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Schlupfwespen gegen Blattläuse & Weiße Fliege: Tipps zur Anwendung

Die Nützlinge können als natürliche Bekämpfungsmethode gegen Pflanzenschädlinge angewendet werden. Wir verraten, wie man Schlupfwespen erfolgreich gegen Blattläuse, Weiße Fliegen & Co einsetzt.

Schlupfwespe in Nahaufnahme
Schlupfwespen sagen unliebsamen Pflanzenschädlingen effektiv und umweltfreundlich den Kampf an [Foto: Maciej Olszewski/ Shutterstock.com]

Schlupfwespen (Ichneumonidae) sind Nützlinge, die als Parasiten leben. Sie legen ihre Eier zur Entwicklung in Insekten oder Insektenlarven ab, wodurch diese nach dem Schlupf der Larven absterben. Sobald alle Wirtsinsekten abgetötet sind, hält auch die Schlupfwespe nichts mehr am Einsatzort und sie verflüchtigt sich geradezu unbemerkt. Somit ist sie eine elegante und ökologische Alternative zum chemischen Pflanzenschutz. Doch der Einsatz von Schlupfwespen sollte gut vorbereitet werden: Die nützlichen kleinen Helfer sind nämlich sehr spezifisch, was die Wahl ihres Wirtes angeht. Sie sollten sich von der hohen Wirtsspezifität jedoch nicht abschrecken lassen. Die meisten Anbieter von Schlupfwespen halten auch eine umfassende Beratung bereit und helfen Ihnen bei der richtigen Wahl. Wir verraten Ihnen, in welchen Bereichen und wie genau Sie Schlupfwespen einsetzen können.

Schlupfwespen sind eine sehr artenreiche Familie der Insekten. Aufgrund der großen Anzahl unterschiedlicher Arten können Schlupfwespen auch gegen verschiedene Schädlinge eingesetzt werden. Sowohl gegen Blattläuse (Aphidoidea) als auch gegen Schildläuse (Coccoidea) und Mottenschildläuse (Aleyrodoidea), besser bekannt als Weiße Fliege, erweisen sie sich als nützlich. Dabei können sie sowohl in geschlossenen Räumen wie Gewächshäusern oder Wohnräumen als auch im Freiland eingesetzt werden. In geschlossenen Räumen wandern die kleinen Helfer nicht so rasch ab, weshalb hier der Einsatz besonders effektiv ist. Schlupfwespen lassen sich bei Lufttemperaturen von 15 bis 30 °C anwenden. Somit ist der Einsatz erst ab dem späten Frühjahr zu empfehlen.

Schlupfwespen gegen Blattläuse

Blattläuse gehören zu den Pflanzenläusen (Sternorrhyncha) und sind lästige Begleiter in jedem Garten. Mit ihren stechenden Mundwerkzeugen saugen Blattläuse am Phloemsaft der Pflanzen, der sehr zuckerhaltig ist. Die Blattläuse können aber all den Zucker neben den anderen wertvollen Phloem-Bestandteilen nicht vollständig verwenden. Daher scheiden sie einen Großteil des Zuckers als Honigtau wieder aus. Dies verursacht einen klebrigen, glänzenden Film auf Blättern oder Ihrer Fensterbank.

Die Schlupfwespe ist mit ihren rund drei Millimetern Länge zwar unscheinbar, jedoch sehr effektiv gegen Blattläuse. Ein Weibchen kann rund 500 Blattläuse in kurzer Zeit parasitieren. Dabei legt sie mit ihrem Stachel ein Ei in die zuvor betäubte Blattlaus. Aus dem Ei wächst dann eine Larve heran, welche die Blattlaus während des Wachstums tötet – zurück bleibt eine sogenannte „Blattlausmumie“.
Wenn der Blattlausbefall sehr weit verstreut ist, sind die Schlupfwespen sogar in der Lage, einzelne Tiere aufzuspüren und zu parasitieren, weshalb sie auch einen vorbeugenden Charakter in der Bekämpfung haben. Sollten Sie jedoch Probleme mit einem sehr dichten Befall haben, ist es ratsam, weitere Nützlinge wie Marienkäfer (Coccinellidae) hinzuzuziehen.

Schlupfwespe und Blattlaus auf einer Pflanze
Schlupfwespen nutzen Blattläuse als Brutkasten für ihren Nachwuchs [Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Hinweis: Einige Blattlausarten werden von Ameisen „gemolken“, was bedeutet, dass die Ameisen den zuckerhaltigen Honigtau der Blattläuse für ihre eigene Ernährung gewinnen. Um ihre „Blattlausherde“ zu schützen, verteidigen die Ameisen ihre Läuse gegen Feinde wie die Schlupfwespe. Manche Schlupfwespenarten, zum Beispiel Lysiphlebus testaceipes, können über die Ausscheidung von Duftstoffen den Geruch von Blattläusen imitieren, sodass sie getarnt sind und von den Ameisen nicht angegriffen werden.

