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Rhododendronzikade: Vorbeugen & bekämpfen

Braune Knospen am Rhododendron? Dafür ist die Rhododendronzikade verantwortlich. Wie Sie diese bekämpfen und einem Befall vorbeugen, erfahren Sie hier.

Rhododendronzikade: Befall erkennen

Für jeden Rhododendronbesitzer ist der Mai wohl eines der größten Gartenhighlights. Denn dann beginnt die Blütezeit vom Rhododendron und gerade bei größeren Pflanzen ist die Blütenpracht überwältigend. Nun kann es aber trotzdem sein, dass die Blüte in diesem Jahr viel geringer ausfällt als sonst. Nur woran mag das liegen? Zunächst lohnt sich ein genauer Blick auf die Knospen. Wenn diese dunkel und abgestorben aussehen, handelt es sich nicht etwa um einen Frostschaden vom vorigen Winter. Der eigentliche Übeltäter ist nämlich meistens ein Pilz. Dieser bildet bei genauerer Betrachtung der Knospen unzählige kleine schwarze stachelartige Gebilde. Die mit den schwarzen Pilzfäden überzogenen Knospen sind zu diesem Zeitpunkt schon komplett abgestorben und jede Hilfsmaßnahme wäre vergebens. Der Pilz alleine würde allerdings weitaus weniger Schaden anrichten, wenn da nicht noch ein kleiner Helfer im Spiel wäre.

Rhododendronzikade
Die Zikade ist wunderschön gefärbt, hilft aber dem Pilz in den Rhododendron einzudringen [Foto: Donald HobernCC BY 2.0]

Rhododendronzikade als Überträger des Schadpilzes

Der kleine Schädling, die Rhododendronzikade (Graphocephala fennahi), ist ein knapp 1 cm großes Insekt, das einem kleinen Grashüpfer ähnelt. Ab Mai können bei genauerer Betrachtung bereits die kleinen flach gelbgrünen Larven der Zikade auf der Blattunterseite von Rhododendren beobachtet werden. Zu diesem Zeitpunkt sind die Larven auf dem Rhododendron als alleinige Nahrungsquelle angewiesen, da sie sich vom Pflanzensaft der jungen, eichen Triebe ernähren. Erst ab Juli sind die erwachsenen grünroten Zikaden zu sehen. Bei Berührung der Rhododendronblätter springen die Zikaden wild umher und verstecken sich dann meistens eine Weile auf der Blattunterseite. Als erwachsene Tiere sind die Rhododendronzikaden übrigens nicht mehr nur auf den Rhododendron als Nahrungsquelle angewiesen. Ganz nebenbei sind die Pflanzensauger keine direkte Bedrohung für Ihren Rhododendron oder andere Pflanzen, der Schaden ist vernachlässigbar. Das viel größere Problem verursachen die Zikaden ab August und Oktober bei der Eiablage. Dabei werden nämlich kleine Schlitze in die Schuppen der Rhododendronknospen geschnitten. In diese Schlitze werden dann anschließend die Eier gelegt. Und genau der kleine Schlitz dient als Eingang für die Pilzsporen des Pycnostysanus azaleae. Dieser Pilz ist verantwortlich für die schwarzen und vertrockneten Knospen. Den Befall wird man leider immer erst im nächsten Frühjahr ab Februar zu Gesicht bekommen, da die Knospen vorher keine auffälligen Symptome zeigen.

Rhododendronzikade vorbeugen

Damit die Rhododendronzikade schon vor der Eiablage entdeckt wird, lohnt sich ein gelegentlicher Blick auf Ihre Rhododendronpflanzen. Insbesondere die Blattunterseite sollte dabei genau unter die Lupe genommen werden. Die Überwachung können Sie auch stark vereinfachen, indem Sie beleimte Gelbtafeln an Ihren Rhododendron hängen. Wenn Ihr Rhododendron tatsächlich von der Rhododendronzikade befallen ist, werden sich an der Tafel früher oder später Tiere verfangen. Es reicht also ein regelmäßiger Blick auf die Gelbtafel, um einen Befall zu erkennen. Tipp: Gelbtafeln eignen sich nur, um einen Insektenbefall frühzeitig zu erkennen, es handelt sich nicht um eine effektive Bekämpfungsmaßnahme. Eine weitere Maßnahme ist das Ausbrechen der befallenen Knospen. Damit verringern Sie die Wahrscheinlichkeit von weiteren Pilzinfektionen. Zur Sicherheit entsorgen Sie die Knospen lieber im Restmüll, damit Ihr Kompost nicht mit Pilzsporen infiziert wird. Ansonsten können Sie nur hoffen, dass die Rhododendronzikade sich nicht Ihren Rhododendron als Wirtspflanze aussucht.

Erst ab Juli sind die erwachsenen grünroten Zikaden zu sehen [Foto: thatmacroguy/ Shutterstock.com]

Rhododendronzikade bekämpfen

Da an den abgestorbenen Knospen zwei Schaderreger beteiligt sind, stellt sich die Frage, welcher nun bekämpft werden soll? Dabei fällt die Entscheidung ganz klar auf die Zikade, denn Pflanzenschutzmaßnahmen zeigen bei dem Pilz meist keine Wirkung. Nachdem diese Frage geklärt ist, stellt sich nun die nächste Frage nach dem Zeitpunkt für die Bekämpfung. Weil es die Eiablage der Zikaden ist, die das Problem verursacht, sollte der Insektizideinsatz vor August erfolgen. Dabei ist eine natürliche Bekämpfung mit biologischen Spritzmitteln möglich. Gegen Zikaden eignen sich besonders Mittel mit dem natürlichen Inhaltsstoff Pyrethrin, so zum Beispiel das Insektizid Spruzit AF Schädlingsfrei von Neudorff. Es ist auch gut vorstellbar, dass Hausmittel wie selbsthergestellte Spritzbrühen aus Neemschrot eine gute Wirkung zeigen. In jedem Fall muss bei der Sprühbehandlung darauf geachtet werden, dass auch die Blattunterseite mitbehandelt wird. Mittlerweile sind auch schon Nützlinge gegen die Rhododendronzikade im Handel erhältlich. Allerdings sind die eingesetzten Nützlinge bis jetzt nicht geeignet, um die Zikaden wirklich effektiv zu bekämpfen. Darauf weisen sogar teilweise die Vertreiber von Nützlingen hin.

Weitere tierische und pilzliche Schaderreger, die Ihrem Rhododendron schwer zusetzen können, finden Sie in unserem Spezial-Artikel hier.

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