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Schneckenschutz: Nacktschnecken vertreiben & erfolgreich fernhalten

Schneckenzaun, Schneckenkragen und Kupferbänder sind bekannte Mittel zum Schutz von Pflanzen gegen Schnecken. Helfen diese und andere Schneckenbarrieren wirklich, Schnecken fernzuhalten?

Nacktschnecke auf Blatt
Nacktschnecken fressen über Nacht Löcher in Beetpflanzen [Foto: Oleksandr_U/ Shutterstock.com]

Nacktschnecken sind – anders als die meist harmlosen Häuschen- und Weinbergschnecken – bei massenhaftem Auftreten eine echte Bedrohung für die Ernte im heimischen Gemüsegarten oder die Zier des Staudenbeetes. Finden sie feuchte Plätze zum Überdauern, ausreichend Nahrung und Wärme, ohne dabei von Fressfeinden erspäht zu werden, steht der Entwicklung der Population nichts mehr im Wege. Als leidtragender Gärtner hat man dann den Salat – voller Löcher. Wir stellen Möglichkeiten vor, wie Schneckenschutz im Garten umweltschonend und wirksam gelingt.

Schneckenschutz: Wirkt Kupfer gegen Schnecken?

Kupfer wird in Form von Kupferbändern gegen Schnecken eingesetzt, hat aber keinen befriedigenden Effekt. Die angebliche Wirkung soll von den Kupferionen, die giftig für Weichtiere sind, herrühren. Ob das Kupfer Ionen abgibt, ist abhängig von dem pH-Wert und der Temperatur. Wärme und ein saures Milieu fördern die Abgabe von Kupferionen. Schneckenschleim ist jedoch nicht sauer. Dass einige Schnecken doch abgeschreckt werden, ist eher Glückssache.

Tipp: Reiben Sie das um Ihre Pflanzkübel oder Hochbeete angebrachte Kupfer mit einer aufgeschnittenen Zitrone ein. Durch den sauren Zitrussaft wird das Kupfer aktiviert und es entstehen die für Weichtiere giftigen Ionen.

Wichtig: Es sei jedoch gewarnt, denn Kupfer wirkt auf Bodenorganismen teilweise tödlich und kann auch Gewächsen bei erhöhter Aufnahme Schaden zufügen. Pflanzen nehmen jedoch in der Regel nur auf sauren Böden vermehrt Kupferionen auf. Steht das Kupfer nicht in direktem Kontakt zum Erdboden, ist die Gefahr zudem gering, dass es einen erhöhten Eintrag von Kupferionen gibt. Daher sollte ein Kupferband gut 10 cm oberhalb des Bodens befestigt werden.

Kupferband gegen Schnecken
Kupferbänder sind eher unzuverlässig gegen Schnecken im Beet [Foto: Mulevich/ Shutterstock.com]

Schneckenzäune und -kragen

Schneckenzäune und -kragen gibt es aus Metall oder Kunststoff. Damit umstellt man das gesamte Beet oder einzelne Pflanzen. Als mechanische Barriere sollen sie das Eindringen von Schnecken in Pflanzennähe verhindern. Die Besonderheit dieser Sperren ist ein doppelt umgebogener Rand, den die Schnecken nicht überqueren können. Schneckenzäune werden um gesamte Beete montiert. Mit Schneckenkragen hingegen werden einzelne Pflanzen, insbesondere anfällige Jungpflanzen, umstellt. Möglich sind ebenso elektrische Schneckenzäune, die bei entsprechender Spannung sehr gute Ergebnisse in der Schneckenabwehr erzielen. Was alles bei der Montage beachtet werden muss, erfahren Sie in unserem Artikel speziell zu Schneckenzäunen und -kragen.

Tipp: Nacktschnecken leben nur am Boden und können deswegen weniger gut klettern als einige Gehäuseschnecken, die auch auf Bäumen leben. Daher gelingt es einigen Gehäuseschnecken, Schneckenzäune oder -kragen zu überwinden. Dies stellt allerdings nicht wirklich ein Problem dar, schließlich verzehren Gehäuseschnecken am liebsten welke Blätter und nur selten knackiges Gemüse. Wie genau der Speiseplan verschiedener Schnecken aussieht, lesen Sie in unserem Spezialartikel. Zudem erklären wir Ihnen auch, welches Gemüse Schnecken nicht mögen.

Salat mit Schneckensperre
Ein Schneckenkragen schützt einzelne Pflanzen vor Schneckenbefall [Foto: ur72/ Shutterstock.com]

Hilft Rindenmulch gegen Schnecken?

Nein, Rindenmulch hilft nicht gegen Schnecken. Sofern die Holz- und Rindenstückchen feucht sind, ist sogar das Gegenteil der Fall. Denn die Mulchschicht dient als Versteck und schützt Nacktschnecken vor Austrocknung und Fraßfeinden. Ab Juni werden dort zudem Eier gelegt, welche – bei später Ablage im Herbst – im Mulch überwintern.

