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Junikäfer: erkennen, vorbeugen & bekämpfen

Junikäfer sind lästig und ihre Larven können massive Fraßschäden am Wurzelwerk von Pflanzen anrichten. Wir zeigen, wie man den Engerling bekämpfen kann.

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Der Junikäfer ist kein gern gesehener Gast im Garten [Foto: gbohneCC BY-SA 2.0]

Der Junikäfer, mit dem im engeren Sinne der gerippte Brachkäfer (Amphimallon solstitiale) gemeint ist, tritt seit einigen Jahren vermehrt auf. In einigen Gebieten Deutschlands ist der Käfer zu einer echten Plage geworden. Wie man den Junikäfer erkennt, ihm vorbeugen und bekämpfen kann, können Sie in diesem Artikel nachlesen.

Junikäfer erkennen: Aussehen des Käfers und dessen Larve

Gerade der Wurzelfraß der Engerlinge (gemeint sind die Larven) kann auf Rasenflächen starken Schaden anrichten. Durch die beschädigten Wurzeln kümmert der Rasen nesterweise und kann später auch komplett vertrocknen. Wenn sich die vertrocknete Grasnarbe an den betroffenen Stellen problemlos abziehen lässt, ist das ein weiteres Indiz für einen Larvenbefall des Junikäfers. Spätestens jetzt sollten Sie der Sache auf den Grund gehen, indem Sie sich die Erde unter den abgestorbenen Rasennestern angucken. Finden Sie im Boden dicke cremeweiße Larven mit der typischen gekrümmten Haltung, dann kann es sich um Junikäfer-Engerlinge handeln. Sie besitzen sechs auffällige Brustbeinpaare und einen braunen Kopf wie auf dem unteren Bild gut zu erkennen ist. Die bis zu 3 cm großen Larven können leicht mit den Engerlingen des Gartenlaubkäfers und des Maikäfers verwechselt werden. Im Prinzip ist eine Unterscheidung der Larven aber nicht notwendig, da die Larven aller drei Blatthornkäfer Schädlinge sind und bei vermehrten Auftreten bekämpft werden sollten. Die Engerlinge können auch andere Pflanzenwurzeln schädigen, oft tritt aber nur bei Rasen ein sichtbarer Schaden auf.

Der braune und flugfähige Junikäfer erreicht Größen von 14 – 18 mm. Damit ist er wesentlich kleiner als der Maikäfer, welcher eine Körperlänge von bis zu 30 mm erreichen kann. Des Weiteren lässt sich der Junikäfer bei genauer Betrachtung durch seine gelbbraune Behaarung und den dreigliedrigen Fühlern am Kopf erkennen. Die unliebsamen Käfer fliegen vor allem Obstbäume und andere Laubbäume an und verursachen dort Fraßschäden an den Blättern. In aller Regel sind die ausgewachsenen Käfer aber kein Problem. Durch ihre begrenzte Lebensdauer können sich befallene Pflanzen auch schnell wieder erholen.

Junikäfer: Ein Steckbrief

Nur von der Sommerwende (21. Juni) bis spätestens Mitte Juli treten die Junikäfer auf. Wenn die Dämmerung einsetzt, fliegen die männlichen Käfer empor und suchen die am Boden verbliebenen Weibchen auf, um sich zu paaren. Die lästigen Käfer können dabei massenhaft auftreten und in den Sommernächten wirklich nervig sein. Dafür fliegen sie oft nicht länger als eine Stunde und der Spuk ist schnell wieder vorbei. Die nach dem Flug befruchteten Weibchen legen ihre Eier in kleinen Gruppen in den Boden. Insgesamt legt ein Weibchen in ihrem Leben ungefähr 40 Eier ab. Aus den Eiern schlüpfen nach drei Wochen die ersten Engerlinge. Bis sie eine ausgewachsene, dicke und fleischige Larve werden, vergeht aber einige Zeit. Für die Entwicklung benötigen die Engerlinge bis zu drei Jahre. Bei wärmeren Bodentemperaturen, wie im Süden, benötigen die Engerlinge nur zwei Jahre bis zur Verpuppung. Im kühleren Norden dauert die Larvenentwicklung dagegen drei Jahre. In diesem Zeitraum ernähren sich die Schädlinge von Pflanzenwurzeln, was uns Gartenbesitzern natürlich sehr missfällt.

Für die Eiablage werden von den Weibchen bevorzugt sandige und leichte Böden ausgewählt, da die Larven mit einem trockenen Boden besser zurechtkommen. Feuchte oder gar nasse Standorte werden aus diesem Grund vom Junikäfer eher gemieden. Zuletzt möchten wir auch nochmal darauf hinweisen, dass der Junikäfer für uns Menschen in keiner Weise gefährlich ist. Sie können zwar wirklich lästig sein, gerade weil sie auch gerne Menschen als Landeplatz nutzen, aber sie können weder stechen noch beißen.