Hier eine kurze Übersicht der wichtigsten Blattlausarten und ihrer jeweiligen effektivsten Gegenspieler:

BlattlausartSchlupfwespenart zur Bekämpfung
Erbsenlaus (Acyrthosiphon pisum)Praon volucre
Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae)Aphidius colemani
Große Himbeerlaus (Amphorophora idaei)Praon volucre
Kartoffellaus (Macrosiphum euphorbiae)Aphidius matricariae
Große Rosenblattlaus (Macrosiphum rosae)Aphelinus abdominalis
Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae)Lysiphlebus testaceipes

Tipp: Schlupfwespen werden im Eistadium verkauft. Die im großen Stil herangezogenen Nützlingseier werden auf Pappe oder kleine Papierkügelchen aufgetragen und sind somit direkt bereit für die Ausbringung. Der Versand erfolgt nur zwischen 5 und 30 °C und wird vernünftigerweise lediglich an einigen festen Wochentagen abgewickelt, um stets frische Schlupfwespen zu garantieren. Dass Sie unter Umständen also länger auf Ihre Tierchen warten müssen, kann daher ein Qualitätsmerkmal sein! Sobald die Nützlinge bei Ihnen eingetroffen sind, sollten Sie diese schnellstmöglich aus ihrer Verpackung lassen. Auf jeden Fall empfehlen wir, vorsichtig mit den kleinen Helfern umzugehen, um sie nicht zu zerdrücken. Beachten Sie außerdem: Je nach Befallsstärke und Raumsituation – also Freiland, Wintergarten oder Gewächshaus – ist eine wiederholte Bestellung im Abstand von zwei Wochen nötig, um die Pflanzenläuse nachhaltig zu dezimieren.

Schlupfwespen gegen Schildläuse

Schildläuse (Coccoidae) setzen Ihren Pflanzen besonders durch das Aussaugen des Pflanzensaftes zu. Die Männchen sind in der Regel beflügelt und treten als einzelne Individuen auf. Die Weibchen der meisten Arten hingegen besitzen einen namensgebenden flachen und schildförmigen Körper. Die Weibchen der Napfschildläuse (Coccidae) verfügen über einen sehr stark gewölbten Rücken und haben daher eher einen kugelförmigen Körper. Wollläuse (Pseudococcidae), die auch Schmierläuse genannt werden, zählen ebenfalls zu den Schildläusen, besitzen aber anstelle des schildförmigen Körpers eine auffallende weiße „Behaarung“ aus Wachsfäden. Weibliche Schildläuse leben in Kolonien und saugen fleißig am Phloem der Pflanze. Außerdem legen sie unter ihrem Schild ihre Eier auf die Blätter der befallenen Pflanze, aus denen sich später neue adulte Schädlinge entwickeln.

Da die Familie der Schildläuse viele verschiedene Arten umfasst, ist es wichtig, die richtigen Helferlein zur Schädlingsbekämpfung auszuwählen. Die Schlupfwespe Metaphycus flavus beispielsweise ernährt sich von Eiern und jungen Schildlausnymphen. Außerdem legt sie Eier unter Schildlausnymphen, aus denen Schlupfwespenlarven schlüpfen. Diese dringen in den Schädling ein und helfen Ihnen so, die Schildläuse loszuwerden. In den parasitierten Kokons entwickeln sich wiederum neue Nützlinge. Die Schlupfwespenart mit den bisher größten Erfolgen bei der Schildlausbekämpfung ist Metaphycus flavus. Aber auch andere parasitoide Arten wie Coccophagus lycimnia und Aphytis melinus weisen gute Erfolge auf.

Pflanze mit Schildlaus-Befall
Schildläuse befallen besonders gerne Zimmerpflanzen, können aber auch im Freiland ein Problem werden [Foto: Manfred Ruckszio/ Shutterstock.com]

Wichtig: Sollten Sie Probleme beim genauen Bestimmen der kleinen Parasiten haben, bieten Verkäufer von Nützlingen Unterstützung an. Die Wirtsspezifität der Nützlinge ist der ausschlaggebende Faktor, ob eine Bekämpfung von Erfolg gekrönt ist oder nicht.

Schlupfwespen gegen Weiße Fliege

Hinter dem Begriff „Weiße Fliege“ verbirgt sich eigentlich gar keine Fliege, sondern es handelt sich um einen Trivialnamen für einige Vertreter der Mottenschildläuse (Aleyrodidae). Die wichtigsten Schädlinge, die als Weiße Fliege bezeichnet werden, sind die Kohlmottenschildlaus (Aleurodes proletella) sowie die Gewächshausmottenschildlaus (Trialeurodes vaporariorum). Weiße Fliegen sind ein bis zwei Millimeter groß, ihre Flügel sind mit einem weißen Wachsstaub bedeckt. Vor allem im Gewächshaus sind die Larven des Schädlings sehr gefürchtet, können aber durch den Einsatz von Nützlingen unter Kontrolle gebracht werden. Durch die räumliche Begrenzung werden die Schlupfwespen daran gehindert, zu anderen Wirten abzuwandern, und können so sehr gezielt eingesetzt werden. Hierbei ist wichtig, dass die Temperatur im Gewächshaus optimal ist. Die ideale Temperatur liegt je nach Schlupfwespenart zwischen 18 und 22 °C und ist für die Entwicklung der Schlupfwespenpopulation entscheidend. Durch regelmäßiges Lüften können Sie dafür sorgen, dass sich die kleinen Helfer wohlfühlen.

