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Kohlweißling: Steckbrief und Bekämpfung der Schmetterlingsraupe

Ob die Raupe des Schädlings giftig ist, welche Entwicklung sie durchläuft und wie Sie den Kohlweißling bekämpfen, erfahren Sie im Folgenden.

Kohlweißlinge Kohl fressend
Die Raupen des Kohlweißlings fressen bevorzugt unseren Kohl – wird nichts unternommen, können nur die Mittelrippen übrig bleiben [Foto: MagicBones/ Shutterstock.com]

Der Kohlweißling zerfrisst die Blätter von Weißkohl, Spitzkohl, Blumenkohl, Kohlrabi und diversen anderen Kohlsorten, die eigentlich auf unserem Teller landen sollten. Trotz der Ästhetik des weißen Schmetterlings wünschen sich Gemüsegärtner daher ein sicheres Mittel gegen die nimmersatten Raupen. Wir haben für Sie alle wichtigen Informationen zum Kohlweißling zusammengetragen, sodass einer effektiven Vorbeugung und Bekämpfung nichts mehr im Wege steht.

Kohlweißling

Nach einem knappen Steckbrief des Kohlweißlings finden Sie in diesem Artikel Hinweise zur Entwicklung und Giftigkeit des weißen Schmetterlings. Anschließend gehen wir im Detail auf effektive vorbeugende Maßnahmen und Möglichkeiten einer Bekämpfung mit Hausmitteln, chemischen und biologischen Mitteln ein.

Kohlweißling erkennen: Steckbrief

In nachfolgender Tabelle finden Sie die verschiedenen Entwicklungsstufen, Vorkommen und Schadbild des Kohlweißlings.

 
TaxonomieFamilie Piridae, Gattung Pieris
VorkommenNordafrika bis Nordeuropa, bei uns vom norddeutschen Tiefland bis in die Alpen
FutterpflanzenVerschiedene Kreuzblütler (Brassicaceae), zu denen auch unsere Kultur-Kohlsorten zählen, selten andere Pflanzen
SchmetterlingeWeiß bis gelblich gefärbt, Flügelspannweite von maximal 6,5 cm, auf der Spitze der Vorderflügel mit schwarzem Fleck; tagaktiv, bestäuben diverse Wild- und Gartenpflanzen
EierLeuchtend gelb, an der Blattunterseite der Futterpflanzen
RaupenGrün-gelb, mit Mustern aus schwarzen Flecken und Sprenkeln; Körper ist kurz behaart, höchstens 4 cm lang
SchadbildBeginnen mit einem Lochfraß, bei starkem Befall kommt es zur Skelettierung ganzer Blätter; teils Fraß in Kohlköpfen
PuppeDie sogenannten Gürtelpuppen hängen frei an Stämmen oder Mauern

Kohlweißling: Giftige Raupe?

Die Raupen des Kohlweißlings nehmen bei Fressen von Kohlgewächsen verschiedene Stoffe auf, die für Menschen in größeren Mengen schlecht verträglich sind, etwa Senfölglycoside. Werden diese im Zuge der Stoffwechselprozesse der Raupe gespalten, entstehen giftige Stoffe wie die Isothiocyanate. Diese reizen Schleimhäute und haben negative Auswirkungen auf die Produktion der Schilddrüsenhormone. Die Raupen der Kohlweißlinge enthalten diese Isothiocyanate, wodurch sie für viele Fressfeinde ungenießbar werden. Selbst sind sie gegen deren Wirkung immun. Für Menschen ist der Stoff nur in sehr viel höheren Konzentrationen giftig, sodass das Anfassen und sogar das Verspeisen der Raupen in kleinen Mengen ebenso unbedenklich wäre wie das Essen von Kohl – denn auch bei dessen Verzehr entstehen in unserem Körper verschiedene, leicht giftige Abbauprodukte.

Tipp Großer und Kleiner Kohlweißling: Der Große Kohlweißling (Pieris brassicae) und der Kleine Kohlweißling (Pieris rapae) ähneln sich optisch stark, zeigen jedoch Unterschiede in ihrer Verbreitung, dem Nahrungsspektrum und dem Fraßverhalten. So wird die Raupe von Pieris rapae auch als „Herzwurm“ bezeichnet, denn sie frisst sich gern in das Innere von Kohlköpfen. Neben Kreuzblütlern werden von dem Kleinen Kohlweißling unter anderem auch Lauch, Kaperstrauch, Schleifenblume und Rauke befallen. Durch das breitere Nahrungsspektrum ist der Kleine Kohlweißling etwas weiter verbreitet als der Große Kohlweißling, dessen Ernährung stärker ausschließlich auf Kohlgewächsen beruht. Da Schadwirkung und Bekämpfung jedoch weitgehend gleich sind, wird im Folgenden nicht zwischen den Arten unterschieden.

