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Nützlinge gegen Blattläuse: Tipps zur natürlichen Bekämpfung

Blattläuse können unsere Pflanzen so stark schwächen, dass sie eingehen. Wir verraten, welche Nützlinge gegen Läuse im Garten helfen und wie man Schlupfwespen, Florfliegen und Co gezielt gegen Blattläuse einsetzt.

Blattläuse befallen Kirschzweig
Nicht nur an Kirschbäumen können Blattläuse einen enormen Schaden verursachen [Foto: Somogyi Laszlo/ Shutterstock.com]

Blattläuse (Aphidoidea) sind ein häufiger, aber zumeist ungebetener Gast in unseren Gärten, Gewächshäusern oder auch auf der Fensterbank. Die Pflanzensaftsauger sind nur wenige Millimeter groß und je nach Art grün bis schwarz gefärbt. Während sie sich vom Phloemsaft der Pflanze ernähren, scheiden sie sogenannten Honigtau aus, den man als klebrigen, glänzenden Belag auf Blättern erkennen kann. Ein weiteres Merkmal der Blattlaus sind Blattkräuselungen und ein verminderter Wuchs der Pflanze als Folge der Saugaktivität. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Nützlinge gegen Blattläuse vor, um ökologisch gegen Blattläuse vorzugehen.

Welche Nützlinge helfen gegen Blattläuse?

Die Schlupfwespe und der Marienkäfer sind sicherlich die bekanntesten Vertreter von Nützlingen, die gegen Blattläuse eingesetzt werden können. Aber auch Florfliegen und Gallmücken stehen Ihnen helfend zur Seite, wenn Ihre Pflanzen von Blattläusen befallen sind. Hierbei können gerade für Pflanzen in Gewächshäusern, Winterhärten und für Zimmerpflanzen gezielt Nützlinge erworben und angesiedelt werden. Im Freiland empfiehlt sich das Anlegen von Habitaten, in denen sich Nützlinge wohlfühlen, sodass sie von selbst zuwandern. Das Ansiedeln ist im Freiland nicht ganz so einfach, da sich die Nützlinge häufig einfach in der Umgebung verteilen und nicht auf der behandelten Pflanze bleiben.

Schlupfwespen gegen Blattläuse

Einige Schlupfwespen (Ichneumonidae) parasitieren Blattläuse, was eine sehr gute Möglichkeit zur natürlichen Bekämpfung bietet. Das Weibchen legt Eier in Blattlauslarven oder ausgewachsene Blattläuse und unterdrückt auf diese Weise seinen Wirt, also den Pflanzenschädling.

Sowohl im Freiland als auch im Wohnraum lassen sich Schlupfwespen gegen Blattläuse einsetzen. Eine weibliche Schlupfwespe kann rund 500 Blattläuse in kurzer Zeit parasitieren. Hierbei legt das Weibchen mit ihrem Legestachel ein Ei in die von der Schlupfwespe zuvor betäubte Blattlaus. Die später aus dem Ei schlüpfende Larve tötet dann die Laus ab. Die wenige Millimeter große Schlupfwespe ist für Pflanzen und Menschen völlig harmlos. Diese Nützlinge gegen Blattläuse können Sie im Internet oder in Fachgeschäften in kleinen Behältern erwerben. Diese Behälter werden an die mit Blattläusen befallene Pflanze gehängt und die kleinen Helferlein verteilen sich von ganz alleine. Der Einsatz von Schlupfwespen ist ab einer Temperatur von über 15 °C möglich. Vor dem Einsatz sollte die Blattlausart bestimmt oder eine Mischung von verschiedenen Schlupfwespenarten verwendet werden. Eine bestimmte Schlupfwespenart kann nur ein paar wenige Blattlausarten parasitieren. Hierbei beraten Sie Anbieter von Schlupfwespen aber gerne. Schlupfwespen können auch gegen Weiße Fliegen, Apfelwickler und Kohlweißlinge helfen. Wer auf die Hilfe von Schlupfwespen im Freiland nicht verzichten möchte, hat die Möglichkeit, einen Wohnraum in Form von Holzstämmchen mit wenigen Millimeter großen Löchern anzubieten.

