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Rhododendronzikade: Vorbeugen & bekämpfen

Wenn der Rhododendron in seiner vollen Pracht erblüht, verschönert er jeden Garten. Gelegentlich findet man jedoch kleine, grashüpferähnliche Insekten an ihm, die Rhododendronzikaden.

Rhododendronzikade
Durch ihre auffällige Färbung sind die adulten Rhododendronzikaden gut zu erkennen [Foto: Michael Overkamp/ Shutterstock.com]

Der Rhododendron kann der ganze Stolz des Gärtners sein, vor allem wenn er im Mai beginnt, seine leuchtenden, kräftigen Blüten zu öffnen. Doch leider fällt er gelegentlich Schädlingen oder Krankheiten zum Opfer, sodass die Blütenbildung gehemmt wird oder komplett ausbleibt. Wir verraten Ihnen, woran Sie die Rhododendronzikade erkennen und welche Handlungsmöglichkeiten sowie Vorbeugemaßnahmen es gibt.

Rhododendronzikade: Befall erkennen

Für jeden Rhododendronbesitzer ist der Mai wohl ein echter Höhepunkt im Garten. Denn dann beginnt die Blütezeit des Rhododendrons (Rhododendron) und gerade bei größeren Pflanzen ist die Blütenpracht überwältigend. Gelegentlich kann die prächtige Pflanze jedoch von der Rhododendronzikade (Graphocephala fennahi, Synonym auch Graphocephala coccinea) befallen werden. Ab Mai lassen sich bereits die kleinen, gelb- bis blassgrünen Larven der Zikade auf der Blattunterseite des Rhododendrons beobachten. Zu diesem Zeitpunkt sind die Larven auf den Rhododendron als alleinige Nahrungsquelle angewiesen. Sie ernähren sich nämlich vom Pflanzensaft der jungen, weichen Triebe.

Die adulte Zikade ähnelt einem Grashüpfer. Sie hat eine grüne Färbung mit zwei typischen, roten Längsstreifen auf den Vorderflügeln. Markant ist außerdem ihre gelbe Unterseite, an der man die etwa 1 cm großen Insekten zwischen Juli und November erkennen kann. Meist sitzen die Zikaden an Rhododendren auf der Blattoberseite, ziehen sich aber gelegentlich zur Flucht auf die Blattunterseite zurück oder fliegen vom Rhododendron weg.

Rhododendronzikade auf Blatt
Einer der bekanntesten Schädlinge am Rhododendron ist die Rhododendronzikade [Foto: Malachi Jacobs/ Shutterstock.com]

Das durch die Rhododendronzikade ausgelöste Schadbild zeigt sich bei einem starken Befall durch eine Fleckung der Blätter, die teilweise sogar abfallen. Adulte Rhododendronzikaden sind im Gegensatz zu den Rhododendronzikaden-Larven nicht mehr nur auf den Rhododendron als Nahrungsquelle angewiesen. Die Pflanzensauger sind keine direkte Bedrohung für Ihren Rhododendron oder andere Pflanzen und der Schaden ist vernachlässigbar. Ein Problem entsteht jedoch zwischen August und Oktober bei der Eiablage: Dabei werden kleine Schlitze in die Schuppen der Rhododendronknospen geschnitten, in denen die Zikade anschließend die Eier ablegt. Diese Schlitze können gleichzeitig einigen Pilzen und Pflanzenviren als Eingangspforte in die Pflanze dienen.

Rhododendronzikade als Überträger des Knospensterbens

Gelegentlich kommt es vor, dass die Blüte des Rhododendrons in einem Jahr viel geringer ausfällt als sonst. Nur woran mag das liegen? Zunächst einmal lohnt sich ein genauer Blick auf die Knospen. Wenn diese dunkel und abgestorben aussehen, handelt es sich nicht etwa um einen Frostschaden vom vorigen Winter. Der eigentliche Übeltäter ist vielmehr meist der Pilz Pycnostysanus azaleae, der bei genauerer Betrachtung der Knospen unzählige kleine, braune oder schwarze, stachelförmige Sporen bildet. Die mit den schwarzen Pilzfäden überzogenen Knospen sind zu diesem Zeitpunkt bereits abgestorben und jede Hilfsmaßnahme wäre vergebens. Lange galt der kleine Schlitz, der von der Rhododendronzikade zur Eiablage in die Rhododendronknospen geschnitten wird, als direkte und einzige Eingangspforte der Pilzsporen des Pycnostysanus azaleae. Nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen sprechen auch einige Punkte gegen einen direkten Zusammenhang. Durch die Zikade kann ein Befall begünstigt werden, er tritt aber auch unabhängig von den Insekten auf. Den Pilzbefall wird man leider erst im nächsten Frühjahr, etwa ab Februar, zu Gesicht bekommen. Denn über den Winter zeigen die Knospen keine auffälligen Symptome.

rhododendron Blüte Pilz Pilzbefall
Der durch die Rhododendronzikade übertragene Pilz bildet schwarze, stachelförmige Sporen aus

Tipp: Wenn der Rhododendron braune oder schwarze Knospen bekomt, sollten diese bereits im Frühjahr zeitig abgesammelt und über den Hausmüll entsorgt werden, noch bevor sie weitere Sporen bilden können.

