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Minierfliegen: Schadbild erkennen & erfolgreich bekämpfen

Besonders Zierpflanzen sind von den lästigen Schädlingen betroffen. Wir zeigen, wie man die Minierfliege erkennt, ihr vorbeugt und sie richtig bekämpft.

Schadbilder der Minierfliege auf einer Pflanze
Das Schadbild der Minierfliege ist schwer zu übersehen [Foto: Gerry Bishop/ Shutterstock.com]

Die Schäden der Minierfliegen zeigen sich an den Blättern der unterschiedlichsten Pflanzen und stellen für viele Gärtner auch ein optisches Problem dar. Hier erfahren Sie alles zu den Minierfliegen, die diese Schäden verursachen, und dazu, was Sie gegen sie unternehmen können.

Minierfliegen

Minierfliegen (Agromyzidae) gehören zu der Unterordnung der Fliegen (Brachycera) und stellen sehr kleine Fliegen dar. Die Larven der Minierfliegen haben eine besondere Art, sich durch die befallenen Blätter zu fressen, denn sie minieren durch die Blätter. Daher stammt auch der Name der Minierfliegen. Was man unter dem Minieren versteht, erfahren Sie im Folgenden.

Minierfliegen: Steckbrief

Die Minierfliegen sind sehr kleine, dunkel gefärbte Fliegen mit einer Körpergröße von zwei bis drei Millimetern. Die Weibchen besitzen für die Eiablage einen sägeförmigen Legebohrer, der auch Ovipositor genannt wird. Mit diesem Legebohrer legen die Weibchen ihre Eier in das Pflanzengewebe hinein – daraus schlüpfen dann die weißlich-gelben Larven. Die Larven sind sogenannte Blattminierer, die in den Blättern fressen, ohne dabei die äußerste Blatthaut zu verletzen – sie fressen sozusagen Minen in das Blattgewebe. Je nach Art unterscheiden sich diese Fraßbilder und es können Spiral-, Gang-, Platz- oder Blasenminen entstehen.

Wenn die Entwicklung der Larven nach drei Larvenstadien in den Blättern abgeschlossen ist, dann fressen sie sich ein Austrittsloch aus dem Blatt und verlassen dieses dadurch. Anschließend verpuppen sie sich im Boden oder an den Pflanzen und vollenden ihre Entwicklung. Die Entwicklung einer neuen Generation dauert bei einer Temperatur von 20 °C ungefähr 25 Tage.

Die erwachsenen Minierfliegen stechen Blätter an und saugen den Pflanzensaft zu ihrer Ernährung heraus. Diese Einstichstellen und die Einstichstellen der Legebohrer sind dann Eintrittspforten für Bakterien und Pilze, wie zum Beispiel Fusarien, und können somit noch weiteren Schaden an den Pflanzen verursachen.

Schadbild
Die Minierfliegen verursachen direkten Schaden über das Anstechen der Blätter und über die Minen, welche die Larven in das Blattgewebe fressen [Foto: Thiti Sukapan/ Shutterstock.com]

Häufige Minierfliegen-Arten

Allein in Deutschland gibt es bereits 550 verschiedene Minierfliegenarten, weltweit sind es ungefähr 3.000 Arten. Einige der bekanntesten und am häufigsten auftretenden Minierfliegen stellen wir Ihnen im Folgenden nun vor.

Tomatenminierfliege (Liriomyza bryoniae)

Die Tomatenminierfliege schädigt nicht nur Tomaten (Solanum lycopersicum), sondern auch viele andere Kulturpflanzen, jedoch verursacht diese Minierfliege die meisten Schäden an Tomaten, Salaten (Lactuca sativa) und Gurken (Cucumis sativus). Diese Minierfliege kann man in Nordafrika, Nordasien und Europa finden. Die erwachsenen Minierfliegen sind schwarz-gelb gefärbt, die Larven sind weißlich bis transparent und wenn die Larven älter werden, bekommen sie einen gelben Kopf. Diese Minierfliege findet man sowohl im Freiland als auch im Glashaus.

