logo

Tigerschnegel: Nützling gegen Nacktschnecken im Garten?

Tigerschnegel erregen nicht nur durch ihre interessante Körperzeichnung Aufmerksamkeit, sondern gelten auch als Nützlinge gegen Nacktschnecken. Die besonderen Gartenbewohner stellen wir hier vor.

Tigerschnegel
Der Tigerschnegel trägt den Raubtier-Look selbstbewusst [Foto: Dlabajdesign/ Shutterstock.com]

Taucht eine große, getigerte Nacktschnecke im Garten auf, so gerät mancher Gärtner zuerst einmal in Sorge um seine Salatköpfe. Doch ein zweiter Blick lohnt sich: Der Tigerschnegel (Limax maximus) wird auch Tigernacktschnecke genannt. Was ein Tigerschnegel ist, wie er lebt und ob er tatsächlich ein Nützling gegen Nacktschnecken im Garten ist, erklärt dieser Artikel.

Tigerschnegel: Aussehen und Lebensweise

Der Tigerschnegel hat, wie der Name schon andeutet, eine auffällige Musterung. Auf braun-grauem Untergrund findet sich auf der hinteren Körperhälfte ein schwarzes Tigermuster, welches Richtung Kopf des Tieres in ein Leopardenmuster übergeht. Im Englischen heißt die Art daher auch „leopard slug“. Mit bis zu 20 cm Körperlänge ist der Tigerschnegel neben dem Schwarzen Schnegel (Limax cinereoniger) eine der größten einheimischem Schnegel-Arten. Die Sohle des Tigerschnegels ist weiß und das Atemloch sitzt hinter der Mitte des Mantelschildes. Eine Verwechslung des Tigerschnegels mit weniger nützlichen oder gar giftigen Schneckenarten ist aufgrund des charakteristischen Aussehens unwahrscheinlich. Als Kulturfolger findet sich der Tigerschnegel in Parks, Friedhöfen, feuchten Kellern – oder eben im Garten.

Tigernacktschnecke im Garten
Richtung Kopf des Schnegels geht das Tigermuster in ein Leopardenmuster über [Foto: Bildagentur Zoonar GmbH/ Shutterstock.com]

Schnegel oder Schnecke: Schnegel (Limacidae) gehören zu den Schnecken und sind genau genommen eine Familie der Nacktschnecken. Sie sind in Europa heimisch, wobei einige Arten mittlerweile weltweit vorkommen. Zur Unterscheidung zwischen Schnegeln und Schnecken dient die Lage des Atemlochs auf dem Mantelschild. Bei Schnegeln sitzt das Atemloch immer hinter der Mitte des Mantelschildes, bei Schnecken hingegen rechts vor der Mitte des Mantelschildes.

Zu den Nacktschnecken gehört auch die Familie der Ackerschnecken mit der Genetzten Ackerschnecke (Deroceras reticulatum) als Vertreter sowie die Familie der Wegschnecken mit der Spanischen Wegschnecke (Arion vulgaris).

Übrigens: Bei Tigerschnegeln stellt die Paarung ein besonders spektakuläres Ereignis in ihrem zwei bis drei Jahre langen Leben dar. Finden sich zwei paarungsbereite Schnegel, so kriechen sie an eine erhöhte, senkrechte Stelle, um dort in einem engen Kreis hintereinander her zu kriechen und Schleim abzusondern. Nach einiger Zeit umschlingen sich die Schnegel und seilen sich an einem bis zu 40 cm langen Schleimfaden gemeinsam ab. In dieser luftigen Höhe findet die Befruchtung statt. Anschließend lässt sich eines der Tiere zu Boden fallen, während das andere wieder am Schleimfaden nach oben kriecht. Die farblosen Eier werden in unregelmäßigen Gelegehäufchen zwischen Juni und September abgelegt.

junge Tigerschnegel
Zwei junge Tigerschnegel kriechen umeinander [Foto: Kovalchuk Oleksandr/ Shutterstock.com]

