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Kleidermotten: Aussehen & Bekämpfung der lästigen Klamottenfresser

Löcher in der Kleidung deuten auf Kleidermotten hin. Wir zeigen Ihnen, wie man einen Befall erkennt, den Motten vorbeugt und sie effektiv bekämpfen kann.

Kleidermotte auf Stoff nah
Fast jeder hat schon mal mit ihr zu tun gehabt: Die Kleidermotte [Foto: DeZet/ Shutterstock.com]

Es gibt wohl kaum etwas Nervenaufreibenderes, als in seinem liebsten Pullover kleine Löcher zu finden, wenn man ihn anziehen will. Der Grund dafür können lästige Kleidermotten sein, die sich in Ihrem Kleiderschrank breitgemacht haben. Im Folgenden erfahren Sie vom Aussehen über die Bekämpfung alles, was Sie über diese ungeliebten Motten wissen sollten.

Kleidermotten

Kleidermotten (Tineola bisselliella) sind Schmetterlinge, die zur Familie der Echten Motten (Tineidae) gehören. Man findet sie über den ganzen Globus verteilt, wo sie verschiedene Textilien befallen und diese schädigen. Die erwachsenen Kleidermotten machen jedoch keine Löcher in unsere Kleidung, sondern es sind vielmehr die Larven dieses Schmetterlings, die unsere liebsten Textilien beschädigen.

Kleidermotten: Steckbrief

Um Kleidermotten erkennen zu können, ist zunächst einmal das Aussehen der Schädlinge wichtig. Außerdem erfahren Sie im Folgenden, wie sich die Motten entwickeln und wovon sie sich vorwiegend ernähren.

Kleidermotten Aussehen

Kleidermotten sind eher unscheinbare Schmetterlinge und fallen nicht besonders auf. Die ausgewachsenen Kleidermotten haben eine Flügelspannweite von 10 bis 15 Millimetern, die Flügel sind bewimpert und glänzen. Die Farbe der Motten ist abhängig von ihrer Nahrung und kann daher von einem dunklem Braun bis hin zu hellem Gelb variieren.

Kleidermotten Entwicklung

Kleidermotten haben ihre Flugzeit von Mai bis September und ein Weibchen kann bis zu 250 weiße Eier ablegen, aus denen nach ungefähr zwei Wochen gelblich-weiße Larven schlüpfen. Die ausgewachsenen Kleidermotten nehmen allerdings keine Nahrung mehr auf, es sind allein die Larven, die fressen. Die Entwicklung der Larven bis hin zur erwachsenen Kleidermotte dauert ungefähr 60 Tage, jedoch kann sich die Entwicklung manchmal sogar auf mehrere Monate ausdehnen. Die optimalen Entwicklungsbedingungen sind Temperaturen um 24 °C sowie eine Luftfeuchte von 75 %. Sollten die Umgebungsbedingungen stark von diesen Werten abweichen, kann die Entwicklung der Kleidermotten auch länger andauern.

Larve Kleidermotte auf Wollpullover
Die Larven der Kleidermotten verursachen die Schäden an unserer Kleidung [Foto: PHOTO FUN/ Shutterstock.com]

Kleidermotten Ernährung

Die Larven der Kleidermotten leben normalerweise in Nestern von Säugetieren oder Vögeln und ernähren sich dort von den Haaren und Federn der Tiere. Sie verspeisen die Tierhaare, da diese das Faserprotein Keratin enthalten, das die Larven zur Ernährung benötigen. Daher sind natürlich unsere Kleiderschränke stark gefährdet, denn auch dort bewahren wir Kleidungsstück aus Wolle oder Pelzen auf, die ein gefundenes Fressen für die Larven der Kleidermotten sind. Sie fressen ebenfalls synthetische Textilien, jedoch können die Larven dieses Gewebe nicht verdauen und scheiden es wieder aus.

Leider sind nicht nur unsere Wollpullover gefährdet, sondern auch Teppiche und Dämmstoffe. Kleidungsstücke, an denen noch Haare und Hautschüppchen von uns hängen, werden ebenfalls gerne von den Larven der Kleidermotten befallen.

Kleidermotten erkennen: Löcher in Baumwolle und Co.

Die Schäden der Kleidermottenlarven erkennt man durch kahl gefressene Stellen und Löcher an unserer Kleidung und anderen Textilien. Die Kleidermotten bevorzugen dabei Textilien, die aus Wolle, Fellen oder Federn bestehen. Wenn sie auf gemischte Gewebe treffen, machen sie sich beispielsweise nur über den Wollanteil her. 

Fraßlöcher von Motten in Stoff
Kleidermotten verursachen kahl gefressene Stellen und Löcher in Textilien [Foto: coco312/ Shutterstock.com]

Bei einem Befall mit Kleidermotten kann man teilweise auch feine Gespinste finden – ähnlich einem Spinnennetz – und Kotkrümel von den Larven. Diese Krümel sind sehr unterschiedlich geformt und haben meistens die Farbe des befallenen Textilstücks.