Rhododendronzikade vorbeugen

Um die Rhododendronzikade schon vor der Eiablage erkennen zu können, lohnt sich ein gelegentlicher Blick auf Ihren Rhododendron. Insbesondere die Blattunterseite sollte dabei genau auf den Schädling untersucht werden. Durch beleimte Gelbtafeln, die in den Rhododendron gehängt werden, können Sie die Beobachtung stark vereinfachen. Die an der Tafel gefangenen Zikaden zeigen einen Befall frühzeitig an und ermöglichen, entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Zudem tragen die Gelbtafeln zu einer leichten Dezimierung der adulten Tiere bei.

Zikade auf Rhododendronblatt
Bei genauer Betrachtung sind die kleinen Rhododendronzikaden dank ihrer grünen Färbung und der roten Streifen gut zu erkennen [Foto: Karin Jaehne/ Shutterstock.com]

Hinweis: Gelbtafeln eignen sich sehr gut, um einen Zikadenbefall am Rhododendron frühzeitig zu erkennen, nicht aber zur Bekämpfung der Insekten. Weiteres, zeitnahes Handeln ist deshalb nötig. Durch Gelbtafeln werden neben den Schädlingen auch zahlreiche Nützlinge gefangen. Die Tafeln sollten deshalb nur für kurze Intervalle zwischen Juli und November im Freiland aufgehangen werden, um einen möglichen Befall festzustellen.

Rhododendronzikade bekämpfen

Wer einen Befall durch die Rhododendronzikade festgestellt hat, sollte zeitnah handeln, um späteren Folgen vorzubeugen. Dazu eignen sich in erster Linie natürliche Fressfeinde der Rhododendronzikade sowie die richtige Standortwahl. Auch die biologische Bekämpfung der Rhododendronzikade ist bei einem starken Befall möglich.

Natürliche Feinde der Rhododendronzikade

In der Natur hat auch die Rhododendronzikade einige natürliche Feinde wie beispielsweise Florfliegenlarven, Erzwespen, Laufkäfer, Raubmilben, Schlupfwespen sowie einige Spinnen und Vögel. Mit einer naturnahen Gartengestaltung und der Förderung von Nützlingen kann die Rhododendronzikade gut in Schach gehalten werden. Einfache Maßnahmen sind beispielsweise das Aufstellen von Nistkästen, Insektenhotels und Vogeltränken, die Saat einer Blühwiese oder die Gartengestaltung mit heimischen Pflanzen. Mittlerweile sind auch schon Nützlinge, vor allem Schlupfwespen der Art Anagrus atomus, gegen die Rhododendronzikade im Handel erhältlich. Allerdings ist ihre Wirkung teilweise umstritten.

Drei Rhododendronzikaden
Ein starker Befall durch die Rhododendronzikade kann durch natürliche Gegenspieler in Schach gehalten werden [Foto: JGade/ Shutterstock.com]

Rhododendronzikade biologisch bekämpfen

Bei einem starken Befall kann auf natürliche Spritzmittel gegen die Rhododendronzikade zurückgegriffen werden. Doch wann sollten Sie Ihren Rhododendron gegen Zikaden spritzen? Da die Eiablage der Zikaden das Problem verursacht, sollte der Insektizideinsatz zum Junglarven- und Larven-Stadium zwischen Mai und August erfolgen. Gegen Zikaden eignen sich besonders Mittel, die den natürlichen Inhaltsstoff Azadirachtin enthalten, der vollständig aus den Samen des Neembaumes gewonnen wird. Das Mittel kann durch eine gründliche Sprühanwendung auf der gesamten Pflanze gleichmäßig auf der Ober- und Unterseite der Blätter verteilt und von den Insekten aufgenommen werden. Mit unserem Plantura Bio-Schädlingsfrei Neem können Sie die Vermehrung der Zikaden stark eindämmen und Ihre Pflanzen schützen. Das Mittel, gewonnen aus den Samen des Neembaumes, sorgt nämlich dafür, dass die Zikaden weniger fruchtbar sind – es kann somit die schädigende Eiablage verhindern. Neben dem wichtigen Wirkstoff Azadirachtin sind auch ein natürliches, pflanzliches Tensid sowie ein pflanzliches Öl enthalten. Dadurch wird die Benetzung der ledrigen Rhododendronblätter erhöht, sodass die Effektivität gegen die Zikade gesteigert werden kann. Außerdem ist der Wirkstoff unseres Bio-Schädlingsfrei Neems verträglicher für Nützlinge als andere Alternativen und natürlich nicht bienengefährlich (B4). Die adulten Rhododendronzikaden sind jedoch äußerst widerstandsfähig, sodass der Wirkstoff erst nach einiger Zeit wirkt und deren Fertilität senkt. Die Zikaden bleiben also einige Zeit weiterhin aktiv – Grund zur Panik besteht dann jedoch nicht.

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Tipp: Bringen Sie ein Pflanzenschutzmittel gegen Zikaden am besten in den frühen Morgenstunden aus, die Insekten sind zu dieser Zeit wegen der Nachtkälte noch unbeweglich und können nicht wegspringen.

Hausmittel gegen Rhododendronzikaden

Die beste Prävention gegen den Befall durch die Rhododendronzikade ist der richtige Standort. Dabei sollten Sie vor allem staunasse und feuchte Böden sowie dichte Sandböden vermeiden. In unserem Spezialartikel erfahren Sie, wie Sie den Rhododendron umpflanzen können, wenn er an einem schlechten Standort wächst. Weitere Krankheiten und Schädlinge, die Ihrem Rhododendron schwer zusetzen können, finden Sie auch in unserem Spezialartikel zu Rhododendron-Krankheiten.

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