Galina Savina/ Shutterstock.com]

Während Käferlarven in Vietnam als Delikatesse gelten, sind sie in Deutschland vielerorts als Schädling bekannt. So auch die Larven des Gartenlaubkäfers, der wie Maikäfer und Junikäfer zu den Blatthornkäfern (Scarabaeoidea) gehört. Sie ernähren sich unter anderem von Rasenwurzeln und hinterlassen von Juli bis September einen lückenhaften Rasen, der in Sportanlagen, Parks und Hausgärten nicht selten für Verärgerung sorgt. Um Schäden vorzubeugen, können Gartenlaubkäfer-Fallen und andere biologische Mittel zum Einsatz kommen.

Gartenlaubkäfer erkennen

Der Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola) stammt aus der Familie der Blatthornkäfer. Die Larven aller Blatthornkäfer werden Engerlinge genannt.
Um ihn von seinen Verwandten, wie zum Beispiel Maikäfer, Junikäfer oder Japankäfer, unterscheiden zu können, muss er richtig erkannt werden.

An diesen Merkmalen können Sie den Gartenlaubkäfer erkennen:

  • Größe: 8 bis 11 mm
  • Körper: dicht behaart
  • Flügeldecke: hellbraun
  • Halsschild: metallisch grün
  • Fühler: kurz, enden in drei Lamellen

Um eine Verwechslung mit dem selten gewordenen Maikäfer, dem Junikäfer und dem Japankäfer auszuschließen, sollten Sie zuerst auf die Größe des Käfers achten. Der Gartenlaubkäfer ist um einiges kleiner als seine Verwechslungspartner. Maikäfer besitzen eine Körperlänge von etwa 20 bis 30 Millimetern. Juni- und Japankäfer weisen hingegen eine Länge von 15 bis 18 Millimetern auf. Im Unterschied zum Gartenlaubkäfer ist der Körper des Maikäfers nicht behaart und die Fühler enden in sechs statt zwei Lamellen. Der Japankäfer besitzt ebenfalls ein grünes Halsschild, unterscheidet sich aber durch die weißen Haarbüschel an der Körperseite vom Gartenlaubkäfer. Weitere Infos zur Erkennung, Vorbeugung und Bekämpfung des Junikäfers erhalten Sie in diesem Spezialartikel.

Gartenlaubkäfer auf Ast
Die Fühler des Gartenlaubkäfers enden in drei Lamellen [Foto: Alex Stemmer/ Shutterstock.com]

Muss der Gartenlaubkäfer bekämpft werden?

Eine Bekämpfung des Gartenlaubkäfers ist in Ausnahmefällen sinnvoll. Der Fraß der Gartenlaubkäfer an Blättern von Eichen, Birken, Haseln, Kirschen und Rosen richtet kaum Schaden an. Lediglich die Larven des Gartenlaubkäfers, die Engerlinge, können in Einzelfällen eine grüne Rasendecke schädigen. Das ist vor allem in Sportanalgen und auf Golfplätzen eine ärgerliche Angelegenheit. Die Engerlinge des Gartenlaubkäfers ernähren sich unter anderem von Rasenwurzeln, sodass der Rasen nesterweise verkümmert. Auch Sekundärschäden durch das Scharren von Vögeln nach den Engerlingen sind unvorteilhaft für sportliche Aktivitäten. Um diesen Schäden vorzubeugen, können Gartenlaubkäfer-Fallen zum Einsatz kommen – sie geben Aufschluss darüber, wie viele Käfer fliegen, um sich zu paaren. Drei Wochen nach dem Paarungsflug schlüpfen die Engerlinge, die ab Mitte Juli im Boden nach oben wandern und an den Pflanzenwurzeln zu fressen beginnen. Eine Bekämpfung der Engerlinge ist ab 100 Larven pro Quadratmeter sinnvoll. Um die Engerlinge des Gartenlaubkäfers biologisch zu bekämpfen, können Nematoden eingesetzt werden.