Floridaminierfliege (liriomyza trifolii)

Diese Minierfliege ist, wie es ihr Name schon sagt, nicht heimisch in Europa, sondern wurde in den 1970er Jahren aus Nordamerika eingeschleppt. Die Floridaminierfliege befällt viele verschiedene Zier- und Gemüsepflanzen. Die erwachsenen Minierfliegen sind gelb-schwarz gefärbt und die Larven haben eine ockergelbe Farbe.

Südamerikanische Minierfliege (Liriomyza huidobrensis)

Auch die Südamerikanische Minierfliege ist ein eingeschleppter Schädling, der ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika kommt. Diese Minierfliege wird zudem noch Blattadernminierfliege genannt und wurde im Jahr 1987 nach Europa eingeschleppt – sie schädigt fast alle Gemüsekulturen. Durch Pflanzenmaterial wurde diese Minierfliege weltweit verbreitet und ist besonders für Blattgemüse schädlich. Die Larven der Südamerikanischen Minierfliege sind schmutzig weiß und transparent.

Kleine Minierfliege
Die erwachsene Südamerikanische Minierfliege ist schwarz-gelb gefärbt [Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Erbsenminierfliege (Phytomyza atricornis)

Die erwachsenen Erbsenminierfliegen sind schwarz gefärbt und legen ihre Eier am liebsten in Erbsen (Pisum sativum) und Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris) ab. Die Larven fressen auffällige Blattminen in die Blätter, jedoch ist der Schaden der Erbsenminierfliege von geringer Bedeutung. Eine Bekämpfung der Erbsenminierfliege ist daher meistens nicht nötig.

Porreeminierfliege (Phytomyza gymnostoma)

Diese Minierfliege macht sich besonders über Zwiebeln (Allium cepa) und Porree (Allium porrum) her. Besonders gerne wird der Winterlauch von der Minierfliege befallen und die Larven fressen sich abwärts in Richtung der Basis des Lauchs. Die Minen können auch aufplatzen und die Basis des Lauches kann durch den Larvenfraß verletzt werden. Dadurch kann es außerdem noch zur Fäulnis kommen

Zwiebelminierfliege (Liriomyza nietzkei)

Zwiebeln werden von der Zwiebelminierfliege stärker als Porree geschädigt. Auch hier fressen die Larven Minen in das Pflanzengewebe. Durch diese Fraßtätigkeit krümmt sich das Laub und beginnt zu welken. Die Weibchen der Zwiebelminierfliege verursachen punktförmige Verletzungen an den jungen Zwiebelpflanzen.

Minierfliegen erkennen: Symptome und Schadbild

Minierfliegen befallen oft Zierpflanzenkulturen wie Chrysanthemen (Chrysanthemum) oder Gerbera (Gerbera). Die Minierfliegen verursachen direkten Schaden über das Anstechen der Blätter durch die Weibchen und über die Minen, welche die Larven in das Blattgewebe fressen. Diese Gänge und Blätter trocknen aus, die Blätter fallen oft vorzeitig ab. Durch den Blattverlust verringert sich natürlich auch der Ertrag bei den Gemüsekulturen, da die Assimilationsfläche geringer wird.

Gerberablumen
Minierfliegen befallen oft Zierpflanzen wie Gerbera [Foto: viktor95/ Shutterstock.com]

Ein sekundärer Schaden entsteht dann, wenn noch Pilze und Bakterien durch diese Verletzungen in die Blätter und somit in die Pflanze eindringen. Außerdem können manche Minierfliegen auch Viren wie den Tabakmosaikvirus oder die Englische Kräuselkrankheit der Mairübe übertragen und damit die Pflanzen schädigen.

Minierfliegen vorbeugen

Einem Befall mit Minierfliegen kann man mit Kulturschutznetzen vorbeugen, denn durch diese werden die kleinen Schädlinge davon abgehalten, ihre Eier in die Blätter abzulegen. Dafür sind engmaschige Kulturschutznetze nötig, durch welche die kleinen erwachsenen Fliegen nicht hindurchkommen, um ihre Eier abzulegen.

Mit dem Einsatz von Gelbtafeln kann man bereits frühzeitig einen Befall erkennen. Hier erfahren Sie noch mehr zum Einsatz von Gelbtafeln und dazu, wie man sie richtig verwendet.

