Kohlweißling: Symptome erkennen, vorbeugen und bekämpfen

Der Kohlweißling ist nicht zu unterschätzen! Wir zeigen Ihnen wie Sie einen Befall erkennen, ihn effektiv bekämpfen und für die Zukunft vorbeugen können.

Raupe großer Kohlweißling

Diese kleine Raupe kann erheblichen Schaden an Ihrem Kohl anrichten [Foto: S. Rae]

Symptome und Schadbild

Eigentlich sind Kohlgewächse wegen ihrer Senföle wenig attraktiv für Schädlinge, denn in vielen Fällen sind sie für Insekten giftig. Trotzdem kann es passieren, dass Ihre Kohlpflanzen plötzlich stark angefressene Blätter aufweisen. Oft bleiben von den äußeren Blättern nur noch die dicken Blattrippen übrig und in einigen Fällen sind auch starke Fraßschäden direkt am Kohlkopf sichtbar. Werden die Blätter dann genauer unter die Lupe genommen, ist der Übeltäter oft schnell gefunden. Eine kleine grüne Raupe mit gelben Längslinien und einer kurzen aber dichten Behaarung hat sich an Ihrem Kohl zu schaffen gemacht. Besonders gerne werden Rotkohl, Wirsing und Blumenkohl befallen, aber auch vor der Kapuzinerkresse und Radieschen macht die Raupe nicht halt.

Ein kurzer Steckbrief zum Kohlweißling

Verantwortlich für den Fraß ist in der Regel der Kleine Kohlweißling (Pieris rapae), seltener der Große Kohlweißling (Pieris brassicae). Der Große oder Kleine Kohlweißling ist ab März anzutreffen und hat eine Farbe von gelblich bis weiß und kann eine Spannweite von 5 cm erreichen. Die Weißlinge können über die gesamte Gartensaison ca. 2 mm große Eier auf die Blattunterseiten von Kohlpflanzen ablegen. Eine Unterscheidung der beiden tagaktiven Schmetterlinge ist für die Bekämpfung aber nicht von Bedeutung, da sich die Schädlinge relativ gleich verhalten.

Vorbeugende Maßnahmen

Ein Befall mit Kohlweißlingen kann komplett umgangen werden, wenn direkt zum Kulturstart ein engmaschiges Gemüseschutznetz über den Pflanzen angebracht wird. Dabei ist es wichtig, dass die Maschen maximal 2 mm groß sind und natürlich dürfen auch keine kaputten Stellen am Netz vorhanden sein. Durch diese Maßnahme wird der Kohlweißling keine Eier auf Ihre Kohlpflanzen ablegen können. Weil der Schädling die ganze Gartensaison aktiv ist, muss das Netz bis zu der Ernte auf den zu schützenden Pflanzen verleiben. Bei einigen wenigen Kohlpflanzen kann auch ein absammeln der Raupen helfen. Dabei muss aber bedacht werden, dass sich noch Eier an den Blattunterseiten befinden können. Das Absammeln muss also gegebenenfalls wiederholt werden, damit die Maßnahme effektiv ist. Wie bei der Kohlfliege kann auch eine abwechslungsreiche Fruchtfolge helfen, den Zuflug der Kohlweißlinge klein zu halten.

So bekämpfen Sie den Kohlweißling effektiv

Da sich die Raupen des Kohlweißlings normalerweise nicht verstecken, ist eine Bekämpfung relativ einfach durchführbar. Ein längerer Befall durch die kleine Kohlweißfliege kann problematisch werden, da diese sich auch in den Kohlkopf fressen. Hier ist also schnelles Handeln gefragt, sobald die ersten Symptome oder Raupen gesichtet wurden. Glücklicherweise steht gleich eine ganze Palette an biologischen Mittel zur Verfügung, um den Raupenbefall effektiv zu bekämpfen. So kann das Mittel Spruizit AF Schädlingsfrei von Neudorff nicht nur die Raupen, sondern auch die Eier bekämpfen. Der Wirkstoff dieses Präparats wird aus Chrysanthemenblüten gewonnen. Weitere effektive und natürliche Mittel sind Neem Plus Schädlingsfrei und Raupenfrei Xentari. Die beiden Mittel zeichnen sich dadurch aus, dass sie sehr nützlingsschonend sind.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

Ein besonderer Dank geht an die Photographen: Dean Morley, S. Rae, Gabriela Fab, Gilles San Martin und Scot Nelson.

Dominic

Student der Gartenbauwissenschaften und seitdem ich denken kann gehört der eigene Gemüsegarten zum Sommer einfach dazu. Meine ersten Wassermelonen habe ich mit 7 Jahren geerntet. Besonders interessant finde ich die Interaktion von Pflanzen mit anderen Lebewesen und der Umwelt.
Mein Lieblingsobst: Definitiv Avocado!
Mein Lieblingsgemüse: Alles, nur Rosenkohl ist nicht mein Ding.