Tipp: Um herauszufinden, wie viele Larven in Ihrem Rasen wohnen, können Sie ab Mitte Juli einfach ein Stück Rasen ausstechen und zählen: Finden Sie in einem halben Quadratmeter 50 Larven oder in einem viertel Quadratmeter 25 Larven, sollten Sie eine der unten vorgestellten Bekämpfungsmethoden wählen.

Engerlinge des Gartenlaubkäfers
Die Engerlinge des Gartenlaubkäfers sind an ihrer weißlichen Farbe mit hellbraunem Kopf zu erkennen [Foto: Feyyaz Alacam/ Shutterstock.com]

Gartenlaubkäfer-Engerlinge mit Nematoden bekämpfen

Nematoden sind winzige Organismen, die auch Fadenwürmer oder Älchen genannt werden. Einige Gattungen dieser Fadenwürmer parasitieren Käferlarven wie Engerlinge oder die Larven des Dickmaulrüsslers. Sie wirken wirtsspezifisch, sodass keine Gefahr von ihnen auf warmblütige Tiere, Menschen und Pflanzen ausgeht. Die Nutzung von Nematoden ist bei richtiger Anwendung einfach und wirksam.

Welche Nematoden kann man gegen Gartenlaubkäfer einsetzen?

Die Nematodenart Heterorhabditis bacteriophora dringt spezifisch in Körperöffnungen des Gartenlaubkäfer-Engerlings ein und sondert dort ein Bakterium ab, das den Engerling innerhalb von zwei bis drei Tagen abtötet. Nach der Infektion findet die Vermehrung der Nematoden gegen die Engerlinge statt. Ist der Engerling verzehrt, verlassen die Nematoden ihren Wirt auf der Suche nach einer neuen Nahrungsquelle.

Gartenlaubkäfer-Engerlinge
Engerlinge besitzen Körperöffnungen, durch welche die Nematoden eindringen können [Foto: Azay photography/ Shutterstock.com]

Fadenwürmer gegen Gartenlaubkäfer: Zeitpunkt

Der Käferflug des Gartenlaubkäfers findet zwischen Mitte Juli und Ende September statt. Etwa sechs Wochen später werden die Fadenwürmer gegen die Engerlinge ausgebracht. Die Bodentemperatur sollte dabei zwischen 12 und 25 °C liegen. Je früher die Nematoden ausgebracht werden, desto stärker ist die Vermehrung möglich. Solange die Nematoden Nahrungsquellen finden, überleben und vermehren sie sich. Bei Trockenheit sterben sie ab, weshalb der Boden stets feucht gehalten werden sollte.

Tipp: Da Nematoden auch bei kühlen 4 bis 12 °C im Kühlschrank nur begrenzt lagerfähig sind, sollten sie erst kurz vor der Anwendung bestellt und nach dem Erhalt zügig verwendet werden.

Nematoden gegen Gartenlaubkäfer ausbringen

Die Ausbringung der Nematoden gegen die Engerlinge des Gartenlaubkäfers ist recht unkompliziert, es sollten dabei jedoch einige wichtige Faktoren berücksichtigt werden. Da die Fadenwürmer empfindlich auf UV-Strahlung reagieren, ist die Ausbringung in den Abendstunden oder bei bedecktem Himmel ratsam. Dafür wird zunächst eine Stammsuspension hergestellt, indem die pulverförmigen Nematoden in ein wenig Wasser gegeben und verrührt werden. Von dieser Stammsuspension werden Teilmengen in das Wasser gerührt und verteilt – so ergeben sich mehrere Gießkannen voll Nematodensuspension. Bei sehr kleinen Flächen und Mengen entfällt das Ansetzen einer Stammsuspension eventuell. Zur Ausbringung kann entweder eine herkömmliche Gießkanne oder ein Nematodensprayer verwendet werden. Die Nematodensuspension sollte komplett ausgebracht werden. Eine Überdosierung wirkt sich nicht nachteilig aus.

Anschließend können die restlichen, an Grashalmen heftenden Nematoden mit zwei bis fünf Liter Wasser pro Quadratmeter in den Boden eingespült werden. Bei trockenem Wetter sollte das innerhalb von 30 Minuten geschehen, da Nematoden Trockenheit nicht überleben. Auch in den folgenden sechs Wochen ist es wichtig, den Boden stets feucht zu halten.