Großer Kohlweißling
Der Große Kohlweißling zeichnet sich durch einen zweiten Fleck auf den Vorderflügeln aus [Foto: Pictures_for_You/ Shutterstock.com]

Kohlweißling: Entwicklung

In Deutschland kommen pro Jahr zwei bis vier Generationen vor, die ersten Falter fliegen zwischen April und Juni, die letzten spätestens im Oktober. Nach der Eiablage dauert es etwa 14 Tage bis zum Schlupf der Raupen, die sich dann über das Laub der Futterpflanze hermachen. Der Hauptschaden tritt in der Regel in Juni und Juli auf. Nach drei bis vier Wochen des Fressens erfolgt die Verpuppung. Die letzte Generation überwintert in dieser Form.

Kohlweißling vorbeugen

Um Ihre Pflanzen zu schützen, müssen Sie nicht bis zu einem Befall warten: Einige vorbeugende Maßnahmen helfen, den Kohlweißling fernzuhalten.

  1. Pflanzen Sie Mischkulturen, statt große Flächen mit potentiellen Futterpflanzen anzubauen.
  2. Achten Sie auf die Einhaltung einer richtigen Fruchtfolge.
  3. Stark duftende Pflanzen zwischen den Kohlpflanzen sollen den Kohlweißling vom Kohlduft ablenken: Thymian, Beifuss, Anis, Rainfarn, Salbei, Pfefferminze, Tomaten und Auszüge aus diesen Pflanzen sollen hier helfen.
  4. Die Schaffung von Nützlingshabitaten verringert den Befallsdruck: Viele Singvögel vertilgen die Schmetterlinge des Kohlweißlings und heimische Schlupfwespenarten parasitieren die Raupen und Eier.
  5. Halten Sie nach Eiern unter den Blättern der Futterpflanzen Ausschau, sobald Sie die weißen Schmetterlinge in Ihrem Garten entdecken. So kann ein starker Befall durch frühzeitiges Handeln verhindert werden.
  6. Bei geringem Befall oder kleinen Flächen können Eier und Raupen abgesammelt werden.
  7. Die Kulturen können rechtzeitig – also vor dem Falterflug – mit Netzen abgedeckt werden. Die Maschenweite sollte maximal zwei Millimeter betragen und die Netze dürfen keine Löcher aufweisen.

Tipp: Falls die Abdeckung mit Netzen erst nach dem Falterflug stattgefunden hat, müssen die Kulturen regelmäßig kontrolliert und abgesammelt oder behandelt werden.

Kohlweißling Eier auf einem Blatt
Die Eier des Kohlweißlings sind leicht zu erkennen, wenn man gezielt nach ihnen sucht [Foto: Catherine Eckert/ Shutterstock.com]

Kohlweißling bekämpfen

Den Kohlweißling können Sie mit Hausmitteln, chemischen oder biologischen Pflanzenschutzmitteln bekämpfen.

Kohlweißling biologisch bekämpfen

Eine biologische Bekämpfung der Kohlweißlinge ist einerseits mit gezielt angesiedelten Nützlingen möglich, anderseits mit Mitteln auf Basis des Bakteriums Bacillus thuringiensis. Grundsätzlich gilt: Je früher Sie die Bekämpfung beginnen, umso geringer wird der Schaden an Ihren Pflanzen ausfallen. Die Raupen des Kleinen Kohlweißlings fressen sich auch in Kohlköpfe hinein und sind ab diesem Zeitpunkt gar nicht mehr durch Pflanzenschutzmaßnahmen erreichbar.

Ein einsetzbarer Nützling ist die Kohlweißlings-Schlupfwespe Cotesia glomerata. Sieparasitiert die frei fressenden Larven des Großen Kohlweißlings und tötet sie ab. Dabei ist sie recht spezialisiert, die Art Pieris brassicae wird allen anderen Schmetterlingen und auch dem Kleinen Kohlweißling vorgezogen. Letzterer besitzt einen eigenen Hauptparasit: die Schlupfwespe Cotesia rubecula. Beide Arten werden im professionellen Bereich zur Bekämpfung von Kohlweißlingen eingesetzt, sind für Privatanwender aber kaum zu beschaffen. Da sie jedoch bei uns heimisch sind und vom Geruch der Kohlpflanzen angezogen werden, empfiehlt sich auch hier die nützlingsfördernde Gestaltung Ihres Gartens als mächtige Waffe gegen den Kohlweißling.

