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Gelbe Blätter: ein Zeichen von Eisenmangel und Chlorose

Gelbe Blätter an Pflanzen deuten auf einen Eisenmangel hin. Unter der sog. Chlorose leiden besonders häufig Hortensien, Rosen und Rhododendren.

Chlorose an Erdbeeren Blätter

Auch Erdbeeren können an Chlorose leiden [Foto: Scot NelsonCC BY 2.0]

Chlorose, oder auch Bleichsucht genannt, ist ein häufig vorkommendes Phänomen bei Pflanzen wie zum Beispiel Azaleen und Hortensien. Doch was passiert bei dieser Krankheit eigentlich? Eine Chlorose ist im Prinzip ein Mangel an dem grünen Farbstoff Chlorophyll. Dieser Farbstoff ist für jede Pflanze aber überlebenswichtig, da damit die Energie der Sonnenstrahlen eingefangen wird. Deswegen sollte eine Chlorose immer behandelt werden. Die Ursachen für die Erkrankung könnten aber kaum vielfältiger sein. Allerdings gibt es in unserer Region häufig dieselben Auslöser für die Blattkrankheit. Warum einige Pflanzen stärker von einer Chlorose betroffen sein können und wie Sie das Problem kurzfristig und auch langfristig in den Griff bekommen, erfahren Sie hier.

Chlorose erkennen

Eine Chlorose zu erkennen ist kinderleicht! Wenn ein Blatt zu wenig von dem grünen Farbstoff Chlorophyll enthält, erscheint es gelb oder im Herbst auch teilweise rot. Eine Chlorose muss aber nicht immer ein schlechtes Zeichen sein. Mehrjährige Pflanzen bauen ihr Chlorophyll im Herbst ab und speichern die dadurch zurückgewonnenen Nährstoffe für die nächste Saison. Auch bei einjährigen Pflanzen muss eine Chlorose nicht zwangsläufig schlecht sein. Gerade alte Blätter, die von vielen neuen Blättern beschattet werden, sind für eine Pflanze überflüssiger Ballast. In diesen Blättern wird ebenfalls das Chlorophyll abgebaut und die Blätter werden gelb und fallen schließlich ab. Wenn die Blattvergilbung aber überhandnimmt oder neue Blätter betroffen sind, dann handelt es sich um eine schädliche Chlorose. Wird die Ursache nicht bekämpft, können die gelben Blätter nach einiger Zeit absterben. Bei unseren Böden ist die Ursache häufig ein Eisenmangel, aber auch ein Stickstoffmangel führt oft zu der gefürchteten Bleichsucht. Fehlt einer dieser beiden Nährstoffe, kann kein Chlorophyll mehr hergestellt werden. Natürlich können Chlorosen auch entstehen, wenn andere Nährelemente wie Bor oder Magnesium fehlen, allerdings tritt so ein Fall nur sehr selten ein.

Chlorose Arten

Leider ist Chlorose nicht gleich Chlorose. Es gibt unterschiedliche Ausprägungen der Blattkrankheit, wie die Spitzenchlorose oder die Flächenchlorose. Trotz der unterschiedlichen Chlorosen ist es selbst für Experten schwer, die Ursache immer einwandfrei zu identifizieren. Aus diesem Grund beschränken wir uns auf Blattvergilbungen, die gut zu unterscheiden sind. Treten Chlorosen zuerst bei den jüngeren Blättern auf, dann fehlt meistens Eisen. Wenn allerdings zuerst die alten Blätter gelb werden, ist das ein sicheres Zeichen für Stickstoffmangel. In seltenen Fällen treten die Chlorosen mosaikartig auf den Blättern auf. Dann handelt es sich mit großer Sicherheit um einen Virus, der die Pflanze befallen hat. Gegen Pflanzenviren helfen leider nur resistente Sorten. Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich. Wie Sie beim Lesen des Textes vielleicht schon gemerkt haben, ist der häufigste Grund für eine Chlorose ein Nährstoffmangel. Allerdings können auch sogenannte Schlechtwetterchlorosen auftreten. Das liegt daran, dass bestimmte Witterungsverhältnisse die Nährstoffaufnahme der Wurzeln behindern. So kann anhaltende Trockenheit zu einer Blattchlorose führen, da die Wurzeln ohne Wasser auch keine Nährstoffe wie Magnesium und Stickstoff aufnehmen können. Genauso schlecht ist allerdings auch durchgängige Staunässe und kalter Boden. Gerade bei dem Nährstoff Eisen führen triefend nasse Wurzeln zu einer verminderten Eisenaufnahme und damit zu Chlorosen. Das gilt besonders auch für Wein.