Schlupfwespe auf Ast sitzend
Die wenige Millimeter großen Insekten sind für Menschen völlig harmlos, können aber hervorragend gegen Blattläuse eingesetzt werden [Foto: Aynia Brennan/ Shutterstock.com]

Hier finden Sie die wichtigsten Blattlausarten sowie die dazu passenden Schlupfwespen:

Blattlausart:Schlupfwespenart:
Pfirsichblattlaus (Myzus persicae)Aphidius colemani
Grüne Gurkenlaus (Aphis gossypii)Aphidius colemani
Kartoffelblattlaus (Macrosiphum euphorbiae)Aphidius matricariae
Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae)Lysiphlebus testaceipes

Marienkäfer gegen Blattläuse

Der Sieben-Punkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) ist vielen als Glücksbringer bekannt – und er hilft uns auch gegen Blattläuse. Der Marienkäfer fühlt sich ausschließlich im Freiland wohl. Das ausgewachsene Tier frisst zwar ebenfalls gerne Blattläuse, aber die drei bis neun Millimeter großen blauschwarzen Marienkäferlarven sind deutlich gefräßiger. Eine einzige Larve kann innerhalb von zwei Wochen bis zu 4000 Blattläuse vertilgen. Somit ist der Einsatz von Marienkäferlarven gegen Blattläuse auch bei einem starken Befall gut geeignet. Im Internet können Sie Marienkäfereier in kleinen Behältern bestellen, welche Sie dann abends oder bei bewölktem Himmel auf der befallenen Pflanze verteilen. Aus den Eiern schlüpfen bei einer Temperatur von 15 bis 20 °C schon bald die gefräßigen Larven. Wer die Nützlinge gegen Blattläuse in seinem Garten ansiedeln möchte, kann dies durch naturbelassene Hecken und einheimische Pflanzen wie den Weißen Gänsefuß fördern.

Marienkäfer auf Pflanze mit Blattlausbefall
Der Marienkäfer ist der wohl bekannteste Nützling gegen Blattläuse [Foto: cherryyblossom/ Shutterstock.com]

Florfliegen gegen Blattläuse

Die Larven der Florfliegen (Chrysoperla carnea) werden wegen ihres behaarten Aussehens auch als „Blattlauslöwen“ bezeichnet und fressen ebenfalls gerne Blattläuse. Im Freiland und im Gewächshaus lassen sich Florfliegen gegen Blattläuse einsetzen. Mit ihren Saugzangen greifen sie die Blattläuse und saugen diese aus. Eine Florfliegenlarve kann innerhalb von zwei Wochen bis zu 800 Blattläuse vertilgen. Die Nützlinge gegen Blattläuse sind dabei sowohl im Freiland als auch in Gewächshäusern oder im Wohnraum nutzbar. Man kann Florfliegen bereits bei Temperaturen von über 10 °C anwenden. Sie können die Larven im Internet in Wellpappe gebettet erwerben und diese mit leichtem Klopfen auf der befallenen Pflanze verteilen. Die Florfliege ist der ideale Nützling, wenn Ihre Pflanze nicht nur von Blattläusen, sondern auch von Thripsen oder Spinnmilben befallen ist, da die Florfliegenlarve auch diese nur zu gern frisst.

Die Florfliege fühlt sich in Ihrem Garten besonders wohl, wenn Sie naturbelassene Hecken anbieten und das Herbstlaub über Winter liegen lassen. Gezielt anlocken lassen sich Florfliegen mit einem rot bemalten Florfliegenkasten, in welchem sie gleichzeitig Unterschlupf finden.