Ein weiterer verwendbarer Nützling parasitiert nicht die Larven, sondern die Eier beider Kohlweißlings-Arten: nämlich die Schlupfwespen der Gattung Trichogramma. Erhältlich sind Sets mit Eiern verschiedener Arten, die dann gegen mehrere Schadschmetterlinge vorgehen. Trichogramma-Arten legen ihre eigenen Eier in den Eiern der Schmetterlinge ab und die daraus schlüpfenden Larven ernähren sich dann von dessen Inhalt.

Tipp: Leider ist der Einsatz von Schlupfwespen im Freiland oft nicht effizient. Die kleinen Brackwespen wandern ab, werden von starken Winden abgetrieben oder von anderen Insekten und Vögeln gefressen. Die Verwendung im Gewächshaus ist dagegen sehr viel wirksamer.

Als biologisches Mittel im Freiland haben sich Insektizide auf Basis von Bacillus thuringiensis bewährt. Dauerformen des Bakteriums sind als wasserlösliches Pulver lange haltbar und können mit etwas Flüssigkeit zu einer Spritzbrühe verrührt werden. Diese wird einfach auf die Futterpflanzen des Kohlweißlings aufgesprüht. Nach Regenfällen und starkem Pflanzenzuwachs sollte der Spritzbelag erneuert werden. Die Wirkung dieser Mittel ist äußerst nützlingsschonend: Die Bakteriensporen müssen über Fraß aufgenommen werden und entfalten ihr toxisches Potential nur in Anwesenheit gewisser Enzyme, die im Darm der Zielorganismen vorkommen – und in keinem anderen Insektendarm. Unser Plantura Zünslerfrei XenTari® enthält genau den Stamm von Bacillus thuriengiensis, der den Kohlweißling bekämpft. Die Anwendung ist dabei sehr einfach.

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Unser Plantura Zünslerfrei XenTari® kann Kohlweißlinge effektiv bekämpfen

Anwendung unseres Plantura Zünslerfrei XenTaris® gegen den Kohlweißling:

  • Wenn Sie Raupen oder Fraßschäden beobachten, sollten Sie alle Wirtspflanzen mit dem angerührten Plantura Zünslerfrei XenTari® benetzen – hierbei auch die Innenbereiche und Blattunterseiten nicht auslassen
  • Wenden Sie das Mittel bei Außentemperaturen von mindestens 15 °C an
  • Mit einem Portionsbeutel von XenTari® können Sie bei einer Pflanzenhöhe von 50 cm etwa 33 m2 behandeln
  • Die Ausbringung erfolgt idealerweise mit einer Sprühflasche und bei Windstille
  • Unser Plantura Zünslerfrei XenTari® ist für Menschen ungefährlich; beachten Sie bitte dennoch die im Beipackzettel vermerkten Hinweise zur sicheren Anwendung

Kohlweißling chemisch bekämpfen

Es sind diverse chemische Mittel zur Bekämpfung der Kohlweißlinge im Hausgarten zugelassen. Mittel wie COMPO Buchsbaumzünsler K.O. oder Bayer Schädlingsfrei Lizetan AZ verwenden den Wirkstoff Azadirachtin, der aus dem Neem-Baum isoliert werden kann und schädlich für diverse Insekten ist – von denen die meisten uns als Nützlinge dienen. In COMPO Triathlon Universal Insekten-frei AF sind Pyrethrine enthalten, die ebenso Nützlinge schädigen. Das ebenfalls im Hausgarten zugelassene Mittel Axiendo Garten Schädlings-frei enthält gar Cyhalotrin, welches hochgradig bienengefährlich ist. Wir gehen davon aus, dass kein verantwortungsvoller Gartenbesitzer eines dieser Gifte in seinem Garten verteilen möchte, sodass wir auf deren Anwendung nicht weiter eingehen.

Kohlweißling mit Hausmitteln bekämpfen

Leider sind bei einem ernstzunehmenden Befall keine Hausmittel geeignet, Ihre Kohlernte zu retten. Aus diesem Grund ist die vorbeugende Anwendung der oben genannten Tipps zu einem ausreichend frühen Zeitpunkt besonders wichtig. Weil Falter und Raupen während der gesamten Vegetationsperiode auftreten, können Sie diese vorbeugenden Maßnahmen prinzipiell während der gesamten Kulturzeit anwenden.

Kohl eingenetzt
Das Einnetzen des Kohls ist eine effektive vorbeugende Maßnahme [Foto: Linda George/ Shutterstock.com]
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