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Springschwanz erkennen & erfolgreich bekämpfen

Springschwänze tummeln sich gerne in Blumenerde. Doch sind die kleinen Insekten überhaupt schädlich und müssen bekämpft werden?

Springschwanz Dicyrtomina ornata Schädling in Erde

Springschwänze sind kleine Nützlinge, die in großer Anzahl auch zur Plage werden können [Rainer Fuhrmann/ Shutterstock.com]

Springschwänze (Collembola) kommen überall im Boden vor und ernähren sich von faulendem Pflanzenmaterial und Pilzen. Davon ist normalerweise genug im Boden vorhanden und wir müssen uns generell keine Sorgen um unsere Pflanzen machen. Erst wenn die kleinen Tierchen in großer Zahl auftreten und keine andere Nahrung mehr finden, können sie auch unseren Kulturpflanzen Schaden zufügen.

Springschwänze: Eigenschaften und Ernährung

Die Springschwänze sind besonders feuchtigkeitsliebend und sehr tolerant gegenüber Kälte. Sie leben gesellig im Boden als sogenannte Streuzersetzer oder Destruenten. Das bedeutet, dass sie das tote organische Material im Boden abbauen und deshalb überaus wichtig für den Stoffkreislauf sind. Durch diesen Abbau wird Humus gebildet, was unseren Pflanzen wiederrum Nahrung gibt.

Einige häufig vorkommende Springschwänze sind zum Beispiel der Blindspringer (Onychiurus fimatus) oder der Kugelspringer (Sminthunus viridis).

Wie ernähren sich Springschwänze?

Wie schon erwähnt, sind Springschwänze Streuzersetzer. Daher besteht ihre vorrangige Nahrung aus faulendem und abgestorbenen Pflanzenmaterial sowie Pilzen. Jedoch kann es passieren, dass sich überdurchschnittlich viele Individuen bilden und das Nahrungsangebot sinkt. Dann kann es dazu kommen, dass sich die kleinen Tierchen von lebenden Wurzeln oder Keimlingen ernähren. Dann beginnen sie schädlich für uns beziehungsweise unsere Pflanzen zu werden. So eine Übervermehrung kann zum Beispiel durch hohe Gaben von organischem Dünger passieren – durch das große Nahrungsangebot steigt somit auch die Zahl der Springschwänze.

Springschwanz auf Erde und Humus Schädling Springschwänze weiß durchsichtig

Springschwänze ernähren sich vor allem von totem, organischem Material und Pilzen [Foto: Holger Kirk/ Shutterstock.com]

Springschwänze erkennen

Wenn kleine „Läuse“ beim Gießen Ihrer Zimmerpflanzen herumhüpfen, haben Sie schon ein erstes Anzeichen für Springschwänze entdeckt. Je nach Art haben Springschwänze einen mehr oder weniger gut ausgeprägten Sprungapparat. Auf ihrem Hinterleib befindet sich ein typisches Erkennungsmerkmal: Die sogenannte Sprunggabel – auch Furca genannt. Dieser Sprungapparat ist bei Springschwänzen, die in tieferen Bodenschichten leben, reduziert. Normal ist die Sprunggabel im Ruhezustand am Rücken fixiert. Werden die Springschwänze gestört, wird die Fixierung gelöst und die Furca schnellt nach unten. Dadurch hüpfen die Springschwänze nach oben, oft sogar mit einem Salto.

Genauer betrachtet haben Springschwänze einen dreigeteilten Körper: Kopf, Brustteil und Hinterleib. Die oberflächennahen Arten sind dunkel gefärbt, die Arten, die in tieferen Bodenschichten leben, sind heller.

Auch unterscheiden sich die Sechsfüßler hinsichtlich ihrer Körperform. Unter den circa 1.500 Arten in Mitteleuropa gibt es langgestreckte Formen und kugelige Arten. Durchschnittlich haben sie eine Größe von 0,2 bis 0,5 mm und besitzen entweder kauend-beißende oder stechend-saugende Mundwerkzeuge.

Springschwänze bekämpfen

Springschwänze mit Wasser bekämpfen

Wenn Sie Springschwänze in Ihren Topfpflanzen haben, gibt es eine leichte Methode, um diese wieder los zu werden. Stellen Sie Ihre Pflanzen in die Spüle oder einen großen Kübel und lassen Sie Wasser ein. Der Wurzelballen muss komplett bedeckt sein und die Pflanze mindestens eine halbe Stunde im Wasser bleiben. Nach dieser Zeit sollten die Springschwänze oben auf der Wasseroberfläche schwimmen und können dann leicht abgegossen werden. Danach sollten Sie die Pflanze aus dem Bad nehmen und einige Zeit nicht mehr gießen. Nach der Behandlung ist es oft auch förderlich, die Pflanzen neu umzutopfen.

Springschwänze mit Trockenheit bekämpfen

Haben Sie Springschwänze in Ihrem Gartenbeet, müssen Sie genau umgekehrt arbeiten als bei Topfpflanzen. Da Springschwänze feuchtigkeitsliebend sind, ist die beste Methode, um sie los zu werden, sie im Garten auszutrocknen. Jedoch sollten die kleinen, springenden Tierchen im Beet kein großes Problem sein, da normalerweise genug totes organisches Material vorhanden ist, von dem sich die Springschwänze lieber ernähren als von Ihren Pflanzen. Die Methode der Austrocknung können Sie auch bei sehr großen Topfpflanzen versuchen, wenn das Tauchen ins Wasser zu umständlich ist. Bei einer Springschwanzplage in einer Hydrokultur ist es zu empfehlen, die Pflanzen in Erde umzutopfen oder das Gefäß gründlich zu reinigen und neuen Blähton einzusetzen.