Zusammenfassung: Nematoden gegen Gartenlaubkäfer anwenden

  1. Richtigen Zeitpunkt für die Ausbringung der Nematoden auswählen: Juli bis September, Bodentemperatur mindestens 12°C.
  2. Nematoden mit Wasser verrühren und eventuell noch weiter verdünnen.
  3. Nematodensuspension in den Abendstunden ausbringen.
  4. Boden in den nächsten sechs Wochen feucht halten.
Nematoden unter dem Mikroskop
Nematoden sind mikroskopisch klein und lassen sich mit dem bloßen Auge nicht erkennen [Foto: D. Kucharski K. Kucharska/ Shutterstock.com]

Gartenlaubkäfer-Fallen verwenden

Gartenlaubkäfer-Fallen dienen zur Überwachung der adulten Gartenlaubkäfer-Population. Sie sind mit Lockstoffen ausgestattet, die mit Hilfe des Windes verteilt werden. Männliche und weibliche Gartenlaubkäfer fliegen gegen eine gelbe Prallfläche und fallen in einen Trichter. Ab Mitte Mai können die Fallen im Freiland aufgestellt oder aufgehängt werden. Der Lockstoff besitzt eine Reichweite von 100 Quadratmetern und kann jedes Jahr separat erneuert werden.

Wichtig: Ist der Trichter innerhalb kürzester Zeit gefüllt, sollten in diesem Jahr unbedingt Nematoden ausgebracht werden, um die Verbreitung des Gartenlaubkäfers zu reduzieren. Denn Gartenlaubkäfer-Fallen stellen keine effektive Bekämpfungsmethoden dar, sondern dienen nur der Überwachung des Käferfluges.

Befallsvorbeugung: Experten-Tipps

Achten Sie auf einen dichten Rasenbestand und eine gute Bewässerung, denn weibliche Gartenlaubkäfer bevorzugen zur Eiablage sandige Böden und trockene Rasenstellen. Wie Sie Ihren Rasen rund ums Jahr richtig pflegen, erfahren Sie in unserem passenden Spezialartikel. Während des Käferflugs im Mai sollte der Rasen etwas höher gemäht werden, das reduziert das Auftreten der Larven um 40 bis zu 70 %. Wer pflanzfreudig ist, kann Rasenflächen durch Gemüse- oder Blumenbeete ersetzen. Beim Anlegen eines neuen Gartens kann zusätzlich darauf geachtet werden, nicht zu viele Wirtspflanzen des Gartenlaubkäfers zu pflanzen – besonders, wenn das Auftreten des Gartenlaubkäfers in der eigenen Region ohnehin häufig ist.

Zu den Wirtspflanzen des Gartenlaubkäfers zählen unter anderem:

  • Birken
  • Haseln
  • Apfelbäume
  • Pappeln
  • Birnenbäume
  • Eichen
  • Rosen
  • Weiden
  • Ebereschen

Im eigenen Garten sind Maulwurf und Vögel übrigens natürliche Gegenspieler. Vorbeugend können Sie außerdem adulte Gartenlaubkäfer an Blüten und Blättern manuell absammeln oder Gartenlaubkäfer-Fallen aufbauen.

Falle für Gartenlaubkäfer
Fallen wie diese helfen zu erkennen, wie viele Käfer sich im Gebiet aufhalten [Foto: KarimaSK/ Shutterstock.com]

Fazit: In Ausnahmefällen können Engerlinge des Gartenlaubkäfers den Rasen schädigen. Um einem starken Befall vorzubeugen, können Gartenlaubkäfer-Fallen aufgestellt und eine dichte Rasennarbe gefördert werden. Sollte aber eine biologische Bekämpfung der Gartenlaubkäfer nötig sein, lassen sich Nematoden einsetzen. Wenn Sie noch mehr Engerlinge von Käfern selbst bestimmen möchten, hilft Ihnen unser weiterführender Artikel.

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