Flrofliegenlarve frisst Blattlaus
Hier ist eine Florfliegenlarve beim Fressen einer Blattlaus zu sehen [Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Gallmücken 

Gallmücken (Aphidoletes aphidimyza) eignen sich ausschließlich zum Einsatz gegen Blattläuse in Gewächshäusern oder Wohnräumen. Die Gallmückenlarve betäubt die Schädlinge und saugt diese aus. So kann eine Larve innerhalb einer Woche bis zu 80 Blattläuse aussaugen. Je früher die Nützlinge gegen Blattläuse eingesetzt werden, desto effektiver werden diese reduziert. Ein Einsatz ist bei Temperaturen von über 18 °C zwischen März und September möglich. Ein gelegentliches Besprühen der Pflanze mit Wasser hilft zudem bei der Ansiedlung der Gallmückenlarven. Die Larven und erwachsenen Tiere sind für Pflanzen und Menschen vollkommen harmlos. Im Internet können Gallmückenpuppen bestellt werden, aus denen dann die orangefarbenen Larven schlüpfen. Die Puppen werden auf der Erde unter der befallenen Pflanze ausgebracht.

Raubmilben gegen Blattläuse

Raubmilben eignen sich hervorragt, um gegen einen Befall von beispielsweise Spinnmilben oder Thripsen vorzugehen. Wenn Ihre Pflanzen aber von Blattläusen befallen sind, wird der Einsatz von Raubmilben keinen Erfolg zeigen. Blattläuse stehen nicht auf dem Speiseplan von Raubmilben, weshalb wir den Einsatz der bisher vorgestellten Nützlinge empfehlen.

Gallmückenlarve auf Blatt
Die hier fotografierte Larve einer Gallmücke ist nur wenige Millimeter groß [Foto: corlaffra/ Shutterstock.com]

So bekämpft man Blattläuse mit Nützlingen

Einige Nützlinge können Sie bei einem akuten Befall gezielt kaufen und ansiedeln. Wer aber eine zu starke Vermehrung von Schädlingen, wie der Blattlaus, verhindern möchte, sollte Nützlinge im Garten willkommen heißen und erhalten. Dies gelingt Ihnen mit einer Blumenwiese, die nicht nur sehr schön aussieht, sondern gleichzeitig Nahrung für Insekten bietet. Unser Plantura Nützlingsmagnet ist eine Saatgutmischung mit über 20 verschiedenen Pflanzen, die Ihnen das Anlegen einer solchen Wiese im Handumdrehen gelingen lässt.

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Vor allem im Sommer kann es in unseren Gärten sehr trocken werden, was für die dort lebenden Insekten ein Problem darstellen kann. Hierbei können Insektentränken helfen. Eine kleine Schale mit Wasser und kleine Kork- oder Holzstücke, die auf der Wasseroberfläche schwimmen, geben den Insekten die Möglichkeit zu trinken.

Der Einsatz von ausschließlich insektenschonenden Pflanzenschutzmaßnahmen ist ebenfalls wichtig. Kleine Rückzugsorte wie Holz- und Rindenanhäufungen oder stehengelassene verblühte Stauden Stängel helfen ebenfalls, Nützlinge in Ihrem Garten zu fördern. Auch ein Insektenhotel bietet sich an – es gewährt den Nützlingen Unterschlupf und die Möglichkeit, sich zu vermehren. Auf die Art sorgen Sie nicht nur dafür, dass Schädlinge in Schach gehalten werden, sondern fördern auch Insekten, die zur Bestäubung Ihrer Pflanzen beitragen.

Übrigens: Blattläuse werden nicht nur von Insekten wie Schlupfwespen, Marienkäfern, Florfliegen und Gallmücken gerne gefressen, sondern auch von Vögeln. Auch diese können als Nützlinge im Garten gezielt gefördert werden. Nistkästen in Bäumen, Hecken oder einer ruhigen Ecke in Ihrem Garten geben Vögeln wie der Blaumeise die Möglichkeit zu nisten. Die Elterntiere unterstützen Sie dabei, die Schädlinge unter Kontrolle zu halten.

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