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Kohlfliege: erkennen, vorbeugen und bekämpfen

Hier erfahren Sie mehr über das Schadbild der Kohlfliege und wie man den kleinen weißen Fliegen erfolgreich vorbeugen und sie bekämpfen kann.

erwachsene kleine Kohlfliege in der Nahaufnahme

Ein erwachsenes Exemplar der kleinen Kohlfliege. [Foto: Janet GrahamCC BY 2.0]

Symptome der Kohlfliege

Bei der Kohlernte haben schon so manche Hobbygärtner eine böse Überraschung erlebt. Der vitale Kohlkopf wird im Herbst geerntet und soll zu Hause zubereitet werden. Nur beim Zerschneiden des Kohlkopfes kommen einem plötzlich Fraßkanäle gefüllt mit kleinen Maden entgegen. Manchmal ist die Enttäuschung auch nicht ganz so groß, weil man der Pflanze schon von außen ansieht, dass mit ihr etwas nicht ganz stimmt. Befallene Pflanzen sind oft unterentwickelt und können anfangen zu welken. Bei besonders schweren Fällen kann der ganze Kohl verfaulen, da die Fraßkanäle der Maden Eintrittspforten für Fäulniskrankheiten sind. Der Schädling hat es besonders auf Jungpflanzen und Blumenkohl abgesehen. Im Grunde können aber alle Kohlpflanzen befallen werden.

Erreger

Verantwortlich für das Schadbild ist meistens die kleine Kohlfliege (Delia radicum). Ihr größerer Verwandter, die große Kohlfliege (Delia floralis), ist weniger oft anzutreffen. Ungefähr zu Beginn der Rosskastanienblüte (Ende Mai) erwacht die kleine Kohlfliege aus ihrem Winterschlaf und sucht nach geeigneten Pflanzen für ihre Eiablage. Dabei verlässt sich die Fliege auf optische Reize und den typischen Kohlgeruch. Die Kohlfliege hat sich auf Kohlgewächse spezialisiert, weil ihre Maden die für Insekten giftigen Senföle ohne Probleme verdauen können. Ihre Nahrung muss sich die Kohlfliege also nur mit wenigen weiteren spezialisierten Insekten teilen.

Nach der Eiablage von bis zu 100 Eiern pro Weibchen, schlüpfen die Larven am Wurzelhals der Kohlpflanzen und fressen sich durch die Wurzeln. Erst die zweite und dritte Larvengeneration hat es auch auf die saftigen Blattrippen der Kohlblätter abgesehen. Auch Blumenkohlröschen geht es manches Mal an den Kragen.

Larven und Maden der Kohlfliege

Die Larven der Kohlfliege fressen sich durch Stiele und das Mark. [Photo: Rasbak]

Kohlfliege: Vorbeugende Maßnahmen

Da sich wahrscheinlich kein Hobbygärtner Kohl mit einer Madenbeilage wünscht, sind die vorbeugenden Maßnahmen sehr wichtig. Bei wenigen Kohlpflanzen eignen sich sogenannte Kohlkragen für die Abwehr der Kohlfliege. Kohlkragen können auch einfach selbst aus Filz hergestellt werden. Schneiden Sie dafür einfach eine 15 bis 20 cm große Scheibe aus dickem Filz aus und schneiden anschließend einen Schlitz von der Mitte bis zur Kante. Legen Sie die Scheibe danach so um den Wurzelhals der Kohlpflanze, dass sich der Wurzelhals am Schlitzende in der Mitte der Scheibe befindet. Dadurch wird der Befall von den Maden effektiv verhindert. Eine noch praktischere Methode ist der Einsatz von engmaschigen Gemüseschutznetzen. Diese Netze sind zwar etwas teuer in der Anschaffung, allerdings halten Sie neben den Kohlfliegen auch andere Schädlinge wie den Kohlweißling fern. Wird das Netz konsequent von der Pflanzung bis zu der Ernte auf den Kohlpflanzen belassen, ist ein Befall praktisch ausgeschlossen.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

  • Insektennetze: Schützen Ihre Pflanzen zuverlässig vor Fraßschäden

Die Maschen vom Netz müssen dafür natürlich intakt sein und das Netz muss auch richtig auf dem Boden aufliegen. Daneben sollte generell auf eine abwechslungsreiche Fruchtfolge geachtet werden, da die Fliegen oft in Ernteresten vom Kohl überwintern.

Maden der kleinen Kohlfliege Delia radicum

Maden der kleinen Kohlfliege. [Photo: Rasbak]

Bekämpfung der Kohlfliege

Da die Larven der Kohlfliege zu den minierenden Insekten gehören, ist eine Bekämpfung eigentlich nicht möglich (minierend: Schädlinge fressen in den Pflanzen und es entsteht ein typischer Fraßkanal). Selbst im Erwerbsgartenbau ist die Bekämpfung mit chemischen Mitteln schwierig. Der Grund dafür ist, dass die Larven in ihren Fraßkanälen von der Pflanze geschützt werden und das Pflanzenschutzmittel dort gar nicht oder nur schlecht wirkt. Trotzdem sollten Sie deswegen nicht die Lust am selbst angebauten Kohl verlieren, denn wenn die vorbeugenden Maßnahmen beachtet werden, sollte einer erfolgreichen Kohlernte nichts im Weg stehen.

 

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