Kleidermotten vorbeugen

Damit man gar nicht erst Probleme mit Kleidermotten bekommt, haben wir nachfolgend einige Tipps und Tricks für Sie parat, wie man einem Kleidermottenbefall vorbeugen kann.

Zuallererst können Sie an den Fenstern Ihres Schlafzimmers oder Schrankraums Insektenschutzgitter anbringen, damit die lästigen Motten nicht so leicht in Ihre Wohnräume eindringen können. Es empfiehlt sich außerdem, regelmäßig zum Staubsauger zu greifen und gründlich zu saugen. Vergessen Sie dabei keine Ritze im Boden und keine Ecke im Schrank. Aber seien Sie gewarnt: Das Mottennest kann sich auch im Staubsaugerbeutel befinden. Wechseln Sie daher den Staubsaugerbeutel auch regelmäßig aus, um einen Kleidermottenbefall zu vermeiden. Die Motten bevorzugen nämlich ruhige, dunkle Stellen, an denen sie nicht oft gestört werden, und verstecken sich dort.

Ein Klassiker der Vorbeugung gegen Kleidermotten ist mit Sicherheit die altbewährte Mottenkugel. Den meisten von uns wird ein Geruch nach Mottenkugeln und Großmutters Truhen für die Winterkleidung bekannt sein und dies ist sicherlich nicht das, was man erreichen möchte. Dieser Geruch kam früher von dem Stoff Naphthalin, welchen die Mottenkugeln verströmten, um die Schädlinge abzuhalten. Daher werden diese Stoffe auch Repellents genannt, denn die Insekten nehmen diesen Stoff wahr und werden von ihm abgeschreckt. Heutzutage enthalten Mottenkugeln das weniger intensiv riechende Paradichlorbenzol, jedoch sind beide Stoffe für Umwelt und Gesundheit gefährlich.

Lavendelduftsäckchen als Mottenschreck
Duftsäckchen können Kleidermotten fernhalten [Foto: igra.design/ Shutterstock.com]

Eine natürlichere Abwehrmethode stellen ätherische Öle, Duftsäckchen und Hölzer dar, die man in die Kleiderschränke gibt und durch welche die Kleidermotten abgehalten werden. Zu diesen natürlichen abwehrenden Stoffen zählen die ätherischen Öle und Hölzer der Zirbe, Zeder und des Niembaums. Hier erfahren Sie mehr über den Niembaum und seine Verwendungsmöglichkeiten. Eine weitere wirksame Pflanze ist Lavendel, der sich besonders gut in Duftsäckchen verpacken und in die Kleiderschränke und Kommoden geben lässt. Es gibt zudem viele Mottenhänger im Handel, die Zedern- oder Lavendelduft verströmen und sehr einfach und schnell anzuwenden sind.

Sie können Ihre Kleidungsstücke aber auch durch Wäschesäcke und Plastikbeutel schützen, denn die Kleidermotten kommen dort mit Sicherheit nicht hinein. Ein zusätzlicher Vorteil von Kleidersäcken ist, dass Ihre Kleidung dann auch nicht einstaubt – perfekt also für Winterklamotten, die man über den Sommer verstaut.

Zusammenfassung Kleidermotten vorbeugen:

  • Insektenschutzgitter anbringen
  • Regelmäßig gründlich staubsaugen
  • Staubsaugerbeutel regelmäßig tauschen
  • Mottenkugeln oder Mottenhänger einsetzen
  • Ätherische Öle, Duftsäckchen und Hölzer mit Lavendel, Zirbe, Zeder oder Niem einsetzen
  • Kleidersäcke verwenden

Kleidermotten vertreiben und bekämpfen

Sollten sich in Ihrem Kleiderschrank die Kleidermotten schon verbreitet haben, sollten Sie sich überlegen, wie Sie die Motten bekämpfen möchten. Greifen Sie dabei lieber zu Hausmitteln oder zu chemischen Bekämpfungsmethoden? Im Folgenden finden Sie verschiedene Bekämpfungsmethoden, die Sie einzeln oder kombiniert im Kampf gegen die Kleidermotten anwenden können.

Kleidermotten chemisch bekämpfen

Zu den chemischen Bekämpfungsmethoden gehören in erster Linie verschiedene Mottensprays oder normale Insektensprays, die oft Wirkstoffe aus der Gruppe der Pyrethrine enthalten. Solche schnell wirkenden Sprays zeigen oft gegen viele verschiedene Insekten wie Fliegen, Mücken oder Motten einen Effekt.

