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Kräuselkrankheit: Symptome am Pfirsich erkennen und zuverlässige Spritzmittel

Die Kräuselkrankheit befällt häufig den Pfirsichbaum. Wir zeigen wie Sie die Symptome erkennen und welche Spritzmittel gegen den Pilz effektiv wirken.

Kräuselkrankheit leichte Symptome Pfirsichbaum

Die nach unten eingerollten Blätter sind erste Anzeichen für die Kräuselkrankheit [Foto: Maja DumatCC BY 2.0]

Schadbild & Symptome

Die Kräuselkrankheit, welche vor allem den Pfirsichbaum (Prunus persica) befällt, ist durch ihr Schadbild relativ leicht zu identifizieren. Erste Symptome können sich bereits in den ersten Frühjahrsmonaten zeigen, da der Pfirsich nur eine kurze Winterruhe benötigt und früh austreibt. Sind an den neu gebildeten Blättern blasig verdickte Deformationen mit Verfärbungen von weißlich-grün bis rot zu sehen, dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um die Kräuselkrankheit. Neben den eben genannten Symptomen gibt es aber noch weitere Auffälligkeiten, die durch die Kräuselkrankheit verursacht werden. Wie der Name der Krankheit schon sagt, können sich die Blätter „einkräuseln“ bzw. nach unten einrollen. Zusätzlich kann sich auf den Blättern ein unschöner samtiger Belag bilden und im weiteren Krankheitsverlauf werden die Blätter schwarz und vertrocknen, bis sie letztendlich abfallen. Seltener werden auch Blüten, Früchte und junge Asttriebe von der Krankheit erfasst. Die Früchte können dabei eine korkähnliche Oberfläche mit Rissen aufweisen und frühzeitig abfallen.

Erreger der Kräuselkrankheit

Die Kräuselkrankheit (Taphrina deformans) ist ein Schlauchpilz und teilt sich diese Einordnung mit anderen Pilzen wie Hefe- und Schimmelpilzen, aber auch die schmackhaften Trüffel gehören zu dieser Ordnung.

Der Pilz befällt neben dem Pfirsich in seltenen Fällen auch andere verwandte Baumarten wie beispielsweise den Mandelbaum. Verbreitet wird die Krankheit durch Pilzsporen, welche lange Strecken durch den Wind zurücklegen können. Neben der Verbreitung durch den Wind können auch Regentropfen zur Verteilung der Sporen beitragen. Die Energie beim „Aufprall“ eines Regentropfens reicht bereits aus, um die winzig kleinen Sporen vom Boden hochzuschleudern. Haben die Sporen einen geeigneten Wirt gefunden, können sie in den Knospen oder in der Rinde überwintern. Sobald die Temperaturen im Frühjahr die Marke von 8 °C überschreiten und die Blätter durch Regen nass sind, kann die Pilzspore keimen und die neu ausgetriebenen Blätter befallen. Anschließend vermehrt sich der Pilz auf den befallenen Blättern und die oben genannten Symptome entstehen mehr oder weniger ausgeprägt, je nachdem wie stark der Befall ist. Sind die befallenen Blätter des Pfirsichbaums abgestorben und abgefallen, ist mit einem erneuten Befall im selben Jahr nicht zu rechnen. Der Pilz überdauert allerdings auf dem Baum oder im Boden und wird bei kühler und feuchter Witterung zu einer neuen Infektion im nächsten Jahr führen.

Typisch für die Kräuselkrankheit ist eine tumorartige, rötliche Bläschenbildung an den frisch ausgetriebenen Blättern [Foto: Somogyi Laszlo/ Shutterstock.com]

Vorbeugende Maßnahmen

Ist einer Ihrer Pfirsichbäume offensichtlich durch die Kräuselkrankheit befallen, heißt es zunächst erstmal Ruhe bewahren. Die Krankheit führt in der Regel nicht zu einem Totalverlust der Ernte und der Pfirsichbaum kann nach dem Abwurf der befallenen Blätter neue gesunde Blätter bilden und sich erholen. Auch wenn die deformierten blasigen Blätter an ihrem Baum kein Augenschmuck sind, belassen Sie die befallenen Blätter am Baum, bis sie selbst abfallen

Erstens überdauert der Pilz in winzigen Ritzen in der Rinde oder in den Knospen, dadurch ist es unmöglich alle befallenen Teile an ihrem Baum zu entfernen. Zweitens werden durch die Schnittarbeiten Wunden erzeugt und durch diese Eintrittspforten können neue Krankheiten Ihren bereits geschwächten Baum befallen. Haben sich die befallenen Blätter von selbst gelöst, dann gehören sie nicht auf den Kompost, sondern in den Restmüll. Die Pilzsporen der Kräuselkrankheit können lange im Kompost überdauern und von dort erneut Pflanzen befallen.

Wenn Sie sich Gedanken über die Anschaffung eines neuen Pfirsichbaums machen, dann tut man gut daran, sich mit den unterschiedlichen Sorten auseinanderzusetzen. Generell sind weißfleischige Pfirsiche nicht so empfindlich gegenüber der Kräuselkrankheit. Zu den toleranten Sorten gehören auch `Fidela`, Amsden, `Roter Ellerstädter` oder der `Weinbergpfirsich`. Eine vollständig resistente Sorte ist aber noch nicht bekannt. Einige Händler bieten die Sorte `Revita` an und bewerben diese als resistent gegenüber Taphrina deformans. Die Resistenz ist aber nicht nachgewiesen, weshalb man bei solchen Werbeversprechen eher skeptisch bleiben sollte.

Neben all den guten Ratschlägen hilft es bereits, wenn Ihr Pfirsichbaum einen sonnigen und luftigen Standort mit guter Nährstoffversorgung hat.

Im fortgeschrittenen Stadium färben sich die Blätter schwarz und vertrocknen schließlich [Foto: mykhailo pavlenko/ Shutterstock.com]

So bekämpfen Sie die Kräuselkrankheit

Eine wirksame Bekämpfung der Kräuselkrankheit ist leider nicht ganz einfach. Sollten bereits Symptome des Schaderregers sichtbar sein, dann ist es für Pflanzenschutzmaßnahmen bereits zu spät. Ein wirksamer Pflanzenschutz ist dann erst wieder im nächsten Frühjahr vor dem Anschwellen der Knospen möglich. Das Anschwellen lässt sich besser verfolgen, wenn einige Knospen mit Farbspray übersprüht werden. Wird die Farbschicht rissig, dann beginnt das Wachstum der Knospe und zu diesem Zeitpunkt muss dann der Pflanzenschutz erfolgen. Zurzeit gibt es bedauerlicherweise keine biologischen Mittel mit nachgewiesener Wirkung gegen die Kräuselkrankheit. Eine pflanzenstärkende Spritzung mit Schachtelhalmtee oder eine Unterpflanzung mit Kapuzinerkresse, Knoblauch und Meerrettich kann auf jeden Fall nicht schaden und wird teilweise empfohlen. Hier sollten eigene Erfahrungen in Bezug auf den biologischen Pflanzenschutz gesammelt werden.

Folgende Produkte haben sich in unserem Garten bewährt:

Es ist zu beachten, dass bei anhaltender feuchter Witterung im Frühjahr mehrere Spritzungen notwendig sind. Letztendlich bleibt es aber natürlich jedem selbst überlassen, ob ein biologisches oder chemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von der Kräuselkrankheit verwendet werden soll.

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