Minierfliegen bekämpfen

Ist es zu einem Befall mit Minierfliegen gekommen, ist es an der Zeit, an die Bekämpfung der kleinen Fliegen und ihrer gefräßigen Raupen zu denken. Nachfolgend erfahren Sie, welche Möglichkeiten Ihnen zur Bekämpfung der Minierfliegen offenstehen.

Minierfliegen chemisch bekämpfen

Die chemische Bekämpfung der Minierfliegen kann mit Insektiziden erfolgen, die den Wirkstoff Spinosad enthalten. Dieser Wirkstoff ist im ökologischen Landbau als Pflanzenschutzmittel zugelassen, doch leider ist dieser gefährlich für Bienen und darf daher nicht auf blühenden Kulturen ausgebracht werden.

Sie können Insektizide mit Spinosad entweder spritzen oder sprühen. Dieses Mittel ist nicht nur für die Bekämpfung der Minierfliegen geeignet, sondern man kann es auch gegen Thripse (Thysanoptera), Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata) oder die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) verwenden.

Minierfliegen biologisch bekämpfen

Eine effektive biologische Bekämpfungsmethode für Minierfliegen ist der Einsatz von Nützlingen wie beispielsweise Schlupfwespen (Dacnusa sibirica oder Diglyphus isaea). Die Schlupfwespe Dacnusa sibirica parasitiert die ersten Larvenstadien der Minierfliege, indem sie mit ihrem Legebohrer ein Ei in die Larven ablegt. Aus diesem Ei schlüpfen dann die Larven der Schlupfwespen, die sich von der Minierfliege ernähren, welche daraufhin abstirbt. Die Schlupfwespe Diglyphus isea hingegen lähmt die Minierfliegenlarve und legt dann ein Ei neben der Minierfliege ab. Nach dem Schlupf der Wespe ernährt sich diese Larve von der betäubten Minierfliegenlarve. Im Anschluss an die Verpuppung schlüpfen erneut nützliche Schlupfwespen aus, die sich auf die Suche nach neuen Minierfliegen machen.

Schlupfwespe in Nahaufnahme
Man kann zur Bekämpfung Nützlinge wie die Schlupfwespen einsetzen [Foto: Aynia Brennan/ Shutterstock.com]

Bei einem geringen Befall oder zu Beginn des Befalls mit Minierfliegen ist die einfachste Methode zur Bekämpfung das Entfernen der befallenen Blätter, denn in diesen befinden sich auch die schädlichen Larven der Minierfliegen. Geben Sie diese Blätter aber bloß nicht auf den Kompost, sondern legen Sie die befallenen abgezupften Blätter vielmehr in einen Plastikbeutel und entsorgen Sie diesen über den Hausmüll.

Minierfliegen mit Hausmitteln bekämpfen

Ein effektives Mittel zur Abschreckung der Minierfliegen ist der Einsatz von Brennnesseljauche, denn deren Geruch schreckt die Minierfliege ab. Zusätzlich stärkt die Jauche auch noch Ihre Pflanzen. Für eine Brennnesseljauche benötigen Sie nur Wasser und Brennnesseln (Urtica), die Sie vergären müssen, um ein wirkungsvolles Pflanzenschutz- und Pflanzenstärkungsmittel zu erhalten. Hier erfahren Sie, wie man eine Brennnesseljauche herstellt und sie richtig anwendet.

Brennesseln für Jauche
Brennnesseljauche schreckt Minierfliegen ab [Foto: waldenstroem/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung Minierfliegen bekämpfen:

  • Bei der chemischen Bekämpfung wird der Wirkstoff Spinosad eingesetzt, der allerdings eine Gefahr für Bienen darstellt, weswegen wir eine alternative Bekämpfung empfehlen
  • Die biologische Bekämpfung erfolgt am effektivsten über Nützlinge wie Schlupfwespen; bei geringerem Befall können auch einfach die betroffenen Blätter entfernt werden, welche anschließend über den Hausmüll entsorgt werden
  • Als Hausmittel ist eine Brennnesseljauche hervorragend geeignet, da diese zusätzlich die betroffene Pflanze stärkt

Weitere Hausmittel zur Bekämpfung von Schädlingen in Ihrem Garten finden sie auch hier in unserem Spezial-Artikel.

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