Mottenanhänger aus Plastik
Im Handel erhält man Mottenhänger zur Abwehr der Kleidermotten [Foto: Yevhen Prozhyrko/ Shutterstock.com]

Hinweis: Seien Sie beim Einsatz von chemischen Insektensprays in Innenräumen immer vorsichtig, damit Sie nicht zu stark in Kontakt mit diesen Substanzen kommen. Die enthaltenen Stoffe sind meistens stark reizend für die Augen und man sollte auch das Einatmen vermeiden.

Kleidermotten biologisch bekämpfen

Zu den biologischen Bekämpfungsmethoden zählen Nützlinge und Pheromonfallen. Effektive Nützlinge gegen Kleidermotten sind beispielsweise Schlupfwespen (Trichogramma evanescens). Bei diesen handelt es sich um Eiparasiten, denn sie suchen nach den Eiern der Kleidermotten und legen ihre eigenen Eier in diese ab. Die Schlupfwespenlarve entwickelt sich dann im Ei der Kleidermotte und verhindert damit das Schlüpfen der Kleidermottenlarve. Aus den parasitierten Eiern schlüpfen wiederum erwachsene Schlupfwespen und der Kreislauf der Parasitierung beginnt von vorne, bis keine Motteneier mehr zu finden. Es wird empfohlen, drei Mal im Abstand von einer Woche Schlupfwespen freizulassen, um dem Befall Herr zu werden. Pro Regalfach legt man einen Streifen mit Schlupfwespeneiern aus.

Es klingt vielleicht seltsam, sich weitere Insekten in den Kleiderschrank zu holen, um die Kleidermotten zu bekämpfen, jedoch sind Schlupfwespen sehr effektiv und sterben ab, sobald sie keine Nahrung mehr finden.

Eine weitere Methode ist der Einsatz von Lockstofffallen, die mit Pheromonen bestückt sind und damit die Kleidermotten anlocken. Diese Fallen sind mit Sexualpheromonen bestückt und locken die Männchen an, die dann an den klebenden Flächen hängen bleiben. Solche Lockstofffallen können beim ersten Verdacht eines Kleidermottenbefalls eingesetzt werden, um sicherzugehen, dass es sich wirklich um einen solchen Befall handelt. Achten Sie aber darauf, dass beim Einsatz Ihre Fenster geschlossen sind, denn andernfalls locken Sie die Kleidermotten aus dem Freien in Ihre Wohnräume. Für eine komplette Bekämpfung reichen diese Fallen allerdings meistens nicht aus, doch sie eignen sich ideal zur Befallsüberwachung und zur Kontrolle.

Mottenfalle aus Gelbtafeln
Mit Pheromonfallen kann man einen Befall schon früh erkennen [Foto: andras_csontos/ Shutterstock.com]

Kleidermotten mit Hausmitteln bekämpfen

Da große Temperaturschwankungen nicht ideal für Kleidermotten und ihre Nachkommenschaft sind, können Sie Textilien, die sich nicht so leicht waschen lassen – wie zum Beispiel Teppiche – damit behandeln. Eine Wärmebehandlung im Backofen bei 50 bis 60 °C für ungefähr eine Stunde kann die Motten, Larven und Eier abtöten. Seien Sie bei dieser Methode aber überaus vorsichtig und verlassen Sie die Küche dabei nicht, da ein Teppich im Backofen natürlich immer auch eine Brandgefahr darstellt. Eine sicherere Methode ist die Kältebehandlung, jedoch ist diese oft nicht so effektiv wie die Behandlung mit Wärme. Da heißes Waschen für Wollkleidungsstücke nicht in Frage kommt, da sie sonst stark verfilzen, können Sie die Kleidungsstücke für mindestens eine Woche in den Tiefkühler legen, um versteckte Kleidermottenlarven abzutöten. Diese Methode eignet sich auch für andere Textilien gut, jedoch sollten Sie diesen Vorgang über mehrere Wochen wiederholen, damit auch alle Larven und Eier abgetötet werden.

Zusammenfassung Kleidermotten vertreiben und bekämpfen:

  • Bei der chemischen Bekämpfung gibt es zahlreiche Sprays, die zwar eine schnelle Wirkung versprechen, allerdings auch stark reizende Stoffe enthalten.
  • Um Kleidermotten effektiv biologisch zu bekämpfen, können Sie entweder auf Nützlinge wie die Schlupfwespe setzen, oder zur Befallsüberwachung und Kontrolle Pheromonfallen einsetzen.
  • Da Temperaturschwankung für Motten schlecht sind, können Sie zur Bekämpfung befallene Kleidungsstücke starker Hitze oder Kälte aussetzen.
Gefrierschrank wird von Hand geöffnet
Wollkleidung kann man zur Mottenbekämpfung für einige Tage in den Tiefkühler legen [Foto: Lolostock/ Shutterstock.com]

Wenn Sie sich außerdem für das Erkennen und die Bekämpfung von Lebensmittelmotten interessieren, finden Sie in diesem Spezial-Artikel alle wichtige Informationen.

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