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Wespenstich: Wie man ihn vermeiden und behandeln kann

Wespenstiche können äußerst unangenehm sein. Wie Sie Stiche vermeiden können und was zu tun ist, falls Sie doch gestochen wurden, können Sie hier nachlesen.

Wespen gelten weitläufig immer noch als aggressive Tiere, die grundlos zustechen. Dieses Bild über Wespen sollten Sie jedoch besser überdenken. Denn Wespen sind sehr wohl in der Lage, zwischen einer bedrohlichen und einer nicht bedrohlichen Situation zu unterscheiden. Hektische Bewegungen und das direkte Anatmen oder Anpusten einer Wespe wird zum Beispiel sofort als Bedrohung wahrgenommen. Zugegeben: Es fällt einem schon sehr schwer ruhig zu bleiben, wenn direkt vor den Augen eine Wespe herumschwirrt. In so einer Situation kann Sie aber oft nur das richtige Verhalten vor einem Stich retten. Abwarten oder langsames und kontrolliertes Wegbewegen werden Sie vor einem Stich verschonen. Hektisches Fuchteln hingegen wird die Wespe zum Stechen provozieren. Ganz anders verhält es sich in direkter Umgebung eines Wespennests. Dort werden Sie ab einer gewissen Entfernung als Bedrohung wahrgenommen und desto weiter Sie sich dem Nest nähern, desto wahrscheinlicher ist es, gestochen zu werden.

Wespenstich von frei herumfliegenden Wespen vorbeugen

Auch wenn Sie kein Wespennest in Ihrem Garten haben, werden Sie den Zuflug von Wespen im Sommer kaum verhindern können. Viel entscheidender ist der richtige Umgang mit den ungeliebten Nachbarn, um schmerzhafte Stiche zu vermeiden. Damit Sie Wespen in der Wohnung vermeiden, hilft ein konsequenter Einsatz von Insektenschutznetzen. Wenn die Netze richtig angebracht sind, ist Ihr Wohnraum komplett vor Wespen geschützt. Anders verhält es sich im Freien, wie auf der Terrasse oder im Garten. Hier ist man bei einer Grillparty oder dem morgendlichen Frühstück im Sommer, den teilweise aggressiv anmutenden Wespen hilflos ausgesetzt.

Gerade die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe bereichern sich gerne an süßen Speisen und Fleisch, da sie keine Berührungsängste mit Menschen haben. Ein relativ effektiver Schutz vor nervigen Wespen und einem vermeidlichen Stich sind Wassersprühflaschen. Ein gezielter Wasserstoß auf die Wespe und sie dreht in der Regel ab. Denn die Wespe denkt nun es fängt an zu regnen und sucht aus diesem Grund das Nest auf. Damit Sie auf der sicheren Seite sind und den Sommer stichfrei überstehen, haben wir für Sie weitere wichtige Aspekte zusammengefasst:

  • Offene Lebensmittel soweit wie möglich abdecken.
  • Wespen können in unbeaufsichtigte Getränke gelangen und verschluckt werden, deswegen Getränke besser abdecken oder einen Strohhalm nutzen.
  • Mund und Finger nach dem Essen waschen; gerade bei Kindern darauf achten.
  • Entfernen Sie Fallobst, da dieses viele Wespen anzieht.
  • Parfüm, bunte Kleidung und Cremes können ebenfalls Wespen anlocken.
Wespe frisst marmelade
Süße Speisen locken gelegentlich Wespen an [Foto: iStock.com/Paul_Cooper]

Daneben gibt es eine sehr effiziente Art, die Wespen von sich und den Lebensmitteln fernzuhalten. In Sommern mit großen Wespenaufkommen sollte den Wespen durchgängig eine „Alternativmahlzeit“ bereitgestellt werden. Natürlich sollte das an einem Ort geschehen, wo die Wespen niemanden stören. Süße Obstabfälle und auch kleine Mengen Fleischabfälle nehmen die Wespen dankend an. Die Wespen merken sich den Platz nach einiger Zeit und fliegen ihn routinemäßig an und kommen erst gar nicht auf die Idee, an Ihrem Essenstisch nach Nahrung zu suchen.

Wespenstich am Wespennest vermeiden

Für einen Wespenstaat ist das Nest die Grundlage zum Leben. Dort haust die Wespenkönigin und kümmert sich mit Arbeiterinnen um den Nachwuchs und zugleich dient das Nest als Schutz bei widriger Witterung. Ohne das Nest wäre das Wespenvolk verloren und deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass Wespen ihr Nest um jeden Preis verteidigen werden. Dabei ist die effektivste Waffe einer Wespe der Stachel. Mit diesem können sie (im Gegensatz zu der Biene) mehrmals zustechen. Möchten Sie auf Nummer sichergehen, dann sollten Sie mindestens 3 Meter Abstand zu einem Wespennest einhalten. Dieser Abstand ist allerdings nur ein Richtwert, denn Wespen die schon oft gestört wurden, können auch bei größeren Entfernungen angreifen.