Chlorose an Blättern Citruspflanze

Auch Citruspflanzen können an Chlorose leiden [Foto: peganumCC BY-SA 2.0]

Chlorose und Eisenmangel vorbeugen

Da in Deutschland der Grund für eine Chlorose häufig an einem Eisenmangel liegt, widmen wir uns diesem Thema besonders. In den wenigsten Fällen liegt übrigens ein wirklicher Eisenmangel vor. Vielmehr führen bestimmte Umstände dazu, dass Pflanzen das vorliegende Eisen nicht aufnehmen können. Den größten Einfluss hat hier der pH-Wert im Boden. Steigt der Wert über 6,5 wird immer weniger Eisen von der Pflanze aufgenommen. PH-Werte unter 6 fördern dagegen die Eisenaufnahme und müssen deswegen bei einer Chlorose angestrebt werden. Aus diesem Grund sollten Sie bei einer Chlorose zuerst den ph-Wert des Bodens messen. Dafür eignet sich das pH-Bodentestset von Neudorff besonders gut, da es leicht zu bedienen ist. Bestätigt sich der Verdacht, dass der Boden zu alkalisch ist, helfen Bittersalz oder Torfgaben. Bei der Verwendung von Bittersalz unbedingt die vorgegebenen Mengen des Herstellers einhalten und wenn Torf verwendet wird, muss dieser kalkfrei sein. Nun ist es aber nicht so, dass alle Pflanzen bei einem pH-Wert über 6,5 an einer Chlorose leiden. Das liegt daran, dass Pflanzen für die Eisenaufnahme selbst aktiv werden müssen. Sie geben über die Wurzeln organische Säuren ab und nehmen dadurch vermehrt Eisen auf. Einige Pflanzen wie Citrus und Rhododendron sind dabei einfach nicht so gut wie andere Pflanzen. Übrigens können sich selbst Sorten einer Pflanzenart bei der Eisenaufnahme stark unterscheiden. Falls Sie große Probleme mit Chlorosen haben, dann können neben der pH-Wert Änderung auch weitere vorbeugende und langfristig wirkende Maßnahmen getroffen werden:

  • regelmäßiges Gießen bei Trockenheit (unbedingt den ganzen Wurzelballen durchfeuchten)
  • Kalkgaben verschlechtern die Eisenaufnahme (sehr kalkhaltiges Leitungswasser ist ebenfalls schlecht)
  • bei Staunässe Kompost in den Boden einarbeiten, dadurch werden die Wurzeln besser mit Luft versorgt
  • Eisenmangel tritt eher in gekauften Substraten auf, natürlicher Erdboden hat meist einen reichen Eisenvorrat
Chlorose Hibiskus Bläter

Am Hibiskus zeigt sich die Chlorose mit hellgrünen, gelblichen Blättern [Foto: Malcom MannersCC BY 2.0]

Mit folgenden Prdodukten können Sie einer Chlorose vorbeugen:

  • pH-Bodentestset: Bodentest-Set zur einfachen und genauen Ermittlung des Kalkbedarfs. Set reicht für 8 Anwendungen.
  • Bittersalz: Sorgt für grüne und gesunde Pflanzen.
  • Torf: Reines Naturprodukt, ohne Zusatz von Kalk und Dünger.

Chlorose und Bleichsucht: behandeln und bekämpfen

Eine Chlorose zu bekämpfen ist gar nicht so schwierig. Konnten Sie bereits ausschließen, dass der pH-Wert an der Bleichsucht schuld ist, liegt eventuell wirklich ein Eisenmangel vor. Oft passiert das bei der Topfkultur von Tomaten und Rosen. Hierbei ist es eher nebensächlich welcher Nährstoff denn nun wirklich für die Chlorose verantwortlich ist. Denn meistens wird der Nährstoffmangel sowieso mit einem Dünger ausgeglichen, welcher alle wichtigen Nährstoffe enthält. Bei der Düngerwahl sollten Sie aber nicht nur nach dem Preis gehen. Billiger Supermarkt-Dünger enthält meistens nur die wichtigsten Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphat und Kalium. Achten Sie unbedingt darauf, dass der Dünger auch alle sogenannten Mikronährstoffe enthält, dazu zählen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor und Molybdän. Ein guter Dünger enthält neben den essentiellen Spurenelementen auch eine ganz bestimmte Eisenform, das Chelat. Ein Chelat umhüllt die Eisenmoleküle im Boden, dadurch können die Pflanzen das Eisen viel besser aufnehmen. Dieser Mechanismus wurde übrigens der Natur entnommen. Süßgräser wie Weizen, Mais und Reis können selbst sogenannte Chelatoren in ihren Wurzeln bilden. Dadurch haben diese Pflanzen oft weniger Probleme mit Eisenmangel. Eine besonders schnelle Lösung, um der Chlorose Herr zu werden, ist die Blattdüngung. Durch die Blattdüngung werden die Nährstoffe direkt aufgenommen und können verwertet werden. Aber Achtung: Bei einer Blattdüngung darf kein Eisen mit Chelat benutzt werden, da es die Blätter schädigen kann. Greifen Sie deswegen lieber auf speziellen Blattdünger zurück. Bitte verzweifeln Sie nicht, wenn die bereits gelbe Blätter abfallen oder absterben. Eine Chlorose kann leider nicht immer rückgängig gemacht werden. So lange aber die neuen Blätter saftig grün sind, ist alles im sprichwörtlichen grünen Bereich.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

  • Rosendünger: Hochwertiger Spezial-Langzeitdünger, der das Blattgrün durch 2% Magnesiumoxid und Eisen unterstützt.
  • Rhododendrondünger: Pflanzenspezifische Düngerformel für herrliche Blüten und gesundes Wachstum. Unterstützt Blattgrün durch 2% Magnesiumoxid und Eisen.
  • Tomatendünger: hochwertiger Spezial-Langzeitdünger, der für schmackhafte, gesunde Früchte und eine reiche Ernte sorgt.
Plantura Bio-Rosendünger
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Effektive Langzeitwirkung, gut für den Boden, unbedenklich für Mensch, Tier & Natur
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