Tigerschnegel als Nützling im Garten

Oft wird der Tigerschnegel als wertvoller Nützling gegen Nacktschnecken im Garten gepriesen und sogar verkauft. Manche Gärtner sehen ihn jedoch als nutzlos an und berichten sogar davon, dass sich der Tigerschnegel ebenso wie seine unerwünschten Verwandten am Salat und Gemüse gütlich tut. Was stimmt nun? Frisst der Tigerschneckel andere Schnecken oder nicht? Abhilfe verschafft ein Blick in den vielseitigen Speiseplan des Schnegels.

Tigerschnegel auf Salat
Auch grüne Pflanzen erkundet der Tigerschnegel gerne, frisst sie jedoch nur selten [Foto: Fotoz by David G/ Shutterstock.com]

Frisst der Tigerschnegel Schnecken?

Ja, der Tigerschnegel frisst Schnecken-Eier, kleine Nacktschnecken anderer Gattungen oder verletzte und tote Nacktschnecken. Kannibalistisch wird er in der Regel nicht. Sein Speiseplan enthält aber auch Pilze, Aas und abgestorbene Pflanzenreste.

Unabhängig von seiner Größe frisst der Tigerschnegel Eier von Nacktschnecken und nur sehr selten werden frische Pflanzenteile gefressen. Somit sind Tigerschnegel als Nützlinge im Garten einzuordnen. Und falls sich doch mal eines der Tiere am Salat vergreift, so sollte man Nachsicht walten lassen – immerhin hält der Tigerschnegel seine wesentlich gefräßigere Verwandtschaft im Zaum.

Tigerschnegel im Garten
Auf seinen Steifzügen vertilgt der Tigerschnegel gerne abgestorbene Pflanzenreste und Pilze [Foto: Jesse Stephens/ Shutterstock.com]

Eine Schneckenplage wird allein durch den Tigerschnegel insgesamt zwar nicht bewältigt. Eine Milderung und Stabilisierung der Nacktschneckenbestände – besonders durch den Eierfraß – ist jedoch schon zu erwarten.

Sind Tigerschnegel gefährlich? Nein, der Tigerschnegel ist ungiftig für Mensch und Haustiere und kann bedenkenlos angefasst werden. Gefährlich wird der Tigerschnegel höchstens anderen Schnecken.

Tigerschnegel anlocken und im Garten ansiedeln

In der Regel tauchen die Tiere ganz von allein im Garten auf. Wo passender Unterschlupf und Nahrung zu Verfügung gestellt werden, gelingt eine Ansiedelung der standorttreuen Tiere unkompliziert. Als Unterschlupfmöglichkeiten dienen Haufen aus Ästen oder Steinen, Kompost oder liegende Dachziegel. Da abgestorbene Pflanzenreste eine wichtige Nahrungsquelle für die Schnegel sind, können diese zum Beispiel als Mulch liegengelassen werden.

Der Kauf von Tigerschnegeln ist möglich, jedoch nur dann sinnvoll, wenn trotz genannter Strukturen keine Exemplare im Garten Einzug halten.

Trockenmauer
In einer Trockenmauer finden Tigerschnegel geeignete Unterschlüpfe [Foto: Manfred Ruckszio/ Shutterstock.com]

Auch eine Trockenmauer kann dem Tigerschnegel Lebensraum bieten. Hier können sich zudem viele weitere heimische Tiere und Pflanzen ansiedeln, wodurch sich die Artenvielfalt im Garten vergrößert.

Erhalten Sie unsere Garten-Post

Jetzt für unsere kostenlose Garten-Post anmelden und tolle Garten-Tipps sowie Inspirationen regelmäßig ins Email-Postfach bekommen.

Durch das Anmelden willigen Sie ein, dass wir Ihnen regelmäßig per E-Mail unseren Newsletter rund um den Garten und mit Produktangeboten zusenden. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.