In jedem Fall sollten Sie sich in direkter Umgebung eines Wespennestes immer ruhig und nicht hektisch bewegen. Genauso sollten unbedingt Erschütterungen vermieden werden und das Verdecken der Anfluglöcher am Nest. Wird in dem Nest herumgestochert, dann sind Stiche praktisch vorprogrammiert. Sollte es doch mal zu einem Angriff von Wespen kommen, dann müssen Sie den Ort des Geschehens zielstrebig, aber ohne hektische Bewegungen verlassen. Wespen können durch Pheromone andere Wespen zum Stechen bewegen und aus diesem Grund müssen Sie Abstand zwischen dem Nest samt Wespen und sich selbst schaffen.

Übrigens sind kleine Wespennester, die sich nicht an dunklen Stellen befinden, oft von friedfertigeren Wespen erbaut. Die aggressiveren Wespenarten bauen ihre Nester ausschließlich in dunklen Bereichen und die Nester werden im Saisonverlauf relativ groß. Ein kürbisgroßes Wespennest der angriffslustigeren Gemeinen oder Deutschen Wespe ist keine Seltenheit. Wie Sie mit einem Wespennest umgehen sollten, können Sie hier nachlesen.

Was tun nach Wespenstich?

Zuallererst eine gute Nachricht: Da der Stachel bei Wespen in der Regel nicht abfällt, bleibt er auch nicht in der Haut stecken, so wie es bei der Biene der Fall ist. Dadurch wird weniger Gift in den Körper abgegeben. Der Stachel der Biene besitzt einen Giftsack, der kontinuierlich Gift in die Wunde pumpt, bis der Stachel gezogen wird. Wenn Sie also von einer Wespe gestochen wurden und keinen Stachel finden, ist das schonmal ein kleiner Trost. Ein Wespenstich kann zwar sehr schmerzhaft sein, in den meisten Fällen sind sie für die Gesundheit aber nicht gefährlich. Damit sich die Schwellung und Schmerzen, bedingt durch den Wespenstich, in Grenzen halten, sollten einige Punkte beachtet werden.

Wespe Wespenstich
Wespen können, im Gegensatz zu Bienen, mehrfach zu stechen [Foto: iStock.com/kozorog]

Wespenstich behandeln

  • Einstichstelle gründlich desinfizieren
  • Sofortiges und kontinuierliches Kühlen wirkt einer übermäßigen Schwellung entgegen
  • Gegen den Juckreiz helfen spezielle Salben aus der Apotheke
  • Die altbekannte Zwiebel wird mittlerweile sehr kontrovers diskutiert; gegen die Schwellung und den Schmerz soll sie nicht unbedingt wirken
  • Aloe Vera hilft gegen die Schmerzen und Schwellung und beugt Entzündungen vor.

Bei einem Wespenstich verschwinden die starken Schmerzen oft schon nach kurzer Zeit. Spätestens nach 3 Tagen sollten die Schmerzen verschwunden und auch die Schwellung sollte merklich zurückgegangen sein. Wenn sich die Symptome nach diesem Zeitraum nicht verbessert haben, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Wir empfehlen folgende Produkte:

  • Elektronischer Stichheiler: Zur äußerlichen Behandlung von Insektenstichen und Insektenbissen (wie z. B. von Mücken, Wespen, Bienen, Hornissen oder Bremsen). Wirkt schnell gegen Juckreiz, Brennen, Schmerzen sowie Schwellungenund ist dabei auch für Schwangere und Allergiker geeignet.
  • Fenistil Roll-On: Das kühlende Fenistilgel wirkt beruhigend bei Insektenstichen und Sonnenbrand.
  • Insektengiftentferner: Kompakt und leicht in der Anwendung. Ideal zum Mitnehmen beim Baden, auf Reisen, beim Wandern etc.

Wann Wespenstiche wirklich gefährlich sind

Nur wenn die Wespe in den Mund-, Rachen-  oder Halsbereich sticht, kann es gefährlich werden. Durch die Schwellung kann die Atmung erschwert werden oder völlig zum Erliegen kommen. Hier sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Bis zur Behandlung kann die Stichstelle gekühlt werden, damit die Schwellung verzögert wird. Noch viel gefährlicher sind Wespenstiche für Menschen, die auf das Wespengift allergisch reagieren. Das betrifft ungefähr 3 % der deutschen Bevölkerung. Hier kann ein einzelner Stich lebensbedrohlich werden, während es bei einem Menschen ohne Allergie erst ab 100 Stichen wirklich gefährlich wird.

Wespe Wespenstich in Finger
Ein Wespenstich ist schmerzhaft, aber erst bei einer Allergie wirklich gefährlich [Foto: iStock/kozorog]

Eine Allergie äußert sich nach einem Stich unter anderem in Form von Hautausschlägen, Kopfschmerzen, Schwindel, Atemnot und einer starken Schwellung der Einstichstelle. Auch in diesem Fall muss sofort ein Arzt aufgesucht werden! Der schlimmste Fall für einen Allergiker ist der anaphylaktische Schock. Dieser kündigt sich durch Symptome wie Kribbeln und Brennen im Mund und Rachenbereich, Herzrasen, Blutdruckabfall, Erbrechen und Bewusstlosigkeit an. Der Schockzustand führt im schlimmsten Fall zum Atem- und Kreislaufstillstand. Menschen, die gegen Wespenstiche allergisch sind, sollten deswegen immer ein Notfallset mit speziellen Medikamenten bei sich führen.

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