Schneckeneier im Rindenmulch
Nacktschnecken legen ihre Eier besonders gern unter feuchtem Mulch ab [Foto: Floki/ Shutterstock.com]

Wer auf den Mulch zum Bodenschutz nicht verzichten, aber dennoch Schnecken loswerden möchte, kann sich auf Schneckenkorn verlassen. Unser Plantura Bio-Schneckenkorn beispielsweise lässt sich die Schnecken nach der Aufnahme in ihre Verstecke zurückziehen und dort dahinscheiden. So liegen keine toten Schnecken im Beet. Im Vergleich zu anderen Produkten bietet unser Schneckenkorn eine erhöhte Regenfestigkeit und schont zudem andere Nützlinge und Haustiere.

Plantura Bio-Schneckenkorn
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Regenfester & hochkonzentrierter Power-Wirkstoff,
zuverlässige Bekämpfung ohne Schleimspuren,
schonend für Haustiere & Nützlinge

Schnecken vertreiben mit Schafwolle?

Schafwolle kann nur bedingt zum Schutz vor Schnecken genutzt werden. Sie saugt den Schleim der Tiere auf, was sie abstößt. Außerdem irritieren die feinen Haare der Wolle die Schnecken. Sie stoßen mit ihren Fühlern immer wieder dagegen, da sie die Haare scheinbar nicht sehen können. Diese beiden Faktoren führen dazu, dass sich Schnecken nicht über trockene Schafwolle bewegen. Wird sie allerdings durch Regen oder Gießwasser nass, ist die Wirkung deutlich vermindert. Schafwolle gegen Schnecken ist demnach nur an regengeschützten Stellen, etwa im Gewächshaus, eine sinnvolle Methode.

Schafwolle wird als frische Wolle verwendet. Sie sollte in 10 cm breiten und 3 cm hohen Ringen um einzelne Pflanzen herumgelegt werden. Da die Wolle leicht ist und möglicherweise verweht oder unterwandert wird, muss sie beispielsweise mit Steinen fixiert werden. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass die Beschwerungsmittel nicht freiliegen und so als Brücke dienen. Sie müssen ebenfalls von Schafwolle verdeckt sein. Ein Umwickeln von Steinen oder Ähnlichem hat sich hierbei als sinnvoll erwiesen.

Ast mit Schafwolle
Schafwolle schreckt Schnecken nur bedingt ab [Foto: Andreiii77/ Shutterstock.com]

Vorbeugende Maßnahmen als Schneckenschutz

Wer noch keinen starken Befall im Garten vorfindet oder ihn im kommenden Jahr vermeiden möchte, sollte unbedingt auf präventive Maßnahmen setzen.

Darauf ist vorbeugend zu achten:

  • Schneckenresistente Pflanzen wählen
  • Abschreckende Gewächse ins Beet integrieren
  • Fraßfeinde fördern: Igel, Vögel und andere Gartentiere freuen sich über Nacktschnecken
  • Schneckeneier im Herbst oder Frühjahr vernichten
  • Bewässerung am Abend vermeiden, stattdessen morgens gießen
  • Saatbeete feinkrümelig vorbereiten
  • Sensibles Saatgut andrücken
Knoblauch
Schnecken meiden Knoblauch und andere Pflanzen [Foto: rsooll/ Shutterstock.com]

Fazit: Welcher Schneckenschutz hilft wirklich?

Viele Methoden werden beworben – doch nicht alle vertreiben Schnecken gleichermaßen gut. Weitere Möglichkeiten, wie Schnecken bekämpft werden, haben wir in einem anderen Artikel zusammengefasst.

  • Schneckenkorn hilft dabei, Schnecken dauerhaft zu eliminieren und dezimiert die Population dadurch auch für kommende Zeiten.
  • Schneckenzaun und -kragen halten die Tiere effektiv aus dem Beet oder von einzelnen Jungpflanzen fern.
  • Schafwolle hilft nur bedingt unter trockenen Gegebenheiten, beispielsweise im Gewächshaus.
  • Prävention ist der beste Schutz: Frühzeitiges und konsequentes Handeln bewahrt oft vor einem starken Befall.

Tipp: Sie können Ihren Garten auch durch verschiedene Schneckenfallen von Nacktschnecken befreien.

Beet mit Schneckenzaun
Schneckenzäune dienen als effektiver Schutz [Foto: aquapix/ Shutterstock.com]

Wer Schutzmaßnahmen umgehen möchte, kann auf Pflanzen zurückgreifen, die von Schnecken ungern gefressen werden. Welche das sind, erfahren Sie in unserem Artikel über schneckenresistente Pflanzen.

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