Gruppe Springschwanz in Topf mit Erde bekämpfen

Springschwänze im Garten lässt man am besten austrocknen [Toby Barton/ Shutterstock.com]

Springschwänze mit Raubmilben bekämpfen

Wenn trotz Austrocknung Schäden von den Springschwänzen ausgehen, können Raubmilben eingesetzt werden. Dafür eignen sich zum Beispiel Hypoaspis miles oder Hypoaspis aculeifer. Diese Raubmilben werden oft zur Bekämpfung von Trauermücken verkauft, haben aber ein breites Wirtsspektrum und können auch bei Springschwanzbefall eingesetzt werden. Alle aktiven Stadien dieser Raubmilben leben räuberisch. Sie können sogar auch eine längere Zeit ohne Beute ausharren und hungern. Daher sind sie ideal zur vorbeugenden Behandlung, aber auch für den akuten Befall geeignet. Die Raubmilben werden als Streumaterial geliefert und müssen nur auf die Erde gestreut werden.

Wir von Plantura empfehlen folgende Produkte:
  • Floragard Blumenerde: Premiumerde für Zimmer-, Balkon- und Kübelpflanzen. Aqua-Plus® sorgt für eine optimale Wasseraufnahme. Optimale Nährstoffversorgung für kräftige und vitale Pflanzen mit prachtvollen Blüten.
  • Raubmilbe Hypoaspis: Nützling mit breitem Beutespektrum, wie z.B. Trauermücken und Springschwänze, aber auch Blutmilben.
  • SF Nematoden: Natürliche Bekämpfung von Trauermücken. Vorteil dieser Methode ist, dass weder Haustiere noch Menschen durch den Einsatz von SF-Nematoden zu schaden kommen.

Wurzelbereich kontrollieren

Außerdem sollten Sie Ihre Topfpflanzen kontrollieren. Oft befindet sich die Ursache unter der Erde. Da sich die Springschwänze gerne von abgestorbenem Material und faulender organischer Substanz ernähren, sollten Sie den Wurzelballen Ihrer Pflanzen kontrollieren. Entfernen Sie faulende Stellen und ersetzten Sie das Substrat mit frischer Erde – das kann den Befall schon eindämmen.

Aloe Vera umtopfen verfaulte Wurzeln Springschwanz

Springschwänze ernähren sich von abgestorbenen Material [Foto: Stanislav71/ shutterstock.com]

Bei diesen Internet-Tipps sollten Sie vorsichtig sein

Man findet recht schnell Tipps zur Springschwanzbekämpfung, die sich zwar gut anhören, aber schlussendlich nicht den gewünschten Effekt erzielen. Zu diesen Tipps gehört zum Beispiel das Gießen mit Zitronenwasser. Das Zitronenwasser verändert den pH-Wert in Ihrer Blumenerde und kann dadurch Ihre Pflanzen schädigen. Vor allem empfindliche Kulturen wie Orchideen können dadurch Schaden nehmen. Auch wird der Einsatz von Spülmittel beim Tauchen der Pflanzen empfohlen, um die Oberflächenspannung herabzusetzen. Jedoch können nur einige wenige der 1.500 Springschwanzarten auf der Wasseroberfläche treiben, es ist also nicht nötig, die Pflanzen mit Spülmittel zu belasten. Sollten Sie wirklich eine Springschwanzart haben, die das Tauchen in Wasser übersteht, sollten Sie es mit der Austrocknung des Substrats versuchen.

Springschwänze in der Wohnung bekämpfen

Am wichtigsten ist es, bei der Bekämpfung von Springschwänzen in Ihren Wohnräumen, den Ursprung der Plage zu finden. Oft kommen dafür Zimmerpflanzen in Frage. Wenn Sie diese von Springschwänzen befreit haben, sollte auch in Ihren vier Wänden Ruhe sein.

Da die Springschwänze Feuchtigkeit lieben, besiedeln sie oft Fugen, in denen sich die Feuchte sammelt. Daher kann eine gründliche Reinigungsaktion zu Hause auch schon Erfolg versprechen. Herumkrabbelnde Springschwänze kann man mit dem Staubsauger erwischen und gründliches Lüften in feuchten Räumen wie dem Badezimmer, sollte die Lebensgrundlage der Springschwänze verringern.

Springschwanz Isotomurus maculatus Schädling

Am wichtigsten ist es, bei der Bekämpfung von Springschwänzen in Ihren Wohnräumen, den Ursprung der Plage zu finden [Foto: thatmacroguy/ Shutterstock.com]

Es kann aber auch sein, dass die Springschwänze in feuchten Gebäuden oder nach einem Wasserschaden Stellen finden, an denen sie sich gut vermehren können. Diese Stellen müssen gefunden und entfeuchtet werden. Für solche Verfahren müssen Sie allerdings einen Fachmann zu Rate ziehen.

Kathi

Ich studiere Phytomedizin in Wien und bin auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen. Die Vielfalt der Natur begleitet mich also schon mein ganzes Leben: angefangen im großen Gemüsegarten bis hin zu unseren Weideflächen. Besonders haben es mir Themen rund um den Pflanzenschutz angetan.
Lieblingsobst: Erdbeere
Lieblingsgemüse: Tomate

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