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Hornissen: erkennen, vertreiben und bekämpfen?

Erfahren Sie mehr, wie sich Hornissen und Wespen unterscheiden und ob man Hornissen in Deutschland vertreiben oder sogar bekämpfen darf.

Hornissen gelten gemeinhin als gefährlich für uns Menschen. So lässt das Sprichwort „7 Stiche töten ein Pferd, 3 Stiche einen Menschen“ glauben, dass Hornissen wesentlich gefährlicher sind als Wespen oder Bienen: Aber stimmt das auch? Wir gehen in diesem Artikel genauer auf die Hornisse ein.

Auch wenn die Mehrheit der Deutschen denkt, dass Hornissen besonders aggressiv und gefährlich wären, handelt es sich hierbei um ein Gerücht. Im Gegensatz zu Wespen sind Hornissen deutlich ruhiger und friedlicher. Dennoch sollten Hornissen bei der Nahrungssuche oder in Nestnähe nicht gestört werden. Denn wie viele andere Tiere auch verteidigt die Hornisse das eigene Nest mit Nachdruck. In den weiteren Abschnitten erfahren Sie, wie man Hornissen von Wespen unterscheiden kann und ob Hornissen in Deutschland vertrieben bzw. sogar bekämpft werden dürfen.

Hornisse oder Wespe?

Bei der Identifizierung von Hornissen kann es schonmal zu Verwechslungen mit der Deutschen oder der Gemeinen Wespe kommen. Aufgrund der Größe der Hornissen tritt eine Verwechslung am meisten mit einer Wespenkönigin auf und nicht mit den kleineren Arbeiterinnen der Wespen. Denn die deutlich größeren Hornissen sind mit einer Länge von bis zu 2,8 cm deutlich größer als eine normale Wespe mit maximal 1,6 cm. Nur die Hornissenkönigin ist mit bis zu 4 cm Länge nochmal deutlich größer als die Arbeiterhornissen.

In Deutschland gibt es übrigens nur eine einzige heimische Hornissenart (Vespa crabro). Neben der Größe als wichtigstes Unterscheidungsmerkmal, gibt es auch weitere Bestimmungsmerkmale am Kopf von Wespen und Hornissen. Für den Laien sind diese Unterschiede aber nicht sofort ersichtlich und zudem müssten Sie sich einer Wespe oder Hornisse gefährlich nah nähern, um die Unterschiede deutlich zu erkennen. Aus diesem Grund sollten Sie sich bei der Bestimmung auf die Größe der Tiere beschränken. Am häufigsten werden Sie Hornissen in Laubwäldern, Streuobstwiesen, Auwäldern und Parklandschaften begegnen.

Hornissen unter Naturschutz: vertreiben statt töten/bekämpfen?

Hornissen sind ein wertvoller und zugleich einzigartiger Bestandteil unseres Ökosystems. Doch durch die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume und auch durch direkte Bekämpfung durch den Menschen sind unsere heimischen Hornissen eine bedrohte Tierart. Seit 1984 steht die Hornisse deswegen auf der „Roten Liste der gefährdeten Tiere und Pflanzen in Deutschland“. Zusätzlich sind die Hornissen in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Hornissen dürfen deswegen weder gefangen noch getötet werden und auch das beschädigen oder versetzen eines Hornissennestes ist verboten. Aus diesem Grund kommt eine Bekämpfung erst gar nicht in Frage.

Nur wenn sich das Nest in direkter Nähe zu Kindergärten, Schulen oder ähnlichen Gebäuden befindet, kann eine Umsiedlung sinnvoll sein. Eine Umsiedlung ist aber immer mit großem Stress für die Hornissen verbunden und muss nicht immer positiv verlaufen. Befindet sich auf Ihrem Grundstück ein Hornissennest, dann sollten Sie sich zuerst Fragen, ob das Nest an seinem Ort wirklich stört. Denn oft wird das Hornissennest erst im Sommer oder Spätsommer entdeckt, wenn die Anzahl der im Nest lebenden am höchsten ist. Dann ist es aber nur noch eine Frage von Wochen, bis das Hornissenvolk von selbst abstirbt. Noch dazu wird eine junge Hornissenkönigin nie ein altes Nest erneut besiedeln, deshalb muss man sich über diesen Punkt auch keine Sorgen machen.

Wenn das Nest zwingend entfernt werden muss, dann sollte dieser Auftrag nur von Fachpersonal durchgeführt werden. Wenden Sie sich dafür am besten an lokale Naturschutzverbände oder die zuständige Naturschutzbehörde. Auf jeden Fall muss vor dem Entfernen des Nestes eine Ausnahmegenehmigung von der Naturschutzbehörde vorliegen. In vielen Fällen ist es aber gut möglich, sich den Garten mit den Hornissen zu teilen. Zudem können Sie in Ihrem Garten als gefräßige Schädlingsvertilger herhalten und haben deswegen einen großen Nutzen.

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