Als besonders wertvoll mit Blick auf die Bekämpfung der Weißen Fliege erweist sich die Schlupfwespenart Encarsia formosa. Sie ist gleich doppelt nützlich: Ältere Entwicklungsstadien der Larven werden parasitiert und dienen als Wirt für die heranwachsende nächste Generation von Encarsia formosa. Junge Entwicklungsstadien werden von erwachsenen Schlupfwespen als Nahrung genutzt.

Weiße Fliegen auf einem Blatt
Weiße Fliegen halten sich vor allem auf der Blattunterseite auf [Foto: ULD media/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung: Schlupfwespen gegen Pflanzenläuse einsetzen

  • Schlupfwespen können gegen verschiedene Pflanzenläuse, nämlich Blattläuse, Schildläuse und Weiße Fliegen, eingesetzt werden.
  • Schlupfwespen parasitieren nur bestimmte Läuse, weshalb Sie beim gezielten Einsatz darauf achten sollten, dass die Schlupfwespe zum Schädling passt. Die Händler von Nützlingen beraten Sie hierbei gern.
  • Der Einsatz ist in geschlossenen Räumen und im Freiland möglich, wobei in Räumen der Einsatz wesentlich effektiver ist.
  • Die Lufttemperatur sollte für einen erfolgreichen Einsatz zwischen 15 und 30 °C liegen.
  • Temperaturen zwischen 18 und 22 °C und regelmäßiges Lüften sorgen dafür, dass die Schlupfwespen gesund und fleißig bleiben.

Alternative Bekämpfungsmethode: Schädlingsfrei Neem

Bei einem starken Befall mit Blattläusen, Schildläusen oder Weißen Fliegen an Zimmerpflanzen sind Nützlinge wie Schlupfwespen manchmal nicht ausreichend. Auch im Freiland ist der gezielte Einsatz von Nützlingen häufig schwierig. In diesen Fällen empfehlen wir den Einsatz eines biologischen Pflanzenschutzmittels. Solche biologischen Pflanzenschutzmittel schonen im Freiland die natürlich vorkommenden Nützlinge, wodurch diese weiterhin vorbeugend „für Sie arbeiten“ können, statt Schaden zu nehmen. Dies gilt leider in der Regel nicht für synthetische Pflanzenschutzmittel gegen Pflanzenläuse. Hierbei sollten Sie beachten, dass Sie Nützlinge und Pflanzenschutzmittel nicht gleichzeitig anwenden, auch keine biologischen Mittel.

Eine sehr wirksame Möglichkeit, Blattläuse, Schildläuse oder Weiße Fliegen natürlich zu bekämpfen, sind Präparate auf Neembasis. Das Neemöl aus den Samen des Neembaums enthält den Wirkstoff Azadirachtin, der sich hervorragend zum Einsatz gegen Pflanzenläuse eignet. Unser Plantura Bio-Schädlingsfrei Neem basiert auf diesem wertvollen Neemöl und bietet Ihnen eine Möglichkeit, die Schädlinge rein pflanzlich zu bekämpfen. Der Wirkstoff wird von den Läusen beim Saugen an der Pflanze aufgenommen und bewirkt einen raschen Stopp der Saugaktivität. Die Entwicklung der Larven wird gestört, sodass die gesamte Population Schaden nimmt und verschwindet. Plantura Bio-Schädlingsfrei Neem wird einfach mit Wasser gemischt und die Emulsion auf die befallene Pflanze gesprüht. Genaue Angaben zur Dosierung und Anwendung von Plantura Bio-Schädlingsfrei Neem finden Sie auf der Produktpackung. Bio-Schädlingsfrei Neem können Sie sowohl im Wohnraum als auch im Freiland anwenden – es ist hierbei nicht bienengefährlich. Bitte beachten Sie, dass Sie unser Bio-Schädlingsfrei Neem nach Vorgabe in der Anwendungsempfehlung verwenden. Lesen Sie vor Gebrauch daher bitte den Beipackzettel.

Plantura Bio-Schädlingsfrei Neem
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Hochwirksames & natürliches Spritzmittel
gegen Blattläuse, Kartoffelkäfer & Co,
aus den Samen des Neem-Baumes

Tipp: Plantura Bio-Schädlingsfrei Neem wirkt nicht nur hervorragend gegen Blattläuse, Schildläuse und Weiße Fliegen, sondern hilft Ihnen auch, Spinnmilben natürlich zu bekämpfen.

Weitere spannende Informationen rund um das Thema „Blattläuse bekämpfen“ finden Sie in unserem Spezialartikel.

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