Junikäfer vorbeugen

Es gibt gute Möglichkeiten, um den Befall durch Junikäfer in Grenzen zu halten. Da der Käfer an sich in den meisten Fällen keine langfristigen Probleme macht, sollten Sie sich auf die Engerlinge konzentrieren. Weil oft Rasenflächen für die Junikäfer als Brutstätte herhalten, müssen diese so unattraktiv gestaltet werden, dass sich das Weibchen einen anderen Garten sucht, um die Eier abzulegen. So bleiben vor allem die empfindlichen Rasenwurzeln vor den gefräßigen Larven geschützt. Sie erreichen diesen Schutz, indem Sie Ihren Rasen regelmäßig pflegen. Im Klartext heißt das: Regelmäßiges Düngen und Mähen. Dadurch bildet sich eine dichte Grasnarbe und für die Junikäfer wird die Eiablage zur Tortur. Zusätzlich sollte der Rasen nicht zu tief geschnitten werden, denn auch dadurch erschweren Sie dem Junikäfer und anderen Blatthornkäfern das Eindringen in den Boden und damit die Eiablage.

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Junikäfer legen ihre Eier gerne auf Rasenflächen [Foto: Thomas BertelmannCC BY-ND 2.0]

In besonders schwer betroffenen Gebieten (wie zum Beispiel Freiburg) hat sich der Einbau von sogenannten Rasenschutzgeweben in geringer Bodentiefe durchgesetzt. Zwar ist so eine Anschaffung mit hohen Kosten verbunden, dafür können die Junikäfer dann aber nicht mehr für die Eiablage in den Boden gelangen. Ihr Rasen bleibt also frei von Engerlingen und auch Maulwurfshügel gehören damit der Vergangenheit an.

Junikäfer bekämpfen

Neben den vorbeugenden Maßnahmen ist auch eine direkte Bekämpfung möglich. Allerdings macht es keinen Sinn, die fliegenden Junikäfer mit einer Falle einzufangen. Denn so wird nur die Zahl der Männchen reduziert und schlussendlich bleiben trotzdem genug Männchen für die Paarung über. Im Handel sind zudem spezielle Gartenlaubkäfer Fallen erhältlich. Diese eignen sich ausdrücklich nicht, um Junikäfer zu fangen. Sie sollten Ihr Augenmerk bei der Bekämpfung deswegen auf die Larven richten.

Der ausgewachsene Junikäfer muss nicht bekämpft werden [Foto: Marek Velechovsky/ Shutterstock.com]

Bei der Bekämpfung der Engerlinge ist zu beachten, dass keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden können. Generell ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Boden sehr problematisch, da die Mikroorganismen sehr empfindlich auf schon kleinste Mengen von Spritzmitteln reagieren. Für die Bekämpfung hat sich deswegen der Einsatz von Nützlingen bewährt. In diesem Fall handelt es sich um räuberische Nematoden. Genauer gesagt sind es Bakterien, die von den Nematoden abgesondert werden und die Engerlinge zersetzen. Die durch die Bakterien vorverdauten Engerlinge dienen dann den Nematoden als Nahrung. Der für uns Menschen und Haustiere völlig harmlose Nützling heißt Heterorhabditis bacteriophora (HM-Nematoden). Es ist sehr wichtig, dass genau diese Art für die Bekämpfung genutzt wird, da sie auch die Engerlinge des Maikäfers und des Gartenlaubkäfers bekämpft.

Anwendung von HM-Nematoden als Nützling:

  • Der Boden muss mindestens 12 °C warm sein
  • Für die Dauer der Anwendung ist der Boden feucht (nicht nass!) zu halten
  • Nematoden nur morgens oder abends ausbringen, da die Nützlinge sehr lichtempfindlich sind
  • Wenn die Larven des Junikäfers schon sehr weit entwickelt sind, muss die Behandlung mit den Nematoden oft wiederholt werden

Alternativ kann der Boden auch mit einer Fräse bearbeitet werden (Bearbeitungstiefe 10 cm). Dadurch werden die meisten Engerlinge unschädlich gemacht und eine weitere Bekämpfung der Larven ist eventuell gar nicht mehr nötig. Diese Bekämpfungsstrategie sollte natürlich nur im absoluten Notfall eingesetzt werden. Abgesehen von den zerstörten Pflanzen auf dem Boden, leidet die Bodenqualität erheblich durch das Fräsen. Die Bodenstruktur wird langfristig zerstört und erholt sich nur sehr langsam wieder.

Ein besonderer Dank an die Photographen:Gbohne, Tauralbus, Rolf Dietrich Brecher, Thomas Bertelmann, Line Sabroe, Miala und Brett Hodnett.

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